Im Detail
Eine fortschrittliche Energie- und Klimapolitik hat in der Stadt Luzern Tradition: Seit 1999 ist Luzern Energiestadt, seit 2009 Energiestadt Gold. Das Energiestadt-Label würdigt Gemeinden, die sich aktiv für die effiziente Nutzung von Energie, für erneuerbare Energien, eine umweltverträgliche Mobilität und die Anpassung an den Klimawandel einsetzen. Es ist zugleich ein Arbeits- und Qualitätssicherungs-instrument. Ein standardisierter Massnahmenkatalog zeigt auf, wo die Stadt in ihrer Energie- und Klimapolitik steht, welche Fortschritte erzielt wurden und wo weiterer Handlungsbedarf besteht. Bewertet werden Themen wie Raum- und Entwicklungsplanung, Ver- und Entsorgung, kommunale Gebäude und Anlagen, Mobilität sowie Kooperation und Kommunikation. Alle vier Jahre werden die Leistungen im Rahmen eines externen Re-Audits überprüft.
Nun ist es wieder so weit: Bereits zum fünften Mal erhält die Stadt Luzern das Label Energiestadt Gold. Die Label-Übergabe findet am 7. November 2026 mit Vertreter*innen aus Stadtverwaltung, Wirtschaft, Gesellschaft, Politik sowie vom Trägerverein Energiestadt statt. Am 14. November gibt es als Dankeschön an die Bevölkerung unter anderem eine Portion Marroni (siehe Box).
Die Klima- und Energiestrategie gibt den Takt an
Dass die Stadt Luzern erfolgreich unterwegs ist, ist auch auf ihre Klima- und Energiestrategie zurückzuführen. Die aktuelle Strategie hat unter anderem zum Ziel, dass Luzern bis 2040 kein CO2 mehr aus dem Verbrauch von Gas, Öl, Benzin, Diesel und Kerosin verursacht. Zudem soll die Leistung der in der Stadt Luzern installierten Photovoltaikanlagen bis 2050 von heute rund 30 auf 180 Megawatt-Peak versechsfacht werden (mehr dazu auf www.stadtluzern.ch/klima).
Anlässlich der Rezertifizierung für das Energiestadt-Label wurden auch die rund 40 Massnahmen der Klima- und Energiestrategie analysiert. Die Massnahmen sind unterteilt in die Bereiche Wärme, Strom, Mobilität und Übrige und sollen bis 2030 umgesetzt werden (für die Zielerreichung bis 2040 und 2050 sind weitere Massnahmen notwendig). Die alle vier Jahre durchgeführte Rezertifizierung durch den Trägerverein Energiestadt dient als Ergänzung zur jährlich durch die Stadt Luzern erstellten Zwischenbilanz (Link zur diesjährigen Mitteilung vom 20. März 2026).
Hier einige aktuelle Projekte aus der Klima- und Energiestrategie:
- Attraktives Förderprogramm Energie: Um Anreize für die Energiewende zu schaffen, unterstützt die Stadt Eigentümerschaften mit Beratung und Fördergeldern. So werden etwa der Wechsel von fossilen zu erneuerbaren Heizsystemen, die Installation von Photovoltaikanlagen, die Wärmedämmung von Gebäuden, sowie der Ausbau der Ladeinfrastruktur für die E-Mobilität unterstützt.
- Ausbau thermische Netze: Um flächendeckend von Gas- und Ölheizungen wegzukommen, braucht es erneuerbare Heizlösungen. Von entscheidender Bedeutung ist der Ausbau der Fernwärme und der See-Energie. Damit sollen künftig bis zur Hälfte des Wärmebedarfs der Stadt Luzern abgedeckt werden können.
- Ausbau öffentlicher Ladeinfrastruktur für E-Mobilität: Damit bis 2040 möglichst alle in der Stadt immatrikulierten Fahrzeuge elektrifiziert werden können, müssen entsprechende Ladeinfrastrukturen breit verfügbar und zugänglich sein – auch im öffentlichen Raum. Die Ladeinfrastruktur wird kontinuierlich bedarfsorientiert ausgebaut.
- Vorgaben in der BZO-Revision: Mit der laufenden Revision der städtischen Bau- und Zonenordnung (BZO) werden mehrere Artikel eingeführt, die zur Zielerreichung im Klima- und Energiebereich beitragen. So gilt in Teilgebieten der Stadt ein Verbot für neue fossile Heizungen. Auch ist eine Pflicht für Photovoltaikanlagen auf neuen oder erneuerten Hausdächern festgehalten.
- Stadtverwaltung geht als Vorbild voran: Bis 2030 sollen unter anderem alle geeigneten Dachflächen der städtischen Liegenschaften mit Photovoltaikanlagen ausgerüstet sein. Zudem sollen alle städtischen Gas- und Ölheizungen bis 2035 auf erneuerbare Energieträger umgestellt werden.
Laura Pfund ist Co-Geschäftsführerin des Trägervereins Energiestadt. Sie sagt: «Unsere Analyse zeigt, dass Luzern vorbildliche strategische, finanzielle und organisatorische Voraussetzungen geschaffen hat, um seine ambitionierten Energie- und Klimaziele zu erreichen. Die grössten Herausforderungen liegen heute weniger bei den Konzepten als vielmehr in der konsequenten Umsetzung der eingeleiteten Massnahmen und der Sicherstellung ihrer langfristigen Wirkung.»
Grosser Teil der Emissionen entsteht im Ausland
Wichtig zu wissen: Rund 75 Prozent des Schweizer Treibhausgas-Fussabdrucks entstehen im Ausland – etwa bei der Herstellung und beim Transport von Gütern, die hier konsumiert werden. Auf diese massiven Treibhausgasemissionen haben die Massnahmen der städtischen Klima- und Energiestrategie nur wenig Einfluss. Hier sensibilisiert die Stadt Luzern die Bevölkerung im Rahmen ihrer Kampagne «Bock auf Null» und der Kampagnenwebsite www.klimaluzern.chExterner Link wird in einem neuen Fenster geöffnet.. So wird auch auf die Klimawirkung zum Beispiel unserer Ernährung, unseres Konsums sowie unseres Mobilitätsverhaltens eingegangen.
«Zertifizierung ist Bestätigung und Auftrag»
Dass sich die Ergebnisse der Rezertifizierung von Energiestadt mit der Zwischenbilanz der Stadt decken, freut Stadtrat Marco Baumann. Der Umwelt- und Mobilitätsdirektor sagt: «Die Gold-Zertifizierung ist für uns Bestätigung und Auftrag zugleich. Sie zeigt, dass wir wichtige Fortschritte erzielt und die richtigen Grundlagen geschaffen haben – und dass wir noch viel Arbeit vor uns haben. Die nächsten Jahre werden entscheidend sein, um die Mobilitätswende voranzutreiben, den Ausbau erneuerbarer Energien weiter zu beschleunigen und die Wärmeversorgung konsequent zu dekarbonisieren. Ich danke allen, die sich zusammen mit uns dafür einsetzen.»
Marroni für die Bevölkerung
Die Stadt bedankt sich am Samstag, 14. November 2026, mit einer Standaktion auf dem Theaterplatz bei der Bevölkerung für ihren Beitrag zur Energiewende. Dort gibt’s von 9 bis 12 Uhr kostenlos eine Portion feine Marroni. Zudem freuen sich Fachleute der Stadt über angeregte Gespräche. Und: Beim Klimapoker gibt es nebst wertvollen Erkenntnissen auch kleine Preise zu gewinnen.
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| Energiestadt Gold Medienmitteilung 27.10.2026 (PDF, 114 kB) | Download | 0 | Energiestadt Gold Medienmitteilung 27.10.2026 |
| Plakat Standaktion zu Energiestadt Gold (PDF, 3.54 MB) | Download | 1 | Plakat Standaktion zu Energiestadt Gold |