Im Detail
Sonderausstellung verlängert: «Tabu Wagner? Jüdische Perspektiven»
Richard Wagner zählt zu den prägendsten, aber auch kontroversesten Komponisten des 19. Jahrhunderts. Ein zentraler Grund dafür ist sein Antisemitismus und dessen Wirkungsgeschichte. Die Sonderausstellung «Tabu Wagner? Jüdische Perspektiven» richtet den Blick auf jüdische Stimmen aus über 150 Jahren und fragt, wie Jüdinnen und Juden Wagners Werk rezipierten – damals wie heute.
Die Ausstellung entstand in Zusammenarbeit mit den Richard-Wagner-Stätten Graupa und beleuchtet ein vielschichtiges Spannungsfeld zwischen künstlerischer Faszination und historischer Belastung. Aufgrund der grossen Resonanz wird die Ausstellung bis Ende 2026 verlängert.
Saisonprogramm 2026: Musik, Dialog und neue Facetten
Auch 2026 verbindet das Museum bewährte Formate mit neuen thematischen Akzenten. Die beliebten Salonkonzerte mit Studierenden und Alumni der Hochschule Luzern – Musik finden weiterhin jeweils freitags im Salon statt.
Regelmässige öffentliche Führungen geben Einblicke in Wagners Leben in Tribschen und sein musikalisches Vermächtnis. Ergänzend dazu vertiefen Vorträge, Gesprächsformate und Themenführungen aktuelle Fragestellungen rund um Werk, Wirkung und Zeitgeschichte.
Ein besonderer Programmpunkt ist der Vortrag «Shitstorm um Wagner», der die europaweite mediale Debatte nach der Veröffentlichung von Wagners antisemitischer Schrift «Das Judenthum in der Musik» beleuchtet.
Ein weiterer Höhepunkt ist der Kinoabend «Bernstein on Wagner» mit einem selten gezeigten Filmdokument über Leonard Bernsteins ambivalentes Verhältnis zu Wagner.
Jubiläumsschwerpunkt: 150 Jahre Bayreuther Festspiele
Vor 150 Jahren wurden in Bayreuth erstmals die Festspiele auf dem «Grünen Hügel» durchgeführt. Auf dem Programm stand die vollständige Uraufführung von Wagners monumentalem Opernzyklus «Der Ring des Nibelungen», an dem der Komponist teilweise während seiner Zeit in Tribschen arbeitete. In der Villa entwickelte Wagner nicht nur zentrale Teile seines künstlerischen Werks, sondern auch die grundlegenden Pläne für ein eigenes Festspielhaus – inklusive dem Entschluss, Bayreuth als Standort zu wählen.
Das Richard Wagner Museum nimmt dieses Jubiläum zum Anlass für einen eigenen Schwerpunkt: Ab Sommer lädt ein neuer Rundgang dazu ein, die Geschichte der Festspiele im historischen Wohnhaus eigenständig zu entdecken. Ergänzend finden Themenführungen sowie eine Buchvorstellung mit dem Musikwissenschaftler Prof. Dr. Laurenz Lütteken statt.
Highlights aus dem Veranstaltungskalender 2026
Salonkonzerte mit Studierenden der Hochschule Musik – Luzern
Jeden Freitag (1.5.–26.6.2026 sowie 2.10.–27.11.2026) um 15 Uhr
Die Salonkonzerte bieten abwechslungsreiche Konzerterlebnisse in einzigartiger Atmosphäre. Organisiert und präsentiert werden die Programme von Alumni sowie aktuellen Studierenden der Hochschule Luzern – Musik in verschiedenen Besetzungen.
Der Eintritt ist frei. Die Kollekte kommt vollumfänglich den Studierenden zugute.
Vortrag «Shitstorm um Wagner»
Sonntag, 10. Mai 2026, 10.30 Uhr
Als Richard Wagner 1869 seine antisemitische Schrift «Das Judenthum in der Musik» veröffentlichte, löste dies ein mediales Beben aus. Europaweit erschienen binnen kurzer Zeit rund 150 Artikel – eine für das 19. Jahrhundert astronomische Zahl. Zeitgenossen sprachen von einem «Sturm» der Entrüstung, wie ihn «seit langen Jahren kein Schriftstück» mehr erlebt habe. Von dieser beispiellosen Debatte handelt der Vortrag von Nicolai Rhyn, der seit 2024 Assistent am SNF-Projekt «Die zeitgenössische Wirkungsgeschichte von Richard Wagners ‹Das Judenthum in der Musik›» ist.
Der Eintritt ist frei.
Kinoabend «Bernstein on Wagner»
Samstag, 13. Juni 2026, 20.30 Uhr
«Richard Wagner, ich hasse Dich, aber ich hasse Dich auf meinen Knien!» Dieser berühmte Satz des gläubigen Juden Leonard Bernstein verdeutlicht seinen Zwiespalt zwischen der Anziehungskraft von Wagners Kunst und seiner Abscheu gegenüber dessen Antisemitismus. Er stammt aus «Bernstein on Wagner», einem Film, in dem der Dirigent im Haus von Sigmund Freud seine Beziehung zu Wagner analysiert.
Der Eintritt ist frei.
Öffnungszeiten Richard Wagner Museum
Das Museum ist bis zum 30. November 2026, Dienstag bis Sonntag, 11–17 Uhr geöffnet.
Adresse Museum
Richard Wagner Museum
Richard-Wagner-Weg 27, 6005 Luzern
www.richard-wagner-museum.ch
info@richard-wagner-museum.ch
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| Saisoneröffnung Richard Wagner Museum Medienmitteilung 26.03.2026 (PDF, 153 kB) | Download | 0 | Saisoneröffnung Richard Wagner Museum Medienmitteilung 26.03.2026 |
| Saisonprogramm 2026 Richard Wagner Museum (PDF, 2.4 MB) | Download | 1 | Saisonprogramm 2026 Richard Wagner Museum |