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11. September 2026
Die Zahl der Reisebusse in der Stadt Luzern nimmt 2026 nochmals ab – trotz zunehmender Logiernächte. Der Stadtrat führt deshalb das seit April 2025 eingeführte Reisebusregime unverändert weiter. Verschärfungen werden erst in Betracht gezogen, falls die Zahl der Buchungen und Haltevorgänge wieder stark zunehmen würde.

Im Detail

Die Reisebussituation in der Luzerner Innenstadt entspannt sich weiter: Gegenüber 2024, vor Einführung der Haltegebühr, hat sich die Zahl der Reisebusse 2026 auf dem Schwanenplatz um zwei Drittel reduziert, auf dem Löwenplatz um die Hälfte. Damit erübrigt sich aktuell eine weitere Verschärfung des Reisebusregimes. Eine solche zieht der Stadtrat erst in Betracht, wenn die Buchungszahlen wieder anhaltend steigen. Mit dem aktuellen System hat die Stadt verschiedene Möglichkeiten, um die Reisebusse zusätzlich zu steuern, etwa mit der Einführung von zeitlich beschränkten Buchungs-Slots oder einer maximalen Buchungslimite pro Tag. «Mit diesen betrieblichen Massnahmen können wir bei Bedarf flexibel und einfach auf die schwankende Nachfragesituation der Tourismusbranche reagieren», erklärt Projektleiter Markus Birrer.

Reisebusbewegungen 2024–2026: massive Reduktion

Der stärkste Rückgang der Reisebusse ist auf dem Schwanenplatz zu verzeichnen: Im ersten Jahr der Haltegebühr nahm die Anzahl Busse um 56 Prozent ab, dieses Jahr reduzierte sich die Zahl um einen weiteren Viertel. Das heisst: von 2024 bis 2026 ist die Zahl der Reisebusse auf dem Schwanenplatz um 67 Prozent gesunken. Im gleichen Zeitraum hat die Zahl der Reisebusse auf dem Löwenplatz um 51 Prozent abgenommen. Weil die Datenerhebung auf dem Kasernenplatz Mitte April 2025 umgestellt worden ist, liegen keine vergleichbaren Zahlen vor. Der Kasernenplatz wird im Gegensatz zum Schwanen- und Löwenplatz aber sehr wenig angefahren, womit diese Fahrten auf die Gesamtstatistik kaum einen Einfluss haben.

Weniger Busse, mehr Übernachtungen

Während die Rückgänge 2025 in erster Linie auf das neue, kostenpflichtige Buchungssystem zurückzuführen waren, spielt beim diesjährigen Rückgang auch die aktuelle Weltlage eine Rolle. Wegen des Iran-Krieges haben zahlreiche Airlines ihr Angebot über die Drehscheiben in Dubai oder Abu Dhabi reduziert, weshalb die Zahl der asiatischen (Gruppen-)Touristen und der Reisenden aus den Golfstaaten im ersten Halbjahr 2026 abgenommen hat. Schweizweit nahm die Zahl der Logiernächte deshalb ab. Anders in Luzern: Dank Reisenden aus europäischen Ländern, den USA und dem Inland konnte die Stadt Luzern im ersten Halbjahr 2026 ein Plus von 0,8 Prozent verbuchen.

Bilanz nach 15 Monaten Reisebusregime

Im ersten Betriebsjahr 2025 wurden über die Buchungsplattform insgesamt 21’760 Haltebewilligungen gebucht, was einem täglichen Durchschnitt von 80 Haltevorgängen entspricht. Damit hat die Stadt Luzern brutto rund 2,1 Millionen Franken eingenommen. Der Nettoertrag betrug 2025 1,2 Mio. Franken. Im laufenden Jahr wurden bis zum Stichtag 30. Juni insgesamt 9’165 Buchungen registriert. Aufgrund der saisonal schwachen Nachfrage im 1. Quartal des Jahres ergibt das pro Tag nur rund 50 Buchungen. Doch auch in der Hochsaison sind die Buchungen rückläufig: Seit Beginn der Hauptsaison (April bis Juni) haben die Reservationen gegenüber dem Vorjahr über alle Plätze rund 25 Prozent abgenommen. Das zeigt sich auch an den Spitzentagen: Wurden am Spitzentag 2025 (14. Juni) 160 Buchungen gezählt, waren es 2026 (20. Juni) nur 130.

Leichte Verlagerung zum Inseliquai

Reisegruppen, die einen längeren Fussweg der Bezahlung einer Haltegebühr vorziehen, fahren die gebührenfreien Halteplätze beim Inseliquai an. In der Vergleichsperiode wurde dort ein Zuwachs von rund 2 Prozent Reisebusbewegungen gemessen. Aktuell werden im Schnitt pro Tag gut 60 Reisebusbewegungen am Inseliquai gemessen. Mit der auf der Allmend geplanten Fernbushaltestelle entstehen zusätzliche Halteoptionen für Reisen ab Luzern. Vereinzelt kommt es auch zu illegalen Haltevorgängen, etwa an Haltestellen der VBL. Die Stadt hat deshalb an den Bushaltestellen neu Halteverbote signalisiert. Damit erhält die Luzerner Polizei eine rechtliche Grundlage, um fehlbare Reisebusse zu büssen.

Positives Gesamtfazit

Der Stadtrat zieht nach 15 Monaten mit dem neuen, schweizweit erstmaligen Reservationssystem für Reisebusse ein positives Fazit. Die operative Einführung des Systems verlief organisatorisch und technisch reibungslos. Es ist gelungen, die Fahrten der Reisebusse zu reduzieren und – mit den neuen Ein- und Aussteigeregeln – die Touristenströme in der Innenstadt besser zu verteilen. Das entspricht der «Vision Tourismus Luzern 2030» und dem Bedürfnis der Bevölkerung. Luzern will sich als nachhaltige Destination entwickeln und den Anteil des Gruppen-Tagestourismus reduzieren. Zudem soll der Tourismus im Einklang mit dem Erhalt der Lebensqualität der Bevölkerung entwickelt werden. Weitere Regimeverschärfungen sind aktuell nicht notwendig. Das neue Reisebusregime ermöglicht es der Stadt, bei Bedarf auf sich verändernde Nachfrageentwicklungen im Tourismus zu reagieren.

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Reisebusregime Medienmitteilung 11.09.2026 (PDF, 115 kB) Download 0 Reisebusregime Medienmitteilung 11.09.2026