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19. February 2021
Auf einer grossen Fassade am Kauffmannweg 11 realisieren die Tessiner Street-Art-Künstler Nevercrew ein Wandbild zum Thema Klimaschutz. Das Projekt ist Teil der aktuellen Klimaschutz-Kampagne der Stadt Luzern «Wir leben Klimaschutz». Mit dem Wandbild wird auf kreative und ungewohnte Art auf die Dringlichkeit aufmerksam gemacht, die im Bereich Klimaschutz herrscht. Zudem stellt das Kunstwerk eine Aufwertung für das Quartier dar.

Aus Sicht der Stadt Luzern stellt der Klimawandel eine der grössten Herausforderungen dar. Es braucht rasche und wirkungsvolle Massnahmen, um die fortschreitende Erwärmung und ihre gravierenden Auswirkungen zu stoppen. Der Kommunikation kommt dabei ein hoher Stellenwert zu. Deshalb informiert die Stadt die Bevölkerung kontinuierlich über die Ziele und die Massnahmen aus der Energie- und Klimapolitik. Ziel ist es, das Bewusstsein für die Problematik zu schärfen und eine Änderung des Verhaltens zu bewirken. Denn Klimaschutz braucht das Engagement aller. Im August 2020 hat die Stadt die neue Kampagne «Wir leben Klimaschutz» lanciert.

Per Zufall ergibt sich nun die Chance, auch via Street-Art-Projekt auf das Thema Klimaschutz aufmerksam zu machen. Der Quartierverein Hirschmatt-Neustadt hatte schon länger eine alte Hausfassade am Kauffmannweg 11 für ein Street-Art-Projekt im Auge. Im März 2020 ist er mit dieser Idee an die Stadt gelangt. Dort hat die Abteilung Umweltschutz dieses Projekt in ihre Kampagne eingefügt. Die Katholischen Kirche Stadt Luzern, der das Gebäude gehört, stellt die 21 Meter hohe Wand unentgeltlich zur Verfügung und unterstützt das Projekt ideell. 

Aus einem Wettbewerb gingen die bekannten Tessiner Street-Art-Künstler Nevercrew als Sieger hervor. Ihr Raketen-Glace symbolisiert einerseits den Entdeckungsdrang der Menschheit. Die alte Feuertreppe wird als Startrampe treffend ins Bild integriert. Die Rakete ist aber auch eine Glace aus Eis, welche als Folge der vom Mensch verursachten Aktivitäten schmilzt. Der Eroberungsdrang der Menschheit wird in Frage gestellt. Die Natur stellen Nevercrew verwundbar dar, dem Menschen ausgeliefert: Die Tierwelt wird auf einen winzigen Teil des Bildes zurückgedrängt. Das Feuer am Stiel der Raketen-Glace gefährdet den letzten Lebensraum der Pinguine. Das brennende Streichholz löst den Impuls aus, die Flamme ausblasen zu wollen und konfrontiert einen mit der eigenen Verantwortung in der Klimakrise.

Nevercrew
Links: Die alte Hausfassade im aktuellen Zustand. Rechts: So wie auf dieser Visualisierung wird die Wand danach aussehen (Quelle: Stadt Luzern / Nevercrew).

Zurzeit läuft das Bewilligungsverfahren, das Werk soll im Frühsommer 2021 realisiert werden. Die Umsetzung dauert ein bis zwei Wochen. Die Kosten für die Stadt belaufen sich auf 20'000 bis 25'000 Franken. Den gleichen Anteil zahlt die Albert Koechlin Stiftung – nur dank dieser Beteiligung kann das Projekt realisiert werden. Das Wandbild bleibt solange bestehen, bis die Katholische Kirche das Gebäude einer neuen Nutzung zuführt.

Mit diesem Projekt verbunden ist auch eine optische Aufwertung des etwas in die Jahre gekommenen Areals. Zudem wird damit die Kunstform Street-Art gefördert – das entspricht dem Willen der Politik. So steht in der Antwort des Stadtrates auf einen Vorstoss der SP, dass die Stadt die Bedeutung von Street-Art als Beitrag zur Aufwertung des öffentlichen Raums anerkennt und bereit ist, diese wie bis anhin zu unterstützen. Es ist folglich wünschenswert, dass dieses Projekt als Türöffner für weitere Street-Art-Projekte dient.

«Für die Katholische Kirche Stadt Luzern sind Klima- und Umweltschutz zentrale Anliegen. Unter dem Stichwort ‹Bewahrung der Schöpfung› setzen wir uns schon seit Jahrzehnten dafür ein. Sehr gerne stellen wir eine Wand für dieses inspirierende Kunstwerk zur Verfügung», sagt Karin Weber, Fachbereichsleiterin Nachhaltige Entwicklung und Jurymitglied. «Street-Art kann eine Aufwertung in einer Stadt bedeuten. Beim Wandbild von Nevercrew sind wir überzeugt, dass dies der Fall sein wird. Botschaft und Gestaltung überzeugen. Wir freuen uns schon jetzt drauf!», sagt Markus Schulthess, Jurymitglied und Co-Präsident Quartierverein Hirschmatt-Neustadt. Weitere Street-Art-Projekte würde man sehr begrüssen. Jurymitglied und Street-Art-Experte David «Chromeo» Kümin schliesslich sagt: «Der Vorschlag von Nevercrew überzeugt mit seiner formalen wie inhaltlichen Präzision. So gelingt es den beiden Künstlern, einen thematisch sehr schweren Inhalt kritisch und zugleich charmant in die Sprache der Street-Art zu übersetzen und auf den Punkt zu bringen.»

Peter Schmidli ist Projektleiter Klimaschutz bei der Stadt Luzern. Er appelliert: «Klimaschutz braucht Raketen-Schub von uns allen. Werden Sie Teil der Lösung. Gestalten Sie die Zukunft. Auf www.wir-leben-klimaschutz.ch finden Sie Inspiration und Anregung.»
 

Infos zum Street-Art-Wettbewerb

Am Wettbewerb teilgenommen haben nebst Nevercrew folgende Schweizer (Street-Art-) Künstlerinnen und Künstler: Bane, RedL, QueenKong, Bustart, Benedikt Notter und Husmann/Tschaeni. Diese Teilnehmenden haben elf Wettbewerbsbeiträge eingereicht. Je eine dieser Visualisierungen/Skizzen samt Beschreibung und Infos zu den Künstlerinnen und Künstlern findet sich auf www.wir-leben-klimaschutz.ch – wer Interesse hat, eines der anderen Werke zu realisieren, kann sich direkt bei den Kunstschaffenden melden. In der Jury sassen Vertreterinnen und Vertreter von: Umweltschutz Stadt Luzern (Peter Schmidli und Monika Keller), Katholische Kirche Stadt Luzern (Karin Weber), Quartierverein Hirschmatt-Neustadt (Markus Schulthess) sowie zwei Street-Art-Künstler (David «Chromeo» Kümin und Lionel Umbricht).

Infos zur Klima- und Energiestrategie der Stadt Luzern

Die Stadt verfolgt seit vielen Jahren eine engagierte Klima- und Energiestrategie. Mit der Zustimmung zum Energiereglement 2011 hat sich die Stimmbevölkerung sehr ehrgeizige Ziele gesetzt. Aufgrund politischer Vorstösse sollen diese Ziele verschärft werden. Mit der Überarbeitung der Klima- und Energiestrategie wird der Stadtrat im Frühling 2021 aufzeigen, bis wann und mit welchen Massnahmen er die Treibhausgas-Emissionen auf Stadtgebiet auf null senken will. Klar ist, dass es nur gemeinsam geht: Nebst den Behörden von Bund, Kanton und Stadt sind auch die Wirtschaft und die Bevölkerung gefordert.

Nevercrew Künstler
Die Street-Art-Künstler Nevercrew, Christian Rebecchi (links) und Pablo Togni
(Quelle: NEVERCREW 2015 - Photo by Simone Cavadini)

 

Zugehörige Objekte

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Dokumentation Wettbewerbsbeiträge Download 0 Dokumentation Wettbewerbsbeiträge
Medienmitteilung Street-Art Klimaschutz 19.02.2021 Download 1 Medienmitteilung Street-Art Klimaschutz 19.02.2021