Schützenfeste waren früher gesellschaftliche und patriotische Grossereignisse, bei denen das Feiern über den Röstigraben hinweg im Fokus stand. Luzern richtete das Fest erstmals 1832 zum 500-jährigen Bundesbeitritt aus. Heute ist die Stadt mit sechs Austragungen Spitzenreiter vor Zürich mit fünf sowie je vier in Aarau, Bern und Chur (wo derzeit die 59. Ausgabe über die Bühne geht).
Das 27. Eidgenössische Schützenfest von 1901 blieb während dreier Jahrzehnte mit seiner Festhütte im Stadtbild präsent. Sie stand an zentralster Lage am Bahnhofplatz. Das eigentliche Schiessgelände befand sich am Alpenquai, der gerade noch rechtzeitig mit Aushubmaterial aus dem Bahneinschnitt von 1896 aufgeschüttet werden konnte.
Die Kulissenburg wurde als Holzkonstruktion mit vorgehängten Fassadenelementen aus Zement gebaut und spiegelte den romantisierenden Historismus der Zeit. Folgerichtig durfte Meisterschütze Wilhelm Tell nicht fehlen, weder am Bauwerk noch leibhaftig am Festumzug.
1902 eröffnete in der Festhütte das erste Internationale Kriegs- und Friedensmuseum. Anschliessend wurden die monumentalen Hallen für andere grossflächige Zwecke genutzt: als Rollschuhbahn und Stereorama (eine Art Panorama mit Alpenmodell), Verkaufsmessen und verschiedene Grossveranstaltungen. Die Burg wurde schliesslich nach 30 Jahren im Herbst 1931 abgerissen, um Platz für das neue Kunst- und Kongresshaus zu schaffen. Mit einer Bildergalerie lässt das Stadtarchiv die Geschichte dieses temporären Bauwerks und seine verschiedenen Nutzungen lebendig werden.
In der Rubrik «Ereignisse in Bildern» erscheinen regelmässig Bildergalerien des Stadtarchivs zu aktuellen Anlässen und Jahrestagen.
Interessierte finden alle Galerien unter www.bildergalerien-stadtarchiv.stadtluzern.ch.
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