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Der Durchgangsbahnhof ist für die Stadt, die Region und den Kanton Luzern sowie für die Zentralschweiz ein Jahrhundertprojekt. Er ermöglicht häufigere, schnellere und direktere Verbindungen im Fernverkehr und einen Ausbau der S-Bahn. Damit bietet er grosse Entwicklungsmöglichkeiten für das regionale Mobilitätssystem sowie das Stadtzentrum und ist auch ein wichtiger Baustein, um die klimapolitischen Ziele zu erreichen.

Mit dem verbesserten Bahnangebot wird die Personenfrequenz im Bahnhofsumfeld deutlich steigen. Damit diese bewältigt werden kann, müssen die Umsteigemöglichkeiten, die Zugänge zum Bahnhof und die Bahnhofsumgebung neu geplant werden. Zudem werden mit dem unterirdischen Durchgangsbahnhof oberirdisch Gleisflächen frei: eine einmalige Chance, mitten in Luzern die Stadt neu zu denken.

Aktuelles

Nach der Testplanung und der öffentlichen Mitwirkung sind die Eckdaten für die nächsten städtischen Planungen rund um den Durchgangsbahnhof Luzern bekannt. Der Stadtrat beantragt beim Grossen Stadtrat Kredite von insgesamt 6,9 Mio. Franken für die Planung der weiterführenden Aufgaben und Projekte bis 2027. Der Bericht und Antrag wird am 30. Juni 2022 im Grossen Stadtrat beraten.

Medienmitteilung
Bericht und Antrag 15/2022: Durchgangsbahnhof Luzern (DBL) - Phase 2. Städtische Aufgaben

Durchgangsbahnhof

Der Durchgangsbahnhof Luzern besteht aus einem 3,5 Kilometer langen Tunnel von Ebikon bis zum Luzerner Bahnhof (Dreilindentunnel), einem Tiefbahnhof mit vier Gleisen sowie einer unterirdischen Zu- und Wegfahrt durch das Gebiet Heimbach (1,8 Kilometer langer Neustadttunnel). Das Projekt wird unter Federführung des Bundesamtes für Verkehr (BAV) vorangetrieben. Die Partner – BAV, SBB, Kantone Luzern, Obwalden und Nidwalden, Verkehrsverbund Luzern, Zentralbahn sowie Stadt Luzern – arbeiten seit 2019 in einer Knotenorganisation zusammen. 

Im ersten Halbjahr 2019 haben National- und Ständerat die Wichtigkeit des Durchgangsbahnhofs Luzern bestätigt. Für die weitere Projektierung des Ausbaus bis und mit Bau- und Auflageprojekt stellt der Bund 85 Mio. Franken zur Verfügung. Voraussichtlich 2027 wird das eidgenössische Parlament über einen weiteren Ausbauschritt des schweizerischen Bahnsystems und damit über die definitive Realisierung des Durchgangsbahnhofs entscheiden.


Aktuelle Informationen zum Infrastrukturprojekt finden Sie auf dem Webauftritt des Kantons

Testplanung: Vorgehen

Die Stadt Luzern hat 2020 eine Testplanung durchgeführt. Drei interdisziplinäre Planungsteams hatten die Aufgabe, das Potenzial im Raum Bahnhof zu analysieren, mögliche Entwicklungsziele zu formulieren und Vorschläge zu erarbeiten, wie das Stadtzentrum dereinst aussehen könnte, wenn der Durchgangsbahnhof gebaut ist. Das Begleitgremium formulierte zum Abschluss sieben Grundsätze und zahlreiche Empfehlungen für die weiteren Planungen.

Testplanung: Ergebnisse

Die Ergebnisse der Testplanung sind im Schlussbericht des Begleitgremiums zusammengefasst. Der Schlussbericht sowie die einzelnen Teambeiträge sind unter Dokumente (ganz am Ende dieser Webseite) aufgeschaltet. Die fachlichen Erkenntnisse, die Empfehlungen sowie die sieben Grundsätze sind nicht abschliessend, sondern sind die Grundlage für die weiteren Planungen. Sie stimmen nicht überall mit der Haltung der einzelnen Partner überein und nehmen auch die politischen Prozesse nicht vorweg. 

Die sieben Grundsätze aus der Testplanung im Überblick:

Grundsätze
  1. Den Durchgangsbahnhof in ein leistungsfähiges Bahn- und Bus-System einbinden: Der Durchgangsbahnhof kann seine Wirkung für die Region voll entfalten, wenn er optimal in das Fernverkehrsnetz und in ein ausgebautes regionales Bahn- und Bus-System eingebunden ist.
  2. Den Raum rund um den Bahnhof als multimodale Drehscheibe organisieren: Die Flächen rund um den Bahnhof sollen optimal und effizient genutzt werden. Dem Bus-, Velo- und Fussverkehr soll der notwendige Raum für ein attraktives Fortbewegen und Umsteigen eingeräumt werden. Ziel ist aber auch, dass der Bahnhof, die Kultur- und Tourismusnutzungen für den Autoverkehr jederzeit erreichbar bleiben.
  3. Zwei zusätzliche Bahnhofsplätze realisieren: Im Osten und Westen des Bahnhofs sollen zwei neue Bahnhofsplätze entstehen. Sie ermöglichen es, den heutigen Bahnhofplatz Nord zu entlasten und das Bussystem weiterzuentwickeln. Um die zusätzlichen Personenfrequenzen bewältigen zu können, soll die Personenunterführung Süd ausgebaut werden.
  4. Den Bahnhofplatz Nord auch als Aufenthaltsort gestalten: Der Bahnhofplatz Nord soll in seiner Rolle als Visitenkarte gestärkt werden. Der Auto- und der Busverkehr über den Bahnhofplatz sollen reduziert werden, damit Flächen für attraktive Aufenthaltsräume frei werden.
  5. Das Tribschenquartier zu einem attraktiven Stadtteil entwickeln: Die Bürgenstrasse soll zur zentralen Erschliessungsachse für das ganze linke Seeufer vom und zum Bahnhofsplatz Ost werden und die Weiterentwicklung des Tribschenquartiers ermöglichen.
  6. Die Verbindungen zwischen den Quartieren verbessern: Mit einer zusätzlichen Fussgänger- und Veloverbindung sollen die trennende Wirkung der Gleisflächen reduziert und das Tribschen- und das Hirschmattquartier miteinander vernetzt werden.
  7. Bereits heute mit der Umsetzung starten: Vorgezogene Massnahmen wie zum Beispiel ein angepasstes Bussystem sollen dafür sorgen, dass der Bahnhof auch während der rund zehnjährigen Bauzeit des Durchgangsbahnhofes als Mobilitätsdrehscheibe funktioniert.

Testplanung: Öffentliche Mitwirkung

Die Resultate der Testplanung wurden von Februar bis April 2021 öffentlich diskutiert. Vertreterinnen und Vertreter von Organisationen, Vereinen und Verbänden sowie zahlreiche Privatpersonen engagierten sich an verschiedenen Informationsveranstaltungen und Workshops. Das Kinderparlament und das Jugendparlament setzte sich an drei Workshops mit Fragen rund um die Mobilität der Zukunft auseinander. Auch digitale Mitwirkungsmöglichkeiten wurden intensiv genutzt. Es gingen rund 640 Rückmeldungen zum Schlussbericht ein. Den Mitwirkungsbericht mit sämtlichen Beilagen finden Sie unter "Dokumente" ganz am Ende dieser Webseite. Einen Einblick in den kreativen Partizipationsprozess des Kinderparlaments erhalten Sie in diesen Videos:

Erklär mir doch mal den Durchgangsbahnhof
Wie sind wir 2040 unterwegs?

 

Aufgaben und Projekte

Mit dem Bericht und Antrag 15/2022 zeigt der Stadtrat einerseits die aus den Vertiefungsstudien der Testplanung gewonnenen Erkenntnisse auf und legt andererseits die politischen Stossrichtungen für die weitere Planung fest. Zudem beantragt er dem Parlament die finanziellen und personellen Ressourcen, die für eine erfolgreiche Bearbeitung der städtischen Aufgaben und Projekte in der Phase 2 von 2023 bis 2027 notwendig sind.


Das definitive Vorgehen in der Phase 2 wird an dieser Stelle nach der Beratung im Grossen Stadtrat aufgezeigt.
 

Termine


16. bis 19. Juni 2022
Infos zum DBL anlässlich der Public Transportation Days im Verkehrshaus

30. Juni 2022
Beratung des Bericht und Antrags 15/2022: "Durchgangsbahnhof Luzern (DBL) - Phase 2. Städtische Aufgaben" im Grossen Stadtrat

22./23. Oktober 2022
Infos zum DBL anlässlich des Bahnfestes "175 Jahre Schweizer Bahn" 
 

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