Waldtag

Gigeliwald, Zimmereggwald, Dreilindenwald, Roterwald... – es gibt erstaunlich viele Wälder in der Stadt Luzern. Bei einigen kennen wir vielleicht den Vitaparcours vom Sportprogramm oder die Brätelstellen von Wochenendausflügen her. Doch unsere Wälder sind deutlich mehr als nur Naherholungsraum. Sie bieten Schutz vor Naturgefahren, liefern Trinkwasser und Holz, sind Lebensraum für unzählige Tier- und Pflanzenarten und haben eine interessante Geschichte.
Um diese vielfältigen Stadtwälder der Bevölkerung näher zu bringen, organisiert die Stadt Luzern regelmässig Waldtage. Diese laden dazu ein, unsere Wälder genauer unter die Lupe zu nehmen und ungeahnte Seiten eines bekannten Stücks Natur zu entdecken. Dabei stehen sinnliche Erlebnisse im Vordergrund. Auch für Kinder gibt es vielerlei Attraktionen. Die Waldtage sind öffentlich und kostenlos.

Rückblick Waldtage

Der Wald in der Stadt Luzern

Herausforderung intakte Stadtwälder

Der Wald global
Der Wald bietet uns Holz, Schutz vor Naturgefahren, sauberes Trinkwasser und Erholungsraum. Im Wald finden viele und zum Teil seltene Tier- und Pflanzenarten ein Zuhause. Global steht es schlecht um den Wald. Ein Beispiel dafür sind die sechs Millionen Hektaren tropischer Wälder, die Jahr für Jahr abgeholzt werden, um Palmölplantagen für Kosmetika oder Soja-Felder für die Rindermast anzulegen. Das ergibt etwa 10 Fussballfelder tropischen Regenwalds, welche abgeholzt wurden, seit sie diesen Abschnitt zu lesen begonnen haben! So verlieren unzählige Tier- und Pflanzenarten ihr Zuhause, der globale Wasserkreislauf wird gestört und riesige Mengen des Treibhausgases CO2 werden freigesetzt. Um diesen katastrophalen Entwicklung entgegenzuwirken, hat die UNO 2011 zum Jahr des Waldes erklärt. Die Menschen sollen weltweit auf den Wert unserer Wälder aufmerksam gemacht werden und mithelfen, diese zu schützen .

Zahlreiche Herausforderungen für den Wald – auch in der Stadt Luzern
Verglichen mit den weltweiten Bedrohungen der Wälder geht es dem Luzerner Wald gut. Dank dem Gesetz wird er – wie alle Wälder in der Schweiz – relativ naturnah und nachhaltig bewirtschaftet und muss sich nicht vor Kahlschlag fürchten.
Doch auch die Wälder in der Stadt Luzern stehen vor zahlreichen Herausforderungen: Die heute bereits intensive Nutzung durch Erholungssuchende nimmt laufend weiter zu: Biker, Hundespaziergänger, Walker, Jogger, Reiter, Pilzler, Waldspielgruppen..., sie alle schätzen den Wald. Wird der Nutzungsdruck zu gross, kann es für die Waldtiere und –Pflanzen eng werden! Problematisch ist auch die immer wieder lautwerdende Forderung nach einem "aufgeräumten" Wald, aus dem jegliches abgestorbenes Holz entfernt werden soll. Denn damit gehen lebenswichtige Unterschlüpfe und Futterplätze für viele Waldtiere verloren. Eine weitere Herausforderung für die Wälder in der Stadt Luzern ist die enge Verzahnung von Wald- und Siedlungsflächen. Für ein konfliktfreies Nebeneinander ist es von grosser Wichtigkeit, dass bei Bauvorhaben die gesetzlichen Waldabstände eingehalten und Waldränder als ökologisch wertvolle Lebensräume ausgestaltet und gepflegt werden. Luftbelastung und Klimaerwärmung sind Herausforderungen, welche weniger direkt sichtbar, für die Wälder jedoch stark spürbar sind .

Für den Wald begeistern
Gerade auch kleine, in das Siedlungsgebiet eingebettete Stadtwälder haben einen grossen Wert für die Lebensqualität in der Stadt und sind wertvolle Oasen für viele Tiere und Pflanzen. Beispielsweise lebt im Eichwald auf der Luzerner Allmend der sehr seltene Hirschkäfer. Damit die Wälder in der Stadt trotz den vielseitigen Herausforderungen längerfristig intakte und lebendige Ökosysteme bleiben und möglichst attraktiv für die bewohnenden Waldtiere sind, benötigen sie Schutz und geeigneten Unterhalt. In der Verantwortung stehen unter anderem auch wir alle als Waldnutzerinnen und -nutzer.
Hier setzen die Waldtage der Stadt Luzern an. Hauptziel dieser Anlässe ist ein verstärktes Bewusstsein für den grossen Wert des Waldes und ein besseres Verständnis für dieses komplexe Ökosystem zu fördern. Dabei stehen entdeckende, sinnliche Erlebnisse im Vordergrund und es gibt vielerlei Attraktionen auch für Kinder .

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Rückblick Waldtage

Vielfältig wie unsere Stadtwälder sollen auch die Waldtage sein. So war bisher jeder Waldtag anders und auf seine Art besonders. Allen gemeinsam sind tolle Naturerlebnisse und gute Stimmung draussen im Wald bei Sonne, Wind und ab und zu auch Regen.

Waldtag 4. September 2016: Naturschätze im Roterwald
Rund 500 Kinder und ebenso viele Erwachsene liessen sich von den vielseitigen Waldschätzen faszinieren: Jung und Alt fuhren Hubkran, schauten beim Baumfällen zu, werkten mit Schreiner und Zimmermann, staunten über die Kraft des Sägewerks, bewunderten Fledermäuse und Vögel und beteiligten sich an der Schatzsuche.
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Wasser-Waldtag 21. Juni 2015 beim Richard Wagner Museum
Nasser Spass am zehnten Waldtag rund ums Richard Wagner Museum: Zirka 600 Interessierte besuchten die vielfältigen Attraktionen zum Thema Wasser und Wald.
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Waldtag 24. August 2014: Waldtiere im Wesemlinwald
Zirka 700 Besucherinnen und Besucher erforschten die Waldbewohner und ihre Spuren und liessen sich von den Wettbewerbsfragen herausfordern.
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Waldtag 22. September 2013: «Forsten und Forschen» im Gütschwald
Der Waldtag 2013 stellte mit mehr als 1000 Gästen einen Besucherrekord auf. Das blitzschnelle Baumfällen mit dem Vollernter, die begehbare Bodengrube, die das Waldtheater «Gruffalo» und vieles mehr fanden grossen Anklang.

Waldtag 23. September 2012: Nadliges im Zimmereggwald
Tannennadeln unter den Füssen, Borkenkäfer unter der Lupe, Waldhonig im Mund... der Waldtag 2012 bestach mit nadligen Sinneserlebnissen.
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Waldtag 13. Mai 2011: Waldklänge im Dreilindenwald
Der Waldtag im frühlingsgrünen Dreilindenwald widmete sich den unterschiedlichen Geräuschen des Waldes beim Einnachten.

Waldtag 10. September 2011: Vom Sämling zum Baum-Riesen
Das Waldfest «Vom Sämling zum Baumriesen» im herbstlichen Bireggwald befasste sich mit dem Leben der Bäume und den unterschiedlichen Arten der Holznutzung.

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Waldtag am Rotsee 2017

Wasser- und Waldtag 21. Mai 2017 am Rotsee

Über 1000 Besucher und Besucherinnen fanden sich bei perfektem Waldtagwetter am Rotsee und im Stampfeliwald ein. Erfahren haben sie viel Spannendes über quicklebendiges Totholz, problematische fremde Pflanzen, die Entstehung und Nutzung des Rotsees sowie die Forschung, welche an ihm betrieben wird. Auch tierische Infos fehlten nicht: Biber, Fische, Vögel, Fledermäuse, Wasserbakterien, Zecken und Krabbeltiere im Boden wussten zu faszinieren.

Beim Trocken-Rudern, Angelspiel, Motorsägevelo, Baumklettern, Waldboden-Tierchen suchen, Basteln und farbige Kugeln über die Kugelibahn rollen lassen konnte Jung und Alt selber aktiv sein. Im Beizli konnte man sich verpflegen und im Wald einem kaum bekannten Märchen lauschen. Viele waren als Detektive erfolgreich und fanden anhand der Fotos beim Foto-OL das richtige Lösungswort: Biberzahn - das Werkzeug eines tierischen Baumfällers.

Hier sind einige Impressionen zu finden.

Herzlichen Dank allen Mitwirkenden, die mit ihren Ideen und ihrem Engagement die grosse Vielfalt dieses Waldtags ermöglicht haben: Eawag – aquatic research; Fledermausschutz Kanton Luzern; Kanton Luzern, Abteilung Natur, Jagd & Fischerei; Sprecherin Barbara Knüsel; Natur-Museum-Luzern; Ornithologische Gesellschaft der Stadt Luzern; Pontonier Sportverein Luzern; Pro Natura Luzern; Quartiervereine Schachen und Maihof; Ruderclub Rotsee; Stiftung Ruderzentrum Luzern-Rotsee; Rotseekommission; RO Seetal-Habsburg; Umweltberatung Luzern; WaldArt; Stadtforstamt/Korporation Luzern; Kanton Luzern, Abteilung Wald.

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