Kopfzeile

Inhalt

26. Oktober 2026
Ab dem 13. Dezember 2026 wird der öffentliche Verkehr (ÖV) in Stadt und Agglomeration Luzern besser vernetzt. Neue Durchmesserlinien verbinden Quartiere ohne Umsteigen, moderne Batterie-Trolleybusse sorgen für mehr Fahrkomfort.

Von Luzia Frei und Romeo Degiacomi

Mit dem Fahrplanwechsel von Mitte Dezember 2026 beginnt ein neues Kapitel für den ÖV in Luzern. Stadt und Agglomeration wachsen, Quartiere entwickeln sich weiter und «Luzern fährt neu». Das neue Busnetz rückt wichtige Ziele näher zusammen und macht den ÖV zu einem noch stärker vernetzten Angebot. So wenden zahlreiche Linien nicht mehr am Bahnhofplatz, sondern verkehren als Durchmesserlinie weiter. Sei es zum Kantonsspital, zum Verkehrshaus, nach Meggen und Horw. Für die Fahrgäste bedeutet das vor allem eines: wo früher umgestiegen werden musste, kann man häufiger im Bus sitzen bleiben.

Drei Trolleybus-Linien für Littau

Für Littau wird dieser Wandel besonders spürbar. Seit Jahren wünscht sich die Bevölkerung Direktverbindungen und mehr Platz. Mit den drei neuen Trolleybus-Linien 3, 4 und 9 wird dieses Anliegen nun Realität. Die neuen Linien 3 und 4 verbinden den Gasshof über den Bahnhof Luzern und das Verkehrshaus direkt mit der Büttenenhalde beziehungsweise mit dem Quartier Würzenbach. Beide Linien fahren im 15-Minuten-Takt, auf dem gemeinsamen Abschnitt Gasshof – Luzern Bahn-hof – Brüelstrasse entsteht somit alle 7,5 Minuten eine Verbindung. Die neuen Doppelgelenk-Trolleybusse bieten rund 150 Steh- und Sitzplätzen. Die bisherige Linie 12 entfällt. Die neue Linie 9 fährt zwischen Littau Bahnhof zum Kantonsspital und Löwenplatz. Danach geht es weiter via Bahnhof Richtung Tribschen bis nach Matthof.

Die bisherige Linie 30 wird in diesem Zusammenhang ebenfalls neu organisiert und in die Linien 9 und 21 integriert. Wer von Littau nach Ebikon reisen will, steigt neu am Kantonspital oder Schlossberg auf die Linie 21 um, die neue Verbindung zwischen Emmenbrücke und Ebikon.

Ein neuer Trolleybus auf Testfahrt in Littau auf einem Abschnitt ohne Fahrleitung. Die Busse fahren zwischen Michaelshof und Gasshof mit Strom aus der Batterie. Die Stromabnehmer bleiben deshalb eingezogen. An den Endhaltestellen Bahnhof Littau und Gasshof wird die Batterie geladen. Foto: VBL AG.

Mehr Strom- statt Dieselbusse

Im Netz der Verkehrsbetriebe Luzern (vbl) kommen schrittweise mehr als dreissig neue Batterie-Trolleybusse und weitere Elektrofahrzeuge hinzu. Sie sind leiser und komfortabler unterwegs. Der Ver­kehrsverbund Luzern (VVL) verfolgt das Ziel, den Busverkehr bis 2040 fossilfrei zu betreiben. Damit leistet der ÖV einen wichtigen Beitrag zur Klima- und Energiestrategie der Stadt Luzern, die bis 2040 die energiebedingten Treibhausgasemissionen auf null senken will.

Strom laden während der Fahrt

Die neuen Batterie-Trolleybusse verbinden zwei Welten: Sie nutzen die Fahrleitung, wo sie vorhanden ist, und die Batterie dort, wo keine Leitungen über der Strasse hängen. Mit der Fahrleitung wird die Batterie während der Fahrt geladen. Auf einem fahrleitungsfreien Abschnitt fährt der Bus mit gespeicherter Energie aus der Batterie weiter. Für die Fahrgäste ist dieser Wechsel kaum bemerkbar.

Das Prinzip zeigt sich besonders gut zwischen Kreuzstutz und Littau: Auf dem Abschnitt St. Karli bis Michaelshof wurde eine neue Fahrleitung gebaut. Danach fahren die Linien 3, 4 und 9 im Batteriebetrieb weiter bis zum Gasshof. Damit die Busse stets genug Energie haben, werden sie an den Endhaltestellen Gasshof und Bahnhof Littau über sogenannte Stützlader nachgeladen. Damit können während des Aufenthalts auch Heizung und Klimaanlage betrieben werden. In die Infrastrukturprojekte in Littau wurden rund 5 Mio. Franken investiert.

Direktverbindungen zum Kantonsspital

Mehr Verbindungen wird es auch im Stadtinneren geben. So gibt es aus dem Tribschenquartier umsteigefreie Direktverbindungen zum Löwenplatz und Kantonsspital – dies dank den neuen Routen der Linien 8 und 9. Um die beliebte Linie 1 zu entlasten, fährt die Linie 5 von der Hubelmatt via Bahnhof und während der Hauptverkehrszeiten neu weiter bis zum Maihof. Ebenfalls zur Entlastung trägt die neue Linie 33 bei: Sie bringt Fahrgäste ohne Umsteigen von Kriens Busschleife via Paulusplatz zum Verkehrshaus und weiter nach Adligenswil.

Neue Liniennummern, neue Verbindungen

Nicht nur das Angebot, auch die historisch gewachsenen Liniennummern verändern sich. VVL und vbl nutzen den Netzausbau, um eine logische Ordnung einzuführen. So wird beispielsweise die Linie 10 (Bahnhof Luzern – Obergütsch) neu zur Linie 17. Die Linie 5 wird zur Linie 12; als direkte Tangentialverbindung von Busschleife Kriens via Pilatusplatz und Kasernenplatz bis Emmenbrücke umfährt sie auch künftig den Bahnhofplatz.

Information im Fokus

Ein Fahrplanwechsel dieser Grössenordnung bringt für die Fahrgäste grosse Änderungen mit sich. Flyer, Plakate und Infos in den Bussen helfen dabei, den Übergang so einfach wie möglich zu gestalten. In den ersten Tagen unterstützen zudem Helferinnen und Helfer direkt auf dem Bahnhofplatz und beantworten Fragen. Weitere Informationen zum Fahrplanwechsel vom 13. Dezember 2026 sind unter www.luzern-fährt-neu.chExterner Link wird in einem neuen Fenster geöffnet. zu finden.

 

Mehr Komfort für Fahrgäste auf dem Bahnhofplatz

Neue Haltekanten ermöglichen Direktverbindungen

Wer in den vergangenen Monaten am Bahnhof Luzern unterwegs war, dem sind die Bauarbeiten für die neuen Halte­kanten am Bahnhofplatz und an der Pilatusstrasse (siehe Bild oben) nicht entgangen. Die Bauarbeiten waren nicht nur wegen der zentralen Lage anspruchsvoll, sondern auch, weil viele Menschen den Bahnhofplatz und die Pilatusstrasse täglich nutzen. Um den Verkehrsfluss tagsüber nicht zu beeinträchtigen, fanden auch einige Arbeiten in der Nacht statt – etwa das Versetzen von Betonelementen oder der Einbau des Strassenbelags.

Schritt in die Zukunft

Was zunächst nach einer gewöhnlichen Umgestaltung aussieht, ist ein zentraler Baustein für die Zukunft des öffentlichen Verkehrs in Luzern: die neuen Durchmesserperrons. Ab dem 13. Dezember 2026 geht das neue Busnetz in Betrieb. Dank der umgestalteten Haltekanten müssen weniger Busse am Bahnhof wenden. Stattdessen verkehren sie als Durchmesserlinien – eine Erleichterung für Fahrgäste, die von umsteige­freien Verbindungen profitieren. Kurz gesagt: Die neue Infrastruktur hat das verbesserte ÖV-Angebot wie die Linien 3 und 4 erst ermöglicht. Die neuen Perrons ermöglichen es, das erhöhte Verkehrsaufkommen zu bewältigen. Prognosen gehen bis 2035 von einer Steigerung der ÖV-Nutzung um bis zu 40 Prozent aus.

Ebenerdiges Ein- und Aussteigen am Bahnhofplatz

Die Umgestaltung bringt Vorteile: Stark frequentierte Anschlüsse liegen nun näher beieinander, Umsteigewege werden kürzer, und die Haltestellen sind übersichtlicher. Zudem ermöglichen zusätzliche, barrierefreie Haltekanten ein einfacheres Ein- und Aussteigen – ob mit Rollstuhl, Kinderwagen oder Gepäck. Die neu organisierten Haltekanten im Bereich C bis F beim Torbogen erlauben nun ein ebenerdiges Einsteigen. Ab Mitte Dezember geht die neue Doppelhaltekante an der Pilatusstrasse in Betrieb. Aufgrund der zusätzlichen Durchmesserlinien halten unter anderem die Linien 1, 3 und 4, die Richtung Pilatusplatz verkehren, an der neuen Haltekante.

 

Neue Haltekante
Neue Haltekante an der Pilatusstrasse.

 

Weitere Beiträge im Stadtmagazin

Stadtmagazin 4/2026