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Initiative «Lebendiges Inseli statt Blechlawine»

Im Mai 2015 wurde die Initiative «Lebendiges Inseli statt Blechlawine» eingereicht. Sie verlangt eine Aufhebung des Carparkplatzes zugunsten einer Erweiterung der Grünfläche. Der Stadtrat nahm die Initiative entgegen und beantragte dem Grossen Stadtrat, diese den Stimmberechtigten der Stadt Luzern zur Annahme zu empfehlen. Im B+A 4/2017: «Initiative ‹Lebendiges Inseli statt Blechlawine›» hat der Stadtrat aufgezeigt, wie die Initiative umgesetzt werden soll, und den Planungskredit für den Projektwettbewerb Inseli beantragt. Am 24. September 2017 wurde die Initiative von 51,6 Prozent der Stimmbevölkerung angenommen. Dies war zugleich der Startschuss für die Planung für das linke Seeufer. Denn die Neugestaltung des Inselis erfordert eine gesamtheitliche Betrachtung des linken Seeufers vom Europaplatz bis zum Segelboothafen. Im B+A 18/2021: «Entwicklungskonzept für das linke Seeufer und das Gebiet Tribschen II» wurde das Vorgehen definiert.

Inseli
Prozessablauf Inseli (schwarz) und Linkes Seeufer (grau)

Machbarkeitsstudie Inseli

Die Vorbereitungsarbeiten zum geplanten Projektwettbewerb Inseli haben gezeigt, dass die Initiative nicht umgesetzt werden kann, wenn die Lozärner Määs, wie im Vorfeld der Abstimmung vom Stadtrat versprochen, in ihrer bisherigen Form beibehalten wird. Zudem ergaben sich laufend neue Erkenntnisse im Zusammenhang mit dem Jahrhundertprojekt Durchgangsbahnhof Luzern. Aus diesem Grund hat der Stadtrat den Wettbewerb sistiert und eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben. Ziel war, die vielfältigen Anforderungen an den Raum Inseli vertieft zu prüfen und den Spielraum aufzuzeigen. Im Rahmen der Machbarkeitsstudie wurden die betroffenen Kreise involviert. Die Machbarkeitsstudie liegt seit Anfang 2022 vor und zeigt, dass es weder eine Lösung gibt, die alle Versprechungen einlöst noch eine, die die Akzeptanz aller Beteiligten geniesst.

In der Machbarkeitsstudie wurden drei mögliche Varianten im Detail geprüft (vgl. Abbildung unten):

  • Variante «Grosser Platz»: Bei dieser Variante würde sich die Neugestaltung des Inselis an der Määs ausrichten und der Warenmarkt sowie der Lunapark könnten auf leicht reduzierter Fläche weitergeführt werden. Die Flächenreduktion ist nötig, weil die bestehenden geschützten Bäume unterpflanzt werden müssen, um deren Weiterbestand zu sichern. Während der restlichen 50 Wochen im Jahr könnte die befestigte Fläche für Aktivitäten genutzt werden. Dazu kommt, dass wegen der Vorschriften zum Gewässerraum der Spielplatz nicht am heutigen Standort bleiben kann. Da auf dem grossen Platz wegen dem Lunapark jedoch keine Nutzungen möglich sind, die fest installiert sind, wäre die Frage nach dem Standort des Spielplatzes noch nicht gelöst.
  • Variante «Platz im Süden»: Bei dieser Variante könnte ein Teil der Anlagen des Lunaparks im Süden des Inselis aufgestellt werden. Während den restlichen rund 50 Wochen im Jahr könnte der Platz für andere Veranstaltungen oder eine Buvette genutzt werden. Im Norden könnte ein Spielplatz realisiert und zusätzliche Bäume gepflanzt werden. Die Zu- und Wegfahrt für die Fahrgeschäfte über den Süden bedingt, dass genügend Platz zum Wenden besteht, was je nach Grösse der Fahrgeschäfte nicht möglich ist. Andernfalls müsste die Wegfahrt zwischen der Baumreihe erfolgen, was die Fällung einzelner Bäume zur Folge hat.
  • Variante «Grünes Inseli»: Das Inseli könnte stadtklimatisch optimal aufgewertet werden. Eine grosse unversiegelte Fläche und Neupflanzungen von Bäumen wären möglich. Der Warenmarkt der Määs könnte weiterhin auf dem Inseli stattfinden jedoch ohne Lunapark. Ein multifunktionaler Platz für kleinere Veranstaltungen bleibt möglich.
Varianten
Machbarkeitsstudie mit den drei vertieft untersuchten Varianten

Neugestaltung Inseli

Die Machbarkeitsstudie Inseli zeigt, dass es keine Lösung gibt, die von allen beteiligten Anspruchsgruppen vollumfänglich akzeptiert wird. Der Stadtrat hat die Chancen und Risiken der drei Varianten abgewogen und sich im Hinblick auf die Realisierung des Durchgangsbahnhofs Luzern für die Variante «Grünes Inseli» entschieden (Medienmitteilung vom 18 Januar 2022). Mit dem Durchgangsbahnhof werden deutlich mehr Personen als heute im Umfeld des Bahnhofs Luzern unterwegs sein, und der Nutzungsdruck wird steigen. Vor diesem Hintergrund erachtet es der Stadtrat als wichtig, das Inseli als hochwertigen grünen Freiraum zu gestalten und diesen bereits bei Baubeginn des Durchgangsbahnhofes der Bevölkerung zur Verfügung zu stellen. Hinzu kommt, dass die Määs während der zehnjährigen Bauphase des Durchgangsbahnhofes nicht auf dem Inseli stattfinden kann. Die Määs könnte bei den Varianten «Grosser Platz» und «Platz im Süden» nur etwas mehr als ein Jahr auf dem Inseli stattfinden.

Der Stadtrat wird voraussichtlich Anfang 2023 beim Grossen Stadtrat einen Kredit für die Projektierung des Inselis beantragen. In der Zwischenzeit werden in zwei separaten Projekten neue Standorte für die Määs ab 2027 und für die weiterhin benötigten Haltekanten für Reisecars gesucht.

Ziel ist, ab 2023 ein Wettbewerbsverfahren für die Neugestaltung des Inselis zu starten. Danach folgen zwischen 2024 und 2027 das Vorprojekt und das Bau- und Auflagenprojekt. Ab 2027 soll das Inseli neugestaltet werden. Die Inbetriebnahme des neu gestalteten Inselis ist frühestens ab 2028 möglich.

Zwischennutzung Inseli

Voraussichtlich ab Oktober 2022 können die Reisecars auf dem neuen Carparkplatz auf dem Areal Rösslimatt in Kriens parkieren. Deshalb kann mit einer Zwischennutzung auf dem Carparkplatz des Inseli ab Sommer 2023 gestartet werden. Die Zwischennutzung soll bis zum Baustart für die Neugestaltung des Inseli dauern. Die Vorbereitungsarbeiten für die Zwischennutzung werden 2022 gestartet.

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