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3. April 2017
Das gutgemeinte Füttern von Tauben und Schwänen ist falsch verstandene Tierliebe und bringt verschiedene Probleme mit sich. In der Luzerner Innenstadt erinnern derzeit Plakate die Bevölkerung daran, dass Tauben und Schwäne nicht gefüttert werden sollen.
Durch regelmässiges Füttern verlieren viele Wildtiere wie Tauben und Schwäne ihre natürliche Scheu vor dem Menschen. In der Folge halten sie sich vermehrt an konfliktträchtigen Orten auf, beispielsweise in Gartenrestaurants, auf Liegewiesen oder nahe dem Verkehr.

Auch wird durch das regelmässige Füttern an bestimmten Orten das gehäufte Auftreten von Tieren auf engstem Raum gefördert. Dadurch steigt die Gefahr, dass Krankheiten zwischen den Vögeln übertragen werden. Dies gilt nicht nur für Tauben und Schwäne, sondern für alle Vögel. Nicht zuletzt fördert ein zu viel an Nahrung die Ausbreitung von Ratten.

Viel Futter bringt viele Probleme
Verschiedene wissenschaftliche Studien belegen: Es gibt in einer Stadt so viele Tauben, wie es die Menge Futter zulässt. Eine Taube kann mit 30 Gramm Futter (entspricht einer Scheibe Brot) bereits ihren Tagesbedarf an Nahrung decken. Die restliche Zeit und Energie verbringt sie mit dem Brutgeschäft. Die Folge: Die Anzahl Tauben steigt rasant an, und die Menge Kot nimmt entsprechend zu. Kostenintensive Reinigungen und hygienische Probleme sind die Konsequenz. Viel einfacher und günstiger ist: weniger Futter, weniger Tauben, weniger Kot.

Schwäne: besser nicht füttern
Auch bei Schwänen gehen Fachleute davon aus, dass Fütterungen einen Einfluss auf die Anzahl Tiere haben. So wurden in den letzten Jahren in der Luzerner Bucht im Winter markant mehr Schwäne gezählt. Augenscheinlich ist, dass Fütterungen eine grosse Lockwirkung auf die Tiere haben. Sie finden sich zahlreich an den Fütterungsstellen ein – dies, obwohl der Schwan eigentlich ein Einzelgänger ist, der sich ungern in Gruppen aufhält.

Deshalb gilt: Wer Freude an Schwänen und Tauben hat, lässt das Füttern sein und beobachtet die Tiere stattdessen.

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