Von Andrea Müller
An der Schule über den Mittag ein warmes Essen zu beziehen, das kennt man in der Stadt Luzern vor allem an den Primarschulen. Vermehrt setzen nun auch Sekundarschulen auf dieses Modell. An der Sek Utenberg können die Jugendlichen schon seit zwei Jahren vom sogenannten «Mahlzeitenangebot» profitieren. Seit dem aktuellen Schuljahr gibt es dieses auch für die Klassen der Sekschulhäuser Matt und Hubelmatt. Rechtzeitig vor Semesterbeginn können die Erziehungsberechtigten ihre Kinder anmelden und angeben, an welchen Wochentagen sie im kommenden Semester in der Schule eine warme Mahlzeit beziehen möchten – für 8.50 Franken pro Mittag.
Gesunde und regionale Lebensmittel
Je nach Mittag beziehen an der Sekundarschule Hubelmatt 20 bis knapp 40 Jugendliche ihr Essen von der Schule. Dieses wird am Vortag in der Grossküche der Schule Staffeln zubereitet, von der IG Arbeit ins Hubelmatt gebracht und von der hauswirtschaftlichen Mitarbeiterin aufbereitet. Gekocht wird nach den Grundsätzen des Labels «Fourchette verte – Ama terra»: gesund, abwechslungsreich, umweltgerecht sowie mit qualitativ hochwertigen, saisonalen, regionalen und unverarbeiteten Lebensmitteln. Das ist gemäss Unterrichtsleiterin der Sek Hubelmatt, Mirjam Roos, einer der Vorteile des Angebots. «Es gibt immer noch Jugendliche, die eine Tüte Chips aus dem Coop essen. Doch nun haben sie zumindest die Möglichkeit, sich gesund zu ernähren.» Auch wer das Mahlzeitenangebot nicht nutzt, kann auf gutes Essen setzen: «Neben den Jugendlichen, die ihr Essen von der Schule beziehen, gibt es auch jene, die es selbst mitbringen und in einem der Mikrowellengeräte aufwärmen.» Dieses Angebot gibt es an der Schule schon seit einigen Jahren, neben einem Backofen, Geschirr, einer Abwaschmaschine und sogar einem Kochfeld. Das Kochfeld wird zwar selten genutzt, und doch gibt es ab und zu Jugendliche, die darauf ihr Mittagessen zubereiten.
Töpfern oder Powerpause
Im Essraum anwesend sind immer drei Mitarbeitende der Schule Hubelmatt. Anders als an der Primarschule – wo die Kinder entweder die Mittagsbetreuung besuchen oder nach Hause gehen – sind die Sekschüler*innen sehr frei in der Mittagsgestaltung. Sie können kommen und gehen, wie sie wollen, und den Mittag auch mit anderen Aktivitäten verbringen. Nach dem Essen gibt es im Sekundarschulhaus Hubelmatt immer drei Angebote: die Hubi-Zeit, in der die Jugendlichen sich selbst mit Schach, «Töggele» oder Gesprächen beschäftigen, die Aufgaben- und Lernbegleitung, bei der immer eine Lehrperson anwesend ist, und pro Mittag ein Atelier. «Das kann bildnerisches Gestalten, töpfern oder eine sportliche Powerpause sein. Die Jugendlichen können die Ateliers ohne Anmeldung besuchen und sich dort klassen- und stufenübergreifend treffen.»
An der Schule Hubelmatt gibt es eine Aufnahmeklasse auf Sekundarstufe. Diese wird von Jugendlichen besucht, die mit keinen oder geringen Deutschkenntnissen nach Luzern ziehen. Für sie sind die Mittagsangebote eine gute Möglichkeit, Freundschaften zu schliessen.
Steigende Nachfrage
Von den Jugendlichen im Hubelmatt, die im laufenden Semester nicht für das Mahlzeitenangebot angemeldet sind, sind einige auch auf den Geschmack gekommen und wollen sich für nächstes Semester anmelden. Unterrichtsleiterin Mirjam Roos geht deshalb von einer Zunahme der Nachfrage aus. Mittelfristig will die Volksschule Stadt Luzern das Mahlzeitenangebot an allen sechs Sekundarschulen anbieten.
«Was können wir als Schule verändern?»
Abfall sammeln, Menüs planen, Ressourcen schonen – die Schulen der Stadt Luzern zeigen, wie Klimaschutz im Schulalltag gelebt wird, und dass alle etwas dazu beitragen können.
Die Stadtluzerner Stimmbevölkerung hat 2022 die Klima- und Energiestrategie mit grosser Mehrheit angenommen. So sollen unter anderem bis 2040 die energiebedingten Treibhausgasemissionen auf null gesenkt und der Energieverbrauch pro Kopf auf 2’000 Watt pro Person halbiert werden. «Um das zu erreichen, braucht es die Unterstützung aller Bevölkerungsgruppen», sagt Katja Dürst, Leiterin des städtischen Umweltschutzes. «Ein besonderes Augenmerk liegt auf den Kindern und Jugendlichen: Sie prägen die Zukunft und sind von ihr besonders betroffen.» Die Stadt unterstützt deshalb Informationskampagnen und Projekte zu Energie- und Klimathemen im Rahmen des Lehrplans 21 mit Geldern aus dem städtischen Energiefonds.
Wo landet unser Abfall?
Die Sekundarschule Utenberg hat sich während der Projektwoche «Trash Hero» im September 2026 mit den Themen Abfall und Plastik beschäftigt und ist selbst aktiv geworden. So haben alle 16 Klassen der Schule am nationalen Clean-Up-Day teilgenommen, an dem Tausende von Helferinnen und Helfern die Schweiz von Littering befreien. Für das Team der Sek Utenberg ist klar: Lernen bedeutet nicht nur zu wissen, sondern etwas auch praktisch zu erfahren. Es ist den Lehrpersonen deshalb ein Anliegen, während der Projektwoche Theorie und Praxis miteinander zu verbinden und den Jugendlichen kreative Ideen für nachhaltige Lösungen aufzuzeigen. Zum Einstieg in die Woche findet Schulleiterin Simone Steiger klare Worte: «Es geht nicht darum, einfach ein bisschen Müll zu sammeln. Es geht darum, hinzuschauen: Was werfen wir weg? Wo landet unser Abfall? Und was können wir als Schule konkret verändern?» Das Ziel der Projektwoche ist es, die Lernenden für einen bewussten Umgang mit der Umwelt zu sensibilisieren, nachhaltiges Handeln zu fördern und aufzuzeigen, dass auch kleine Schritte einen wichtigen Beitrag zum Schutz der Umwelt leisten können. Durch das gemeinsame Sammeln und Dokumentieren von Abfällen erleben die Klassen unmittelbar, wie wichtig ein verantwortungsvoller Umgang mit Ressourcen ist und welchen Unterschied persönliches Engagement bewirken kann.
Planen, einkaufen, zubereiten
Fabian Witprächtiger hat im Mai 2026 mit zwei 5./6.-Klassen des Schulhauses Maihof an der Restlos-Geniessen-Challenge teilgenommen. Ziel der Challenge ist es, im Klassenlager so wenig Lebensmittel wie möglich zu verschwenden. Eine Woche lang war der Klassenlehrer mit 36 Lernenden in Wyssachen im Kanton Bern im Lager. «Die Kinder haben vor dem Lager die Menüs selbstständig geplant und die benötigten Mengen und Zutaten festgelegt», sagt er. So setzten sie sich bewusst damit auseinander, wie viel Essen tatsächlich gebraucht wird. Während des Lagers zeigte sich der Effekt: Die jungen Menschen achteten sich bewusster auf die Mengen, und am Ende gab es kaum Essensresten. «Besonders spannend war, dass die Kinder nicht nur theoretisch über Lebensmittelverschwendung gesprochen haben, sondern selbst erlebt haben, was es bedeutet, Mahlzeiten für eine ganze Gruppe zu planen, einzukaufen und zuzubereiten», sagt Fabian Witprächtiger. «Dadurch wurde das Thema sehr greifbar und vor allem praxisnah.»
Nachhaltigkeit im Unterricht
Neben den im Artikel beschriebenen Angeboten (Clean-Up-Day: www.igsu.ch/de/clean-up-dayExterner Link wird in einem neuen Fenster geöffnet. und Restlos-Geniessen-Challenge: www.foodwastechallenge.chExterner Link wird in einem neuen Fenster geöffnet.) gibt es für Lehrpersonen in der Stadt Luzern viele Möglichkeiten, die Themen Nachhaltigkeit, Energieeffizienz und Umweltschutz in den Unterricht zu bringen. Die Angebote sind zum Teil finanziert vom Energiefonds der Stadt Luzern, der Projekte im Klima- und Energiebereich finanziell fördert.
Diverse Angebote
- konsumGLOBAL: Stadtrundgänge für Sekundarklassen (Themen: Ernährung, Suffizienz, Kreislaufwirtschaft)
- Klimaworkshops: dreistündige Module über Fast Fashion, Fair Trade und hoffnungsvolle Beispiele für alle Stufen
- DEFI VELO: Stärkung der Velokompetenz von Sekundarklassen
- Klima-Energie- Erlebnis-Tage: stufengerechte Vermittlung von Fachwissen über Energie, Ressourcen und Klimawandel für alle Stufen
- Führungen in der Abwasserreinigungsanlage, im Ökihof und in der Kehrichtverbrennungsanlage
- Schulbesuche des Solar Butterfly
Mehr Informationen
Unter Umwelt & Energie ist alles Wissenswerte zu den städtischen Förderprogrammen zu finden.