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17. April 2018
Die Stadt Luzern hat einen weiteren Schritt zur Erschliessung des Stadtteils Littau mit Fernwärme unternommen. Ende 2017 hat das Stadtparlament bereits 3 Millionen Franken Investitionskosten an die Fernwärme Luzern AG beschlossen und den Verzicht auf Konzessionsgebühren gutgeheissen. Die Stadt hat nun mit der Fernwärme Luzern AG einen Konzessionsvertrag ausgehandelt. Die Fernwärme Luzern AG verpflichtet sich, das Versorgungsgebiet Littau mit Fernwärme zu erschliessen. Im Gegenzug verzichtet die Stadt auf die Erhebung der Konzessionsgebühren. Das Fernwärmenetz wird einen grossen Anteil am vom Volk und Parlament verlangtem Umstieg auf ökologische Energieträger leisten.
Die Stadt Luzern ist auf dem Weg zur 2000-Watt-Gesellschaft. Bis 2050 sollen die jährlichen CO2-Emissionen aus der Energienutzung pro Einwohnerin und Einwohner auf eine Tonne sinken. So steht es im Energiereglement. Dies erfordert eine deutliche Reduktion des Energieverbrauchs und einen Umstieg von fossilen Energieträgern auf erneuerbare Energien, Abwärme und Energie aus Abfällen. Die Nutzung von Abwärme aus der Kehrichtverbrennungsanlage (KVA) Renergia in Perlen sowie aus der Swiss Steel AG in Emmen passt ideal in diese Strategie – und ist deshalb auch im Richtplan Energie der Stadt enthalten.

Betreiberin des Fernwärmenetzes im Rontal, Emmen und Luzern/Littau, welches seit 2014 aufgebaut wird, ist die Fernwärme Luzern AG. Diese ist eine Tochtergesellschaft von energie wasser luzern (ewl). Die AG hat nun ein Projekt ausgearbeitet, um das bestehende Versorgungsnetz mit dem Stadtteil Littau zu erweitern.

Mit der Fernwärmeversorgung Littaus kann ein wesentlicher Beitrag zur Umsetzung der städtischen Energie- und Klimastrategie geleistet werden. In Zahlen: Durch das Projekt können ab Endausbau im Jahr 2034 etwa 2,6 Millionen Liter Heizöl jährlich eingespart werden. Die CO2-Einsparung entspricht dann etwa 6500 Tonnen pro Jahr. Das Projekt ermöglicht die ökologische Beheizung städtischer Schulanlagen sowie privater Gebäude. Deshalb unterstützt die Stadt diesen Ausbau finanziell. So hat das Stadtparlament Ende 2017 für den Aufbau des Versorgungsgebietes Littau einen Investitionsbeitrag von 3 Millionen Franken bewilligt.

Nun ist die Stadt bereit, auf Konzessionsgebühren der Fernwärme Luzern AG in der Höhe von gut 790'000 Franken zu verzichten (über die Vertragslaufzeit von 35 Jahren). Diese Gebühren würden anfallen, da das Fernwärme-Leitungsnetz auch auf Land der Stadt Luzern realisiert wird. Das ist grundsätzlich immer gebührenpflichtig. Doch seitens der Stadt besteht ein wesentliches öffentliches Interesse an der Erschliessung der Stadtteile Littau, Reussbühl und Ibach mit Fernwärme. Zudem sieht auch der Entwurf des neuen kantonalen Energiegesetzes keine Konzessionsgebühren mehr für Leitungen thermischer Netze vor. Deshalb soll auf die Gebühren verzichtet werden.

Dieser Einnahmeausfall ist im Konzessionsvertrag festgehalten. Daneben enthält der Konzessionsvertrag die Bau- und Betriebspflicht, den Energiemix sowie Vertragsdauer und Heimfallfolgen. Solche Konzessionsverträge sind jeweils vom Stadtparlament zu bewilligen. Der entsprechende Bericht und Antrag kommt am 17. Mai 2018 in den Grossen Stadtrat.

Link:
Bericht und Antrag 3/2018 "Fernwärmeerschliessung Littau. Zustimmung zum Konzessionsvertrag"

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