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2. Februar 2026
​​​​​​​Respekt vor den Menschen und deren Bedürfnissen – das ist für Stadträtin Franziska Bitzi Staub der Schlüssel für das Miteinander im Zentrum von Luzern.

Von Simon Rimle

Interview mit Stadträtin Franziska Bitzi Staub

Welche Bedeutung hat die Luzerner Innenstadt für die Stadt Luzern?

Wenn die Luzernerinnen und Luzerner aus dem ganzen Kanton sagen: «Ich gehe in die Stadt», dann meinen sie den historischen Stadtkern. Hier spüren wir den Ursprung der Lebensgemeinschaft am See. Hier entstand der Marktplatz. Hier war und ist der politische und gesellschaftliche Mittelpunkt. Luzern ist eine Stadt für alle und die Innenstadt das gemeinsame Zentrum. Hier begegnen sich diejenigen, die in Luzern wohnen, hier arbeiten oder unsere schöne Stadt besuchen; Luzern war nämlich schon immer weltoffen, früher wegen der Nord-Süd-Handelsroute, heute wegen des Tourismus.

Welches sind die grössten Herausforderungen für die Innenstadt?

Wo viele Leute zusammenkommen, gibt es auch unterschiedlichste Bedürfnisse. Gleichzeitig ist der Raum beschränkt, die Gassen eng. Für den Luzerner Stadtrat ist es deshalb entscheidend, dass wir auf die verschiedenen Ansprüche eingehen und bestmögliche Lösungen für alle finden. Dies betrifft zentrale Themen aus allen Bereichen der Stadtverwaltung wie zum Beispiel den Umgang mit dem öffentlichen Raum, der Mobilität, der Kultur, der Sicherheit, der Wirtschaft, den Auswirkungen der Klimakrise und der gesellschaftlichen Entwicklung.

Wie soll sich die Innenstadt weiterentwickeln?

Sie soll ein Ort der Begegnungen bleiben, aber eben unter Berücksichtigung der Anliegen der Zukunft. So will der Stadtrat zum Beispiel die Attraktivität der Innenstadt als Marktplatz weiter fördern und damit einen Beitrag leisten zur Belebung, zur Aufenthaltsqualität und zur positiven Wahrnehmung der Innenstadt. Erfreulich ist deshalb, dass das totalrevidierte ALI-Fonds-Reglement am 1. Januar 2026 in Kraft getreten ist. Dadurch können Projekte und Aktivitäten unterstützt werden, die der Attraktivierung der Innenstadt dienen.

Was kann der Stadtrat konkret tun?

Es ist wichtig, dass wir Rahmenbedingungen schaffen, damit sich die Innenstadt in die gewünschte Richtung entwickeln kann. Dazu dienen unter anderem die Klima- und Energiestrategie, die Mobilitätsstrategie, die Stadtraumstrategie, die Vision Tourismus Luzern 2030 oder auch das Strategische Wirtschaftsleitbild. Zudem ist die Stadt Luzern eine der Gründerinnen des Vereins City-Management. Dieser stärkt die Zusammenarbeit aller und koordiniert Aktivitäten rund um die Entwicklung der Innenstadt als Lebensraum zum Wohnen, Einkaufen, Arbeiten und Ausgehen.

Wie erleben Sie die Zusammenarbeit in der Innenstadt?

Sehr gut. Sie ist geprägt von gegenseitigem Vertrauen und Respekt vor den unterschiedlichen Menschen und deren unterschiedlichen Bedürfnissen. Die Zusammenarbeit ist so vielfältig und deshalb äusserst reizvoll. Der Austausch mit den verschiedenen Akteurinnen und Akteuren in der Innenstadt ist das beste Beispiel dafür, was im Miteinander entstehen kann. Eine besonders wichtige Rolle kommt dabei den Quartiervereinen zu.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft der Innenstadt am allermeisten?

Den Menschen soll auf dem engen Raum Priorität zukommen, beispielsweise mit Zufahrtsbeschränkungen für den Verkehr oder Unterflurcontainern für Güselsäcke in der Altstadt. Und wir müssen Sorge tragen, dass der Charme der Innenstadt erhalten bleibt, zum Beispiel mit dem Wochenmarkt und dem Engagement der Denkmalpflege.

Stadträtin Franziska Bitzi Staub
Stadträtin Franziska Bitzi Staub

 

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