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ankommen - verweilen - geniessen

Die Bahnhofstrasse verläuft entlang historisch wichtiger Bauten wie der Kapellbrücke mit dem Wasserturm und der Jesuitenkirche. Mit einer Neugestaltung der Bahnhofstrasse und des Theaterplatzes soll dieser Stadtraum seiner Bedeutung gerecht werden. Mit einer Velostation unter der Bahnhofstrasse mit rund 1200 Abstellplätzen und direktem Zugang zum Bahnhof kann die steigende Nachfrage nach Veloabstellplätzen an der Bahnhofstrasse über Jahre hinaus unterirdisch gelöst werden und die Fussgängerinnen und Fussgänger erhalten oberirdisch viel Platz.

Ausgangslage

Mit der Volksinitiative vom 8. November 2011 wurde eine attraktive, wenn immer möglich autofreie Bahnhofstrasse vom Luzerner Theater bis zur Einmündung in die Seebrücke gefordert. Die Initiative wurde am 22. September 2013 von 56 Prozent der Stimmberechtigten der Stadt Luzern angenommen. 2014 wurden die Planungsarbeiten für die Umsetzung der Initiative gestartet. Als Grundlage für einen Wettbewerb wurde 2014 mit allen relevanten Partnern in zwei Workshops ein Nutzungs- sowie ein Verkehrskonzept für die Stadträume Bahnhofstrasse und Theaterplatz erarbeitet. Basierend auf diesen Konzepten wurde 2016 der «Projektwettbewerb Neugestaltung Bahnhofstrasse und Theaterplatz» ausgeschrieben. Gewonnen hat das Projekt «Take a walk on the bright side». Für die Planung der Velostation haben die Stimmberechtigten der Stadt Luzern am Sonntag, 19. Mai 2019 den Sonderkredit von 2.05 Mio. Franken mit 54 Prozent Ja-Stimmen gutgeheissen.

Das Projekt für die Neugestaltung der Bahnhofstrasse und den Bau der unterirdischen Velostation ist nun abgeschlossen. Ab 25. August 2021 liegt das Projekt öffentlich auf. Am 11. November 2021 ist es im Grossen Stadtrat traktandiert. Voraussichtlich am 13. Februar 2022 entscheiden die Stadtluzerner Stimmberechtigten über den Sonderkredit für die neue Velostation. Läuft alles planmässig, beginnen die Bauarbeiten für die neue Bahnhofstrasse und die Velostation in der zweiten Jahreshälfte 2022.

Visualisierung neue Bahnhofstrasse
Visualisierung neue Bahnhofstrasse

Mehr Lebens- und Aufenthaltsqualität

Die neue Bahnhofstrasse wird aufgewertet: Sie erhält eine zweite Baumreihe mit rund 30 zusätzlichen Bäumen, einem klimafreundlichen Mergelbelag unter den Bäumen und verschiedene Sitzgelegenheiten. Geplant ist auch eine Buvette. Alle Flächen sind auf einem Niveau und damit behindertengerecht. Dank der neuen Gestaltung erhöht sich die Lebens- und Aufenthaltsqualität deutlich – man kommt an, kann verweilen und geniessen. Neben der Neugestaltung werden diverse Werkleitungen erneuert.

Grosszügiger Theaterplatz

Der Bereich vor dem Luzerner Theater wird ebenfalls neugestaltet. Damit ein grosszügiger Platz entsteht, wird auch hier die Strasse auf das Niveau des Trottoirs angehoben. Der Platz wird mit mobilen Grünelementen und Sitzgelegenheiten möbliert, die bei Veranstaltungen einfach verschoben werden können. Die Gestaltung wird bewusst kostengünstig umgesetzt, da sie nur vorübergehend ist – so lange bis das neue Luzerner Theater gebaut wird. Die Theaterbox bleibt vorläufig am gleichen Ort.

Theaterplatz

Freundlichere Seidenhofstrasse

In der Seidenhofstrasse wird das Strassenniveau auf das Niveau des Trottoirs angehoben und neue Bäume gepflanzt. Zudem baut ewl energie wasser Luzern eine See-Energie-Leitung durch die vordere Bahnhofstrasse und die Seidenhofstrasse. Dadurch kann die Kleinstadt künftig mit klimafreundlicher Wärme und Kälte versorgt werden.

Seidenhofstrasse

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Weitgehend autofreie Begegnungszone

Die neue Bahnhofstrasse und die Zufahrtsstrassen werden zu einer Begegnungszone mit Tempo 20. Sie sind weitgehend autofrei. Fussgängerinnen und Fussgänger haben Vortritt. Die Velofahrenden erhalten in der Bahnhofstrasse eine separate Spur, die sie mit dem Zubringerdienst und den Taxis teilen. Sie müssen weiterhin vorsichtig fahren und Rücksicht auf Fussgängerinnen und Fussgänger nehmen. Zubringer und Taxis sind weiterhin gestattet. Sie können allerdings beim Bahnhofplatz nur noch rechts abbiegen. Der Linksabbieger auf die Seebrücke wird aufgehoben. Für Velos ist das Linksabbiegen auf die Seebrücke weiterhin gestattet. Die Ausfahrt aus der Seidenhofstrasse wird weiterhin über die Bahnhofstrasse erfolgen. Insgesamt wird der motorisierte Verkehr gegenüber heute noch einmal deutlich abnehmen.

Künftige Verkehrsführung
Künftige Verkehrsführung

Grosse, flexible Velostation

Die unterirdische Velostation soll im vorderen Bereich der Bahnhofstrasse zwischen Bahnhofplatz und Seidenhofstrasse mit einem direkten Zugang zur Bahnhofsunterführung realisiert werden. Sie bietet Platz für rund 1200 Velos und kann bei Bedarf – zum Beispiel beim Bau des Durchgangsbahnhofes – mit baulichen Anpassungen auf 1500 Plätze ausgebaut werden. Die Velofahrerinnen und Velofahrer erreichen die Velostation über eine Zufahrtsrampe, die auf der Höhe Seidenhofstrasse beginnt. Angeboten werden Doppelstockparker, Ladestationen für E-Bikes, Platz für Cargovelos und Veloanhänger, Schliessfächer und eine Werkstatt für kleine Reparaturen.

In den ersten beiden Jahren ist das Abstellen der Velos gratis. Danach wird für jene Abstellplätze eine Gebühr verlangt, die sich in der Nähe des Ausgangs zur Bahnhofunterführung befinden. Für den Bau der Velostation müssen entlang der Reuss 14 Bäume versetzt oder gefällt werden. Sie werden nach Beendigung der Arbeiten durch junge Bäume ersetzt.

Mit der Realisierung einer unterirdischen Velostation kann die steigende Nachfrage nach Veloabstellplätzen an der Bahnhofstrasse über Jahre hinaus unterirdisch gelöst werden.

Velostation
Velostation von innen
Werkstatt
Büro / Werkstatt / Lager

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Anspruchsvolle Baustelle

Die komplexe und grosse Baustelle auf engem Raum stellt die Stadt vor lösbare Herausforderungen. Der Baugrund mit den Seeablagerungen ist anspruchsvoll, der Grundwasserspiegel ist hoch, und die Baustelle ist nahe an der Reuss. Zudem hat es im Boden zahlreiche Werkleitungen und entlang der Strasse zum Teil sehr alte Gebäude, die nicht beschädigt werden dürfen. Hinzu kommt, dass das Leben in und an der intensiv genutzten Bahnhofstrasse auch während der Bauarbeiten reibungslos funktionieren muss.

So wird gebaut

Läuft alles planmässig, beginnen die Bauarbeiten für die neue Bahnhofstrasse und die Velostation in der zweiten Jahreshälfte 2022. Es ist dem Stadtrat ein Anliegen, dass die stark genutzte und belebte Bahnhofstrasse und Geschäfte auch während der Bauzeit jederzeit erreichbar bleiben.

Die Bauzeit für Neugestaltung der Bahnhofstrasse beträgt rund ein Jahr. Ziel ist es, der Bevölkerung die Bahnhof-, Seidenhof- und Theaterstrasse sowie den Theaterplatz möglichst schnell wieder zur Verfügung zu stellen. Anschliessend beginnt im vorderen Teil der Bahnhofstrasse der Bau der neuen Velostation, der rund zwei Jahr in Anspruch nehmen wird. Der Ablauf der Baustelle wird Ende 2021 zusammen mit den Direktbetroffenen an «Tagen des offenen Baubüros» besprochen.

Bahnhofstrasse West
Phase 1: Rund ein Jahr Bauzeit
Hauptarbeiten Velostation
Phase 2: Rund zwei Jahre Bauzeit

Kosten

Die Neugestaltung der Bahnhofstrasse und des Theaterplatzes sowie Betrieb und Unterhalt für zehn Jahre kosten 6,8 Mio. Franken. Der Bund beteiligt sich mit 2,1 Mio. Franken an den Kosten. Die neu Velostation kostet 17,8 Mio. Franken. Der Bund beteiligt sich mit 1,74 Mio. Franken. Hinzu kommen 1,46 Mio. Franken für den Betrieb und den Unterhalt der Station während zehn Jahren. Die Umgestaltung der Seidenhofstrasse kostet 670'000 Franken. Die Kostengenauigkeit beträgt +/- 10 Prozent.

Die Luzerner Stimmberechtigten werden voraussichtlich am 13. Februar 2022 über den Sonderkredit für die Velostation abstimmen.

Übersicht Kosten

Bahnhofstrasse und Theaterplatz  
 Bau  6,8 Mio. Franken

 - Kanalisation
 - Beteiligung Bund
 - Nettokosten Stadt Luzern

+ 0,48 Mio. Franken
- 2,10 Mio. Franken
 5,18 Mio. Franken

Betrieb und Unterhalt für 10 Jahre   0,5 Mio. Franken

 

Velostation  
Bau  17,80 Mio. Franken
  - Beteiligung Bund
  - Nettokosten Stadt Luzern
 -1,74 Mio. Franken
 16,06 Mio. Franken
Betrieb und Unterhalt für 10 Jahre  1,46 Mio. Franken

 

Seidenhofstrasse  0,67 Mio. Franken

Termine

B+A Parlament  11. November 2021
Baustart  zweite Hälfte 2022
Bauzeit Bahnhofstrasse  rund ein Jahr
Bauzeit Velostation  rund zwei Jahre

Weitere Informationen finden Sie im Bericht und Antrag 23/2021 Die neue Bahnhofstrasse.

Teilsperrung Bahnhofstrasse
Im Dezember 2018 hat der Grosse Stadtrat ein Postulat überwiesen, das eine Teilsperre der Bahnhofstrasse ab Ostern 2019 sowie einen Testbetrieb für alternative Nutzungen auf der Bahnhofstrasse forderte. Im April 2019 hat der Stadtrat die dafür nötige Verkehrsanordnung publiziert. Gegen sie haben sieben Parteien beim Kantonsgericht Beschwerde eingereicht. Im Mai 2020 konnte eine aussergerichtliche Einigung mit allen Beschwerdeführenden erzielt und unterschrieben werden, und die Beschwerdeführenden haben ihre Beschwerde gegen die Teilsperrung zurückgezogen.

Ende Juni 2020 konnte die Bahnhofstrasse von der Kreuzung Hirschmattstrasse/ Hirschengraben bis zur Seidenhofstrasse für den Durchgangsverkehr gesperrt werden. Die Autoparkplätze in diesem Teil der Bahnhofstrasse wurden aufgehoben und die Taxistandplätze auf dem Theaterplatz in den Hirschengraben und Bahnhofstrasse verschoben. Die Velo- und Motorrad-Parkplätze sind so umplatziert, dass in der Bahnhofstrasse Raum für öffentliche Nutzungen entsteht. Auf dem Theaterplatz und auf einem Teil der freien Flächen auf der Bahnhofstrasse gibt es Sitzgelegenheiten. Zudem kann das Restaurant Rossini seine Boulevardfläche voraussichtlich auch über die aktuelle Corona-Massnahme hinaus vergrössern.

Die Erfahrungen nach über einem Jahr zeigen, dass das neue Verkehrsregime gut funktioniert. Zubringer und Taxis sind erlaubt. Die Luzerner Polizei führt Kontrollen durch und büsst fehlbare Lenker. Der Kanton hat festgestellt, dass die Teilsperrung keinen Einfluss auf die Kantonsstrasse hat.

Die Stadt Luzern beobachtet die Situation laufend und veröffentlicht vierteljährlich Ergebnisse dieses Monitoring. Im Juni 2021 hat die Stadt Luzern die Auswirkungen der Teilsperrung zum vierten Mal gemessen, anschliessend analysiert und einen vierten Monitoringbericht dazu verfasst.

 

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