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Der FCL feiert dieses Jahr seinen 125. Geburtstag. Das Stadtarchiv nimmt das Jubiläum als Anlass, einen Einblick in die turbulente Entwicklung des Fussballsports in der Leuchtenstadt zu geben. Sie wurde massgeblich durch gesellschaftliche und politische Einflüsse geprägt und stellte den Startschuss für das fussballerische Geschehen in der Innerschweiz dar.

Die Geschichte des Fussballs in Luzern begann Anfang des 20. Jahrhunderts und steht im Zusammenhang mit der Ausbreitung des modernen Fussballs in der Schweiz. Dieser gelangte durch britische Studenten, Geschäftsleute und Lehrer ins Land und verbreitete sich zunächst in der West- und Ostschweiz. Am 12. August 1901 gründeten acht junge Männer den FC Luzern, nachdem einige von ihnen den Fussball in der Westschweiz kennengelernt hatten. Bald entstanden in den Quartieren weitere, meist von Jugendlichen gegründete Klubs. Einige bestanden nur kurz, andere entwickelten sich zu festen Vereinen. So wurde beispielsweise am 4. Dezember 1907 der FC Kickers Luzern gegründet, der sich nach der Fusion mit dem FC Fortuna im Jahr 1910 als sportliches Gegengewicht zum FC Luzern etablierte. Später kamen weitere Vereine hinzu, darunter der Luzerner Sportclub (LSC), der FC Südstern oder der Sportclub Obergeissenstein (SCOG).

Die ersten Jahrzehnte waren von schwierigen Platzverhältnissen geprägt. Alle Vereine spielten zunächst auf der Allmend, die sie mit dem Militär und der Landwirtschaft teilen mussten. Mehrfach wechselten die Klubs ihre Spielstätten, bis die Stadt 1932 den Bau neuer Sportanlagen beschloss. Der FC Luzern erhielt ein Stadion auf der Allmend, die Kickers fanden nach mehreren Umzügen ihre Heimat auf dem Sportplatz Tribschen, während der Luzerner Sportclub bereits ab 1928 eine eigene Anlage bei der Hubelmatt nutzte.

Auch politische und gesellschaftliche Ereignisse beeinflussten den Fussball. Während der beiden Weltkriege erschwerten Mobilmachung, Platzmangel und wirtschaftliche Probleme den Spielbetrieb erheblich. Dennoch erwies sich der Fussball als widerstandsfähig: Nach beiden Kriegen stiegen die Mitgliederzahlen deutlich und der Sport entwickelte sich von einer Randsportart zu einem festen Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens.

Sportlich prägte vor allem der FC Luzern die Stadt. Den ersten grossen Erfolg feierte der Verein 1960 mit dem Gewinn des Schweizer Cups. Es folgten der Meistertitel 1989 sowie weitere Cupsiege 1992 und 2021, die jeweils grosse Begeisterung in Luzern und der ganzen Zentralschweiz auslösten. Nach Auf- und Abstiegen gehört der FC Luzern seit dem Wiederaufstieg 2006 dauerhaft zur höchsten Schweizer Spielklasse.

2004 gab der Luzerner Stadtrat eine Gesamtplanung über die Luzerner Allmend in Auftrag. Den darauf folgenden Investoren-Wettbewerb für die «Sportarena mit sportorientierten Mantelnutzungen» entschied die Pensionskasse des Bundes Publica mit den Architekturbüros Marques und Iwan Bühler für sich. Nach dem Ja der Stimmberechtigten erfolgte 2009 der Abbruch des alten Allmend-Stadions. Bereits am 23. Juli 2011 fand das erste Meisterschaftsspiel des FC Luzern gegen den FC Thun in der neuen Arena statt. Nach 15 Jahren gingen 2026 die Namensrechte vom Baumaterial-Unternehmen Swisspor, Stans, auf den Kaffeeautomaten-Hersteller Thermoplan aus Weggis über, aus der Swissporarena wurde die Thermoplan Arena.

Die Entwicklung des Fussballs in Luzern zeigt eindrücklich, wie eng Sport, Stadtgeschichte, Städtebau und gesellschaftlicher Wandel miteinander verbunden sind. Von den ersten Vereinen über moderne Stadien bis zur wachsenden Bedeutung des Frauenfussballs spiegelt die Fussballgeschichte die Entwicklung der Stadt und ihrer Gesellschaft wider.

Vertiefte Einblicke bietet das digitale FCL-Museum, das die Geschichte des Vereins und des Luzerner Fussballs laufend dokumentiert. Ein Blick lohnt sich: FCL Museum – Das digitale Archiv des FC LuzernExterner Link wird in einem neuen Fenster geöffnet.

Frauenfussball

Fussball galt lange als reine Männerdomäne, da Frauen die nötige Härte abgesprochen wurde. Ab den 1960er-Jahren änderte sich dies: Frauen gründeten eigene Teams, spielten an Grümpelturnieren und bauten Damenligen auf. Dennoch nahm der Schweizerische Fussballverband den Frauenfussball erst 1993 offiziell auf.
In der Innerschweiz prägten Teams aus Stans, Emmenbrücke und Sursee die Pionierzeit. Bereits 1970 gewann ein Luzerner Frauenteam ein internationales Turnier in Zürich. Wegweisend war später der SC LUwin.ch aus Sursee, der erste unabhängige Frauenfussballclub der Schweiz, welcher 2011 in den FC Luzern integriert wurde. Durch die zusätzliche Eingliederung der Nationalliga-A-Frauen des SC Kriens im Jahr 2013 etablierte sich das Team in der höchsten Schweizer Spielklasse. Als FC Luzern Frauen behauptet es sich dort bis heute und feierte 2021 den Cupsieg. Daneben engagieren sich in der Stadt auch der FC Kickers, der Luzerner Sportclub und und im Plauschbereich der FC Ballerinas Luzern im Frauenfussball.

 

Die erste Mannschaft des FC Luzern im Jahr 1903, als die gängige Fussballausrüstung noch etwas anders aussah. Die erste Mannschaft des FC Kickers im Eichwald, aufgenommen 1908, im Jahr nach der Gründung. Mit einer Ausnahme zeigt das Bild alles Gründungsmitglieder des Vereins. Die erste Mannschaft des Luzerner Sportclubs (LSC) in der Saison 1922/1923. Der Flügelspieler A. Gasser vom LSC posiert neben einem damals üblichen hölzernen Tor. Die Haltung des jungen Spielers wirkt dabei erstaunlich zeitlos und könnte ebenso gut aus der Gegenwart stammen. Die Vereine widmeten sich auch anderen Aktivitäten. Der Luzerner Sportclub engagierte sich in der Leichtathletik. Hier zu sehen ist Robi Theiler (erster Läufer v. r.) an der Gehermeisterschaft 1922. Die Landhockey-Sektion der Kickers war Gründungsmitglied des Schweizer Landhockeyverbands. Im Bild: Match Kickers gegen Young Boys Bern. Heute spielt in Luzern nur noch der LSC Landhockey. Auch weniger anstrengende Aktivitäten haben ihre Berechtigung: Der FC Luzern unterhielt eine Boccia-Sektion (Bild), bei den Kickers gibt es diese nach wie vor, ihre Gesangssektion hingegen wurde aufgelöst. Der Stadtrat lehnte 1910 den Antrag des FC Fortuna zur Nutzung der Allmend ab. Später im selben Jahr fusionierte der FCF wohl aus diesem Grund mit dem FC Kickers, der auf der Allmend spielen durfte. 1932 beschloss die Stimmbevölkerung den Bau von Sportanlagen auf der Allmend und am Alpenquai. Arbeiter tragen Fels und Erdreich ab, um den Boden für die neuen Fussballplätze zu ebnen. Die Terrainveränderungen waren so umfangreich, dass für Zufuhr und Abtransport des Materials eine Feldbahn verlegt wurde. Die Planung der Sportplatzanlage Allmend übernahm das renommierte Luzerner Architekturbüro Möri & Krebs, das fast zeitgleich auch die Lukaskirche oder die Villa Senar baute. In der Bildmitte: die kleine Tribüne. Das Stadion wurde mehrfach um- und ausgebaut. Es blieb bis zum Abbruch 2009 die Heimspielstätte des FC Luzern. Seit 2011 ist dies die Swisspor- bzw. Thermoplan Arena. Anlässlich des 50-jährigen Jubiläums der Kickers fand im Jahr 1957 auf dem Sportplatz Alpenquai ein Freundschaftsspiel gegen den Stadtrivalen FC Luzern statt. Die Begegnung endete 3:3. Die rappelvolle Tribüne auf dem Tribschenmoos bei einem Match des FCL 1922. Das Buffet-Schild zeigt, dass bereits damals die Verpflegung an Fussballspielen nicht zu kurz kam. Paul «Wolf» Wolfisberg, Captain des Cup-Siegerteams von 1960, mit dem begehrten Pokal. Er wurde Trainer des FCL und später sogar Nati-Trainer mit beachtlichen Erfolgen gegen England, die Niederlande oder Italien. Verteidiger, späterer Trainer und TV-Experte Urs Schönenberger stemmt 1989 den hart erkämpften Meisterpokal auf den Schultern zweier Kollegen in die Höhe. Nicht einmal die Fotomontage der Politikerin Andrea Z’graggen (Unabhängige Frauenliste) widmet sich dem Thema. Sie illustrierte bloss Z’graggens Ablehnung einer Luzerner Beteiligung an der WM 1998. Gemäss Bericht des Preisgerichts ein Stadion mit «konisch geformter Hülle», «ein stolzer Sportpalast mit Turnhallen, Hallenbad, Wellness, Fitness...» und «zwei kleeblattförmige Wohntürme». Die Fussball-Europameisterschaft der Frauen war in Luzern ein fröhliches Volksfest für die ganze Region, inklusive dem grössten Fanwalk in der Geschichte der Stadt. Feier in der Fanzone auf dem Europaplatz.