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ankommen - verweilen - geniessen

Die Bahnhofstrasse verläuft entlang historisch wichtiger Bauten wie der Kapellbrücke mit dem Wasserturm und der Jesuitenkirche. Mit einer Neugestaltung der Bahnhofstrasse und des Theaterplatzes soll dieser Stadtraum seiner Bedeutung gerecht werden. Mit der Realisierung einer Velostation unter der Bahnhofstrasse mit rund 1200 - 1300 Abstellplätzen und direktem Zugang zum Bahnhof kann das Veloparkierungsproblem in der Bahnhofstrasse über Jahre hinaus gelöst werden.

Aktuelles
Seit dem 26. Juni 2020 ist die Bahnhofstrasse für den motorisierten Durchgangsverkehr gesperrt. Im September 2020 hat die Stadt Luzern die Auswirkungen der Teilsperrung gemessen, anschliessend analysiert und einen ersten Monitoringbericht dazu verfasst.

Ausgangslage

Mit der Volksinitiative vom 8. November 2011 wurde eine attraktive, wenn immer möglich autofreie Bahnhofstrasse vom Luzerner Theater bis zur Einmündung in die Seebrücke gefordert. Die Initiative wurde am 22. September 2013 von rund 56 Prozent der Stimmberechtigten der Stadt Luzern angenommen. In der Folge wurden im Jahr 2014 die Planungsarbeiten für die Umsetzung der Initiative gestartet. Als Grundlage für einen Wettbewerb wurde 2014 mit allen relevanten Partnern in zwei Workshops ein Nutzungs- sowie ein Verkehrskonzept für die Stadträume Bahnhofstrasse und Theaterplatz erarbeitet. Basierend auf diesen Konzepten wurde 2016 der «Projektwettbewerb Neugestaltung Bahnhofstrasse und Theaterplatz» ausgeschrieben. Dieser konnte im Juni 2016 mit der Empfehlung zur Weiterbearbeitung und Ausführung des Projekts «Take a walk on the bright side» abgeschlossen werden. Für die Planung der Velostation haben die Stimmberechtigten der Stadt Luzern am Sonntag, 19. Mai 2019 den Sonderkredit von 2.05 Mio. Franken mit 54 Prozent Ja-Stimmen gutgeheissen.

Das Vorprojekt für die Neugestaltung der Bahnhofstrasse und den Bau der unterirdischen Velostation ist nun abgeschlossen. Zurzeit erarbeitet die Stadt das Bauprojekt. Läuft alles planmässig, beginnen die Bauarbeiten für die neue Bahnhofstrasse und die Velostation in der zweiten Jahreshälfte 2022. Ziel ist es, die neue Bahnhofstrasse Anfang 2024 zu eröffnen.

Visualisierung Walk on the bright side
Visualisierung Wettbewerbssieger «Take a walk on the bright side»

Mehr Lebens- und Aufenthaltsqualität

Die neue Bahnhofstrasse wird gemäss dem Siegerprojekt «take a walk on the bright side» umgesetzt. Sie erhält eine zweite Baumreihe mit rund 30 zusätzlichen Bäumen und einen klimafreundlichen Mergelbelag unter den Bäumen. Für den Bau der Velostation müssen 14 Bäume gefällt werden. Diese werden aber ersetzt. Es entstehen mobile Sitzgelegenheiten mit Bepflanzung und auf der Höhe der Velorampe öffentliche WCs und eine Buvette. Gleichzeitig werden diverse Werkleitungen erneuert. Auf der neuen Bahnhofstrasse können Anlässe wie Stadtlauf, Wochenmarkt oder Fasnacht weiterhin stattfinden. Dank der neuen Gestaltung erhöht sich die Lebens- und Aufenthaltsqualität deutlich – man kommt an, kann verweilen und geniessen.

Auch der Theaterplatz wird einfach und kostengünstig aufgewertet. Das Strassenniveau wird auf das Niveau des Trottoirs angehoben und damit behindertengerecht. Das erhöht auch die Flexibilität bei der Nutzung des Platzes. Die Theaterbox bleibt vorläufig am gleichen Ort. Eine hochwertige Möblierung mit mobilen Grünelementen lädt zum Verweilen ein. Die Seidenhofstrasse wird ebenfalls aufgewertet. Neben neuen Werkleitungen und einer neuen See-Energie-Leitung von ewl energie wasser luzern, wird auch hier das Strassenniveau auf das Niveau des Trottoirs angehoben. Die Baumreihe bleibt bestehen.

Neues Verkehrsregime

Die neue Bahnhofstrasse und die Zufahrtsstrassen werden zu einer Begegnungszone. Sie sind weitgehend autofrei. Für die Velofahrenden ändert sich nichts. Sie müssen – wie schon heute – vorsichtig fahren und Rücksicht auf Fussgängerinnen und Fussgänger nehmen, die Vortritt haben. Zubringerdienste und Taxis sind weiterhin gestattet. Sie können allerdings beim Bahnhofplatz nur noch rechts abbiegen. Der Linksabbieger auf die Seebrücke wird aufgehoben. Für Velos ist das Linksabbiegen auf die Seebrücke weiterhin gestattet. Die Zu- und Wegfahrt zum Parkhaus Flora erfolgt neu über die Seidenhofstrasse in die Pilatusstrasse.

Visualisierung zukünftige Verkehrsführung
Visualisierung zukünftige Verkehrsführung

Grosse, flexible Velostation

Die geplante Velostation im vorderen Teil der Bahnhofstrasse wird gegenüber den ersten Plänen Richtung Reuss vergrössert. Die Station bietet die Chance, an dieser zentralen Lage 1200 bis 1300 Veloparkplätzen einzurichten. Sie wird eine direkte Verbindung zur Bahnhofsunterführung haben und mit dem Durchgangsbahnhof kompatibel sein. Dank flexibler Möblierung besteht die Möglichkeit – zum Beispiel im Zusammenhang mit dem Bau des Durchgangsbahnhofs – Platz für bis zu 1500 Velos zu schaffen. Mit der neuen Velostation kann das Veloparkierungsproblem in der Bahnhofstrasse über Jahre hinaus gelöst werden. Dadurch erhalten die Fussgängerinnen und Fussgänger oberirdisch deutlich mehr Platz.

Lage Velostation
Lage der Velostation unter der Bahnhofstrasse

 

Zu- und Wegfahrt der Velostation
Die Zu- und Wegfahrt der Velostation liegt vor dem Swisscom-Gebäude

Anspruchsvolle Baustelle

Die komplexe und grosse Baustelle auf engem Raum stellt die Stadt vor lösbare Herausforderungen. Der Baugrund mit den Seeablagerungen ist anspruchsvoll, der Grundwasserspiegel ist hoch, und die Baustelle ist nahe an der Reuss. Zudem hat es im Boden zahlreiche Werkleitungen und entlang der Strasse zum Teil sehr alte Gebäude, die nicht beschädigt werden dürfen. Hinzu kommt, dass das Leben in und an der intensiv genutzten Bahnhofstrasse auch während der Bauarbeiten reibungslos funktionieren muss.

Kosten

Für die Neugestaltung der Bahnhofstrasse und des Theaterplatzes rechnet die Stadt mit Kosten von 6 bis 7 Millionen Franken. Für die Neugestaltung der Seidenhofstrasse sind 1 Million Franken eingeplant. Die unterirdische Velostation kostet nach heutigem Stand rund 17 Millionen Franken bei einer Kostengenauigkeit von plus/minus 20 Prozent. Der Bund beteiligt sich mit je zwei Millionen an der Begegnungszone Bahnhofstrasse und der Velostation. Die Kostenbeteiligung des Kantons Luzern ist noch offen. Dank den Abklärungen und Erkenntnissen aus dem Vorprojekt sind die Kosten wesentlich genauer abschätzbar. Der Betrag ist höher als die groben Schätzungen aus der Machbarkeitsstudie von 2017. Gründe dafür sind die grössere Velostation und der anspruchsvolle Baugrund. Die effektiven Kosten werden im Frühling 2021 vorliegen, wenn das Bauprojekt fertig ausgearbeitet ist und im Sommer 2021 öffentlich aufgelegt wird. Die Bevölkerung wird voraussichtlich im Februar 2022 über den Baukredit für die Velostation abstimmen. 

Teilsperrung Bahnhofstrasse

Im Dezember 2018 hat der Grosse Stadtrat ein Postulat überwiesen, das eine Teilsperre der Bahnhofstrasse ab Ostern 2019 sowie einen Testbetrieb für alternative Nutzungen auf der Bahnhofstrasse forderte. Im April 2019 hat der Stadtrat die dafür nötige Verkehrsanordnung publiziert. Gegen sie haben sieben Parteien beim Kantonsgericht Beschwerde eingereicht. Im Mai 2020 konnte eine aussergerichtliche Einigung mit allen Beschwerdeführenden erzielt und unterschrieben werden, und die Beschwerdeführenden haben ihre Beschwerde gegen die Teilsperrung zurückgezogen.

Damit war der Weg frei, die Bahnhofstrasse auf Ende Juni 2020 von der Kreuzung Hirschmattstrasse/ Hirschengraben bis zur Seidenhofstrasse für den Durchgangsverkehr zu sperren. Die Autoparkplätze in der Bahnhofstrasse wurden aufgehoben und die Taxistandplätze auf dem Theaterplatz in den Hirschengraben und Bahnhofstrasse verschoben. Die Velo- und Motorrad-Parkplätze sind so umplatziert, dass in der Bahnhofstrasse Raum für öffentliche Nutzungen entsteht. Auf dem Theaterplatz und auf einem Teil der freien Flächen auf der Bahnhofstrasse gibt es Sitzgelegenheiten. Zudem kann das Restaurant Rossini seine Boulevardfläche voraussichtlich auch über die aktuelle Corona-Massnahme hinaus vergrössern.

Die ersten Erfahrungen zeigen, dass das neue Verkehrsregime grundsätzlich funktioniert. Zubringer und Taxis sind erlaubt. Die Luzerner Polizei führt Kontrollen durch und büsst auch. Der Kanton hat festgestellt: die Teilsperrung hat keinen Einfluss die Kantonsstrassen haben. Die Stadt Luzern beobachtet die Situation laufend und wird nach den Herbstferien erste Ergebnisse aus ihrem Monitoring veröffentlichen.

Termine

Planung 2020/2021
Bewilligung 2021/2022
Realisierung  2022/2023
Inbetriebnahme 2023/2024

Zugehörige Objekte