Städtische Familiengärten

Die Stadt Luzern verpachtet aktuell 17 Familiengartenareale mit rund 890 Gartenparzellen an drei Familiengartenvereine:
  • Familiengärtnerverein Luzern (FGV): Areale Friedental-Ried, Sedel-Ost, Urnerhof,  Landschauterrasse, Steinhof, Lido, Allmend, Schützenmatt (Horw), Grabenhof (Kriens), Rütihof (Ebikon), Oberland (Meggen).
  • Pflanzlandpächterverein Luzern (PPV): Riedstrasse, Moorental, Sedel-West, St. Karli
  • Familiengärtnerverein Littau-Reussbühl: Rothenweidli, Ruopigenmoos
2011 hat der Stadtrat auf der Basis einer neuen Familiengartenstrategie verschiedene Grundsatzentscheide zum zukünftigen Umfang (Arealentwicklungsplanung) und zur qualitativen Ausrichtung (Leitbild) des städtischen Familiengartenangebots getroffen. Die Stadt beabsichtigt, ihren Bewohnerinnen und Bewohnern langfristig Familiengartenreale mit rund 600 Parzellen zur Verfügung zu stellen. Dies entspricht einer Reduktion um etwa ein Drittel.

Aus Sicht des Stadtrates ist diese Reduktion vertretbar und sinnvoll:
  • Die Stadt erhält dank den Umzonungen und Umnutzungen von Familiengartenarealen zusätzliche Flächen, auf denen neue Wohnungen und Arbeitsplätze entstehen können. Diese sind für die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt in ihren engen Grenzen wichtig.


  • Damit für die Stadtluzernerinnen und Stadtluzerner genügend Areale zur Verfügung stehen, will der Stadtrat den Anteil von auswärtigen Nutzerinnen und Nutzern durch die konsequente Anwendung der vertraglichen Regelungen wieder senken. Grössere Parzellen sollen zudem aufgeteilt und die Nutzung mehrerer Parzellen durch Einzelnutzer soll ausgeschlossen werden.
 
Die Arealentwicklungsplanung hat insbesondere die folgenden Auswirkungen:
  • Das Familiengartenareal Urnerhof soll im Zuge der laufenden BZO-Revision in die Wohn- und Arbeitszone umgezont und nach Auslaufen der bestehenden Verträge ab 2015 umgenutzt werden. Das Areal Grabenhof (Kriens) soll ab 2021 baulich entwickelt werden.
  • Die von der Altlastenproblematik betroffenen Familiengärten im Friedental sollen saniert werden. Dabei soll das Friedental als Frei- und Grünraum (naturnaher Landschaftspark, reduziertes Angebot an Familiengärten) langfristig erhalten und für die Öffentlichkeit aufgewertet werden. Gestützt auf die vorliegenden planerischen Grundlagen (Sanie­rungsprojekt, Freiraum- und Gestaltungskonzept Friedental) ist im Friedental von einem Brutto-Investitionsbedarf der Stadt von rund Fr. 6.5 Mio. auszugehen. Dank Beiträgen Dritter (v.   a. VASA-Beiträge des Bundes) können sich die städtischen Netto-Kosten voraussichtlich auf etwa Fr. 4.3 bis 5.1 Mio. reduzieren.
  • Das von Nutzungseinschränkungen betroffene Areal Lido wird insbesondere wegen der im Vergleich zur Arealgrösse unverhältnismässig hohen Sanierungskosten mittelfristig aufgehoben.
  • Die übrigen städtischen Familiengartenareale sollen langfristig erhalten werden. Die Laufzeit der neuen Verträge (ab 2015) soll etwa 20 Jahre betragen.
Die aktuell und zukünftig schwierigen finanziellen Rahmenbedingungen haben zur Konsequenz, dass die Stadt die Familiengartenstrategie nur als Gesamtpaket umsetzen kann. Die notwendigen Investitionen im Zusammenhang mit dem Freiraum- und Gestaltungskonzept Friedental können nur geleistet werden, wenn dank der Umzonung und Umnutzung des Areals Urnerhof entsprechende Einnahmen (Verkauf, Abgabe im Baurecht) realisiert werden können.

Wegen der starken Abhängigkeiten werden die Arbeiten der Familiengartenstrategie und der BZO-Revision weiterhin eng aufeinander abgestimmt. Somit wird der B+A zur städtischen Familiengartenstrategie im Januar 2013 dem Grossen Stadtrat zum Beschluss vorgelegt werden.

Interpellation vom 6.9.2010 "Fragen zur städtischen Familiengartenstrategie"

Antwort des Stadtrats auf die Interpellation "Fragen zur städtischen Familiengartenstrategie"


+ Pflanzlandpächterverein Luzern
+ Familiengärtnerverein Luzern
+ Schweizer Familiengärtner-Verband

Altlastensanierung Friedental / Landschaftspark

Im Zeitraum 2008/09 wurden in vier Familiengartenarealen im Friedental (Sedel-West, Moo-rental, Riedstrasse, Friedental-Ried) bei umfangreichen Boden- und Altlastenuntersuchungen deutlich bis stark erhöhte Schadstoffgehalte gemessen. Für über 100 Gartenparzellen wurden im Herbst 2009 aufgrund der kantonalen Vorgaben Nutzungs- und Anbauverbote sowie -einschränkungen erlassen (vgl. Plan, pdf). Hauptgrund für die Belastungen ist, dass die Areale auf oder am Rand einer Kehrichtdeponie liegen, die bis in die 1940er Jahre von der Stadt Luzern betrieben wurde. Die Deponie wurde nach ihrer Schliessung nur mit einer geringmächtigen Abdeckung versehen. Durch die Bearbeitung des Bodens, durch Bautätigkeiten und durch natürliche Vorgänge (zum Beispiel die Grabtätigkeit von Bodentieren) konnten die im Deponiematerial enthaltenen Schadstoffe – vor allem Blei und Polyzyklische Aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) – im Verlauf der Jahre in die Humusschicht gelangen. Die Schadstoffe können von dort von Nahrungspflanzen aufgenommen werden.

Ende 2009 hat die kantonale Vollzugsbehörde die Familiengartenareale im Friedental im Hinblick auf das Schutzgut Boden als sanierungsbedürftig eingestuft. Eine Gefährdung von Oberflächengewässern (Reuss-Rotsee-Kanal, Rotsee) und des Grundwassers wurde hingegen nicht festgestellt. Diese Einschätzung deckt sich mit den 2010 in Fischen aus dem Rotsee gemessenen geringen Schadstoffgehalten. Es wurden keine Grenzwertüberschreitungen festgestellt.

Der Stadtrat hat die Absicht, die von Altlasten betroffenen Familiengärten im Friedental zu sanieren. Das Gebiet soll als naturnaher Frei- und Grünraum erhalten und für die Öffentlichkeit aufgewertet werden. Die Sanierung erfordert die vollständige Räumung der Areale sowie die Erstellung einer in Abhängigkeit von der zukünftigen Nutzung unterschiedlich ausgestalteten, flächigen Abdeckung. Bis März 2011 wurden die notwendigen planerischen Grundlagen (Freiraum- und Gestaltungskonzept Friedental / Metron Landschaft AG - Sanierungsprojekt / Geologische Beratungen, Schenker, Korner & Partner) erarbeitet.
Nach der Sanierung sollen als Teil des Landschafsparks Friedental auf zwei Arealen wieder etwa 100 Familiengartenparzellen angeboten werden. Die Gesamtkosten betragen gemäss aktuellem Stand rund 6.5 Millionen Franken. Dank Beiträgen Dritter (v. a. VASA-Beiträge des Bundes) werden sich die städtischen Netto-Kosten voraussichtlich auf etwa Fr. 4.3 - 5.1 Mio. reduzieren. Die Stadt trägt die Kosten für die Räumung der Areale. Entschädigungszahlungen hingegen werden keine geleistet. Es ist geplant, 2016 mit der Sanierung zu beginnen. Das heisst, dass die Areale bis Ende der Gartensaison 2015 mit den bekannten Einschränkungen genutzt werden können. Ende März/Anfang April 2011 wurden die betroffenen Familiengärtner an drei Informationsveranstaltungen über das Projekt informiert. Die Vereine hatten anschliessend Gelegenheit, sich im Rahmen einer Vernehmlassung ausführlich zum Projekt zu äussern.

+ Häufig gestellte Fragen (Dienststelle Umwelt und Energie Kt. Luzern)

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Familiengartenleitbild

Wichtiger Bestandteil der städtischen Familiengartenstrategie ist das Leitbild. Seine wichtigsten Eckpunkte sind:

  • Die Familiengartenareale sind grüne Freiräume in der Stadt und werden als solche gestaltet – landschaftsarchitektonisch wie baulich. Diese Freiräume gewinnen gerade in einer Zeit des Siedlungsdruckes an besonderem Wert für die Öffentlichkeit.
  • Die Böden der Familiengärten sind gesund und funktionsfähig, damit sie ihrem Zweck entsprechend genutzt werden können.
  • Die Gärten werden umwelt- und naturfreundlich bewirtschaftet.
  • Die Verwaltung der Areale ist zweckmässig und professionell organisiert und die Aufgabenteilung zwischen Vereinen und Stadt ist klar definiert.
  • Das Familiengartenangebot richtet sich in erster Linie an Familien. Zweck der Familiengärten ist es, den Familien eine Möglichkeit zu bieten, sich gärtnerisch zu betätigen, gesundes Gemüse anzubauen und die Freizeit sinnvoll zu verbringen .
  • Insbesondere für Kinder sind die Gärten wichtige Spiel- und Erlebnisräume in der Natur.
  • Sie sind Begegnungsort verschiedener sozialer Schichten und tragen zur Integration bei. Familiengärten sind Nutzgärten mit der dafür nötigen und geeigneten Infrastruktur.

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Informationen zu weiteren Familiengartenarealen

Die laufende städtische BZO-Revision sieht die Umzonung des Areals Urnerhof in die Wohn- und Arbeitszone vor. Die Umnutzung soll nach Auslaufen des Pachtvertrags ab 2015 erfolgen. Der Kanton Luzern hatte im Rahmen des Vorprüfungsberichtes zur BZO-Revision Vorbehalte gegen die Umzonung geltend gemacht. Begründet wurden diese mit der noch nicht abge¬schlossenen Evaluation der Linienführung für die Spange Nord. Gestützt auf den aktuellen Stand des Variantenstudiums kann jedoch festgehalten werden, dass das Areal Urnerhof durch den allfälligen Bau der Spange Nord nur unwesentlich tangiert würde. Über die gegen die Umzonung des Areals erhobene Einsprache des FGV Luzern konnte im Zuge der Einspracheverhandlung eine Einigung erzielt werden. Der Verein hat sich zu einem Rückzug der Einsprache bereit erklärt, nachdem die Stadt angekündigt hatte, die Kosten für die Räumung des Areals zu tragen.

Für das in der Gemeinde Kriens liegende Areal Grabenhof beantragte die städtische Dienstab-teilung Immobilien beim Gemeinderat Kriens mit Schreiben vom 19. April 2011 die Umzonung von der Zone für Sport- und Freizeitanlagen in eine viergeschossige Wohn- und Arbeitszone. Begründet wurde der Antrag mit den Ergebnissen einer aktuellen Entwicklungsstudie für das Areal. Gegen dieses Vorhaben wurde am 31. Mai 2011 beim Gemeinderat Kriens die Volksmotion Nr. 246/2011: „Für die Erhaltung der Familiengärten Areal Grabenhof Kriens“ mit fast 1‘200 gültigen Unterschriften eingereicht. In der Begründung werden die Krienser Behörden gebe¬ten, das Areal nicht umzuzonen und sich in Verhandlungen mit der Stadt Luzern dafür einzu¬setzen, dass die bisherige Nutzung für Familiengärten verlängert wird. Der Gemeinderat Kriens beantragte am 26. Oktober 2011 dem Einwohnerrat mit Hinweis auf die Inhalte des Richtplans Entwicklungsschwerpunkt (ESP) Luzern Süd, die Volksmotion abzulehnen. Er knüpfte die Ablehnung jedoch an die Bedingung, dass das Grabenhofareal trotz der Umzonung noch bis zum 31. Dezember 2020 als Familiengartenareal genutzt werden kann und der am 31. Dezember 2014 auslaufende Vertrag entsprechend um weitere 6 Jahre verlängert wird. Der Einwohnerrat stimmte dem Antrag des Gemeinderates an seiner Sitzung vom 24. November 2011 mit knapper Mehrheit zu. Am 27. Februar 2012 fand ein Runder Tisch unter Teilnahme von Vertretern des FGV Luzern, der Gemeinde Kriens und der Stadt Luzern statt. An der Sitzung konnte eine Einigung über die vorgeschlagene Kompromisslösung und die Vertragsverlängerung bis Ende 2020 erzielt werden. Die Ortsplanungsrevision der Gemeinde Kriens soll voraussichtlich in der zweiten Hälfte 2013 abgeschlossen werden. Die Stadt Luzern wird ihre Arealentwicklungsstrategie für den Grabenhof am neuen Zeitplan ausrichten.

Das 11 Parzellen umfassende Areal Lido wird mittelfristig aufgehoben. Bei Altlastenuntersuchungen wurden teilweise schadstoffbelastete künstliche Aufschüttungen (v.   a. Schwermetalle) festgestellt. Im Mai 2010 erliess die Stadt für die betroffenen Parzellen Nutzungsverbote bzw. –einschränkungen (vgl. Plan). Auf eine Sanierung des Areals wird verzichtet. Die Kosten wären dafür unverhältnismassig hoch. Zudem sieht der Stadtrat das Areal als strategische Reserve für eine mögliche spätere Überbauung. Der aktuelle Vertrag läuft noch bis Ende 2014.

Im Areal Allmend (ca. 115 Parzellen) wurden 2009/10 umfangreiche Bodenuntersuchungen durchgeführt. Auf 16 Parzellen wurden leicht erhöhte Werte für PAK (Polyzyklische Aromatische Kohlenwasserstoffe) und / oder Blei gemessen. Gemäss den kantonalen Vorgaben wurde auf diesen Parzellen der Aufenthalt von Kleinkindern eingeschränkt, zusätzlich wurden für 3 Parzellen Empfehlungen für den Nahrungspflanzenanbau ausgesprochen (vgl. Plan). Die festgestellten Bodenbelastungen dürften vermutlich sowohl auf die Bewirtschaftung (v. a. das regelmässige Ausbringen von Aschen) als auch auf den Einfluss künstlicher Aufschütt ungen zurückzuführen sein. Die Stadt hat mittlerweile die technischen und finaziellen Rahmenbedingungen für einen Oberbodenaustausch auf den betroffenen Parzellen abgeklärt. Das weitere Vorgehen wird zusammen mit dem Familiengärtnerverein Luzern (FGV) festgelegt.

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