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19. Juni 2026
Mit Sofortmassnahmen ab 2026 und dem Masterplan Raum Bahnhof Luzern bereiten sich Kanton und Stadt auf den Bypass Luzern und den Durchgangsbahnhof vor. Um die Grundlage für ein leistungsfähiges, sicheres und zukunftsfähiges Mobilitätssystem im Agglomerationszentrum Luzern zu schaffen, haben sich Kanton und Stadt auf eine gemeinsame Lösung verständigt und diese in einer Vereinbarung festgehalten. Die Stadt Luzern erklärt sich im Gegenzug bereit, ihre Beschwerde gegen die Plangenehmigungsverfügung des Projekts Bypass Luzern zurückzuziehen.

Im Detail

Im Raum Bahnhof Luzern sind täglich rund 150’000 Personen unterwegs, der Bahnhof Luzern ist die bedeutendste Mobilitätsdrehscheibe der Zentralschweiz. Gleichzeitig stösst das bestehende Verkehrsnetz zunehmend an seine Kapazitätsgrenzen. Mit Blick auf die nationalen Infrastrukturprojekte Gesamtsystem Bypass Luzern und Durchgangsbahnhof Luzern wollen Kanton und Stadt ihre Zusammenarbeit weiter vertiefen und die Entwicklung des Bahnhofumfelds eng koordinieren. Dazu haben sie eine Übereinkunft erzielt und diese in einer Vereinbarung festgehalten und unterzeichnet.

Gemeinsame Ziele für das zukünftige Verkehrssystem

In der Vereinbarung definieren Kanton und Stadt die Rahmenbedingungen und das weitere Vorgehen für die Weiterentwicklung des Verkehrssystems im Bahnhofumfeld. Im Zentrum stehen ein leistungsfähiges und zukunftsfähiges Verkehrssystem, ein zuverlässiger öffentlicher Verkehr, die gute und sichere Erreichbarkeit des Bahnhofs mit allen Verkehrsmitteln und für alle Verkehrsteilnehmende sowie attraktive öffentliche Räume im Bahnhofsumfeld. Kanton und Stadt stellen sicher, dass kurzfristige Optimierungen auf die mittel- und langfristigen Entwicklungen – insbesondere mit Blick auf die beiden Bundesprojekte – abgestimmt sind.

Sofortmassnahmen in zwei Etappen

Bereits heute stösst das Verkehrssystem im Stadtzentrum in den Hauptverkehrszeiten regelmässig an seine Grenzen. Mit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2026 wird die Anzahl an Durchmesserlinien im Bussystem erhöht. Die dazu nötigen Durchmesserhaltestellen befinden sich aktuell im Bau. Gleichzeitig werden mit dem nächsten Fahrplanwechsel verschiedene Verbesserungen für den Busverkehr auf Kantonsstrassen getestet. Mit den Sofortmassnahmen soll der Verkehr entflochten, der Verkehrsfluss insgesamt verbessert, der Busverkehr beschleunigt, die Attraktivität des öffentlichen Verkehrs gesteigert sowie die Verkehrssicherheit, insbesondere für den Veloverkehr, erhöht werden. In zwei aufeinanderfolgenden Etappen werden Massnahmen in den Bereichen Signalisation, Markierung und Verkehrstechnik sowie kleinere baulichen Massnahmen vorgenommen. Mit einem umfassenden Monitoring wird die Wirkung der Verkehrsversuche überprüft. Die in den Verkehrsversuchen als wirksam und zweckmässig beurteilten Massnahmen werden definitiv geplant und umgesetzt.

Die erste Etappe ab Ende 2026 sieht Sofortmassnahmen auf Kantonsstrassenabschnitten der Pilatusstrasse, der Zürichstrasse, der Alpenstrasse, dem Schweizerhofquai, der Haldenstrasse, an Haltestellen der Maihofstrasse, Seeburgstrasse und in Richtung Ebikon sowie an diversen Kreuzungen entlang der Obergrundstrasse vor.

Die zweite Etappe folgt ab 2027 mit Massnahmen auf der Zentralstrasse, dem Bahnhofplatz, der Seebrücke, dem Schwanenplatz, weiteren Massnahmen am Schweizerhofquai und auf der Obergrundstrasse, sowie auf der Luzernerstrasse in Richtung Kriens.

Im Zeitraum 2028-2034 sind zudem die bauliche Umsetzung der bestätigten Sofortmassnahmen und weitere betriebliche Massnahmen geplant – insbesondere auf der Zürichstrasse, der Obergrundstrasse und am Hirschengraben sowie im Raum Friedentalstrasse/Vallasterstrasse.

Masterplan Raum Bahnhof: Neue Bahnhofsräume und Erschliessungslösung stehen fest

Parallel zu den Sofortmassnahmen führen Kanton und Stadt die 2024 gestarteten Arbeiten am «Masterplan Raum Bahnhof Luzern» weiter. Dieser zeigt die Vision für die langfristige Entwicklung des Bahnhofgebiets im Zusammenhang mit dem Durchgangsbahnhof Luzern auf. Der Abschluss des Masterplans ist im Jahr 2027 vorgesehen.

Langfristig ist eine Neuorganisation des Verkehrs im Bahnhofsumfeld nötig. Vorgesehen sind unter anderem die Neugestaltung des Bahnhofplatzes als zentraler Ankunftsort, neue attraktive Bahnhofszugänge im Osten bei der Frohburgstrasse und im Westen an der Zentralstrasse, priorisierte Busachsen und die Umstellung auf Durchmesserlinien, um den öffentlichen Verkehr effizienter zu machen sowie zusätzliche Bushubs im Osten und Westen des Bahnhofs zur besseren Verteilung der Personenströme. Gleichzeitig sollen schrittweise bis 8’000 neue Veloparkierungsplätze verteilt auf die drei Bahnhofszugänge erstellt und die Velounterführung Süd als direkte Verbindung realisiert werden.

Die MIV-Zufahrt zu den Parkhäusern und weiteren Nutzungen am Bahnhof wird dabei von zwei Seiten möglich bleiben: von der rechten Seeseite kommend über die Seebrücke und den Bahnhofsplatz und vom linksufrigen Stadtgebiet via Tribschen. Für den Rückbau des heutigen Parkhauses P1 im Zusammenhang mit dem Durchgangsbahnhof soll ein Ersatz von 200-250 Parkplätzen gesucht werden. So werden jederzeit mindestens 500 Parkplätze im direkten Bahnhofsumfeld zur Verfügung stehen, insbesondere für Personen mit einer Mobilitätseinschränkung sowie für Nutzungen von übergeordneter Bedeutung wie das KKL und Bildungs- und Gesundheitseinrichtungen.

Wichtige Grundlage für die Entwicklung der Agglomeration Luzern

In den nächsten Jahren werden die beiden nationalen Schlüsselprojekte – der Bypass Luzern und der Durchgangsbahnhof Luzern – die Erreichbarkeit im Raum Luzern und der ganzen Zentralschweiz deutlich verbessern. Der Bypass Luzern verlagert den übergeordneten Durchgangsverkehr auf die Autobahn A2. Die geplanten kurz-, mittel- und langfristigen Massnahmen, welche insbesondere die Zuverlässigkeit des öffentlichen Verkehrsgewährleisten, sichern flankierend die Verlagerungswirkung und stabilisieren das Verkehrssystem dauerhaft. Der Durchgangsbahnhof schafft die Voraussetzungen für häufigere und schnellere Bahnverbindungen und ermöglicht einen substanziellen Ausbau des öffentlichen Verkehrs im gesamten Kanton Luzern und darüber hinaus.

Die Stadt Luzern hat sich auf der Basis der verbindlich vereinbarten Sofort- und Begleitmassnahmen zur Verbesserung des Verkehrsflusses, der öV-Zuverlässigkeit, Velosicherheit und Stadtverträglichkeit bereit erklärt, ihre Beschwerde gegen die Plangenehmigungsverfügung des Projekts Bypass Luzern zurückziehen.

Weitere Infos mit 3D-Übersicht Raum Bahnhof: raum-bahnhof-luzern.chExterner Link wird in einem neuen Fenster geöffnet.

Grafik:Externer Link wird in einem neuen Fenster geöffnet. Übersicht Sofortmassnahmen

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Verkehrssystem Raum Bahnhof Luzern Medienmitteilung 19.06.2026 (PDF, 93 kB) Download 0 Verkehrssystem Raum Bahnhof Luzern Medienmitteilung 19.06.2026