Wohncoaching: Stadtluzerner Pionierprojekt ist erfolgreich gestartet

30. June 2014
Ein Dutzend Freiwillige unterstützen und begleiten seit November vor allem Sozialhilfebezügerinnen und -bezüger in der Stadt Luzern bei der Wohnungssuche. Durch das Pilotprojekt Wohncoaching der Sozialen Dienste der Stadt Luzern konnten Wohnungen vermittelt und gute Wohnsituationen für Bedürftige geschaffen werden. Nun suchen die Sozialen Dienste weitere Interessierte, die als Wohncoaches tätig sein und dadurch einen solidarischen Beitrag an die Gesellschaft leisten möchten.
Die 12 Freiwilligen kommen aus verschiedenen Berufen und Altersklassen: Eine Studentin, eine Ärztin, ein Hotelier und Pensionierte sind dabei. Gemeinsam ist allen das Motiv, das sie dazu bewogen hat, beim Projekt Wohncoaching der Sozialen Dienste der Stadt Luzern mitzumachen: Sie wollen andere Menschen unterstützen, die Hilfe bei der Wohnungssuche nötig haben.

Die Hilfesuchenden – Frauen, Männer und Familien – sind meist völlig verzweifelt und hilflos, wenn sie beim Sozial Info Rex am Pilatusplatz vorbeikommen. Es sind Menschen am Rande der Gesellschaft oder mit kleinem Budget: Drei Viertel von ihnen beziehen Sozialhilfe, häufig haben sie psychische und andere Probleme. Oft sind es Ausländerinnen und Ausländer, die es traditionell schwieriger haben, eine Wohnung zu finden. Sie stehen kurz davor, ihre Wohnung zu verlieren. Auch Familien mit Kindern sind betroffen, die zwar in einer gesicherten, aber für das Kindswohl nicht zumutbaren Wohnsituation leben. Allen ist gemeinsam, dass sie trotz intensiver Suche kaum Aussicht auf eine neues Zuhause haben.

Erfreuliche Resultate
Für Menschen, welche sich selber nicht mehr zurechtfinden und die Hoffnung auf eine gute Wohnsituation verloren haben, braucht es die Wohncoaches. Dank der aktiven Begleitung und Unterstützung durch die freiwilligen Wohncoaches konnten erfreuliche Resultate erzielt werden: Im ersten halben Jahr konnten bereits 11 Wohnungen vermittelt und für 26 Personen, darunter auch vier Familien mit Kindern, eine gute Wohnsituation geschaffen werden.

Die Projektverantwortlichen sind überzeugt, dass mit der Hilfe der Wohncoaches viel soziales und familiäres Leid verhindert und damit auch Mehrkosten für die Allgemeinheit eingespart werden konnten. Die Rückmeldungen der Wohnungssuchenden zeigen ein klares Bild: Ohne die motivierende und tatkräftige Unterstützung der Wohncoaches wären sie in eine bedrohlich prekäre Lebenslage geraten.

Die Arbeit der Wohncoaches hat sich als sehr anspruchsvoll, aber auch befriedigend erwiesen. Die Freiwilligen wurden für ihre Einsätze geschult und sie werden während dem Wohnungssuchprozess durch Mitarbeitende der Sozialen Dienste begleitet. Zusätzlich finden regelmässige Intervisionssitzungen statt, bei welchen sich die Wohncoaches über Erfahrungen austauschen können. Weiterbildungsangebote sollen zusätzliche Reflexions- und Handlungsinstrumente bieten.

Weitere Freiwillige gesucht
Um die Anzahl der Freiwilligen zu erweitern, suchen die Sozialen Dienste weitere Interessierte, die als Wohncoaches tätig sein und dadurch einen solidarischen Beitrag an die Gesellschaft leisten möchten. Entscheidend für den Einsatz als Wohncoach ist eine stabile, gefestigte Persönlichkeit sowie Sozialkompetenz, Diskretion, Kontaktfreudigkeit, Pünktlichkeit und Verlässlichkeit sowie eine hohe Motivation und Fähigkeit zur (Selbst)Reflexion.

Schulung und Intervision
Die Freiwilligen werden professionell eingeführt und begleitet. Neben der Schulung zum Wohncoach findet ein regelmässiger Austausch mit Mitarbeitenden der Sozialen Dienste statt. Zudem können Intervisionssitzungen besucht werden. Interessierte Freiwillige können sich ab sofort melden bei:

Stadt Luzern, Soziale Dienste
Brigitte Vonwil, Begleitetes Wohnen
Telefon: 041 208 72 19
E-Mail: brigitte.vonwil@stadtluzern.ch