Kopfzeile

Inhalt

Das Team Denkmalpflege und Kulturgüterschutz ist eine Fachstelle innerhalb der Dienstabteilung Städtebau, die sich mit der Erhaltung der bedeutenden historischen Bausubstanz befasst. Es ist ein Kompetenzzentrum für Fragen der Denkmalpflege, des Ortsbildschutzes und des Kulturgüterschutzes.

Baukultur entdecken

Hier stellen wir Ihnen Aktuelles aus der Tätigkeit des Teams Denkmalpflege und Kulturgüterschutz vor.   Wesemlinstrasse 56, Neues Farbkonzept im Stil des Historismus Welche Farbe hat mein Hau…

Hier stellen wir Ihnen Aktuelles aus der Tätigkeit des Teams Denkmalpflege und Kulturgüterschutz vor.

 

Wesemlinstrasse 56, Neues Farbkonzept im Stil des Historismus

Welche Farbe hat mein Haus? Diese Frage stellte sich die private Eigentümerschaft eines Zweifamilienhauses im Stil des Historismus im Wesemlinquartier und kontaktierte das Team Denkmalpflege und Kulturgüterschutz der Stadt Luzern. Bei der täglichen Arbeit im Ortsbild der Stadt Luzern ist eine Auseinandersetzung mit den Farben der Fassaden und Dächer unumgänglich. Die meisten Gebäude werden nach ein paar Jahrzehnten neu gestrichen. Auch bei unserem Objekt im Wesemlin war es Zeit für einen Neuanstrich. Die sichtbare Farbfassung der Fassade in einem gebrochenen Weiss mit grauen Akzenten bei den Zierelementen befriedigte nicht.

Als Grundlage für das neue Farbkonzept untersuchte ein Restaurator von der Stöckli AG Stans die verschiedenen Fassadenelemente. Der Befund lässt auf sechs verschiedene, teilweise partielle Farbveränderungen schliessen. Dies liess viel interpretationsspielraum offen. Die Eigentümerschaft entschied sich für eine Annäherung an die bauzeitliche Farbgebung von 1922/23.

Ansicht Gartenfassade
Fassaden und Dach im Februar 2021

Der helle beige Kellenwurfputz wird vom dunkleren Steinton bei den Fenster-und Türleibungen, Postamenten, dem Sockel und den Zierschildern kontrastiert. Ursprünglich war der Kieselputz der Fassade materialsichtig. Im Bereich des Sockels und bei den Postamenten beim Hauseingang und der Laube wurde der bauzeitliche materialsichtige Zustand wiederhergestellt. Farbliche Akzente setzen die gelben feinkörnigen Füllungen der Zierfelder beim Eingang und in der Untersicht sowie die roten Holzsäulen, Rahmen der Untersicht und Dachabschlüsse. Mit diesen Farbtönen harmonieren die neuen kupfernen Schwanenhälse der Dachentwässerung. Für ein freundliches Aussehen sorgen die grünen Fensterläden, deren Farbton nicht auf einem Befund beruht, sondern eine Interpretation ist. Nach der Entfernung der nicht bauzeitlichen Fensterläden aus Aluminium sind neue Fensterläden nach historischen Vorbild in Holz verwendet worden. Ein besonderer Glücksfall war die Entdeckung von Schablonenmalereien an der Dachuntersicht aus der Entstehungszeit des Hauses. Die Schablonenmalereien sind nach einer Festigung der Farbe und Ausbesserungsarbeiten heute wieder sichtbar.

Nebst der Auffrischung der Fassaden wurde auch das Dach isoliert. Dabei wurden die Ziegel gereinigt und mit zirka 10 % neuen Ziegeln ergänzt. Der Übergang von der Dachfläche zur Lukarne wurde in alter Dachdeckerkunst durch eine Rundlegung der Ziegel übergangslos gestaltet. Der Giebel der Lukarne wurde von Kupfer befreit und erhielt wie früher Rundschindeln.

Fassade mit Hauseingang
Eingangsfront ausgeführt nach dem neuen Farbkonzept

Obwohl das Haus weder im kantonalen Bauinventar eingestuft noch Teil der Ortsbildschutzzone ist, hat sich die Initiative des Eigentümers und die Beratung durch die Fachpersonen gelohnt. Durch den neuen Anstrich und die Freilegung der historischen Malereien sowie die Verwendung von traditionellen Materialien kommen die Architektur und Zierelemente richtig schön zur Geltung. Die akribische Auseinandersetzung der Eigentümerschaft mit dem Haus, seiner Gestaltung und der Umgebung leistet einen wichtigen Beitrag zum Quartierbild ausserhalb des Schutzperimeters. Das unscheinbare Heimatstil-Haus erwachte zum Leben und ist ein neues Bijou im Wesemlinquartier. Lob gebührt der Bauherrschaft.

Detailansicht Dachuntersicht
Untersicht mit den wiederentdeckten Schablonenmalereien

Bauherrschaft: Privat

Fassadenuntersuchung und restauratorische Beratung: Stöckli AG Stans, W. Odermatt

Malerarbeiten: Schürch dipl. Malermeister, Kriens

Denkmalpflege und Kulturgüterschutz der Stadt Luzern, N. Müller

Text: Denkmalpflege und Kulturgüterschutz der Stadt Luzern, J. Riedener

Fotos: burkart.lu fotografie Architektur Objekte, D. Burkart

Vorzustand Fassade und Eingang
Vorzustand

 

Denkmalpflege

Die Denkmalpflege berät Bauwillige, Eigentümer/-innen, Architekten/Architektinnen, Handwerker/-innen sowie Dienstabteilungen der Stadtverwaltung im Zusammenhang mit Umbauten und Renovationen. Die Täti…

Die Denkmalpflege berät Bauwillige, Eigentümer/-innen, Architekten/Architektinnen, Handwerker/-innen sowie Dienstabteilungen der Stadtverwaltung im Zusammenhang mit Umbauten und Renovationen. Die Tätigkeit der Denkmalpflege richtet sich nach den Leitsätzen zur Denkmalpflege in der Schweiz herausgegeben von der Eidgenössischen Kommission für Denkmalpflege EKD und deren Grundsatzdokumente. Als eine der Vernehmlassungsstellen im Baubewilligungsverfahren wird die städtische Denkmalpflege bei Bauvorhaben in den Ortsbildschutzzonen, bei Baugruppen und erhaltenswerten Bauten konsultiert. Eine frühzeitige Kontaktaufnahme mit dem Team Denkmalpflege ist zu empfehlen. Die kantonale Denkmalpflege ist für Unterschutzstellungen bzw. Eintragung von Objekten ins kantonale Denkmalverzeichnis und für finanzielle Beiträge zuständig.

Ortsbild

Luzern ist im Inventar der schützenswerten Ortsbilder ISOS eingetragen und als Ortsbild von nationaler Bedeutung eingestuft. Durch diese Aufnahme ins Bundesinventar wird dargetan, dass Luzerns Ortsbild in besonderem Masse die ungeschmälerte Erhaltung verdient. Im Zonenplan sind die überlagernden Ortsbildschutzzonen A (Altstadt) und B ausgewiesen. Die entsprechenden Bestimmungen sind im Bau- und Zonenreglement nachzulesen.

Bauinventar

Die Stadt Luzern verfügt über einen reichen Schatz an erhaltens- und schützenswerten Bauten. Diese Objekte werden in enger Zusammenarbeit mit der kantonalen Denkmalpflege in einem Hinweisinventar erfasst. Im kantonalen Bauinventar BILU sind unbewegliche Objekte gemäss dem Gesetz über den Schutz der Kulturdenkmäler und der zugehörigen Verordnung aufgeführt (DSchG, SRL Nr. 595; DSchV, SRL Nr. 595a). Die erhaltens- und schützenswerten Bauten sowie die Baugruppen sind für das Ortsbild der Stadt Luzern bestimmend und sollen in ihren Qualitäten erhalten werden. Weitere Informationen zum Bauinventar enthält das Stadtmagazin Nr. 2/2017.

Europäische Tage des Denkmals

„Ziel der Europäischen Tage des Denkmals ist es, in der Bevölkerung das Interesse an unseren Kulturgütern und deren Erhaltung zu wecken. In der ganzen Schweiz sind jeweils am 2. Wochenende im Septembe…

„Ziel der Europäischen Tage des Denkmals ist es, in der Bevölkerung das Interesse an unseren Kulturgütern und deren Erhaltung zu wecken. In der ganzen Schweiz sind jeweils am 2. Wochenende im September Interessierte zu Führungen, Atelier- und Ausgrabungsbesichtigungen, Exkursionen sowie vielen weiteren Veranstaltungen eingeladen.“(hereinspaziert.ch)

Die 28. Europäischen Tage des Denkmals 2021 stehen unter dem Motto "Gewusst wie – Faire et savoir-faire –  Saper fare – Savair co far" und werden in der Schweiz am Wochenende vom 11. &12. September 2021 durchgeführt.

 

Kulturgüterschutz

Das Team Denkmalpflege und Kulturgüterschutz ist Anlaufstelle in Fragen des Kulturgüterschutzes von Immobilien und Mobilien. Es erarbeitet in enger Zusammenarbeit mit der Feuerwehr und der ZSOpilatus …

Das Team Denkmalpflege und Kulturgüterschutz ist Anlaufstelle in Fragen des Kulturgüterschutzes von Immobilien und Mobilien. Es erarbeitet in enger Zusammenarbeit mit der Feuerwehr und der ZSOpilatus Einsatzpläne im Bereich des Kulturgüterschutzes. Diese Arbeit wird fachlich von der Kulturgüterschutz-Kommission begleitet.

Die Stadt Luzern verfügt über einen Kulturgüterschutzraum wo Kunst- und Kulturgegenstände der Stadt wie beispielsweise die Hofbrückenbilder eingelagert werden. Zu den Aufgaben im Bereich des Kulturgüterschutzes gehört die Betreuung der Bildtafeln der Luzerner Holzbrücken Kapellbrücke, Spreuerbrücke, Hofbrücke.

Quartierrundgänge zum Bauinventar

Im Dezember 2017 wurde das Bauinventar für die Stadt Luzern in Kraft gesetzt. Die Erkenntnisse aus dem Inventar stellt die kantonale Denkmalpflege in Zusammenarbeit mit dem städtischen Team Denkmalpfl…

Im Dezember 2017 wurde das Bauinventar für die Stadt Luzern in Kraft gesetzt. Die Erkenntnisse aus dem Inventar stellt die kantonale Denkmalpflege in Zusammenarbeit mit dem städtischen Team Denkmalpflege und Kulturgüterschutz regelmässig an Quartierrundgängen vor. Im Jahr 2020 führen die Rundgänge durch die Quartiere Bramberg und Maihof.

Quartierrundgang Maihof
Dienstag, 25. August 2020, 17.30 Uhr 
Treffpunkt: Maihofschulhaus, Haupteingang
Führung: Jasmin Riedener, Team Denkmalpflege und Kulturgüterschutz Stadt Luzern und Mathias Steinmann, kantonale Denkmalpflege

Quartierrundgang Bramberg
Dienstag, 1. September 2020, 17.30 Uhr 
Treffpunkt: VBL Haltestelle "Brüggligasse"
Führung: Adeline Zumstein und Mathias Steinmann, kantonale Denkmalpflege

Informationen zur Durchführung unter www.da.lu.ch

Architektonisch wertvolles Gebäude an der Waldstätterstrasse