Im Detail
Alle fossilen Heizungen in städtischen Liegenschaften im Verwaltungsvermögen sollen bis 2030 durch erneuerbare Energieträger ersetzt werden. Zum Verwaltungsvermögen zählen alle Liegenschaften, die die Stadt für ihre eigenen Aufgaben nutzt – etwa Schulhäuser, Verwaltungsgebäude oder Sportanlagen. Diese Massnahme ist Teil der 2022 von den Stimmberechtigten klar angenommenen Klima- und Energiestrategie der Stadt Luzern (mehr Infos zur Strategie unter www.stadtluzern.ch/klimaschutz).
Die Umsetzung verläuft schneller als geplant: Seit 2023 wurden rund zehn Heizsysteme ausgewechselt, rund 4,4 Mio. Franken investiert und bereits 450 Tonnen CO₂ eingespart. Unter anderem bei folgenden grossen Liegenschaften der Stadt stehen als nächstes Heizungsumstellungen an: dem Stadthaus, dem Richard Wagner Museum sowie den Schulhäusern Unterlöchli, Felsberg und Geissenstein. Für die denkmalgeschützten Liegenschaften Rathaus und Am-Rhyn-Haus in der Altstadt wird 2027 eine Machbarkeitsstudie erstellt.
Nun haben jedoch vertiefte Abklärungen gezeigt, dass der damals bewilligte Kredit von 12,8 Millionen Franken nicht ausreicht für sämtliche Liegenschaften. Mehrkosten entstehen vor allem durch zusätzliche bauliche Massnahmen beim Einbau von Wärmepumpen, durch notwendige Sanierungen der Liegenschaftsentwässerung sowie durch häufiger erforderliche Baubewilligungsverfahren. Der Stadtrat beantragt deshalb beim Grossen Stadtrat einen Zusatzkredit von 1,65 Mio. Franken.
Wie die aktualisierten Prognosen zeigen, lohnen sich diese Investitionen: Die CO₂-Emissionen der städtischen Liegenschaften im Verwaltungsvermögen können so bis ins Jahr 2030 um rund 2'175 Tonnen gesenkt werden.
Neues Projekt: Wärmeverbund Utenberg
Auch die bald 30 bzw. 40 Jahre alten Öl- und Gasheizungen vom Schulhaus Utenberg und der Kinder- und Jugendsiedlung Utenberg (KJU) sollen ersetzt werden. Die Gebäude liegen nicht im Anschlussperimeter der Fernwärme- oder See-Energie-Netze von ewl energie wasser luzern. Als effizienteste Lösung hat die Stadt einen Nahwärmeverbund entwickelt: Eine zentrale Erdsonden-Wärmepumpe soll ab 2027 beide Liegenschaften mit nachhaltiger Energie versorgen. Dazu braucht es ein Erdsondenfeld mit 40 Sonden. Dieses wird unter dem Rasensportplatz der KJU angelegt. Die Wärmezentrale entsteht im ehemaligen Öltankraum des Schulhauses.
Das Projekt reduziert den CO₂-Ausstoss der beiden Anlagen von heute rund 340 auf 20 Tonnen pro Jahr – eine Reduktion um 95 Prozent. Weil ein Wärmeverbund weit über den Ersatz einzelner Anlagen hinausgeht und in der Klima- und Energiestrategie nicht vorgesehen war, beantragt der Stadtrat dafür einen Sonderkredit von 5,55 Mio. Franken. Geplanter Baustart für den Wärmeverbund Utenberg ist Herbst 2026. Die Inbetriebnahme ist für Herbst 2027 vorgesehen.
Für den Stadtrat ist die forcierte Umstellung der Wärmeversorgung ein entscheidender Beitrag zur Erreichung der städtischen Klima- und Energieziele. Die beantragten Kredite sind nötig, um die Vorbildrolle als Stadt weiterhin wahrzunehmen. Das Stadtparlament behandelt den Bericht und Antrag mit den Anträgen zu beiden Krediten voraussichtlich am 21. Mai 2026.
Ziel: Alle 150 städtischen Gebäude fossilfrei heizen, auf 110 davon Solaranlagen realisieren
Gemäss Klima- und Energiestrategie sollen nicht nur die städtischen Heizungen von Liegenschaften im Verwaltungsvermögen komplett auf erneuerbare Energie umgestellt werden. Auch die Liegenschaften im Finanzvermögen – das sind Gebäude, die die Stadt vermietet – sollen bis 2035 fossilfrei ohne Gas oder Öl beheizt werden. Zusammengerechnet sind das rund 150 Liegenschaften. Ausserdem sollen etwa auf 110 dieser Gebäude bis ins Jahr 2035 Solaranlagen nachhaltigen Strom liefern.
Links:
Bericht und Antrag 6/2026: «Umstellung der Wärmeversorgung der Liegenschaften im Verwaltungsvermögen. Zusatzkredit zum B+A 22/2021 zu W12. Sonderkredit für die Realisierung des Wärmeverbundes Utenberg»
| Name | Download | ||
|---|---|---|---|
| Kredite für Ersatz fossiler Heizungen Medienmitteilung 21.04.2026 (PDF, 133 kB) | Download | 0 | Kredite für Ersatz fossiler Heizungen Medienmitteilung 21.04.2026 |