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Das Zusammenleben von Menschen, Tieren und Pflanzen in der Stadt kann zu Herausforderungen führen. Von der grossen Vielfalt an Arten, die in der Stadt leben, benötigen gewisse ein spezifisches Management.Stadttiere bereichern den städtischen Raum und ermöglichen spannende Beobachtungsmöglichkeiten direkt vor der Haustüre.

Viele exotische Tiere und Pflanzen finden in der Stadt Luzern eine neue Heimat. Darunter sind auch Arten, die sich stark ausbreiten. Diese sogenannten invasiven Neophyten (Pflanzen) und invasiven Neozoen (Tiere) müssen frühzeitig eingedämmt werden, damit sie nicht die Biodiversität und die Ökosysteme bedrängen.

Auch gewisse einheimische Tierarten können in der Stadt zu Konflikten mit dem Menschen führen. Oftmals durch das grosse Nahrungsangebot angezogen, werden sie sehr zahlreich und/oder halten sich an ungünstigen Orten auf. Je nach Art verursachen sie übermässige viel Kot und/oder grossen Lärm. Um diesen Problemen entgegen zu wirken, sind gezielte Massnahmen notwendig.

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Graugänse

Die Graugans ist die grösste europäische Wildgans. Die geselligen Tiere sind häufig in grossen Trupps anzutreffen und pflegen lebenslange Partnertreue. Die Bestände der Graugänse in der Luzernerbu…

Die Graugans ist die grösste europäische Wildgans. Die geselligen Tiere sind häufig in grossen Trupps anzutreffen und pflegen lebenslange Partnertreue.

Die Bestände der Graugänse in der Luzernerbucht nehmen in den letzten Jahren stetig zu. Dies ist ein Trend, der in ganz Mitteleuropa beobachtet werden kann, denn die Graugänse profitieren von milderen Wintern und der Zunahme an gedüngtem Grünland.

Graugänse verursachen viel Kot. Dies besonders in Grünanlagen, die direkt an Gewässer grenzen. So muss während der Badesaison täglich mehrere Stunden Zusatzaufwand geleistet werden, um die Anlagen für Gäste von den Hinterlassenschaften der Graugränse zu befreien.

Um Graugänse nicht zusätzlich auf die Badewiesen zu locken, sollen die Tiere auf keinen Fall gefüttert werden.

Graugänse: Bitte nicht füttern!

Stadttauben

Mit dem Projekt «Stadttauben Luzern» arbeitet die Stadt seit 2001 daran, dass in Luzern weniger, dafür gesündere Stadttauben leben. Mit Erfolg: Heute leben in Luzern zirka 2'500 Tauben, 2001 gab es i…

Mit dem Projekt «Stadttauben Luzern» arbeitet die Stadt seit 2001 daran, dass in Luzern weniger, dafür gesündere Stadttauben leben. Mit Erfolg: Heute leben in Luzern zirka 2'500 Tauben, 2001 gab es in der Stadt rund 7'500 Tauben.

Tauben nicht füttern
Die wichtigste Massnahme des Projektes ist, die Luzernerinnen und Luzerner immer wieder daran zu erinnern, Tauben nicht zu füttern. Denn die Menge Futter bestimmt massgebend, wie viele Tauben in einer Stadt leben. Eine Taube benötigt pro Tag nur zirka 30 Gramm Futter. Das entspricht einer Scheibe Brot. Werden Tauben gefüttert, haben sie im Nu für den ganzen Tag gefressen und vermehren sich in der Folge rasant. Das gutgemeinte Füttern schadet letztlich auch den Tieren: An den Futterplätzen kommen sich die Tauben sehr nah; so können Parasiten und Krankheiten zwischen ihnen übertragen werden.

Deshalb wiederholt das Projekt «Stadttauben Luzern» immer wieder die Botschaft: «Tauben nicht füttern». Sei es via Hinweisschilder, Plakate, Medien oder auch über persönliche Gespräche. Eine Plakatkampagne wurde von Primarschülerinnen und -schülern gestaltet. Hier eine Auswahl der eingegangenen Bilder.

Taubenschläge
m Rahmen des Projekts entstanden zwei Taubenschläge mit kontrollierten Brutbedingungen: Einer im Rathaus, einer im Museggmagazin (ehemaliges Zeughaus). Der Taubenwart besucht die Schläge wöchentlich, er kontrolliert den Zustand der Tauben, beseitigt den Kot, nimmt allenfalls Eier raus oder beringt neu zugeflogene Tiere. Gefüttert wird nicht: Dank Fluglöchern können die Tauben frei ein- und ausfliegen und sich ihre Nahrung in der Stadt selbst suchen. Da Tauben ihren Kot in erster Linie am Brut- und Schlafplatz abgeben, fällt dieser im Schlag anstatt auf den umliegenden Gebäuden an. Pro Jahr kann der Taubenwart in den beiden Schlägen insgesamt zirka 300 Kilogramm Kot beseitigen. Der Taubenschlag kann im Rahmen einer Führung besichtigt werden. Mehr Infos dazu hier.

Tauben – weltweite Stadtbewohner
Da Tauben in Bezug auf Futter und Brutplatz sehr anspruchslos sind, werden sich immer Tauben ausserhalb der Taubenschläge in der Stadt Luzern aufhalten – wie übrigens auch in jeder anderen Stadt weltweit. Doch je weniger gefüttert wird, desto geringer ist die Anzahl Tauben und desto weniger Kot fällt an. Und in kleiner Anzahl können Tauben auch eine Bereicherung sein: Kaum ein anderes Tier kann man so gut aus der Nähe beim Futtersuchen, Streiten, Schnäbeln oder Faulenzen beobachten.

Stadttauben

 

Impressionen aus dem Taubenschlag

Direkter Link zu dieser Seite:
www.tauben.stadtluzern.ch

Höckerschwäne

Mit ihrem weissglänzenden Gefieder und ihrer stattlichen Grösse sind Höckerschwäne majestätische Tiere, welche die Menschen seit jeher faszinierten. Trotz ihrer Grösse können Höckerschwäne fliegen un…

Mit ihrem weissglänzenden Gefieder und ihrer stattlichen Grösse sind Höckerschwäne majestätische Tiere, welche die Menschen seit jeher faszinierten. Trotz ihrer Grösse können Höckerschwäne fliegen und gehören damit zu den schwersten flugfähigen Vögeln weltweit.

Ursprünglich heimisch in Asien, wurden Höckerschwäne bereits im Mittelalter zur Bereicherung der Schlossgärten und Weiheranlagen nach Mitteleuropa gebracht. Immer wieder entflogen und verwildert, siedelten sie sich in der Folge an Seen und Flüssen an.

Luzerner Schwan – die ersten waren gratis!

Wann genau erstmals Höckerschwäne in Luzern auftreten, ist nicht bekannt. Bekannt hingegen ist, dass 1690 der Luzerner Grossrat Ludwig Christoph von Wyher der Stadt Luzern vier Schwäne schenkte, die daraufhin ausgesetzt wurden. Bekannt ist auch, dass der Höckerschwan schon 1709 in Luzern unter Schutz gestellt wurde. Trotzdem waren es um 1900 aus menschlicher Sicht zu wenige, was die Ornithologische Gesellschaft Luzern (OGL) dazu veranlasste, Jungschwäne zu züchten und freizulassen. Dies so erfolgreich, dass Mitte des 19. Jahrhunderts der Ruf nach einer Beschränkung laut wurde. So wurden zwischen 1957 und 1975 über 500 Schwäne nach auswärts verkauft oder verschenkt! Die Abgabe der Schwäne wurde bis anfangs der Neunzigerjahre fortgesetzt.

Heute nutzen viele Höckerschwäne die Luzernerbucht ganzjährig als Lebensraum. Sie stehen immer noch unter Schutz und dürfen nicht bejagt werden. Die Schwanenzucht gehört jedoch der Vergangenheit an.

Stopp Füttern

So reizvoll das Füttern von Schwänen auch ist, für die Tiere selber ist es kontraproduktiv. Der Höckerschwan ernährt sich eigentlich von Wasserpflanzen und den darin befindlichen Kleintieren, die er mit seinem langen Hals unter Wasser sucht. Fütterungen mit Brot haben jedoch eine grosse Lockwirkung auf die Schwäne. So halten sich an den Futterstellen zahlreiche Tiere auf engem Raum auf, was zur Übertragung von Krankheiten führen kann.

Fütterungen sind oft auch dafür verantwortlich, dass sich Schwäne an heiklen Standorten aufhalten und brüten. Beispielsweise locken Passanten am Schwanenplatz die Tiere mit Futter vom Seeufer weg bis aufs Trottoir, wo sie auf die Strasse gelangen und den Verkehr wie auch sich selber gefährden. An der Ufschötti oder im Lido kann die gehäufte Anzahl Schwäne zu heiklen Begegnungen mit Kindern führen. Ausserdem verschmutzen die Tiere mit ihrem Kot Seeufer und Trottoir.

Deshalb gilt: Wer Freude an Schwänen hat, lässt das Füttern sein und beobachtet die Tiere stattdessen. Interessante Facts und Beobachtungstipps finden sich in den Faltblättern Naturschauplätze Wasservögel.

Invasive Neophyten und Neozoen

In der Schweiz nimmt sowohl die Anzahl invasiver gebietsfremder Pflanzen (Neophyten) und Tiere (Neozoen) als auch die von ihnen besiedelte Fläche immer weiter zu. Entsprechend machen sich die negativ…

In der Schweiz nimmt sowohl die Anzahl invasiver gebietsfremder Pflanzen (Neophyten) und Tiere (Neozoen) als auch die von ihnen besiedelte Fläche immer weiter zu. Entsprechend machen sich die negativen Auswirkungen dieser Arten zunehmend bemerkbar. Die Siedlungsräume von Städten haben eine Schlüsselrolle bei der Ausbreitung invasiver gebietsfremder Arten. Zudem sind wertvolle Lebensräume im Siedlungsgebiet besonders stark durch diese invasiven Arten betroffen.

In der Stadt Luzern verursachen folgende Arten besondere Probleme:

  • Nordamerikanische Goldruten und Berufkraut: Wachsen in dichten Beständen in Feucht- und Trockenwiesen und verdrängen seltene und gefährdete Arten, etwa in den Riedflächen am Ufer des Rotsees.
  • Kirschlorbeer und Chinesische Hanfpalme: Breiten sich in den Wäldern aus und erschweren das Aufwachsen von einheimischen Jungbäumen.
  • Armenische Brombeeren und Vielblütige Rose: Überwachsen arten- und strukturreiche Wildhecken und Brachen und schränken deren ökologischen Wert ein.
  • Sommerflieder und Schmalblättriges Kreuzkraut: Wachsen auf wertvollen Pionierstandorten und breiten sich von dort in andere naturnahe Lebensräume aus.
  • Rotwangenschildkröten und Sonnenbarsche: In Weihern ausgesetzt, bedrängen sie die heimischen Amphibien, da sie Laich und Kaulquappen fressen.

Handlungsfelder der Stadt Luzern

Die Stadt Luzern engagiert sich seit Jahren gegen invasive Tiere und Pflanzen folgendermassen:

  • Verhinderung der Ausbreitung und Ansiedlung invasiver Neophyten bei Bauvorhaben. Merkblatt.
  • Vorbildfunktion der Stadt Luzern: Laufende Eliminierung von invasiven Neophyten auf städtischen Grundstücken.
  • Eindämmungsmassnahmen gegen invasive Neophyten bei Pflegearbeiten. Beispielsweise bekämpfen Zivis jährlich Neophyten im Ried am Rotsee, im Naturerlebnisgebiet Allmend und in den städtischen Wäldern.

Regeln im Umgang mit exotischen Arten

  • Haustiere und Zierfische gehören nicht in die Natur, auch dann nicht, wenn das Gehege für sie zu klein geworden ist. In Problemfällen wenden Sie sich an eine Zoohandlung oder an die Umweltberatung.
  • Verbannen Sie exotische invasive Neophyten aus ihrem Garten. Welche Arten besonders problematisch sind, erfahren Sie hier:
  • Praxishilfe Neophyten
  • Beseitigen Sie kleinen Bestände von Problempflanzen rechtzeitig. Massnahmen wie Jäten, Schneiden oder Ausgraben müssen meist über Jahre wiederholt werden, bis die Bestände erloschen sind. Tipps dazu, Neophyten – Exotische Problempflanzen. Beratung im öko-forum, Umweltberatung-Luzern.
  • Pflanzenmaterial von invasiven Neophyten sollen mit den Kehrichtabfuhr entsorgt werden. Beim Deponieren und Kompostieren besteht Gefahr, dass die Pflanzen auf einen anderen Standort übertragen werden.
  • Aktuell können Sie vom der Aktion Neophytensack profitieren und Neophyten kostenlos entsorgen.

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