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Klimaangepasste Siedlungsentwicklung: Mehr Grün für die Stadt, Massnahmen gegen Hitze und Trockenheit und besserer Umgang mit Starkniederschlägen. Das Klima verändert sich - Luzern auch.

Die vom Stadtrat erarbeitete Klimanapassungsstrategie umfasst 21 Massnahmen. Sie will die klimabedingten Risiken für die Stadt Luzern minimieren und dafür sorgen, dass sich Gesellschaft und Umwelt möglichst gut an die Folgen des Klimawandels anpassen können.

Die Massnahmen haben das Ziel, dass:

  • sich die Stadt auch in heissen Sommern nicht zu stark erhitzt
  • beim Planen und Bauen der Durchlüftung des Stadtkörpers genügend Beachtung geschenkt wird
  • Baumaterialien gewählt werden, die weniger Hitze speichern
  • die Stadt grüner wird
  • Oberflächen (Dächer, Fassaden, Bodenbeläge) gefördert werden, die Wasser aufnehmen, speichern und verzögert wieder abgeben können
  • die Biodiversität in der Stadt gesichert wird
  • trotz verdichteter Bauweise die Lebens- und Aufenthaltsqualität in der Stadt erhöht wird.

Klimaanpassungsstrategie der Stadt Luzern: B+A 10/20 (StB 205)

Umsetzung in der Stadt Luzern

Die Massnahmen sind sehr vielseitig und betreffen viele Themenbereiche

  • Bereich Gesundheit: Präventions- und Beratungsangebot für die älteren Menschen der Stadt während Hitzeperioden. Artikel in der Luzerner Zeitung
  • Bereich Raumplanung und Bauen: An der Blattenmoossstrasse wurde in einem Pilotprojekt heller Asphalt verbaut, der weniger aufheizt und in der Nacht weniger Wärme speichert als herkömmlicher dunkler Asphalt. Artikel im 20 Minuten
Blattenmoosstrasse Vergleich
Blattenmoosstrasse visuelle und Wärmebildaufnahme von hellem und dunklem Belag
  • Bereich Wassermanagement und Naturgefahren: Die Kapazität der Kanalisation bei Starkniederschlägen und die Verfügbarkeit von Wasser für die Begrünung während Hitzeperioden. Artikel in der Luzerner Zeitung
  • diverse Umsetzungsbeispiele im Bereich Grünflächen und Biodiversität in der Bildergalerie

Klimabedingte Risiken

Klimabedingte Risiken für die Stadt Luzern: Zunehmende Hitzebelastung: Laut den Klimaszenarien des National Centre for Climate Services (NCCS) der Meteoschweiz (CH2018) steigen bis im Jahr 2060…

Klimabedingte Risiken für die Stadt Luzern:

  • Zunehmende Hitzebelastung: Laut den Klimaszenarien des National Centre for Climate Services (NCCS) der Meteoschweiz (CH2018) steigen bis im Jahr 2060 die durchschnittlichen Sommertemperaturen in Luzern um weitere 2 bis 3 Grad Celsius. Es wird deutlich mehr Hitzetage mit Temperaturen über 30°C geben. Vor allem in der dicht besiedelten und stark versiegelten Innenstadt können die Temperaturen in Innen- und Aussenräumen unangenehm hoch werden. Das kann zu gesundheitlichen Problemen aber auch zu Schäden an Grünflächen und Infrastrukturen führen. Die Karten der Klimaanalyse zeigen, wo es an Hitzetagen am heissesten ist.
  • Längere Phasen von Trockenheit: Neben Hitzewellen ist im Sommer auch mit längeren Trockenphasen zu rechnen. Dies ist insbesondere für Stadtbäume, Grünräume und deren Unterhalt eine grosse Herausforderung.
  • Veränderung von Niederschlagsmustern: Gemäss den erwähnten Klimaszenarien werden die durchschnittlichen Niederschlagsmengen im Sommer ab- und im Winter zunehmen. Gleichzeitig ist ganzjährlich öfter mit sogenannten Starkniederschlägen zu rechnen. Viel Niederschlag in kurzer Zeit kann Schäden an Gebäuden, Infrastruktur und städtischen Grünflächen verursachen.
  • Veränderung von Lebensräumen: Die Biodiversität in Städten ist durch knappen Raum und unzureichende Vernetzung stark unter Druck. Weitere Stressfaktoren durch den Klimawandel können dazu führen, dass Arten und Lebensräume lokal aussterben z.B. durch hohe Temperaturen in Gewässern. Es gibt aber auch Arten, die vom Klimawandel profitieren. Manche dieser Arten haben aber negative Auswirkungen auf die städtischen Ökosysteme oder auf die menschliche Gesundheit.

Hitzetage in Luzern

Die durchschnittlichen Lufttemperaturen sind in der Schweiz seit Beginn der Industrialisierung um 2 °C gestiegen. In dicht bebauten, stark versiegelten Gebieten sind die Temperaturen am höchsten. Die…

Die durchschnittlichen Lufttemperaturen sind in der Schweiz seit Beginn der Industrialisierung um 2 °C gestiegen. In dicht bebauten, stark versiegelten Gebieten sind die Temperaturen am höchsten. Dieses Phänomen ist unter dem Begriff «städtischer Wärmeinseleffekt» bekannt. Die Klimaanalyse für die Stadt Luzern zeigt, welche Gebiete besonders heiss werden und welche vergleichsweise kühl bleiben. Die Temperaturen wurden auf Basis von Messdaten von einem Modell berechnet. Basis waren fünf wolkenfreie, windstille Tage in den Jahren 2018 und 2019 mit Temperaturen über 30 °C. Die Auflösung des Modells beträgt 10 m x 10 m. Dargestellt werden die Temperaturen zum heissesten Zeitpunkt des Tages um zirka 17 Uhr und zum kühlsten Zeitpunkt des Tages um zirka 4 Uhr.

Hitzetage in der Stadt Luzern, 17:00 Uhr
Hitzetage in der Stadt Luzern
Grundlage: 5 Hitzetage 2018/2019
Modellierung durch Meteotest AG, Bern. 2019
Wärmster Zeitpunkt um zirka 17:00. Durchschnittliche Temperatur in °C.
Hitzetage in der Stadt Luzern, 04:00 Uhr
Hitzetage in der Stadt Luzern
Grundlage: 5 Hitzetage 2018/2019
Modellierung durch Meteotest AG, Bern. 2019
Kühlster Zeitpunkt um zirka 04:00. Durchschnittliche Temperatur in °C.
Hitzetage in der Stadt Luzern, 04:00 Uhr, Wind
Hitzetage in der Stadt Luzern
Grundlage: 5 Hitzetage 2018/2019
Modellierung durch Meteotest AG, Bern. 2019
Kühlster Zeitpunkt um zirka 04:00. Windrichtungen und Windstärke in m/s