Im Detail
Das Luzerner Kantonsspital stellt die Versorgung seiner Gebäude auf ein nachhaltiges Fundament. Ein Meilenstein wird im Herbst 2026 erreicht, wenn das neue Kinderspital und die Frauenklinik eröffnet werden. Diese Neubauten werden, wie auch weitere Teile des Spitalareals, an ein innovatives Wärme- und Kältenetz angeschlossen. Die Stadt Luzern fördert dieses Vorhaben mit 270’000 Franken aus ihrem Energiefonds, da es eine besonders konsequente Lösung zur Rückgewinnung von Wärme darstellt.
Energie im Sommer speichern und im Winter nutzen
Das Wärme- und Kältenetz – der Fachbegriff lautet Anergienetz – basiert auf einem einfachen und wirkungsvollen Prinzip: Energie, die im Sommer zu viel anfällt, wird im Erdreich gespeichert und im Winter wieder nutzbar gemacht. Abwärme aus dem Gebäude fliesst in ein unterirdisches Erdspeichersystem. Dieses besteht im Endausbau aus rund 800 Erdsonden und ermöglicht die Einlagerung der Energie über Monate hinweg. Im Winter dient die Energie zum Heizen, im Sommer ermöglicht dieses System eine energieeffiziente Kühlung (Geocooling). Langfristig spart das LUKS durch diesen Kreislauf so viel Heizenergie, wie rund 1400 Einfamilienhäuser jährlich verbrauchen.
Für die Stadt Luzern ist der Förderbeitrag eine Anerkennung für ein Projekt, dessen technischer Standard weit über die gesetzlichen Anforderungen hinausgeht. «Es ist für städtische Verhältnisse ein sehr grosses Projekt der Abwärmenutzung», sagt Umwelt- und Mobilitätsdirektor Marco Baumann. «Da das Konzept auch in kleinerem Massstab anwendbar ist, taugt es als Vorbild für andere Liegenschaften.»
Nutzen für das gesamte Quartier
Vom Engagement des LUKS profitieren nicht nur das Spital selbst, sondern auch die umliegende Nachbarschaft. Denn das LUKS hat sich bereit erklärt, überschüssige Abwärme zu Selbstkosten an benachbarte Areale abzugeben. Aktuell wird mit ein bis zwei Gigawattstunden (GWh) pro Jahr gerechnet, was dem Heizbedarf von etwa 150 Einfamilienhäusern entspricht. Zudem benötigt das LUKS künftig weniger Fernwärme der Kehrichtverbrennungsanlage Renergia in Perlen. Die freiwerdende Wärmemenge kann an anderen Stellen im Fernwärme-Netz genutzt werden, um dort weitere fossile Heizungen zu ersetzen.
Aron Duss, Leiter Technik und Sicherheit am LUKS, unterstreicht die Bedeutung für den Spitalbetrieb: «Mit dem Anergienetz schaffen wir einen energetischen Kreislauf und können Wärme und Kälte standortübergreifend nutzen. Gleichzeitig erhöhen wir die Betriebssicherheit, was für die zuverlässige medizinische Versorgung der Bevölkerung entscheidend ist.»
Insgesamt hat das LUKS rund elf Millionen Franken in dieses Projekt investiert. Damit leistet es einen wichtigen Beitrag zur Erreichung der städtischen Klima- und Energieziele. Bekanntlich will die Stadt Luzern die lokal verursachten Treibhausgasemissionen bis 2040 auf Null reduzieren.
Energiefonds unterstützt Klimaschutz- und Energieprojekte
Wer in der Stadt Luzern im Bereich Klimaschutz und erneuerbare Energien investiert, kann beim Energiefonds finanzielle Unterstützung beantragen. Projekte werden dadurch wirtschaftlich attraktiver, was eine breitere und raschere Umsetzung ermöglicht. Gefördert werden insbesondere Projekte zur effizienten Energienutzung, zur Gewinnung erneuerbarer Energien und entsprechende Studien und Konzepte. Antragsberechtigt sind natürliche und juristische Personen sowie öffentliche Körperschaften mit Vorhaben in der Stadt Luzern. Hauseigentümerinnen und Hauseigentümer profitieren von kostenlosen Beratungen wie Gebäude-Check, Solar-Impuls und E-Ladelösungen. Das aktuelle Förderprogramm samt Bedingungen ist abrufbar unter www.stadtluzern.ch/foerderprogramme.
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| Unterstützung Energieprojekt Luzerner Kantonsspital Medienmitteilung 02.07.2026 (PDF, 105 kB) | Download | 0 | Unterstützung Energieprojekt Luzerner Kantonsspital Medienmitteilung 02.07.2026 |