Luft

Trotz deutlicher Verbesserungen in den letzten Jahrzehnten ist die Luftqualität in Luzern ungenügend. Die Luftverschmutzung hat weitreichende negative Folgen für Mensch und Umwelt.
Detaillierte Informationen zur Luftqualität finden Sie unter:

Die Stadt Luzern setzt sich ein für saubere Luft.


Die Stadt Luzern betreibt eine aktive Luftreinhalte-, Energie- und Klimapolitik. Wichtige Aufgaben und Instrumente sind:

 
Jede und jeder Einzelne kann etwas tun für saubere Luft.
Viele unserer alltäglichen Handlungen beeinflussen die Qualität unserer Atemluft:

Aktionsplan Luft, Energie, Klima

Die Stimmberechtigen der Stadt Luzern haben sich im Bereich der Energie- und Klimapolitik ehrgeizige Ziele gesetzt. Um diese Ziele zu erreichen, ergreift die Stadt Luzern konkrete Massnahmen. Diese werden jeweils zu mehrjährigen Aktionsplänen zusammengefasst. Der erste Aktionsplan aus dem Jahr 2008 ist bereits weitgehend umgesetzt. Deshalb hat der Stadtrat Ende 2015 einen zweiten Aktionsplan verabschiedet. Der «Aktionsplan Luft, Energie, Klima 2015» umfasst 17 Massnahmen. Sie sind nach sechs Massnahmenschwerpunkten gegliedert und sollen bis 2021 umgesetzt werden. Der Inhalt ist in der leicht verständlichen Broschüre «Aktionsplan Luft, Energie, Klima 2015» zusammengefasst.

Mit dem «Aktionsplan Luft, Energie, Klima 2015» kann die Stadt Luzern den Energieverbrauch sowie die Emissionen von Treibhausgasen und Luftschadstoffen deutlich senken. Die städtischen Zielsetzungen können aber nur erreicht werden, wenn zusätzlich auch der Bund und der Kanton weitere Massnahmen umsetzen.

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Feuerungskontrolle

Feuerungsanlagen müssen alle zwei Jahre einer lufthygienischen Kontrolle unterzogen werden. Damit wird ein schadstoffarmer Betrieb dieser Anlagen sichergestellt. Für den Vollzug sind bei kleineren Feuerungsanlagen die Gemeinden zuständig: bei Öl- und Gasfeuerungen bis zu einer Feuerungswärmeleistung von 350 kW, bei Holzfeuerungen bis zu einer Feuerungswärmeleistung von 70 kW.

Administration

Die Stadt Luzern hat die administrativen Aufgaben der Feuerungskontrolle an die folgende, private Stelle delegiert:

Administration Feuerungskontrolle
Anton Amhof
Imfangstrasse 9
6005 Luzern
Tel: 041 360 63 21
E-Mail: a.amhof@bluewin.ch

Kontrolltätigkeit

Bei Öl- und Gasfeuerungen wird der Schadstoffgehalt im Abgas und der energetische Wirkungsgrad der Feuerungsanlage gemessen. Die Messungen dürfen von den gewählten Öl- und Gasfeuerungskontrolleuren der Stadt Luzern (siehe unten) oder von qualifizierten Personen der Kaminfeger- und Heizungsbranche durchgeführt werden (siehe dazu Zulassungsliste Öl- und Gasfeuerungskontrolleure).

In der Stadt Luzern gibt es drei Kaminfegerkreise. Die jeweiligen Kaminfegermeister sind in ihren Kreisen gleichzeitig auch als gewählte Öl- und Gasfeuerungskontrolleure eingesetzt:

  • Anton Amhof, Imfangstrasse 9, 6005 Luzern
  • Gregor Hirsiger, Kreuzbuchstrasse 22, 6045 Meggen
  • Roland Schumacher, Winkelriedstrasse 35, 6003 Luzern
Die amtlichen Öl- und Gasfeuerungskontrolleure prüfen alle nicht fristgerecht kontrollierten Anlagen und erfüllen Aufgaben der Qualitätssicherung.

Bei Holzfeuerungen mit einer Feuerungswärmeleistung bis 40 kW wird das Brennholzlager angeschaut und eine Ascheprobe gezogen. Betroffen sind nur regelmässig benutzte Feuerungen, welche innerhalb von zwei Jahren mindestens einmal vom Kaminfeger gereinigt werden. Typische Holzfeuerungen dieser Art sind Stückholzheizungen, Schnitzelfeuerungen, Kochherde, Kachel-, Schweden- und Zimmeröfen. Die meisten Cheminées müssen nicht kontrolliert werden, weil sie zu wenig häufig betrieben werden. Ebenfalls von der Kontrolle ausgenommen sind reine Pelletfeuerungen.

Bei Holzfeuerungen mit einer Feuerungswärmeleistung von 40 bis 70 kW muss alle 2 Jahre eine CO-Messung (Kohlenmonoxid-Messung) durchgeführt werden. Es ist der Nachweis zu erbringen, dass der geltende LRV-Grenzwert für Kohlenmonoxid eingehalten ist.

Die Kontrollen dürfen vom gewählten Holzfeuerungskontrolleur der Stadt Luzern (siehe unten) oder von qualifizierten Personen der Kaminfeger- und Heizungsbranche durchgeführt werden (Zulassungsliste Holzfeuerungskontrolleure bis 40 kW; Zulassungsliste CO-Messung 40 bis 70 kW).

Gewählter Holzfeuerungskontrolleur für die ganze Stadt Luzern ist:
Der amtliche Holzfeuerungskontrolleur prüft alle nicht fristgerecht kontrollierten Anlagen und erfüllt Aufgaben der Qualitätssicherung.


Direktlink zu dieser Seite:
www.feuerungskontrolle.stadtluzern.ch

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Folgen der Luftverschmutzung

Die Luftverschmutzung führt zu Beinträchtigungen der menschlichen Gesundheit, zur Versauerung und Überdüngung von Ökosystemen, zu Ernteeinbussen in der Land- und Forstwirtschaft und zu Schäden an Gebäuden. Sie verursacht in der Schweiz pro Jahr volkswirtschaftliche Schäden in der Grössenordnung von 10 Mrd. Franken. Ferner wirken einzelne Luftschadstoffe auch als Treibhausgase und leisten damit einen Beitrag zur Klimaerwärmung.

Basierend auf einer internationalen Studie muss davon ausgegangen werden, dass die Luftverschmutzung in der Stadt Luzern unter anderem jährlich für zirka 30 Todesfälle bei Erwachsenen, für zirka 25 Spitaleintritte wegen Herz-Kreislauf-Krankheiten und für zirka 400 Fälle von Bronchitis bei Kindern verantwortlich ist. Die Gesundheitskosten der Luftverschmutzung belaufen sich für die Stadt Luzern auf rund 50 Mio. Franken im Jahr.

Eine nationale Studie aus dem Jahr 2013 zu den Kurzzeiteffekten von Feinstaub (PM10) auf die täglichen Zahlen der notfallmässigen Spitaleinweisungen und der Todesfälle zeigt auf, dass ein Anstieg von wenigen Mikrogramm pro Kubikmeter Luft zu einem deutlichen Anstieg der Zahl medizinischer Notfälle führt. Besonders gross ist der Effekt bei älteren Menschen. Die Studie bestätigt die vorherrschende Auffassung, dass Luftschadstoffe selbst bei geringer Konzentration gesundheitliche Auswirkungen haben können.

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Luftqualität

Dank einer Vielzahl von Massnahmen hat sich die Luftqualität seit Mitte der Achtzigerjahre deutlich verbessert. Die Grenzwerte für Schwefeldioxid werden heute im ganzen Stadtgebiet eingehalten. Rund 20 Prozent der Bevölkerung sind in der Stadt Luzern von übermässigen Stickstoffdioxid-Immissionen betroffen. Die Belastung stagniert seit mehr als zehn Jahren. Ein wesentlicher Grund liegt in der Zunahme von Diesel-Personenwagen. Beim Feinstaub sind insbesondere die Spitzenbelastungen im Winterhalbjahr in der ganzen Stadt zu hoch. Die Russkonzentration hat im verkehrsbelasteten Stadtzenturm in den letzten fünf Jahren deutlich abgenommen, liegt aber noch immer zehnfach über dem von der Eidgenössischen Kommission für Luftreinhaltung empfohlenen Richtwert. Bei der Ozonbelastung zeigen die letzten zehn Jahre keinen Trend und die Grenzwerte werden deutlich überschritten.

Immissionsmessungen
Im Rahmen des interkantonalen Luftmessnetzes «in-Luft» werden auf dem Gebiet der Stadt Luzern 8 Passivsammlerstandorte für Stickstoffdioxid sowie eine kontinuierlich arbeitende Messstation an der Moosstrasse betrieben. Eine weitere kontinuierliche Messstation befindet sich unweit auf dem Sedel in der Gemeinde Ebikon.

  • Die Messdaten sind auf dem Internet online verfügbar bei «in-Luft».
  • Neu können Sie sich über die aktuelle Luftqualität mit der App «airCHeck» informieren. Einfach gratis auf Ihrem Smartphone installieren (App Store für iPhone, Play Store für Android) und loslegen.
 
Weitere Informationen zum Thema Luftqualität erhalten Sie unten bei den Links!

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Mein Beitrag für bessere Luft

Ich ...

  • ... vermeide unnötige Fahrten und Flüge und plane Ferien in der Nähe.
  • ... gehe öfter zu Fuss, fahre Velo und steige auf Bus und Bahn um.
  • ... bilde Fahrgemeinschaften, statt allein im Auto zu fahren.
  • ... verwende Töff / Roller mit Viertaktmotor und Katalysator oder - noch besser - mit Elektromotor.
  • ... drossle das Tempo, fahre niedertourig und vorausschauend (Eco-Drive)
  • ... stelle im Stand den Motor ab.
  • ... produzieren weniger Abfall und entsorge diesen separat.
  • ... verbrenne im Cheminée oder im Garten keine Abfälle.
  • ... entfache mein Cheminéefeuer nach der «obenabe-Methode» von «richtig feuern»
  • ... bevorzuge regionale Produkte ohne lange Transportwege.
  • ... verwende lösungsmittelfreie Farben, Lacke, Reinigungsmittel, Kleber, Spraydosen und Holzschutzmittel.
  • ... benutze im Hobby- und Gartenbereich elektrische statt benzinbetriebene Geräte. Letztere betreibe ich ausschliesslich mit Gerätebenzin.

Zwölf weitere Tipps für bessere Luft und Klimaschutz in den Bereichen «Geräte und Beleuchtung» sowie «Heizung und Warmwasser» finden Sie bei den Energiespartipps.

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Quellen der Luftverschmutzung

Troposphärisches Ozon bildet sich hauptsächlich im Sommerhalbjahr bei grosser Sonneneinstrahlung und hohen Temperaturen aus den Vorläufersubstanzen Stickstoffdioxid und flüchtige organische Verbindungen (VOC).

Stickstoffdioxid entsteht bei Verbrennungsvorgängen aus im Brennstoff und in der Verbrennungsluft enthaltenem Stickstoff. In der Stadt Luzern stammen rund 50 Prozent vom Strassenverkehr, 25 Prozent aus Hausfeuerungen und 20 Prozent von Industrie, Gewerbe und Dienstleistungen.

Flüchtige organische Verbindungen (Volatile Organic Compounds, VOC) stammen aus Lösungsmitteln (Farben, Lacke, Klebstoffe), Reinigungsmitteln, Körperpflegemitteln, Treibmitteln für Spraydosen, Verbrennungsvorgängen, Verdampfung von Treibstoffen, usw. In der Stadt Luzern stammen rund drei Viertel von Industrie und Gewerbe.

Beim Feinstaub unterscheidet man primären und sekundären Feinstaub.
Primärer Feinstaub wird partikelförmig emittiert. Wichtige Quellen für primären Feinstaub sind Verbrennungsprozesse in Feuerungsanlagen und Motoren, insbesondere in Dieselmotoren. Daneben entsteht primärer Feinstaub auch durch Pneu- und Bremsbelag-Abrieb sowie durch die Resuspension von Strassenstaub. In der Stadt Luzern stammen rund 65 Prozent des primären Feinstaubs vom Strassenverkehr, 15 Prozent aus Hausfeuerungen und 20 Prozent von Industrie und Gewerbe.
Sekundärer Feinstaub bildet sich beispielsweise aus Ammoniak-Emissionen der Landwirtschaft oder anderen gasförmigen Vorläuferstoffen (Stickoxide, Schwefeldioxid, VOC) durch chemische und physikalische Prozesse in der Atmosphäre.

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Richtig feuern

Richtig feuern mit Holz!
Wärme aus Holz ist eine sinnvolle Sache. Falsch betriebene Cheminées und Kleinfeuerung können jedoch die Luft stark mit Feinstaub belasten. Daher hat die Stadt Luzern in Zusammenarbeit mit den Kaminfegerinnen und Kaminfegern eine Informationskampagne gestartet. Wer beim Anfeuern einige wenige Punkte beachtet, tut sich und der Umwelt viel Gutes. Packen wir's an!
 
Einfache Massnahmen
Cheminées und andere kleine Holzfeuerungen stossen viel Feinstaub aus. In der Schweiz gehen über 15 Prozent der jährlichen Feinstaubemissionen auf das Konto von solchen Holzfeuerungen. Gerade in Wohnquartieren kann die Luftbelastung durch Holzfeuerungen und Cheminées in der kalten Jahreszeit besonders hoch sein. Mit nur wenig Know-how lässt sich jedoch viel Rauch und damit Feinstaub vermeiden und die Luftqualität wirksam verbessern.

Aus diesem Grund will die Stadt Luzern den schadstoffarmen Betrieb von kleinen Holzfeuerungen fördern. Ziel ist es, dass Heizungs- und Cheminéebetreiberinnen und -betreiber ihre Anlagen korrekt befeuern und damit unnötigen Ausstoss von Rauch und Schadstoffen vermeiden. Beim korrekten Anfeuern wird das Feuer in der Regel oben auf dem Holzstapel mit einem so genannten Anfeuermodul angezündet. So verläuft die Verbrennung kontrolliert und langsam, und schädliche Verbrennungsgase brennen vor dem Entweichen nahezu vollständig aus.

Grosse Wirkung
Die Informationskampagne der Stadt Luzern in Zusammenarbeit mit den Kaminfegerinnen und Kaminfegern richtet sich an Besitzerinnen und Besitzer von Cheminées und Stückholzfeuerungen. In einer Broschüre werden sie darauf aufmerksam gemacht, dass sie es in der Hand haben, ihre eigene und die Gesundheit ihrer Mitmenschen zu schützen. Denn Feinstaub aus Verbrennungsprozessen ist besonders schädlich, da die extrem kleinen Teilchen weit in die Lunge vordringen.

Vor dem Hintergrund der Klimadiskussion ist damit zu rechnen, dass der erneuerbare und CO2-neutrale Energieträger Holz vermehrt genutzt wird. Ohne wirksame Gegenmassnahmen würde dies zu einer Verschlechterung der Luftqualität führen und zu zusätzlichen gesundheitlichen Risiken für die Stadtbevölkerung.

Die Broschüre «Richtig feuern mit Holz» enthält neben einer detaillierten Anleitung auch Antworten auf häufig gestellte Fragen. Die Broschüre lässt sich gratis bei allen Kaminfegerinnen und Kaminfegern der Stadt Luzern sowie beim öko-forum beziehen.

So wird's gemacht (Film)
Die im folgenden Film gezeigte Anfeuermethode gilt nur für Cheminées und Stückholzfeuerungen, bei denen die Abgase den Feuerraum oben verlassen (= oberer Abbrand).


Quellenangabe: Amt für Umweltschutz des Kantons Zug, Holzenergie Schweiz

Aus meinem Ofen treten die Abgase seitlich oder unten aus. Wie feuere ich richtig an?
Auch Stückholzfeuerungen mit unterem Abbrand können mit Hilfe eines Anfeuermoduls rauch- und schadstoffarm betrieben werden. Lesen Sie dazu das Merkblatt «Richtig Anfeuern - Holzfeuerungen mit unterem Abbrand» von Holzenergie Schweiz.

Weiterführende Informationen
Umwelt Zentralschweiz
+  Fair feuern
EnergieSchweiz
Holzenergie Schweiz

Direkter Link zu dieser Seite:
www.richtigfeuern.stadtluzern.ch

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