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27. April 2026
Die Stadt Luzern verzeichnet erneut ein sehr erfreuliches Rechnungsergebnis. Dies ist wie in den Vorjahren hauptsächlich auf die unerwartet hohen Steuererträge und eine gute Ausgabendisziplin der Direktionen zurückzuführen. Obwohl der Steuerertrag höher ist als budgetiert, fällt er tiefer aus als im Vorjahr.

Im Detail

Die Jahresrechnung 2025 der Stadt Luzern schliesst mit einem Ertragsüberschuss von 92,7 Mio. Franken ab. Das Ergebnis liegt um 114,9 Mio. Franken über Budget, jedoch 32,1 Mio. Franken unter dem Vorjahr. Die Budgetabweichung ist hauptsächlich auf die markant höheren Steuereinnahmen zurückzuführen. Finanzdirektorin Franziska Bitzi Staub sagt dazu: «Wir freuen uns über den erneut sehr guten Abschluss. Der Gewinn gibt uns den Handlungsspielraum, um die Ziele gemäss Legislaturprogramm zu verfolgen.»

Steuererträge sind der Hauptgrund für den guten Abschluss

Der Steuerertrag beträgt 557,2 Mio. Franken und liegt um 115,4 Mio. Franken über Budget, jedoch um 7,9 Mio. Franken unter dem Vorjahr. Der Mehrertrag im Vergleich zum Budget stammt zum wesentlichen Teil von den juristischen Personen, was erst im Verlaufe des Jahres 2025 schrittweise absehbar war. Der Steuerertrag der juristischen Personen betrug im Jahr 2025 229,6 Mio. Franken (Vorjahr 223,1 Mio. Franken) und macht nun 41,2 Prozent der gesamten Steuereinnahmen aus.

Ausgaben wachsen überdurchschnittlich stark

Der Nettoaufwand der Direktionen beträgt 499,3 Mio. Franken. Der budgetierte Nettoaufwand wird um 5,8 Mio. Franken übertroffen. Im Vergleich zum Vorjahr steigt der Nettoaufwand um 30,0 Mio. Franken bzw. 6,4 Prozent. Das Ausgabenwachstum liegt damit deutlich über dem Wirtschaftswachstum von rund 1,6 Prozent (BIP nominal). Im Vergleich zum Vorjahr wachsen die Ausgaben besonders stark in den Bereichen Soziales und Sicherheit (+10,4 Mio. Franken) sowie Bildung und Kultur (+14,0 Mio. Franken). In den restlichen Bereichen belaufen sich die Mehrausgaben auf insgesamt 5,6 Mio. Franken.

Tabelle Rechnung 2025

Der Personalaufwand steigt gegenüber Vorjahr um 14,7 Mio. Franken bzw. 5,5 Prozent an. Beim Transferaufwand beträgt das Ausgabenwachstum 21,5 Mio. Franken bzw. 6,9 Prozent. Die grössten Mehrausgaben verzeichnen dabei die Pflegerestkosten, die Wirtschaftliche Sozialhilfe, die Sonderschulbeiträge sowie Kultur- und Sportbeiträge.

Hohes Investitionsvolumen

Die Investitionstätigkeit konnte erneut gesteigert werden. Die Bruttoinvestitionen belaufen sich auf 108,5 Mio. Franken. Sie liegen um 19,4 Mio. Franken über dem Vorjahr. Die budgetierten Bruttoinvestitionen betrugen 124,2 Mio. Franken. Somit wurde das Budget zu 87,4 Prozent ausgeschöpft, was sehr erfreulich ist. Ein grosser Teil der Investitionen fliesst in den Bildungsbereich (verschiedene Schulhaus- und Betreuungsinfrastrukturen) sowie in den Verkehr und die Mobilität.

Das Nettovermögen steigt dank des guten Ergebnisses um 49,2 Mio. Franken auf 501,8 Mio. Franken an und liegt neu bei Fr. 5’761.– pro Einwohnerin und Einwohner. Der Selbstfinanzierungsgrad beträgt 145,5 Prozent.

Fazit und Ausblick

Die Stadt Luzern verzeichnet erneut ein sehr erfreuliches Rechnungsergebnis. Allerdings ist zu beachten, dass der Fiskalertrag im Vergleich zum Vorjahr auf hohem Niveau stagniert bzw. leicht abgenommen hat. Die Nettoausgaben der Direktionen steigen demgegenüber weiter kräftig an und das Investitionsniveau ist hoch. Das Rechnungsergebnis und der Selbstfinanzierungsgrad sind deshalb tiefer als im Vorjahr. Um den städtischen Finanzhaushalt ausgeglichen halten zu können und um handlungsfähig für künftige Herausforderungen zu bleiben, ist mittelfristig eine Konsolidierung bei den Investitionen und der Ausgabenentwicklung notwendig. «Die finanzielle Ausgangslage der Stadt Luzern ist hervorragend», so die Finanzdirektorin. «Die guten Ergebnisse der vergangenen Jahre wecken aber Begehrlichkeiten. Zur Bewältigung kommender Herausforderungen wie z. B. Investitionen und deren Folgekosten, Wohnraumpolitik, Steuergesetzänderungen oder steigenden Belastungen im Finanzausgleich gilt es einen angemessenen Handlungsspielraum zu bewahren und die Entwicklung der Ausgaben zu stabilisieren.»

Dank der guten Ergebnisse und des hohen Nettovermögens können die generellen Ziele der städtischen Politik gemäss Gemeindestrategie 2026–2035 und Legislaturprogramm 2026–2029 aktiv angegangen werden. Der finanzielle Handlungsspielraum wird aktiv genutzt, indem Projekte und Leistungsausbauten in der Investitionsrechnung wie auch in der Erfolgsrechnung umgesetzt und geplant werden. Dazu gehören u. a. auch die beiden Gegenvorschläge zu den Wohnrauminitiativen.

Gleichzeitig ist darauf hinzuweisen, dass der aktuelle finanzielle Handlungsspielraum bereits weitestgehend verplant ist und das Nettovermögen künftig stark abnehmen wird. Das Ausgabenwachstum liegt deutlich über der Entwicklung des Wirtschaftswachstums gemessen am Bruttoinlandprodukt BIP. Es besteht weiterhin ein hohes Schwankungsrisiko bei den Steuererträgen der juristischen Personen. «Eine hohe Standortattraktivität der Stadt Luzern als Wohn-, Arbeits- und Freizeitraum ist wichtiger denn je», sagt Franziska Bitzi Staub.

Link:
Bericht und Antrag 9/2026: «Geschäftsbericht und Jahresrechnung 2025»

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Rechnung 2025 Medienmitteilung 27.04.2026 (PDF, 113 kB) Download 0 Rechnung 2025 Medienmitteilung 27.04.2026