Frühe Förderung

Frühe Förderung

Die Massnahmen der Frühen Förderung zeigen Wirkung!
Die externe Evaluation der Hochschule für Soziale Arbeit Luzern zeigt die Stärken auf: Die gute Einbindung der Massnahmen in die bestehenden Strukturen, die gute Vernetzung und die frühe Sprachförderung sollen beibehalten und weiter ausgebaut werden.

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Angebote der Frühen Förderung

Seit 2011 engagiert sich die Stadt Luzern für die Frühe Förderung von Vorschulkindern. Die Broschüre «Frühe Förderung – Massnahmen und Angebot in der Stadt Luzern» informiert Interessierte und Fachpersonen über die Frühe Förderung in der Stadt Luzern.

Die Stadt Luzern schafft Voraussetzungen, damit kleine Kinder eine gerechte Chance im Leben erhalten und sich gut entwickeln können. Familienarmut, fehlende Sprachkompetenzen oder mangelnde soziale Kontakte können sich ungünstig auf die Entwicklung von Kindern und deren Lebenschancen auswirken.

Das Programm Frühe Förderung der Stadt Luzern basiert auf der städtischen Familienpolitik. Der Stadtrat hat Leitsätze der Frühen Förderung definiert, welche die Grundlage für die drei Massnahmenbereiche bilden.

Die neue Broschüre zur Frühen Förderung in der Stadt Luzern zeigt die Grundlagen und Massnahmen der Stadt Luzern im Frühbereich auf. Sie enthält auch alle Angebote, die Familien mit Kindern im Vorschulalter zur Verfügung stehen.

Sie sind geordnet von niederschwellig bis hochschwellig, von Angeboten, die für alle Familien zugänglich sind bis zu Therapie- und Beratungsangeboten für spezielle Lebenslagen. Sie leistet Hilfe bei der Unterstützung und Beratung von Vorschulkindern und ihren Familien und fördert die Zusammenarbeit von Fachpersonen und -organisationen.

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Leitsätze zur Frühen Förderung

Die Stadt Luzern setzt mit dem Schwerpunkt "Frühe Förderung" ein politisch tragfähiges, nachhaltiges Fundament für die Gesellschaft von morgen. Nur ein kohärentes, koordiniertes und spezifisches Massnahmenpaket erzielt gute Wirkungen. Dazu braucht es eine einheitliche Strategie sowie Ziele und Leitsätze, aus denen die entsprechenden Massnahmen abgeleitet werden können.

Kind – Potenziale nutzen

Frühe Förderung unterstützt die Entwicklung der emotionalen, motorischen, sprachlichen, sozialen und kognitiven Fähigkeiten der Kinder im Vorschulalter und trägt damit zur Chancengerechtigkeit bei. Die Stadt Luzern setzt den Schwerpunkt der Förderung bei Kindern aus sozial benachteiligten Familien.

Eltern – Ressourcen stärken

Frühe Förderung unterstützt Eltern in ihrer Erziehungsarbeit und begünstigt dadurch ein Umfeld, das der kindlichen Entwicklung gerecht wird.

Lebensraum – im Quartier anknüpfen

Die Angebote und Massnahmen der Frühen Förderung orientieren sich am unmittelbaren Lebensraum der Kinder und ihrer Familien. Frühe Förderung unterstützt und koordiniert die Aktivitäten im Quartier.

Institutionen – Zusammenarbeit optimieren, vernetzen

Frühe Förderung umfasst Angebote, Massnahmen und Strukturen, welche die gesunde, ganzheitliche Entwicklung von Kindern im Vorschulalter gewährleisten und unterstützen. Das soll innerhalb von Familien ebenso wie familienergänzend geschehen.

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Massnahme 1: Kooperationsnetz

Eine gute Vernetzung und Zusammenarbeit aller Akteurinnen und Akteure ist eine wichtige Voraussetzung, damit die Ziele der Frühen Förderung erreicht werden können. Mit dem Aufbau eines Kooperationsnetzes übernimmt die Stadt Luzern in Zusammenarbeit mit Partnerinnen und Partnern eine aktive Rolle. Die Evaluation zeigt bereits erste Wirkungen. Die interdisziplinäre Vernetzung ermöglicht:

  • Orientierung über die vorhandenen Angebote in der Stadt Luzern.
  • Rasche Triage durch gute Kenntnisse der Leistungen anderer Stellen.
  • Bessere Abstimmung der Ressourcen und Leistungen.
  • Erfahrungsaustausch und Wissenstransfer der Netzwerkpartner/innen.
  • Entwicklung von breit abgestützten Lösungen.
  • Diskussion eines gemeinsamen Verständnisses der Frühen Förderung.

Die Stadt Luzern wird auch in der Programmphase 2016 bis 2020 die Partizipation aller Beteiligten in der Frühen Förderung weiter fördern und zielführende Kooperationen unterstützen. Mehr über die konkreten Ziele und Massnahmen erfahren Sie im "Konzept Netzwerk Frühe Förderung 2016 bis 2020".


Netzwerk-Nachmittag 26. September 2018
"Brüche oder Brücken - Übergänge als Entwicklungschancen"

Am 11. Netzwerk-Nachmittag der Stadt Luzern zur Frühen Förderung trafen sich rund 50 Fachpersonen, um das Thema Übergänge im Frühbereich aus verschiedenen Perspektiven zu diskutieren. Im Einstiegsreferat zeigte Prof. Dr. Lucia Amberg (PH Luzern) die Bedeutung von  Übergängen für die Entwicklung von Kindern auf. Anschliessend berichtete Urs Amstutz (Dienststelle Volksschulbildung) über Bildungsnetzwerke in Luzerner Schulen, die den Übergang ins Bildungssystem erleichtern sollen. In den anschliessenden Workshops wurden verschiedene Übergänge im Frühbereich anhand von Praxisbeispielen diskutiert und analysiert.

Die Präsentationen zu den Referaten finden Sie untenstehend bei den Dokumenten.
Link zu den Umsetzungshilfen für Sozialraumorientierte Schulen SORS

Vorankündigung: Der nächste Netzwerk-Nachmittag der Stadt Luzern zur Frühen Förderung findet am Mittwoch, 27. März 2018 ab 13.30 Uhr im Pfarreizentrum Barfüesser statt.

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Massnahme 2: Sprachförderung

Mit der frühen sprachlichen Förderung oder Sprachförderung will die Stadt Luzern den Spracherwerb kleiner Kinder von Geburt bis zum Eintritt in den Kindergarten begleiten und unterstützen. Sie orientiert sich an der kindlichen Entwicklung und schafft bei Bedarf einen unterstützenden Rahmen, damit Kinder gerechte Chancen für ihre soziale Integration, Inklusion und somit einen guten Schulstart erhalten. Die Massnahme beinhaltet: 

  • Weiterbildung und Coaching von Kita- und Spielgruppenleitenden
  • Supervision
  • Elterninformation
  • Beiträge an den Besuch von Kitas und Spielgruppen für sozial benachteiligte Kinder

       

Weiterbildungsangebote Sprachförderung für Kitas und Spielgruppen

Fachpersonen aus familienergänzenden Angeboten im Vorschulalter der Stadt Luzern wird im Rahmen des Programms Frühe Förderung die Teilnahme folgender Weiterbildungen ermöglicht:

  • Zweijähriger Lehrgang frühe sprachliche Förderung - Schwerpunkt Deutsch an der Berufsfachschule Basel: weitere Informationen hier. Nächster Start im Sommer 2019.
  • CURAVIVA Modulweiterbildung Kinderbetreuung zu verschiedenen Themen der Frühförderung: weitere Informationen hier.  
  • AWIS: Aus- und Weiterbildungen Innerschweiz für Spielgruppenleiterinnen. Vertiefungslehrgang SPIQ, Sprache/Integration/Qualität. Weiterbildung für alle Institutionen im Vorschulbereich möglich. www.spielgruppe-innerschweiz.ch. Nächster Start September 2019.

Bei der Aufnahme ins Programm übernimmt die Stadt Luzern die Ausbildungskosten und weitere Unterstützungsleistungen. Bei Interesse gibt Ihnen Ursula Zihlmann gerne weitere Auskünfte.


Mehrsprachigkeit - eine Chance für alle!

Mehrsprachigkeit ist für viele Familien in der Schweiz Alltag. Sie ist eine grosse Ressource und Chance für Kinder und für den Spracherwerb und die Sprachentwicklung kein Nachteil. Für kleine Kinder ist es jedoch elementar, sich mit diesem Merkmal willkommen und angenommen zu fühlen. Für Kinder mit einer anderen Erstsprache als Deutsch ist das richtige Erwerben der Erstsprache die wichtigste Voraussetzung für das Deutschlernen als Zweitsprache. Weitere Informationen und Anregungen finden Sie in folgenden Broschüren:

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Massnahme 3: MVBplus

Hausbesuche bieten der Mütter- und Väterberatung wichtige Einblicke in die Lebensrealitäten von Familien. Regelmässige Hausbesuche sind eine wichtige und wirkungsvolle Massnahme, um sozial belastete Familien und Risikosituationen frühzeitig zu erkennen und bei Bedarf gezielt zu unterstützen. So werden auch diejenigen Familien und Kinder erreicht, die die Unterstützung am nötigsten haben.

„Wir entdecken die Welt“ heisst das Programm, das bereits in anderen Gemeinden erfolgreich angewendet wird. Im Rahmen der Mütter- und Väterberatung werden sowohl Risiko- als auch Resilienzfaktoren geprüft. Sind für die gesunde Entwicklung des Kindes zusätzliche Hausbesuche indiziert, kommen geschulte Hausbesucherinnen der Caritas zum Einsatz.

Die Hausbesucherinnen begleiten Familien während eines Jahres in monatlichen Besuchen. Im Rahmen der Hausbesuche erkennt die Beraterin Potenziale der Familie und unterstützt die Eltern in ihrer Eigenverantwortung. Sie erhalten Informationen zur Entwicklung und Anleitung zur Förderung des Kindes, ausserdem unterstützt die Hausbesucherin aktiv die Einbindung in den grösseren Lebensraum. Das Kind wird in seiner Lernfreude und Neugier abgeholt, entdeckt neue Spielmaterialien und lernt Rituale und Regeln kennen. Indem es bereits im frühkindlichen Alter angemessen in seiner Entwicklung gefördert wird, kann später ein reibungsloserer Einstieg in Kindergarten und Schule gelingen.

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Nutzen der Frühen Förderung

Die Familie ist der wichtigste Einflussfaktor für die Entwicklung des Kindes – selbst eine qualitativ hochstehende familienergänzende Betreuung kann die Kernfamilie nicht ersetzen. Dennoch können alle Kinder hinsichtlich der sprachlichen, sozialen, motorischen, kognitiven und emotionalen Entwicklung von ausserfamiliären Betreuungs- und Förderangeboten profitieren. Das Ausmass hängt dabei massgeblich von der Qualität des vorschulischen Angebotes ab. Rund 44 % aller Stadtluzerner Vorschulkinder und mehr als 2/3 der 3-4-jährigen Kinder besuchen familienergänzende Angebote in der Stadt und können über diese mit gezielter Früher Förderung erreicht werden.

Frühe Förderung wirkt präventiv

Frühe Förderung kommt allen Kindern zugute – Kinder aus bildungsfernen oder sozialökonomisch schwachen Familien profitieren überdurchschnittlich. Die PISA-Ergebnisse belegen, dass Bildungschancen und Schulerfolg in der Schweiz stärker als in anderen Ländern eng mit der sozialen Herkunft verknüpft sind. Kinder aus sozial benachteiligten Familien weisen beim Eintritt in den Kindergarten häufiger Entwicklungsrückstände auf, welche durch die Schule nicht mehr ausgeglichen werden können. Mit Früher Förderung werden Kinder unabhängig ihrer Herkunft mit Ressourcen ausgestattet, die bedeutsam für ihre späteren Bildungs- und Lebenschancen und damit auch für das Entwicklungspotential unserer Gesellschaft sind.

Investitionen in die Frühe Förderung zahlen sich wirtschaftlich aus
Die richtige Intervention zur richtigen Zeit kann Folgekosten im Schul- und Erwachsenenalter vermeiden. In die Frühe Förderung zu investieren ist somit nicht nur eine Frage der sozialen Gerechtigkeit, sondern auch aus der Perspektive der Kosteneffizienz sinnvoll.

Ein Beispiel: Die Stadt Luzern führte 2011 über 480 vormundschaftliche Massnahmen für Kinder und Jugendliche. Über 100 Kinder sind fremdplatziert. Eine Platzierung kostet die öffentliche Hand über Fr. 100'000 pro Jahr. Verhindert die gezielte Frühe Förderung nur zwei Platzierungen, entspricht dies einer Kostensenkung von über Fr. 200'000 – so viel, wie die beschlossenen Massnahmen insgesamt jährlich kosten.

Kinder haben ein Recht auf Schutz, Förderung, und Partizipation
So ist es in der UNO- Kinderrechtskonvention festgehalten. Die Förderung von Kindern ist in der Bundesverfassung verankert. Der Bund, die Kantone und die Gemeinden müssen bei der Erfüllung ihrer Aufgaben den besonderen Förderungs- und Schutzbedürfnissen der Kinder Rechnung tragen. Frühe Förderung steht in damit in gemeinsamer Verantwortung von Eltern und Gesellschaft.

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Programm Frühe Förderung

Im Oktober 2011 erteilte der Grosse Stadtrat dem Stadtrat den Auftrag, Massnahmen in der Frühen Förderung umzusetzen. Von 2012 bis 2015 wurde das Programm ausgearbeitet und umgesetzt. Die  Wirksamkeit der Massnahmen wurde von der Hochschule für Soziale Arbeit Luzern im Jahr Dezember 2015 evaluiert.
Der Grosse Stadtrat stimmte der Weiterführung des Programms im Dezember 2015 zu. Er beauftragte die Dienstabteilung Kinder Jugend Familie, die Massnahmen von 2016 bis 2020 fortzuführen und in die bestehenden Strukturen zu implementieren.
Die konkreten Ziele der Massnahmen für die Jahre 2016 bis 2020 finden Sie in den entsprechenden Rubriken.

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