Mit dem Masterplan für den Raum Bahnhof Luzern wird der Stadtraum rund um den Luzerner Bahnhof für die kommenden Jahre vorausschauend geplant. Der geplante Durchgangsbahnhof Luzern (DBL) bietet die Chance einer verbesserten Erreichbarkeit der Regionen und einer hochwertigen Verknüpfung von städtischen und ländlichen Gebieten. Das Passagieraufkommen in Luzern wächst und der Bahnhof Luzern ist der drittmeist frequentierte Bahnhof in der Schweiz (103'500 Ein- und Aussteigende pro Tag). Bei der Inbetriebnahme des Durchgangsbahnhofs Luzern (DBL) werden doppelt so viele Menschen im Bahnhofsumfeld erwartet. Um dies bewältigen zu können, muss das Umfeld der grössten Zentralschweizer Mobilitätsdrehscheibe neu organisiert werden.
Aktuell
Medienmitteilung vom 21. Mai 2025: Masterplan Raum Bahnhof Luzern - Echogruppe diskutiert die Erschliessung des Bahhhofs und die Gestaltung der Bahnhofsplätze
Medienmitteilung vom 12. März 2025: Masterplan Raum Bahnhof Luzern - Planung für Mobilität und Stadtraum der Zukunft
Aktuelles
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Alles zum Inhalt
Der Durchgangsbahnhof wird voraussichtlich in den 2040er-Jahren in Betrieb gehen. Der Stadtraum rund um den Bahnhof Luzern soll in diesem Kontext zu einem gut zugänglichen und urbanen Lebensraum mit hoher Strahlkraft und Aufenthaltsqualität weiterentwickelt werden.
Dabei soll die heute bestehende Mobilitätsdrehscheibe gestärkt, die Erreichbarkeit für alle Verkehrsteilnehmenden gesichert, ein schnelles, reibungsloses und einfaches Umsteigen zwischen Verkehrsmitteln ermöglicht und der Bahnhof mit attraktiven öffentlichen Plätzen und Freiräumen gestaltet werden. Der Bahnhofausbau ist der Anstoss dafür, sein Umfeld neu zu denken, gesamtheitliche Verbesserungen anzustreben und diesem Raum eine neue Identität zu verleihen.
Was ist ein Masterplan?
Der «Masterplan Raum Bahnhof Luzern» ist ein langfristiges räumliches Zielbild und soll die verkehrliche und stadträumliche Zukunft im Gebiet um den Bahnhof Luzern abbilden. Im Masterplan wird festgehalten, welche Massnahmen oder Strategien umzusetzen sind, um das Zielbild zu erreichen. Es dient den Involvierten als Leitdokument und Arbeitsinstrument für ihre nächsten Planungsschritte und Umsetzungsmassnahmen.
Warum braucht es einen Masterplan?
Der Raum Bahnhof Luzern ist ein intensiv und vielseitig genutzter öffentlicher Raum und der bedeutendste Verkehrsknotenpunkt in der Stadt Luzern wie auch in der Zentralschweiz. Nicht nur für den Bahn- und Fussverkehr, sondern auch für den öffentlichen Busverkehr, den Veloverkehr und den motorisierten Individualverkehr. Als wichtiger Ein-, Um- und Aussteigeort für Pendler*innen sowie Ankunftsort für Tourist*innen ist das Gebiet städtebaulich von nationaler und internationaler Bedeutung.
Der Raum rund um den Bahnhof Luzern soll auf die zukünftige Entwicklung ausgerichtet, besser gestaltet und organisiert werden. Sowohl mit als auch ohne Durchgangsbahnhof gibt es grosses Potential. Auslöser für die Neugestaltung ist aber der Durchgangsbahnhof Luzern. Er ermöglicht eine nachhaltige Verbesserung: der Durchgangsbahnhof beseitigt die Kapazitätsengpässe am Bahnknoten Luzern, ermöglicht häufigere und direktere Verbindungen in alle Regionen der Schweiz sowie ein dichteres und attraktiveres S-Bahn-Netz mit durchgebundenen Linien und einem Viertelstundentakt. In einem umfassenden Planungsprozess gehen Stadt und Kanton Luzern diese zukünftige Entwicklung partnerschaftlich an und erarbeiten den Masterplan für den Raum Bahnhof Luzern.
Wer macht was? Beteiligte?
Der Kanton Luzern und die Stadt Luzern führen die Planung gemeinsam durch. Sie haben am 1. Juli 2024 eine Projektvereinbarung für einen gemeinsamen Masterplan unterzeichnet. Kanton und die Stadt werden von weiteren Partner*innen und verschiedenen externen Fachleuten unterstützt.
In einer öffentlichen Ausschreibung wurde für die Erarbeitung des Masterplans ein interdisziplinäres Planungsteam unter Federführung des Büros «Güller Güller architecture urbanism» ausgewählt. Unter Mitwirkung des Gemeindeverbands LuzernPlus, des Verkehrsverbundes Luzern, der SBB sowie weiterer Partner*innen haben Stadt und Kanton Luzern Mitte 2024 mit der Erarbeitung des Masterplans begonnen.
Vorgehen und Meilensteine
Der Masterplan soll bis 2027 vorliegen. Die Planungen für den Raum Bahnhof starten mit dem Masterplan jedoch nicht bei null. Mit der Testplanung und der gesamtverkehrlichen ÜberprüfungExterner Link wird in einem neuen Fenster geöffnet. der Testplanungsergebnisse (PDF) bestehen bereits wichtige Grundlagen.
Ein wichtiger Meilenstein in diesem dreijährigen Prozess ist die Klärung der Schnittstellen mit dem SBB-Bahnprojekt. Hierzu soll bis 2026 Klarheit bestehen, damit Projekte des Masterplans mit Schnittstellen zum Bahnhof in das Bahnprojekt integriert werden können. Die Konkretisierung dieser Projekte erfolgt im Rahmen von Vorstudien und ist ein zentrales Element im Masterplanprozess. In den drei Vorstudien müssen für die drei Bahnhofräume «Nord», «Ost» und «West» konkrete Vorstellungen erarbeitet werden
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Fokus der Arbeiten 2026
Im Jahr 2025 wurden die Vorstudien für die Bahnhofräume «Nord», «Ost» und «West» sowie die Gesamtverkehrslösung zur Erschliessung des Bahnhofs erarbeitet.
Im Rahmen dieser Arbeiten wurden unter anderem die folgenden Fragestellungen geklärt:
- Wie die Erschliessung des Bahnhofs und der Parkhäuser im Raum Bahnhof mit Bus, Auto, Velo sowie zu Fuss vorzusehen ist.
- Wo die Busachsen und Bushaltestellen, die Taxistandplätze, die Kiss&Ride-Plätze liegen und wo in welchem Umfang Auto- und Veloparkplätze im Raum Bahnhof zur Verfügung gestellt werden.
- Wie der Raum Bahnhof Luzern einladend und sicher gestaltet werden kann und gleichzeitig seine Funktion als Mobilitätsdrehscheibe erfüllt.
Die Vorstudien sind abgeschlossen und viele der zentralen Fragestellungen konnten geklärt werden. Die Ergebnisse werden aktuell aufbereitet und im Sommer 2026 kommuniziert.
Schwerpunkte in den Vorstudien
Erschliessung des Bahnhofs und der Parkierung
Für die Auto-Erschliessung des Bahnhofs und der Parkhäuser wurden verschiedene Varianten geprüft, um leistungsfähige wie auch verträgliche Lösungen zu finden. Konkret wurden drei Möglichkeiten für die Zufahrt mit dem Auto untersucht: eine Zufahrt via Süden über das Tribschenquartier (A), eine Zufahrt über den Bahnhofplatz Nord (B) sowie eine neue Brückenverbindung vom Bundesplatz über das Gleisfeld (C). Alle Varianten bringen Herausforderungen und Chancen mit sich, die sorgfältig abgewogen wurden. Zu den massgeblichen Faktoren zählten die Quartierverträglichkeit, die technische Machbarkeit, die Auswirkungen auf die Leistungsfähigkeit des Verkehrssystems, die Finanzierbarkeit sowie die städtebauliche Eingliederung und die Gestaltungsmöglichkeiten.
Auto- und Veloparkierung
Das Angebot an Veloparkplätzen ist heute mit rund 3’600 Parkplätzen bereits ungenügend. In Zukunft wird der Bedarf auf rund 8'000 Parkplätze steigen. Die Analyse zeigte, dass die Raumfindung für die Veloparkierung eine grosse Herausforderung darstellt. Insbesondere in den Bereichen nördlich und westlich des Bahnhofs benötigt es weitere Standorte. Geprüft wurden nebst Standorten im öffentlichen Raum (unter- und oberirdisch) auch Lösungen in bestehenden privaten Gebäuden.
Durch die Realisierung des Tiefbahnhofs entfällt das Parkhaus P1 für die Autoparkierung. Es wird geprüft, ob die wegfallenden Parkplätze am Bahnhof kompensiert werden können. Auch hier stellte die Raumfindung eine grosse Herausforderung dar - hinsichtlich Standort, Kapazität und Erschliessung.
Busachsen, Haltestellen und drei Bahnhofräume
Neben dem heutigen Bahnhofplatz Nord sollen im Westen und im Osten attraktive neue Bahnhofsräume mit Zugängen zum Bahnhof und Bushaltestellen entstehen.
Es zeigt sich, dass die Bahnhofszugänge und somit die Personenströme künftig im Stadtraum besser verteilt werden müssen. Heute passieren fast alle Umsteiger*innen zwischen Bus und Bahn den Haupteingang im Norden; dieser hat damit seine Kapazitätsgrenzen erreicht. Auch Personen, welche das Bahnhofshopping nutzen, in einen anderen Stadtteil oder zum See zu gelangen wollen, queren den Bahnhof. Unabhängig vom DBL sollen alle Verkehrsteilnehmenden im Bahnhofumfeld wieder flüssiger vorankommen.
Geprüft wurde, wie die Buserschliessung in den drei Bahnhofräumen Nord, Ost und West organisiert und abgestimmt werden kann. Die Buslinien werden neu fast durchgängig als Durchmesserlinien konzipiert. Diese Umstellung von derzeit mehrheitlich Radiallinien auf Durchmesserlinien in Zukunft ist elementar für die Verbesserung des Busangebots. Sie ermöglicht den Fahrgästen direkte und umsteigefreie Fahrten über den Bahnhof hinaus. Die neu angedachten Durchmesserlinien haben auch einen positiven Effekt auf den Stadtraum. Sie brauchen weniger Platz, weil die Fahrzeuge nicht wie bei den Radiallinien mehrere Minuten am Bahnhof auf ihre Rückfahrt warten müssen. Zukünftig sollen Buslinien von der Pilatusstrasse Richtung Tribschen durchgebunden werden können, vorteilhaft über eine neue Busachse auf der Ostseite des Bahnhofs und ergänzt durch eine neue Busachse in der Zentralstrasse.
Bahnhofräume Nord, Ost und West
Mit dem Bussystemwechsel ergibt sich die Chance, den grossflächigen Busbahnhof auf dem Bahnhofplatz im Norden deutlich zu verkleinern und die Nutzung und Gestaltung des Platzes neu zu denken. Es wurden verschiedene Platzvarianten getestet – mit und ohne Durchfahrt des motorisierten Individualverkehrs – damit der Bahnhofplatz mit jedem Szenario funktioniert. Das Ziel ist es, den Bahnhofplatz im Norden zu einem repräsentativen Ankunftsort mit hoher Aufenthaltsqualität weiterzuentwickeln und gleichzeitig seine Funktion als Mobilitätsdrehscheibe sicherzustellen.
Auch im Westen und Osten sollen neue Bahnhofräume mit eigenen Charakter entstehen. Geprüft wurde, wie die Schaffung von vergrösserten Zugängen zum Bahnhof genutzt werden kann, um die Räume funktional und stadträumlich aufzuwerten. Untersucht wurde dabei die Weiterentwicklung der Zentralstrasse als künftige Bus- und Veloachse sowie die Möglichkeit einer neuen unterirdischen Fuss- und Velounterführung unter den Gleisen, um die beiden Stadtteile im Westen und Osten des Bahnhofs besser miteinander zu verbinden.
Im Rahmen der Vorstudien wurden wichtige Schnittstellen mit dem Bahnprojekt mit der SBB diskutiert und definiert. Die zentrale Herausforderung besteht darin, diese Schnittstellen präzis festzulegen und gleichzeitig die grösstmöglichen Spielräume für die künftige Gestaltung zu erhalten. Für die konkrete Gestaltung aller Plätze werden zu einem späteren Zeitpunkt geeignete Verfahren, wie beispielsweise Architekturwettbewerbe, durchgeführt.
Prozessbegleitung
Die Nutzer- und Interessensgruppen dieses zentralen Ortes sind sehr vielfältig. Eine breit zusammengesetzte Echogruppe mit Vertreter*innen aus unterschiedlichen Organisationen (politische Parteien, Bau- und Verkehrskommission, direkt betroffene Unternehmen und Organisationen, Vertretung der Wirtschaft, Nachbargemeinden, Fach- und Verkehrsverbände und weitere Organisationen) wird in jeder Stufe des Erarbeitungsprozesses einbezogen. Es sind drei Dialogfenster vorgesehen. Der erste Austausch mit der Echogruppe hat im Mai 2025 stattgefunden. Die zweite Veranstaltung folgte im März 2026, an welcher die Ergebnisse der Vorstudien vorgestellt wurden. Die nächste Veranstaltung ist im Winter 2027 geplant.
Kontakt (E-Mail)
E-Mail: masterplan.bahnhof@stadtluzern.ch
Durchgangsbahnhof Luzern
In Kürze: Das ist der Durchgangsbahnhof Luzern
Der Durchgangsbahnhof Luzern (DBL) macht aus dem heutigen Kopfbahnhof mit verschiedenen Engpässen eine zeitgemässe, leistungsfähige Mobilitätsdrehscheibe. Das Projekt DBL besteht aus drei Elementen: dem Dreilindentunnel, dem Tiefbahnhof und dem Neustadttunnel. Mit den neuen unterirdischen Zufahrten und Perrons unterhalb des heutigen Kopfbahnhofs behebt der Durchgangsbahnhof die Engpässe im vollausgelasteten Bahnsystem und ermöglicht ein zukunftsfähiges Bahnangebot, wie zum Beispiel ein S-Bahnsystem im 15-Minuten-Takt. Die SBB plant das Projekt im Auftrag des Bundes.
Meilenstein Bahnprojekt erreicht: Phasenfreigabe für das Bau- und Auflageprojekt erteilt.
Nachdem im Mai 2023 das DBL-Vorprojekt präsentiert wurde, ist ein nächster Meilenstein erreicht: Das Bundesamt für Verkehr hat Ende November 2024 die SBB mit der Ausarbeitung des Bau- und Auflageprojekts für die erste Etappe des DBL beauftragt. Die erste Etappe umfasst den Tiefbahnhof Luzern mit Dreilindentunnel. Diese Etappe soll zuerst gebaut werden. Voraussetzung für den Bau ist, dass das Bundesparlament die Finanzierung für die Realisierung im Rahmen der Botschaft 2026 beschliesst. Die Kosten für alle drei Projektteile (Dreilindentunnel, Tiefbahnhof Neustadttunnel) werden auf 3,3 Milliarden Franken, die Bauzeit auf 11 bis 13 Jahre geschätzt.
Mehr Informationen zum Durchgangsbahnhof Luzern:
durchgangsbahnhof.lu.chExterner Link wird in einem neuen Fenster geöffnet.
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