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6. Januar 2026
Die Lidostrasse erhält im Rahmen eines Sanierungsprojekts ein neues Erscheinungsbild. Attraktive Vorzonen beim Verkehrshaus der Schweiz, beim Strandbad Lido und beim Tennisclub Lido laden zum Spazieren und Verweilen ein und mit der Neugestaltung kann eine durchlässige und aufgewertete Flaniermeile gemäss dem Quartierentwicklungskonzept Würzenbach umgesetzt werden. Das Projekt sieht zudem eine umfassende Sanierung der Strasseninfrastruktur vor, einschliesslich der Erneuerung der Wasserleitung und der Strassenentwässerung. Mit der Behebung verschiedener Verkehrssicherheitsdefizite wird die Lidostrasse als Velohauptroute das Velonetz der Stadt ergänzen. Der Stadtrat beantragt für das Gesamtprojekt Lidostrasse einen Sonderkredit von 7,34 Mio. Franken. Der Grosse Stadtrat wird voraussichtlich an seiner Sitzung vom 29. Januar 2026 über den Kredit beraten.

Im Detail

Die Lidostrasse ist Bestandteil des Quartierentwicklungskonzepts Würzenbach, welches für die Lidostrasse das Zielbild einer durchlässigen und aufgewerteten Flaniermeile definiert hat. Zudem ist sie im Gegenvorschlag zur Veloinitiative als Velohauptroute ausgewiesen. Seit längerem besteht überdies seitens dem Verkehrshaus der Schweiz das Bedürfnis, die Vorzonen umzugestalten und aufzuwerten. Auch weist die Lidostrasse diverse Mängel an der Infrastruktur auf. Der Belag ist stellenweise in einem schlechten Zustand, die Strassenentwässerung ist bei Starkregenereignissen unterdimensioniert und die Beleuchtung ist veraltet. Die bestehende Wasserleitung muss ebenfalls erneuert werden. Mit dem Gesamtprojekt «Sanierung und Neubau Lidostrasse» sollen all diese Vorhaben in einem koordinierten Bauprojekt umgesetzt werden.

Umfassende Neugestaltung

Die Lidostrasse erschliesst diverse Räume und Orte, welche von grossem öffentlichem Interesse sind. So sind das Verkehrshaus der Schweiz, die Bühlermatte (Lidowiese), das Strandbad Lido, das Minigolf Lido, der Camping International Lido und der Tennisclub Lido über die Lidostrasse erschlossen. Die heutige Gestaltung der Lidostrasse wird diesem Raum nicht gerecht und hat eine stark zerschneidende Wirkung. Die geradlinige Gestaltung fördert zudem überhöhte Geschwindigkeiten. Dies wurde auch im Entwicklungskonzept Würzenbach, welches vom Stadtrat am 28. Juni 2023 beschlossen wurde, so festgehalten. Mit dem Gesamtprojekt soll die Lidostrasse nun so umgestaltet werden, dass sie neben der Erschliessungsfunktion auch als attraktive Flaniermeile mit hoher Aufenthaltsqualität dient. Dies wird damit erreicht, indem im Bereich des Verkehrshauses, des Strandbades, dem Minigolf Lido sowie im Bereich des Tennisclubs die Lidostrasse in die Gestaltung der Vorzonen dieser Nutzungen integriert wird und somit einen platzartigen Charakter erhält. Diese so genannten «Shared Spaces» werden durch eine auffällige Gestaltung den linearen Strassenverlauf durchbrechen. Besonders augenfällig ist die Veränderung im Bereich des Verkehrshauses, wo der Strassenraum und die Vorzone des Verkehrshauses gestalterisch verschmelzen. Die Gestaltung erfolgte hierbei in enger Zusammenarbeit und in Absprache mit dem Verkehrshaus.

Im Zuge der Neugestaltung der Lidostrasse werden 178 von aktuell 758 Autoabstellplätzen aufgehoben bzw. umgenutzt. Das Verkehrshaus und die weiteren Angebote entlang der Lidostrasse weisen eine sehr gute Anbindung an den öffentlichen Verkehr aus, wodurch die Erreichbarkeit weiterhin gewährleistet ist. Dennoch führt der Wegfall eines Teils der bestehenden Parkierungsflächen unmittelbar vor dem Verkehrshaus für die Besuchenden zu einer Reduktion der verfügbaren Parkierungsmöglichkeiten. Die geplante Aufwertung des Strassenraums und der Vorzonen wird vom Verkehrshaus positiv beurteilt, da sie zu einer qualitativ hochwertigeren Aufenthalts- und Besuchsumgebung beitragen kann. Mit der Neugestaltung werden insgesamt mehr als 4'000 Quadratmeter Strassenraum entsiegelt und über 80 zusätzliche Bäume gepflanzt. Im Bereich des Verkehrshauses und des Strandbades Lido entstehen zudem 400 neue Veloabstellplätze und 12 Parkplätze für Motorräder.

Konzept «Shared Space»

Der «Shared Space» bezeichnet ein Planungskonzept, nach dem vom motorisierten Individualverkehr (MIV) dominierter öffentlicher Strassenraum lebenswerter, sicherer sowie im Verkehrsfluss verbessert werden soll. Charakteristisch ist dabei die Idee, auf Verkehrszeichen, Signalanlagen und Fahrbahnmarkierungen in diesen Zonen möglichst zu verzichten. Dadurch sollen die Verkehrsteilnehmenden den Raum möglichst gleichberechtigt nutzen können, wobei die Vortrittsverhältnisse weiterhin Gültigkeit besitzen. Im Unterschied zu einer Begegnungszone sind die Verkehrsteilnehmenden auf der Strasse gegenüber den zu Fussgehenden nach wie vor bevorzugt. Durch die für den Strassenraum spezielle Gestaltung wird jedoch eine vorsichtigere, rücksichtsvollere und langsamere Fahrweise begünstigt. Im vorliegenden Projekt wird diese auffällige Gestaltung vor allem durch den eingefärbten Belag, wie auch durch den geschwungenen Strassenrand erreicht. Ebenfalls werden die Beleuchtung und die Bepflanzung dem Raum angepasst, sodass insgesamt ein platzartiger Charakter in diesen Bereichen entsteht. Das Erscheinungsbild dieser «Shared Spaces» gliedert zukünftig die Lidostrasse und gewährt einen hohen Wiedererkennungswert.

Sanierung Infrastruktur

Nebst der Neugestaltung der Lidostrasse wird mit dem Projekt auch die vorhandene Infrastruktur saniert. Der Belag wie auch die Entwässerung der Strasse werden erneuert. Das anfallende Regenwasser soll wo immer möglich in den angrenzenden Grünflächen versickern. Damit auch bei Starkregenereignissen die Abflusskapazität erhöht werden kann, werden die bestehenden Regenwasserleitungen vergrössert. Punktuell wird auch die Kanalisation erneuert. Die bestehende und in die Jahre gekommene Beleuchtung wird durch neue LED-Leuchten ersetzt, welche eine Anpassung der Lichtstärke je nach Tages- oder Nachtzeit zulassen.

Planauflage und Finanzierung

Für die Sanierung der Strasseninfrastruktur und der damit einhergehende Aufwertung beantragt der Stadtrat beim Grossen Stadtrat einen Sonderkredit von 7,34 Mio. Franken. Der Grosse Stadtrat wird voraussichtlich am 29. Januar 2026 über den Kredit beraten. Das Projekt soll im Frühjahr 2026 öffentlich aufgelegt werden, damit im Frühjahr 2027 mit dem Bau gestartet werden kann.

Link:
Bericht und Antrag 51/2025: «Sanierung und Neubau Lidostrasse. Aufwertung Strassenraum. Sanierung Infrastruktur. Entsiegelung und Begrünung. Sonderkredit für die Bauausführung»

Name
Neugestaltung und Sanierung Lidostrasse Medienmitteilung 06.01.2026 (PDF, 116 kB) Download 0 Neugestaltung und Sanierung Lidostrasse Medienmitteilung 06.01.2026