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Stadt Luzern, Kanton Luzern, REAL und ewl planen auf den Kantonsstrassen am und rund um den Pilatusplatz eine umfassende Sanierung und Erneuerung. So müssen viele Werkleitungen erneuert und die Bushaltestellen behindertengerecht ausgestaltet werden. Das entsprechende Vorprojekt ist abgeschlossen und mit der Erneuerung der Werkleitungen wurde bereits begonnen. Auf Wunsch aus dem Quartier prüft die Stadt als Alternative eine andere Verkehrsführung - die "Y-Lösung". Im Februar 2021 wird das dazugehörige Vorprojekt fertig gestellt. Im Jahr 2021 werden die beiden Varianten gegenübergestellt und die bessere wird zur Weiterbearbeitung empfohlen. 

Aktuelles
Die Bearbeitung des Vorprojektes mit der neuen Verkehrsführung, genannt «Y-Lösung» schreitet programmgemäss voran. Die Planer werden das Vorprojekt bis im Februar 2021 fertigstellen.
Die IG Pilatusplatz hat beim Kanton einen eigenen Vorschlag zum Erhalt der Parkplätze an der Obergrundstrasse eingereicht. Der Vorschlag der IG sieht vor, neben der bestehenden Parkierung beim Inselbau eine Fahrgasse zu realisieren. Diese soll mittels neuer Trenninsel gegenüber den anderen Fahrspuren abgegrenzt werden - analog der Parkplatzsituation auf Seite Hallwilerweg. Die IG hat den Kanton gebeten, diese Variante als Test vor Ort zu prüfen. Die kantonalen Dienststelle Verkehr und Infrastruktur hat diese Prüfung der Stadt übertragen. Aufgrund der Prüfung kommen das städtische Tiefbauamt und die kantonale Dienststelle Verkehr und Infrastruktur zum selben Schluss: Der Vorschlag der IG Pilatusplatz soll weder im zukünftigen Projekt umgesetzt noch als Sofortmassnahme getestet werden. Wesentliche Projektziele wie die behindertengerecht ausgestaltete Bushaltestelle (BehiG), die Radverkehrsanlage (RVA) und weitere Ziele in Bezug auf Verkehrssicherheit würden verunmöglichst oder wären stark gefährdet.

Massnahmen

Beim «Gesamtprojekt Pilatusplatz» teilen sich vier Bauherren die auszuführenden Massnahmen auf. Unter der Obergrundstrasse wird von der REAL der Verbundskanal saniert. Gleichzeitig erneuert Energie Wasser Luzern die Werkleitungen für Gas, Wasser und Elektro. Die Stadt Luzern saniert die städtische Kanalisation und im Auftrag des Kantons, den Deckbelag. Gleichzeitig soll die Aufenthaltsqualität am Pilatusplatz erhöht werden und die Verkehrsströme für ÖV, Velo, Fussgänger und den motorisierten Individualverkehr optimiert und sicherer werden. Das Vorprojekt dazu konnte Ende Juli 2018 abgeschlossen werden.

Variante alternative Verkehrsführung / Y-Lösung

Das Vorprojekt wurde 2018 an einer Sitzung der Begleitgruppe vorgestellt. Die Begleitgruppe besteht aus Vertretern von Anstössern, Liegenschaftsbesitzern, Quartiervereinen, Wirtschafts- und Verkehrsverbänden. Sie hilft der Stadt auf partizipative Weise, die wichtigsten Anliegen und Vorstellungen der verschiedenen Anspruchsgruppen frühzeitig zu erkennen und diese bei der Planung und Umsetzung wenn möglich zu berücksichtigen.

Mehrere Teilnehmende der Begleitgruppe – darunter alle drei Quartiervereine – kritisierten, dass das Vorprojekt zu wenig Mehrwert aufweise. Die Teilnehmenden haben deshalb angeregt, die Verkehrsführung des Vorprojekts zu überdenken und zu prüfen, ob die während der Bauzeit vorgesehene provisorische Verkehrsführung als dauerhafte Lösung beibehalten werden könnte. Diese Führung sieht vor, dass der Verkehr stadtauswärts vom Pilatusplatz her Richtung Kasernenplatz nicht mehr über die Obergrundstrasse entlang der Stadtverwaltung führt, sondern über den Hallwilerweg, wo heute die Fahrzeuge stadteinwärts fahren. Aufgrund der Form wird diese Alternative Y-Lösung genannt.

Pilatusplatz Y-Loesung Visualisierung 1 mit Pfeilen Verkehr
So könnte die Verkehrsführung auf dem Pilatusplatz gemäss Y-Lösung aussehen.

Der Stadtrat teilte die Einschätzung aus der Begleitgruppe, dass diese Variante Potenzial hat. Er beauftragte deshalb Mitte Juni 2018 das Tiefbauamt, die neue Verkehrsführung «Y-Lösung» auf ihre Machbarkeit zu prüfen. Die Studie liegt seit Ende September 2018 vor. Fazit: Technisch ist diese Variante grundsätzlich machbar und der Stadtrat hält die Y-Lösung für einen interessanten Ansatz. Um herauszufinden, was breitere Kreise dazu sagen, hat er eine Konsultation durchgeführt. 

Auswertung der Konsultation

32 Personen oder Institutionen haben eine Stellungnahme zur «Y-Lösung» abgegeben. Eine Übersicht der eingegangenen Rückmeldungen:

  • Grundsätzlich wird die verkehrsreduzierte Fläche auf der Obergrundstrasse zwischen Hotel Anker und Hirschengraben als positiv anerkannt.
  • Bezüglich des potenziellen Nutzens der freigespielten Fläche werden unterschiedliche Meinungen vertreten.
  • Der Parkplatzabbau rund um den Inselbau wird von vielen Seiten als Verlust insbesondere für das vor Ort ansässige Gewerbe sowie die Dienstleistungsunternehmen bezeichnet. Aktuell gibt es 46 öffentliche Parkplätze. Das ursprüngliche Vorprojekt würde zu einem Abbau von mindestens 26 und höchstens 34 Parkplätzen führen – dies vor allem aus gesetzlich vorgeschriebenen Sicherheitsgründen. Bei der Y-Lösung würden voraussichtlich bis auf einige verbleibende Umschlag- und Kurzzeitparkplätze alle Parkplätze rund um den Inselbau aufgehoben.

Zusätzliche Abklärungen

Der Stadtrat nahm diese Kritik ernst und liess zur Parkierung und städtebaulichen Aufwertung zwei weitere Studien anfertigen. Die Parkierungsstudie suchte nach Lösungen, wie Parkplätze bei der Y-Verkehrsführung erhalten und erschlossen werden könnten. Dieses Dokument war Grundlage für die städtebauliche Studie, die das Aufwertungspotential des Strassenzugs auslotete. Ergänzend wurde unter den Unternehmer/innen am Pilatusplatz eine Umfrage durchgeführt.

Insgesamt sind 17 Rückmeldungen eingegangen, die folgendes Bild zeigen: Die erarbeiteten Dokumente werden auf der einen Seite als gute Basis für die Weiterbearbeitung der Y-Lösung gewertet. Einzelne Rückmeldungen verlangen den kompletten Verzicht auf Parkplätze. Auf der anderen Seite werden die städtebauliche Studie und die Y-Lösung vorwiegend von Personen und Institutionen abgelehnt, welche die bestehenden Parkplätze erhalten wollen. Aus diesem Grund verwerfen sie die Y-Lösung und fordern den Status quo am Pilatusplatz. Dafür soll der Innenhof des Stadthauses aufgewertet und besser öffentlich zu­gäng­lich gemacht werden. Der Verzicht auf eine Tiefgarage kann grossmehrheitlich nachvollzogen werden.

Aufgrund der Rückmeldungen ergeben sich für den Stadtrat keine Argument, die Empfehlungen des Tiefbauamtes zu revidieren. Er hat deshalb im Mai 2020 entschieden, dass ein konkretes Vorprojekt zur Y-Verkehrsführung ausgearbeitet wird. Eine Tiefgarage am Pilatusplatz soll von Seiten Stadt Luzern nicht weiterverfolgt werden. Dazu vergleiche die Medienmitteilung vom 14. Februar 2020 und die Stellungnahme zum Postulat 384 "Chance Umgestaltung Pilatusplatz: Rückbau und Ersatzlösung Parkhaus Kesselturm". Verschiedene offene Punkte (z.B. Lärm oder Mehrverkehr in den Quartieren) sollen neben weiteren technischen Aspekten im Rahmen der Vorprojektierung geprüft werden. Ein Vorschlag der IG Pilatusplatz für die Beibehaltung von möglichst vielen Parkplätzen mit der jetzigen Verkehrsführung wird parallel geprüft und abschliessend im Rahmen des Vergleichs der beiden Vorprojekte (bisherige Verkehrsführung vs. Y-Lösung) und dem entsprechenden Antrag an den Kanton zu beurteilen sein. Andere Punkte (z. B. Öffnung Innenhof Stadthaus, Optimierung Radverkehrsanlage Rütligasse) werden nicht bzw. unabhängig vom vorliegenden Projekt am Pilatusplatz weiterverfolgt.

Der Stadtrat sieht Potenzial in der Y-Lösung: Diese schafft Klarheit, sorgt für mehr Sicherheit und ist ausgewogen. Der Langsamverkehr und die umliegenden Nutzungen erhalten mehr Platz. Der Raum erfährt trotz des weiterhin stattfindenden, moderaten und gewollten Verkehrs eine deutliche Attraktivierung. Auch die Parkierung sowie der Personen- und Güterumschlag werden im Gestaltungsvorschlag ausgewogen berücksichtigt. Innerstädtisch stellt dies eine seltene Chance dar.

Die nächsten Schritte

  • Der Stadtrat lässt jetzt im Auftrag des Kantons ein Vorprojekt mit der Y-Variante ausarbeiten.
  • Erst dann wird der Stadtrat definitiv entscheiden, welches Vorprojekt er dem Kanton zur weiteren Bearbeitung beantragen wird.
  • Voraussichtlich 2021 wird der Kanton dazu Stellung nehmen und abschliessend entscheiden, was umgesetzt wird.
  • Der Baubeginn ist frühestens zwischen 2024 und 2026 denkbar.
Erste Visualisierung gemaess Y-Loesung (Quelle: Stadt Luzern)
So wie auf dieser ersten, groben Visualisierung könnte der vom Verkehr entlastete Abschnitt an der Obergrundstrasse, mit Blick Richtung Pilatusplatz, aussehen.

Termine

Vorprojekt auf Basis der heutigen Verkehrsführung abgeschlossen
Studie zur alternativen Verkehrsführung abgeschlossen
Machbarkeitsstudie Parkplätze am Pilatusplatz abgeschlossen
Studie zum Aufwertungspotenzial abgeschlossen
Vorprojekt mit neuer Verkehrsführung Y-Lösung In Arbeit
Variantenentscheid Verkehrsführung Y-Lösung vs. altes Vorprojekt 2021
Bauprojekt 2021 / 2022
Baubeginn Zwischen 2024 und 2026

 

Bauarbeiten vorgezogene Massnahmen

Erneuerung Trinkwasserleitung Pilatusstrasse
(Anker bis Winkelriedstrasse)
abgeschlossen
 
Erneuerung Werkleitungen am Hallwillerweg abgeschlossen
Sanierung REAL-Kanal zwischen Pauluskirche
und Pilatusplatz
September 2019
bis Juni 2020

 

Pilatusplatz Baubereich Vorprojekt und Y-Loesung

Finanzierung

Aufgrund der sehr frühen Projektphase können zu den Baukosten noch keine Aussagen gemacht werden.

Stand: 01. Dezember 2020, 08.00 Uhr

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Zugehörige Objekte