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Luzern braucht ein neues Theater. Für den Weiterbetrieb ab zirka 2025 müsste das bisherige Gebäude komplett entkernt und renoviert werden, ohne dass damit betriebliche Verbesserungen erzielt würden. Regierungsrat und Stadtrat haben sich im September 2019 über die künftige Finanzierung des Theaterbetriebes geeinigt und auch bekräftigt, dass der aktuelle Standort am Theaterplatz aus Gründen der Eignung und Tradition auch künftig der richtige ist. Im Oktober 2021 startete das zweistufige Wettbewerbsverfahren.

 

Neues Luzerner Theater
Frontale Ansicht des Siegerprojekts

Kanton, Stadt, die Stiftung Luzerner Theater, das Luzerner Sinfonieorchester, das Lucerne Festival und die Freie Theater- und Tanzszene arbeiten in der Projektierungsgesellschaft für ein Neues Luzerner Theater zusammen.

Basierend auf der Testplanung, den Vorarbeiten in der Projektierungsgesellschaft und dem Betriebskonzept der Stiftung Luzerner Theater hat der Stadtrat dem städtischen Parlament für den Bau des Neuen Luzerner Theaters einen offenen, zweistufigen und anonymen Architekturwettbewerb vorgeschlagen. Für die Mit-Finanzierung des Wettbewerbs konnte die Arthur Waser Stiftung gewonnen werden. Nach der Genehmigung der Kreditvorlage durch den Grossen Stadtrat startete das Wettbewerbsverfahren im Oktober 2021.

Wettbewerbsausstellung in der Kornschütte Luzern

Am 15. Dezember 2022 präsentierte die Projektierungsgesellschaft in der Luzerner Kornschütte das Ergebnis des Wettbewerbsverfahrens und das Siegerprojekt. Die Wettbewerbsausstellung in der Luzerner Kornschütte ist bis zum 29. Januar 2023 frei zugänglich. Es finden auch öffentliche Begleitveranstaltungen statt. Details zu Öffnungszeiten und Veranstaltungen sind auf der Homepage www.neuesluzernertheater.ch abrufbar.

Auf dem ersten Platz hat das Preisgericht unter dem Fachvorsitz von Patrick Gmür, Architekt in Zürich, das Projekt «überall» von Ilg Santer Architekten Zürich gesetzt. Erfreulicherweise finden sich unter den 12 Projekten, die es in die zweiten Jurierungsrunde schafften, 4 Projekte von Luzerner Büros oder mit Luzerner Beteiligung. Mit dem Projekt «le petit prince» von Arge Cometti Truffer Hodel Architekten / Gut Deubelbeiss Architekten hat es eines unter die rangierten Arbeiten geschafft.

überall von Ilg Santer

Die Besonderheit des Siegerprojektes «überall» liegt darin, dass das alte Theatergebäude von 1839 als identitätsbewahrendes Element bestehen bleibt und mit einem respektvollen Anbau Richtung Jesuitenkirche erweitert wird. Dieser Anbau gliedert sich in drei Volumen; einen liegenden, flachen Baukörper, welcher die Basis bildet und den Grossen Saal beherbergt, und zwei stehende Körper, welche der Bühne an und dem Mittleren Saal aufgesetzt werden.

Neues Luzerner Theater
Seitliche Ansicht des Siegerprojekts «überall»

Die Mitglieder der Projektierungsgesellschaft sowie der Stadtrat von Luzern sind überzeugt, dass mit dem Projekt «überall» ein Projekt ausgesucht wurde, dessen Chancen, realisiert werden zu können, gross sind. Das Projekt überzeugt städtebaulich, architektonisch, betrieblich und auch hinsichtlich verschiedener Kriterien wie Ökologie, Umgang mit dem Aussen- und Freiraum etc. Das Projekt schlägt eine Brücke zwischen dem historischen Luzern – vertreten durch die Jesuitenkirche in unmittelbarer Nähe -, dem neuzeitlichen Luzern – vertreten durch das alte Theatergebäude, das erhalten bleibt - und dem Luzern der Zukunft. Letzteres wird symbolisiert durch den Anbau, welcher die neuen, modernen Saalbauten für zeitgemässe Theater- und Musiktheaterkunst beherbergt.

Der detaillierte Jurybericht, alle eingereichten Projekte sowie weitere Informationen zum Wettbewerbsverfahren und zum Siegerprojekt finden sich auf der neuen Website der Projektierungsgesellschaft: www.neuesluzernertheater.ch.

Weiteres Vorgehen

Es ist vorgesehen, dem Grossen Stadtrat im Frühsommer 2023 über das Wettbewerbsverfahren und das Ergebnis des Wettbewerbes zu berichten. Gleichzeitig soll der Kredit für die Detailprojektierung sowie das Umzonungsverfahren beantragt werden. Läuft alles gut, könnte 2026 mit der Realisierung begonnen werden.

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