2000 Watt

Die Stadt Luzern ist auf dem Weg zur 2000-Watt-Gesellschaft. Dies hat die Stimmbevölkerung im November 2011 mit einem Ja-Stimmen-Anteil von 68 Prozent entschieden. Damit hat Luzern JA gesagt zu einer ehrgeizigen, zukunftsweisenden Energiepolitik und NEIN zum Atomstrom.
Auf dem Weg zur 2000-Watt-Gesellschaft

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Gerechtigkeit bei guter Lebensqualität
Die 2000-Watt-Gesellschaft ist Sinnbild für eine nachhaltige Energiepolitik. Der heutige, weltweite Energieverbrauch reicht gerecht verteilt für alle Menschen und ermöglicht ihnen einen guten Lebensstandard. Stammt die Energie vorwiegend aus erneuerbaren Quellen schützen wir das Klima und reduzieren die Luftverschmutzung.
Das Konzept der 2000 Watt-Gesellschaft

Starke lokale Wirtschaft
Auf dem Gebiet der Stadt Luzern werden jährlich mehr als 200 Millionen Franken für Heizöl, Erdgas, Benzin und Diesel ausgegeben. Viel davon fliesst ins Ausland, nur wenig bleibt in der Region. Erneuerbare Energieträger wie Wasser, Sonne oder Umweltwärme sind regional verfüg- und nutzbar. Sie schaffen hier Arbeitsplätze und Wertschöpfung, genauso wie in effiziente Gebäudetechnik oder in Wärmedämmung investiertes Geld.

2000 Watt Gesellschaft konkret
Die Energie- und Klimastrategie zeigt auf, wie die Stadt Luzern die Ziele der 2000 Watt-Gesellschaft erreichen will. Parallel wird mit einer Informationskampagne der Dialog mit der Bevölkerung gesucht.

Das Konzept der 2000-Watt-Gesellschaft

Primärenergiebedarf und Treibhausgas-Emissionen der Einwohner/innen der Stadt Luzern. Im Jahre 2011 betrugen der Primärenergieverbrauch in der Stadt Luzern 5‘000 Watt pro Kopf und der Treibhausgas-Ausstoss 6.1 Tonnen CO2-Äquivalente pro Kopf und Jahr.

Das Konzept der 2000-Watt-Gesellschaft ist eine energiepolitische Vision, die von Forschenden der ETH entwickelt wurde. Sie berechneten, welche energetische Leistung im Durchschnitt pro Kopf beansprucht werden kann, ohne dass die Erde übernutzt wird und kamen dabei auf 2000 Watt pro Person weltweit.

Das Konzept der 2000-Watt-Gesellschaft berücksichtigt den Klimaschutz: Bei einer erwarteten Weltbevölkerung von 10 Milliarden Menschen im Jahr 2050 darf pro Person und Jahr maximal 1 Tonne CO2 ausgestossen werden. Nur so ist es möglich, den globalen Treibhausgas-Ausstoss bis 2050 um 50 bis 85% gegenüber 1990 zu senken und die Klimaerwärmung bei 2°C zu stoppen.

Das Konzept der 2000-Watt-Gesellschaft beinhaltet also eine doppelte Zielsetzung:
  • Reduktion des Energieverbrauchs auf maximal 2'000 Watt Dauerleistung pro Person und
  • Reduktion der CO2-Emissionen auf 1 Tonne pro Kopf und Jahr.

Um das Ziel der 2000-Watt-Gesellschaft zu erreichen, braucht es Massnahmen in den drei Handlungsfeldern Effizienz, erneuerbare Energie und Suffizienz.
  • Energieeffizienz heisst, dasselbe tun mit weniger Energie. Beispiele für Energieeffizienz sind Hybrid-Motoren, isolierte Häuser, LED-Lampen und A+++ Klassen-Kühlschränke.
  • Erneuerbare Energieträger sind langfristig verfügbar und verursachen weniger Treibhausgase. Solche Energieträger sind Sonnen-, Wasser-, Holz- und Windenergie, aber auch die Rückgewinnung von Wärme aus dem Abwasser oder aus industriellen Prozessen.
  • Suffizienz heisst, den eigenen Lebensstil überdenken und uns bewusst für Tätigkeiten und Produkte entscheiden, die weniger Energie beanspruchen. Beispielsweise können Ferien in der Schweiz genauso erholsam und entspannend sein wie Ferien in weiter Ferne. Und nicht jedes zusätzliche Gerät im Haushalt führt zu mehr Lebensqualität.

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Energie- und Klimastrategie Stadt Luzern

Der Stadtrat hat mit dem B+A 7 vom 13. April 2011 «Energie- und Klimastrategie Stadt Luzern» die Energie-, Luftreinhalte- und Klimapolitik der Stadt Luzern der kommenden Jahre definiert. Der B+A war die Antwort des Stadtrates auf die Initiative «Luzern mit Strom ohne Atom» der Jungen Grünen.

Fachliche Grundlage des B+A 7/2011 «Energie- und Klimastrategie Stadt Luzern» bilden zwei Fachberichte, die durch eine breit abgestützte Projektgruppe unter Federführung der Dienstabteilung Umweltschutz erarbeitet wurden:

 
Wichtigste Inhalte des B+A:

Die Stadt Luzern strebt an, die Ziele der 2000-Watt-Gesellschaft zu erreichen:
  • Reduktion des Primärenergieverbrauchs auf 2000 Watt Dauerleistung pro Kopf der Bevölkerung bis im Zeitraum 2050 bis 2080 und
  • Reduktion des Treibhausgas-Ausstosses auf 1 Tonne CO2-Äquivalente pro Kopf der Bevölkerung und Jahr bis 2050.
Atomausstieg bis spätestens im Jahr 2045: Die städtische Stromversorgerin ewl wird verpflichtet, eine entsprechende Strategie zu entwickeln. Die Versorgungssicherheit, konkurrenzfähige Strompreise und die nachhaltige Ertragskraft von ewl sind dabei zu gewährleisten.

Die städtische Energie- und Klimastrategie ist im «Reglement für eine nachhaltige städtische Energie-, Luftreinhalte- und Klimapolitik» (Energiereglement) verankert. Das Reglement war der direkte Gegenvorschlag des Stadtrates zur Initiative «Luzern mit Strom ohne Atom». Initiative und Gegenvorschlag wurden den Stimmberechtigten am 27. November 2011 in einer Doppelabstimmung unterbreitet. Der Gegenvorschlag wurde dabei mit einem Ja-Stimmen-Anteil von 68.37% angenommen, die Initiative mit einem Ja-Stimmen-Anteil von 52.06%. Die Stichfrage entschied zu Gunsten des Gegenvorschlags.

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Info-Kampagne 2000 Watt

Die Stadt Luzern will eine 2000-Watt-Gesellschaft werden. Das kann nur gelingen, wenn die Bevölkerung das Konzept versteht und die ehrgeizige Aufgabe mit Freude anpackt.

In unserer Kommunikation zeigen wir auf, was sich hinter dem Begriff der 2000-Watt-Gesellschaft verbirgt. Anhand von konkreten Beispielen wird erlebbar, was die 2000-Watt-Gesellschaft bedeutet und welche Massnahmen bereits heute erfolgreich umgesetzt werden. Das motiviert für weitere Schritte auf dem Weg zur 2000-Watt-Gesellschaft.

Impressionen der Info-Kampagne

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