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Die Christoph Merian Stiftung Basel und die Deutschschweizer Städte Luzern, Bern und Zürich schreiben jährlich Comic-Stipendien aus. Zur Eingabe eingeladen sind Autorinnen und Autoren, die für ihre Arbeiten klassische oder auch experimentelle Formen des Mediums Comic berücksichtigen.

Die Christoph Merian Stiftung Basel und die Städte Luzern, Bern und Zürich schreiben 2021 Comic-Stipendien der Deutschschweizer Städte aus. Die Stipendien dienen der Förderung der Comic-Schaffenden und des Medium Comic. Teilnahmeberechtigt sind Autorinnen und Autoren, deren künstlerischer Fokus auf dem Comic im Sinne der linearen sequentiellen Erzählkunst liegt. Dabei werden sowohl klassische Formen von Comic wie auch ein experimenteller Umgang mit dem Medium berücksichtigt. Animationsfilme und Cartoons sind ausgeschlossen.

2021 wurden drei Förderstipendien à Fr. 12'500 pro Stipendium ausgeschrieben. Mit dem Förderstipendium werden junge und/oder aufstrebende Zeichnerinnen und Zeichner mit professionellem Anspruch ausgezeichnet, welche ein Projekt in Arbeit haben.

Insgesamt haben sich 44 Autorinnen und Autoren des Mediums Comic für ein Förderstipendium der Deutschschweizer Städte beworben. Die drei Stipendien in der Höhe von je 12'500 Franken gehen an:

Juriert wurden die Arbeiten von:

  • Debora Schär, Kunstvermittlerin/Kuratorin im Bereich Comic und Cartoon (Vertretung Stadt Basel)
  • Gisela Nyfeler, Regisseurin/Leiterin Schweizer Künstlerbörse (Vertretung Stadt Bern)
  • Annette Schindler, Verein Fumetto-Festival (Vertretung Fumetto)
  • Andreas Gefe, Comic-Künstler/Illustrator
  • Eva Rust, Comic-Künstlerin/Illustratorin

Verleihung und Video
Aufgrund der Situation mit Covid-19 findet die Verleihung der Förderstipendien virtuell statt. Ein Video stellt die Preisträgerinnen und Preisträger bei der Arbeit vor.
Film Comic-Stipendien
(Regie: David Röthlisberger / Konzept: Fumetto/Christine Portmann / Design: Afrika.to)

Die Jury begründet ihre Vergabe wie folgt:
Samira Belorf: Zwei Kulturen
Ihr Stil ist jung, frech und unglaublich direkt, gewürzt von Jugendslang und unkontrollierten Fluchausbrüchen: Samira Belorf versteht es, autobiografische Episoden zwischen Alltag und Absurdität sympathisch und humorvoll rüberzubringen. Die Spannung zwischen kulturellen Hintergründen und Religionen findet sich in unserer ganzen Gesellschaft, aber auch in einzelnen Familien. Samira Belorf erzählt, wie sie ihre Balance in dieser Spannung immer wieder finden muss. Mit einem schnellen, leichten Strich, mit aufmerksamer und einfühlsamer Beobachtung, mit einem Schmunzeln aber auch authentischer emotionaler Betroffenheit führt sie die Betrachterinnen und Betrachter durch ihre Kindheit und Jugend zwischen Christentum und Islam, der Schweiz und Marokko.

Simon Kiener: Tscharnergut
Das Projekt «Tscharnergut» ist eine Art Liebeserklärung an einen Ort, der allgemein nicht unbedingt grosser Beliebtheit geniesst. Das äusserst ausgeklügelte Zeit- und Ortskonzept hinter dem Storyboard von Simon Kiener überzeugt - sein Comic verspricht eine authentische und unterhaltsme Fusion von Realität und Fiktion. Seine Protagonisten sind liebevoll charakterisiert und widerspiegeln die grosse Spanne von Persönlichkeiten in unserer Gesellschaft mit ihren individuellen Freuden und Leiden. Minutiös geht Simon Kiener auf die Situation im Tscharnergut ein. Sowohl räumlich-architektionisch wie auch sozial und zwischenmenschlich.

Wanda Dufner: Herr Lehrer, ich bin schwanger
Erfrischend leichtfüssig und unterhaltsam erzählt Wanda Dufner autobiografisch über Teenager-Schwangerschaften. Dabei fokussiert und kritisiert sie, welch unflexible Erwartungen in unserer Gesellschaft an Mütter gestellt werden, die Teenagerschwangere nicht erfüllen können. Wanda Dufner besticht durch eine grosse Erzähllust, hinter dieser zahlreiche eigene, tiefgründige Erfahrungen stecken. Mit ihrem eigenständigen Stil und der heterogenen Erzählweise berührt sie mit dieser Geschichte Generationen.

Jahr Hauptstipendium Förderstipendium Projektbeitrag
(erstmals 2017)
2014
 
Philip Schaufelberger,
Bern
Anja Wicki,
Luzern
 
2015
 
Mathias Gnehm,
Zürich
Jared Muralt,
Bern
 
2016
 
Lika Nüssli,
St. Gallen
Luca Bartulovic,
Luzern
 
2017
 
Anna Sommer,
Zürich
Jan Bachmann,
Basel
Simone Floriane Baumann,
Zürich
2018
 
Benedikt Notter,
Luzern
Martin Panchaud,
Zürich
 
2019
 
Christoph Fischer,
Luzern
Andreas Lori,
Basel
 
2020
 
Andreas Gefe,
Zürich
Leonie Rösler,
Luzern
 
2021
 
  Samira Belorf, Basel
Simon Kiener, Bern
Wanda Dufner, Zürich
 

Weitere Informationen finden Sie unter http://comicstipendien.ch.

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