Klimaschutz

Klimaschutz

Die Stadt Luzern lebt Klimaschutz! Bis 2050 soll der Ausstoss des Klimagases CO2 in der Stadt Luzern massiv gesenkt werden: So steht es im Energiereglement der Stadt Luzern, welches von der Luzerner Bevölkerung im Jahr 2011 grossmehrheitlich angenommen wurde.

wir leben klimaschutz

Klimaschutz braucht das Engagement von allen

Ein klimaverträglicher Lebensstil bedeutet die Abkehr von fossilen Energieträgern wie Benzin, Diesel, Erdgas, Heizöl und Kohle: Unser Energiebedarf muss zukünftig aus erneuerbaren Quellen gedeckt werden, die kein CO2 freisetzen. Wir müssen zu einem sparsameren Lebensstil finden und die verfügbaren, erneuerbaren Energieträger mit intelligenter Technik möglichst effizient nutzen.

Das geht nicht von heute auf morgen. Aber wir müssen heute damit beginnen. Der Beitrag jeder Einzelnen und jedes Einzelnen zählt!

Ein schöner Nebeneffekt: Die Abhängigkeit von Öl und Gas produzierenden Ländern nimmt ab und die lokale Wirtschaft profitiert. Und auch die Luft wird sauberer!

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1 Unsere Klimaschutz-Politik

Die rechtliche Grundlage unserer Klimaschutz-Politik ist das Energiereglement der Stadt Luzern. Das Energiereglement wurde in der Abstimmung vom 27. November 2011 von der Luzerner Stimmbevölkerung mit grosser Mehrheit angenommen.

Das Energiereglement enthält Zielwerte und Absenkpfade für den CO2-Ausstoss und für den Energieverbrauch pro Kopf der Bevölkerung auf Stadtgebiet. Schrittweise sollen bis 2050 der CO2-Ausstoss auf eine Tonne pro Jahr und bis spätestens 2080 der Energieverbrauch auf 2000 Watt Dauerleistung gesenkt werden. Weil die Energie- und Klimaziele nicht von heute auf morgen erreicht werden können, definieren die Absenkpfade Etappenziele in Zehnjahresschritten. So kann die Stadt Luzern überprüfen, ob sie auf Zielkurs ist und nötigenfalls ihre Anstrengungen verstärken.

Das Energiereglement basiert auf der Energie- und Klimastrategie Stadt Luzern aus dem Jahr 2011. Diese zeigt auf, wie die gesetzten Energie- und Klimaziele erreicht werden können. Dazu wurden für verschiedene Handlungsfelder wie «Mobilität» oder «Raumwärme und Warmwasser» der Ist-Zustand analysiert und das Verbesserungspotenzial aufgezeigt.

Gestützt auf das Energiereglement und die Energie- und Klimastrategie erarbeitet die Stadt Luzern periodisch Aktionspläne mit konkreten Umsetzungsmassnahmen. Der erste Aktionsplan mit 24 Massnahmen stammt aus dem Jahr 2008 und ist weitgehend umgesetzt. Der aktuelle Aktionsplan Luft, Energie, Klima aus dem Jahr 2015 umfasst 17 Massnahmen, die bis im Jahr 2021 umgesetzt werden sollen.

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2 Unsere Klimaschutz-Projekte

Die Stadt Luzern senkt mit einer Vielzahl von Projekten den Ausstoss von Treibhausgasen. Hier einige Beispiele.

Seewasser als klimafreundliche Energie

Am Inseliquai entsteht ein zukunftweisendes Projekt zur Nutzung des Seewassers als Energielieferant. Derzeit saniert und erweitert ewl die über 30-jährige Energiezentrale und die Seewasserfassung. So kann in Zukunft vier Mal mehr Energie aus dem Seewasser gewonnen werden, und unter anderem können die Kleinstadt, das Tribschenquartier und ein Teil der Neustadt von der klimafreundlichen Energie profitieren. Im Endausbau im Jahr 2030 werden insgesamt 3'700 Haushalte und Betriebe mit Wärme und Kälte versorgt werden. So können jährlich 6'000 t CO2 eingespart werden.

Seewasser als klimafreundliche Energiequelle
Bauarbeiten an der Seewasserfassung.

Ausbau Fernwärmenetz zur Nutzung von Abwärme

Abwärme ist ein «Abfallprodukt», das bei verschiedenen Prozessen anfällt. Die Nutzung der Abwärme als Wärmelieferant ist sehr sinnvoll und klimafreundlich. Um die Abwärme der KVA Renergia in Perlen und der Swiss Steel AG in Emmen nutzen zu können, realisierte ewl 2019 eine 9 km lange Fernwärme-Transportleitung und eine neue Energiezentrale im Littauer Boden. So können nun Liegenschaften im Ortsteil Littau mit Abwärme geheizt werden.

Das Potenzial von Abwärme als Energiequelle ist noch nicht ausgeschöpft: ewl wird weiter investieren um zusätzliche Gebiete mit Abwärme versorgen zu können.

Ausbau Fernw?rmenetz zur Nutzung von Abw?rme
Neue Energiezentrale im Littauer Boden

Der Energieverbrauch der städtischen Liegenschaften sinkt

Die städtischen Liegenschaften wie Verwaltungsgebäude, Schulen, Sportbauten, usw. werden laufend energetisch optimiert: Die Gebäudehüllen werden isoliert, Heizungen und Haustechnik werden optimiert oder durch klimafreundliche Alternativen ersetzt. Dank diesen Massnahmen hat der Ausstoss an Treibhausgasen für Heizung und Warmwasser in städtischen Liegenschaften zwischen 2005 und 2019 um 39 Prozent abgenommen.

Baut die Stadt Luzern ein neues Gebäude, wird der Wärmebedarf vorwiegend mit erneuerbaren Energien gedeckt. Zudem wird jeweils geprüft, ob eine Photovoltaik-Anlage realisierbar ist. Solche Anlagen gibt es heute auf zehn städtischen Liegenschaften.

Der Energieverbrauch der st?dtischen Liegenschaften sinkt
Der Neubau des Schulhauses Felsberg produziert mehr Energie als er verbraucht.

LED-Leuchten für das Hirschmattquartier

Bei der Sanierung der Werkleitungen im Hirschmatquartier im Jahr 2016 wurde die Strassen-Beleuchtung ausgewechselt: Die neuen LED-Leuchten sorgen für ein helles Licht und sind gleichzeitig sehr sparsam. Sie benötigen nur noch etwa halb so viel Strom wie ihre Vorgänger. Das macht auch ökonomisch Sinn. Innerhalb von 10 Jahren lassen sich rund 32'000 Franken an Stromkosten sparen. Zudem haben die neuen LED-Leuchten eine längere Lebensdauer als die bisherigen Lampen.

LED-Leuchten f?r das Hirschmattquartier
Neue Leuchten im Hirschmattquartier

Neuer Velo- und Fussweg

Das ehemalige Trassee der Zentralbahn ist seit Dezember 2016 ein Velo- und Fussweg. Diese sichere Verbindung von der Luzerner Neustadt direkt nach Kriens fördert den Langsamverkehr. So ist der neue Weg eine Massnahme der Mobilitätsstrategie der Stadt Luzern und gleichzeitig ein wichtiges Puzzleteil einer zukünftigen, klimafreundlichen Mobilität.

Neuer Velo- und Fussweg
Der Velo- und Fussweg «Freigleis»

Abwasser heizt Schulhäuser

Auf Initiative der Stadt Luzern entstand 2016 am Löwengraben eine spezielle Energienutzung: Bei der Sanierung des Abwasser-Kanals wurde auf einer Länge von 300 Metern ein Wärmetauscher eingebaut. Damit kann dem Abwasser Wärme zum Heizen entzogen werden. Zudem kann zu Kühlzwecken Wärme in den Kanal abgeleitet werden. Die nutzbare Energie aus dem Abwasser entspricht 280'000 Litern Heizöl pro Jahr oder dem Wärmeverbrauch von zirka 430 Haushalten. Das Projekt verhindert Treibhausgas-Emissionen von jährlich 850 Tonnen CO2.

Abwasser heizt Schulh?user
Wärmetauscher im Abwasserkanal Hirschengraben

Neues Stadtarchiv im Minergie-P-ECO-Standard

2014 baute die Stadt Luzern ein neues Stadtarchiv in Ruopigen im Standard Minergie-P-ECO. Minergie-P steht für Bauten mit einem sehr tiefen Energiebedarf. So hat das Stadtarchiv ein kompaktes Volumen, eine gut gedämmte Gebäudehülle, eine Komfortlüftung, eine effiziente Beleuchtung und effiziente Geräte. Zudem nutzt das Stadtarchiv zum Heizen Erdwärme. Der Labelzusatz ECO bedeutet, dass Baustoffe verwendet wurden, die bei ihrer Produktion wenig Energie benötigten, schadstoffarm sind und eine lange Lebensdauer haben. So kam beispielsweise Recycling-Beton zum Einsatz.

Neues Stadtarchiv im Minergie-P-ECO-Standard
Das neue Stadtarchiv in Ruopigen

Die Stadtverwaltung nutzt ausschliesslich Strom aus erneuerbaren Energiequellen

Seit Anfang 2013 deckt die Stadtverwaltung Luzern ihren gesamten Stromverbrauch mit Strom aus 100% erneuerbaren Quellen: Das betrifft den Strom, der im Stadthaus oder in den städtischen Schulhäusern benötigt wird genauso sowie den Strom für die öffentliche Beleuchtung.

Die Stadtverwaltung nutzt ausschliesslich Strom aus erneuerbaren Energiequellen
Stadthaus mit 100% Energie aus erneuerbaren Quellen

 

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3 Energie- und Klimastrategie Stadt Luzern

Der Stadtrat hat mit dem Bericht und Antrag 7 vom 13. April 2011 «Energie- und Klimastrategie Stadt Luzern» die Energie-, Luftreinhalte- und Klimapolitik der Stadt Luzern der kommenden Jahre definiert.

Grundlage des Bericht und Antrags «Energie- und Klimastrategie Stadt Luzern» bilden zwei Fachberichte, die durch eine breit abgestützte Projektgruppe unter Federführung der Dienstabteilung Umweltschutz erarbeitet wurden:

 
Die Stadt Luzern strebt die Ziele der 2000-Watt-Gesellschaft an:
  • Reduktion des Primärenergieverbrauchs auf 2000 Watt Dauerleistung pro Kopf der Bevölkerung bis im Zeitraum 2050 bis 2080
  • Reduktion des Treibhausgas-Ausstosses auf 1 Tonne CO2-Äquivalente pro Kopf der Bevölkerung und Jahr bis 2050.
  • Atomausstieg bis spätestens im Jahr 2045.

Fotovoltaikanlage auf dem Gebäude der Luzerner Kantonalbank.
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4 Aktionsplan Luft, Energie, Klima

Die Stimmberechtigen der Stadt Luzern haben sich im Bereich der Energie- und Klimapolitik ehrgeizige Ziele gesetzt. Um diese Ziele zu erreichen, ergreift die Stadt Luzern konkrete Massnahmen. Diese werden jeweils zu mehrjährigen Aktionsplänen zusammengefasst. Der erste Aktionsplan aus dem Jahr 2008 ist bereits weitgehend umgesetzt. Deshalb hat der Stadtrat Ende 2015 einen zweiten Aktionsplan verabschiedet. Der «Aktionsplan Luft, Energie, Klima 2015» umfasst 17 Massnahmen. Sie sind nach sechs Massnahmenschwerpunkten gegliedert und sollen bis 2021 umgesetzt werden. Der Inhalt ist in der leicht verständlichen Broschüre «Aktionsplan Luft, Energie, Klima 2015» zusammengefasst.

Mit dem «Aktionsplan Luft, Energie, Klima 2015» kann die Stadt Luzern den Energieverbrauch sowie die Emissionen von Treibhausgasen und Luftschadstoffen deutlich senken. Die städtischen Zielsetzungen können aber nur erreicht werden, wenn zusätzlich auch der Bund und der Kanton weitere Massnahmen umsetzen.

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