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Die Stadt Luzern lebt Klimaschutz. Bereits 2011 hatte sie sich ehrgeizige Ziele gesetzt. Damit sie erreicht werden können, wurden und werden eine Vielzahl von Massnahmen umgesetzt. Dank der neuen Klima- und Energiestrategie sollen die energiebedingten Treibhausgasemissionen bis 2040 auf null gesenkt werden. Die Strategie wurde vom Stadtrat und vom Grossen Stadtrat bereits beschlossen und gelangt am 25. September 2022 zur Volksabstimmung.

Info-Veranstaltungen

Die Stadt Luzern lädt die Bevölkerung ein:
Dienstag, 16. August 2022, 19-21 Uhr, Schulhaus Staffeln, Obermättlistrasse 44, Reussbühl
Mittwoch, 24. August 2022, 19-21 Uhr, Hochschule Luzern - Wirtschaft, Zentralstrasse 9, Luzern
Es informieren:
Adrian Borgula, Stadtrat
Martin Merki, Stadtrat
Patrik Rust, Vorsitzender der Geschäftsleitung, ewl energie wasser luzern


Anschliessend Fragerunde und Apéro.
Der Anlass ist kostenlos, eine Anmeldung braucht es nicht.

 

Die neue Klima- und Energiestrategie

Die Zeichen des Klimawandels sind unübersehbar. Die Zeit drängt, diese dramatische Entwicklung zu stoppen. Der Stadtrat will deshalb die städtische Klimapolitik verstärken und hat dafür am 30. Juni 2021 seine neue Klima- und Energiestrategie zuhanden den des Grossen Stadtrates beschlossen. Dieser hat das Geschäft am 17. Februar 2022 mit 21 Protokollbemerkungen und 10 Änderungen verabschiedet

FDP und Die Mitte haben das konstruktive Referendum gegen die Vorlage ergriffen und einen Gegenvorschlag vorgelegt. Deshalb wird die Stimmbevölkerung am 25. September 2022 sowohl über den Beschluss des Grossen Stadtrats als auch über den Gegenvorschlag von FDP/Die Mitte abstimmen.

Mit der Klima- und Energiestrategie setzen sich der Stadtrat und eine deutliche Mehrheit des Parlaments folgende Ziele:

  • Die energiebedingten Treibhausgasemissionen auf Stadtgebiet sollen bis 2040 auf 0 Tonnen gesenkt werden.
  • Der Energieverbrauch pro Kopf der Bevölkerung soll bis 2050 auf 2000 Watt Dauerleistung halbiert werden.
  • Die Produktion von Solarstrom soll bis 2050 massiv ausgebaut werden: Heute deckt Solarstrom rund 2 Prozent des Stromverbrauchs, künftig sollen es 25 Prozent sein.
  • Die Verkehrsbelastung auf dem Strassennetz soll bis 2040 um 15 Prozent gegenüber 2010 abnehmen.
  • Bis 2040 sollen alle in der Stadt Luzern immatrikulierten Fahrzeuge elektrisch und/oder erneuerbar angetrieben sein.

Umfassendes Massnahmenpaket

Die verschärften Zielsetzungen erfordern eine massive Intensivierung der städtischen Klima- und Energiepolitik. Der Grosse Stadtrat hat ein Paket von 32 Massnahmen zustimmend zur Kenntnis genommen, die bis 2030 umgesetzt werden sollen. Diese sehen beispielsweise vor, dass auf neuen Dächern zukünftig grossflächig Solaranlagen realisiert werden. In Gebieten, in denen Alternativen zu einer fossilen Heizung existieren, sollen Öl- und Gasfeuerungen verboten werden. Die Nutzung von Wärme aus dem See und aus der Abfallverbrennung soll stark ausgebaut werden. Im Bereich der Mobilität soll unter anderem ein «Gesamtkonzept erneuerbare Antriebskonzepte» erarbeitet und das Parkplatzangebot reduziert werden.

Bau einer Photovoltaik-Anlage.

Kosten und Finanzierung

Für die Jahre 2022 bis 2026 rechnet der Stadtrat mit Kosten von rund 46 Mio. Franken. Einerseits sind deutlich erhöhte Einlagen in den Energiefonds erforderlich. Diese werden durch eine Erhöhung des Strompreises (Konzessionsabgabe) um maximal 0.6 Rappen pro Kilowattstunde finanziert. Andererseits muss die Stadt Luzern deutlich mehr in ihre eigenen Liegenschaften investieren. Auch sind zusätzliche Stellenprozente notwendig, um die Massnahmen umzusetzen. Hinzu kommt voraussichtlich eine Reduktion der Dividende von ewl energie wasser luzern.

Dieser Belastung des Finanzhaushalts stehen volkswirtschaftlich positive Auswirkungen gegenüber. Namentlich wird das lokale Gewerbe von den durch die Massnahmen ausgelösten Investitionen stark profitieren, beispielsweise durch zusätzliche Aufträge in den Bereichen Gebäudesanierungen, Nutzung erneuerbarer Energien oder Elektromobilität.

Auch darf nicht vergessen werden: Nichts tun gegen den Klimawandel kommt teurer.

Ein Generationenprojekt

Die Bewältigung des Klimawandels ist eine gesellschaftliche Herausforderung. Wollen wir die Klimaerwärmung stoppen, müssen wir bestehende Verhaltensweisen überdenken. Auf unserer 2020 lancierten Kampagnenseite www.wir-leben-klimaschutz.ch finden sich viele Infos, Tipps und Anregungen, wie jede und jeder von uns einen Beitrag zum Klimaschutz leisten kann.

Konstruktives Referendum

Das von FDP und Die Mitte ergriffene konstruktive Referendum beinhaltet einen Gegenvorschlag zur vom Parlament beschlossenen Vorlage. Eine Gegenüberstellung von Parlamentsbeschluss und Gegenvorschlag ist hier zu finden. Die Website gegenvorschlag-lu.ch zeigt die Argumente des Komitees auf.

Abstimmung vom 25. September 2022

Am 25. September 2022 kann die Bevölkerung über die Klima- und Energiestrategie der Stadt Luzern abstimmen. Zur Abstimmung kommen zwei Varianten: die von der Parlamentsmehrheit beschlossene Vorlage sowie der Gegenvorschlag von FDP/Die Mitte. Der Stadtrat empfiehlt der Stimmbevölkerung beide Vorlagen anzunehmen. Er spricht sich in der Stichfrage aber klar für die Vorlage des Parlaments aus. Die Begrenzung des Klimawandels stellt eine enorme Herausforderung dar. Dafür braucht es grosse Anstrengungen. Von uns allen, in allen Bereichen.

Website des Komitees «Klimaschutz. Jetzt!», welches sich für die von der Parlamentsmehrheit beschlossene Vorlage einsetzt.

Informationen zur neuen Klima- und Energiestrategie

Aktuelles

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Unsere Klimaschutz-Politik

Die Stadt Luzern betreibt seit Jahren eine ehrgeizige Klimaschutzpolitik. Die rechtliche Grundlage ist das Energiereglement der Stadt Luzern. Dieses Reglement wurde in der Abstimmung vom 27. November…

Die Stadt Luzern betreibt seit Jahren eine ehrgeizige Klimaschutzpolitik. Die rechtliche Grundlage ist das Energiereglement der Stadt Luzern. Dieses Reglement wurde in der Abstimmung vom 27. November 2011 von der Luzerner Stimmbevölkerung mit grosser Mehrheit angenommen

Das Energiereglement enthält Zielwerte und Absenkpfade für den CO2-Ausstoss und für den Energieverbrauch pro Kopf der Bevölkerung auf Stadtgebiet. Gemäss der aktuell noch gültigen Fassung des Energiereglements sollen der CO2-Ausstoss bis 2050 auf eine Tonne pro Kopf und Jahr sowie der Energieverbrauch bis 2080 auf 2000 Watt Dauerleistung pro Kopf gesenkt werden. Stimmen das Parlament und die Bevölkerung der neuen Klima- und Energiestrategie des Stadtrates  zu, gelten zukünftig ehrgeizigere Zielwerte.

Um die im Energiereglement definierten Zielsetzungen erreichen zu können, erarbeitet die Stadt Luzern periodisch «Aktionspläne Luft, Energie, Klima» mit konkreten Umsetzungsmassnahmen.

Aktionsplan Luft, Energie, Klima

Damit die Stadt Luzern ihre Ziele im Luftreinhalte-, Energie- und Klimabereich erreichen kann, ergreift sie konkrete Massnahmen. Diese werden jeweils zu mehrjährigen Aktionsplänen zusammengefasst. …

Damit die Stadt Luzern ihre Ziele im Luftreinhalte-, Energie- und Klimabereich erreichen kann, ergreift sie konkrete Massnahmen. Diese werden jeweils zu mehrjährigen Aktionsplänen zusammengefasst.

Die ersten beiden Aktionspläne aus den Jahren 2008 und 2015 mit zusammen 41 Massnahmen sind weitgehend umgesetzt. Sie führten bereits zu einer deutlichen Reduktion von Treibhausgas-Emissionen und Energieverbrauch auf Stadtgebiet und verbesserten die Luftqualität.

Der dritte Aktionsplan ist Bestandteil der neuen «Klima- und Energiestrategie Stadt Luzern» und umfasst insgesamt 32 Massnahmen. Diese sollen nach der Zustimmung durch das Stadtparlament und die Stimmberechtigten bis im Jahr 2030 umgesetzt werden.

Unsere Klimaschutz-Projekte

Die Stadt Luzern senkt mit einer Vielzahl von Projekten den Ausstoss von Treibhausgasen. Hier einige Beispiele. Seewasser als klimafreundliche Energie Am Inseliquai entsteht ein zukunftweisende…

Die Stadt Luzern senkt mit einer Vielzahl von Projekten den Ausstoss von Treibhausgasen. Hier einige Beispiele.

Seewasser als klimafreundliche Energie

Am Inseliquai entsteht ein zukunftweisendes Projekt zur Nutzung des Seewassers als Energielieferant. Derzeit saniert und erweitert ewl die über 30-jährige Energiezentrale und die Seewasserfassung. So kann in Zukunft vier Mal mehr Energie aus dem Seewasser gewonnen werden, und unter anderem können die Kleinstadt, das Tribschenquartier und ein Teil der Neustadt von der klimafreundlichen Energie profitieren. Im Endausbau im Jahr 2030 werden insgesamt 3'700 Haushalte und Betriebe mit Wärme und Kälte versorgt werden. So können jährlich 6'000 t CO2 eingespart werden.

Seewasser als klimafreundliche Energiequelle
Bauarbeiten an der Seewasserfassung.

Ausbau Fernwärmenetz zur Nutzung von Abwärme

Abwärme ist ein «Abfallprodukt», das bei verschiedenen Prozessen anfällt. Die Nutzung der Abwärme als Wärmelieferant ist sehr sinnvoll und klimafreundlich. Um die Abwärme der KVA Renergia in Perlen und der Swiss Steel AG in Emmen nutzen zu können, realisierte ewl 2019 eine 9 km lange Fernwärme-Transportleitung und eine neue Energiezentrale im Littauer Boden. So können nun Liegenschaften im Ortsteil Littau mit Abwärme geheizt werden.

Das Potenzial von Abwärme als Energiequelle ist noch nicht ausgeschöpft: ewl wird weiter investieren um zusätzliche Gebiete mit Abwärme versorgen zu können.

Ausbau Fernw?rmenetz zur Nutzung von Abw?rme
Neue Energiezentrale im Littauer Boden

Der Energieverbrauch der städtischen Liegenschaften sinkt

Die städtischen Liegenschaften wie Verwaltungsgebäude, Schulen, Sportbauten, usw. werden laufend energetisch optimiert: Die Gebäudehüllen werden isoliert, Heizungen und Haustechnik werden optimiert oder durch klimafreundliche Alternativen ersetzt. Dank diesen Massnahmen hat der Ausstoss an Treibhausgasen für Heizung und Warmwasser in städtischen Liegenschaften zwischen 2005 und 2019 um 39 Prozent abgenommen.

Baut die Stadt Luzern ein neues Gebäude, wird der Wärmebedarf vorwiegend mit erneuerbaren Energien gedeckt. Zudem wird jeweils geprüft, ob eine Photovoltaik-Anlage realisierbar ist. Solche Anlagen gibt es heute auf zehn städtischen Liegenschaften.

Der Energieverbrauch der st?dtischen Liegenschaften sinkt
Der Neubau des Schulhauses Felsberg produziert mehr Energie als er verbraucht.

LED-Leuchten für das Hirschmattquartier

Bei der Sanierung der Werkleitungen im Hirschmatquartier im Jahr 2016 wurde die Strassen-Beleuchtung ausgewechselt: Die neuen LED-Leuchten sorgen für ein helles Licht und sind gleichzeitig sehr sparsam. Sie benötigen nur noch etwa halb so viel Strom wie ihre Vorgänger. Das macht auch ökonomisch Sinn. Innerhalb von 10 Jahren lassen sich rund 32'000 Franken an Stromkosten sparen. Zudem haben die neuen LED-Leuchten eine längere Lebensdauer als die bisherigen Lampen.

LED-Leuchten f?r das Hirschmattquartier
Neue Leuchten im Hirschmattquartier

Neuer Velo- und Fussweg

Das ehemalige Trassee der Zentralbahn ist seit Dezember 2016 ein Velo- und Fussweg. Diese sichere Verbindung von der Luzerner Neustadt direkt nach Kriens fördert den Langsamverkehr. So ist der neue Weg eine Massnahme der Mobilitätsstrategie der Stadt Luzern und gleichzeitig ein wichtiges Puzzleteil einer zukünftigen, klimafreundlichen Mobilität.

Neuer Velo- und Fussweg
Der Velo- und Fussweg «Freigleis»

Abwasser heizt Schulhäuser

Auf Initiative der Stadt Luzern entstand 2016 am Löwengraben eine spezielle Energienutzung: Bei der Sanierung des Abwasser-Kanals wurde auf einer Länge von 300 Metern ein Wärmetauscher eingebaut. Damit kann dem Abwasser Wärme zum Heizen entzogen werden. Zudem kann zu Kühlzwecken Wärme in den Kanal abgeleitet werden. Die nutzbare Energie aus dem Abwasser entspricht 280'000 Litern Heizöl pro Jahr oder dem Wärmeverbrauch von zirka 430 Haushalten. Das Projekt verhindert Treibhausgas-Emissionen von jährlich 850 Tonnen CO2.

Abwasser heizt Schulh?user
Wärmetauscher im Abwasserkanal Hirschengraben

Neues Stadtarchiv im Minergie-P-ECO-Standard

2014 baute die Stadt Luzern ein neues Stadtarchiv in Ruopigen im Standard Minergie-P-ECO. Minergie-P steht für Bauten mit einem sehr tiefen Energiebedarf. So hat das Stadtarchiv ein kompaktes Volumen, eine gut gedämmte Gebäudehülle, eine Komfortlüftung, eine effiziente Beleuchtung und effiziente Geräte. Zudem nutzt das Stadtarchiv zum Heizen Erdwärme. Der Labelzusatz ECO bedeutet, dass Baustoffe verwendet wurden, die bei ihrer Produktion wenig Energie benötigten, schadstoffarm sind und eine lange Lebensdauer haben. So kam beispielsweise Recycling-Beton zum Einsatz.

Neues Stadtarchiv im Minergie-P-ECO-Standard
Das neue Stadtarchiv in Ruopigen

Die Stadtverwaltung nutzt ausschliesslich Strom aus erneuerbaren Energiequellen

Seit Anfang 2013 deckt die Stadtverwaltung Luzern ihren gesamten Stromverbrauch mit Strom aus 100% erneuerbaren Quellen: Das betrifft den Strom, der im Stadthaus oder in den städtischen Schulhäusern benötigt wird genauso sowie den Strom für die öffentliche Beleuchtung.

Die Stadtverwaltung nutzt ausschliesslich Strom aus erneuerbaren Energiequellen
Stadthaus mit 100% Energie aus erneuerbaren Quellen

 

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