Zebrastreifen durch Scheibe fotografiert

Zentrale Begriffe

Wie unter digitale Transformation beschrieben, wird derzeit an der Digitalstrategie gearbeitet. Sobald diese besteht, können wir nebst den Begriffsdefinitionen auch einen konkreteren Bezug der einzelnen Begriffe auf die Stadt Luzern machen. Aktuell fehlt daher dieser Bezug.

Digitalisierung

Der Begriff «Digitalisierung» ist allgegenwärtig – und in medialen und gesellschaftlichen Debatten häufig doch nur wenig konkret greifbar[1]. Ursache dafür ist unter anderem, dass sich die Bedeutung des Begriffs über die Jahre verändert hat. So entstand der Begriff Digitalisierung ursprünglich zum Beschreiben eines vermeintlich simplen Vorgangs: Analoge Informationen (Musik von LP’s) werden in digitale Informationen (Musik im MP3 Format) umgewandelt. Heutzutage wird der Begriff breiter verwendet, zum Beispiel um auch die Auswirkungen der Umwandlung von analog zu digital zu beschreiben, die sich in Form von in neuen Prozessen (z.B. wie Tonaufnahmen gemacht werden), neuen Objekten (z.B. MP3-Player) oder neuen Ereignissen (z.B. Shitstorms) zeigen können.

«Digitalisierung» bezeichnet die Erstellung digitaler Repräsentationen von analogen Informationen, physischen Objekten und Ereignissen sowie die damit einhergehenden Veränderungen von Prozessen und daraus entstehenden Objekten und Ereignissen[2].

Digitale Transformation

«Formare» als Wortursprung (Latein) wird in gestalten oder formen übersetzt[3], «transformare» in umgestalten[4]. Etwas zu gestalten, suggeriert einen bewussten Eingriff in die Umwelt, mit dem Ziel diese in eine bestimmte Richtung zu verändern[5]. Eine «Digitale Transformation» findet also statt, wenn durch die Digitalisierung neu geschaffene digitale Lösungen bewusst verwendet werden, um die Umwelt umzugestalten.

Während einer «digitalen Transformation» werden (neue) digitale Technologien von einem Akteur im Hinblick auf einen Ziel-Zustand genutzt. Dabei werden bestehende Prozesse, Objekte und Ereignisse bewusst hinterfragt und umgestaltet.

Smart City

Eine smarte Gemeinde, Stadt oder Region nützt Technologie, Innovationen und Daten, um die Lebensqualität der Menschen sowie die Standortattraktivität für Unternehmen zu erhöhen und dabei die Infrastruktur effizienter zu nutzen und die Ressourcen zu schonen. Bei allen Überlegungen stehen Einwohner/innen, Arbeitnehmer/innen und Besucher/innen im Zentrum und gestalten die Transformation mit. Smart City besteht aus verschiedenen vernetzten Dimensionen.

Smart City Wheel

Da sich die Voraussetzungen in jeder Gemeinde und Stadt anders zeigen und auch der Fokus bezüglich Lebensqualität unterschiedlich gesetzt werden kann, gibt es kein allgemeingültiges Vorgehen, eine Smart City zu sein oder zu werden. Um trotzdem eine einheitliche Grundlage zu haben, wird das von «Smart City Hub» erarbeitete «Smart City Wheel» mit den sechs Themenfeldern und jeweils vier Themengebieten als Arbeitsmittel empfohlen.

Smart City Rad

Die 6 Felder des Smart City Wheels

Smart Mobility umfasst alle Facetten von automatisierten Fahrzeugen über Bike-Sharing hin zu multimodalen Transportketten und ganz neuen Logistikkonzepten (z.B. Cargo-Souterrain).

Smart Living beschreibt den persönlichen Lebensraum, der smarter gestaltet wird u. z.B. um Menschen mehr Selbstbestimmung und Sicherheit zu geben.

Smart Economy steht u.a. für neue Arbeitsformen mit Vernetzung der Akteure. Co-Working Arbeitsplätze sind genauso wichtig, wie Open Innovation und neue Formen der agilen Zusammenarbeit.

Smart Environment umschreibt den intelligenten Umgang mit unserer Umwelt, vom Gebäude über Grünflächen bis zur Stadtplanung, der Probleme möglichst früh erkennt und die Standortattraktivität erhöht. Dabei sind auch alle Fragen der Ressourcenschonung (Energie, Klimagase, Abfall, Wasser) zentral.

Smart Governance beschreibt die Anwendung von Technologien der öffentlichen Hand, wie beispielsweise der Interaktion zwischen Bewohnenden und der Verwaltung, als auch innerhalb der Verwaltung.

Smart People ist der Inbegriff einer Bevölkerung, die bei Entscheidungen und Vorhaben mitgenommen wird. Je höher die Partizipation der Bevölkerung, desto bewohnerfreundlicher kann eine Stadt werden. Es steht z.B. auch für eine behindertengerechte Infrastruktur, Chancengleichheit oder etwa Informationsservices für Blinde.

E-Government

E-Government steht für die elektronische Interaktion von privaten und juristischen Personen mit den Behörden. Bereits heute zeigt sich die Beliebtheit dieser Form der Interaktion in der Kontaktaufnahme mit Behörden oder der Suche nach Informationen, wofür drei Viertel der Privatpersonen den elektronischen Kanal nutzen. Derzeit etwas weniger häufig ist in der Schweiz die Nutzung von Online-Dienstleistungen der Behörden: Erst etwas mehr als die Hälfte der Schweizer Bevölkerung nutzt diese. Das liegt insbesondere an Hürden bei der Abwicklung solcher Transaktionen: Angebote werden nicht gefunden oder nicht verstanden. Oft werden Prozesse auch elektronisch gestartet, aber auf persönlichem Weg oder per Brief abgeschlossen.
Der Grund dafür ist, dass viele Prozesse noch nicht vollständig elektronisch zur Verfügung stehen. In Befragungen geben Bevölkerung und Wirtschaft aber an, dass sie gerne mehr Dienste der Behörden online nutzen würden. Die Verwaltung soll daher in den kommenden Jahren ihr Angebot an E-Services und die Möglichkeit zur Mitwirkung am Staatswesen über elektronische Kanäle weiter ausbauen und deren Nutzerfreundlichkeit verbessern. [7]

Open Government Data

Open Government Data (offene Verwaltungsdaten, OGD) ist ein Konzept, das auf die Zugänglichkeit und Wiederverwendung von Daten zielt, die im Rahmen der Verwaltungstätigkeit produziert werden.

Open Government Data verbindet das Konzept Open Government als Leitbild staatlichen Handelns mit den Konzepten Open Data und Government Data. Im Folgenden werden die zentralen Begriffe definiert:

Daten

Der Begriff Daten wird in einem breiten Sinne verstanden. Daten sind isolierte oder isolierbare Einheiten, welche maschinell bearbeitet und analysiert werden können. Dabei handelt es sich beispielsweise um intentional hergestellte Daten (z. B. Statistiken, Finanzdaten, Registerdaten), um Messdaten (z. B. Wetterdaten, Geodaten, Verkehrsmessungen), aber auch um andere Informationen, die als Daten behandelt werden können, wie Listen (z. B. Krankenkassenprämien, verbotene Substanzen, Güter, die nicht ausgeführt werden dürfen), wie strukturierte oder unstrukturierte Texte (z. B. Archiv- oder Bibliothekskataloge, Rechtstexte) oder auch Multimediaproduktionen (digitale Bild-, Ton- oder Videodokumente mitsamt ihren Metadaten).


Verwaltungsdaten (Government Data)

Verwaltungsdaten definiert Daten nach ihrer funktionalen Herkunft. Nicht nur Behörden aller Staatsgewalten und aller föderalen Ebenen sind die Produzenten und Eigner; dazu können auch Daten von staatsnahen Betrieben oder von Dritten einschliesslich Privater gezählt werden, die staatliche Aufgaben wahrnehmen. Verwaltungsdaten sind letztlich alle Daten, die in Erfüllung einer staatlichen Aufgabe erstellt, erhoben oder gesammelt werden; dazu gehören namentlich auch Daten aus Gedächtnisinstitutionen (Museen, Archiven, Bibliotheken). Nicht dazu gehören Daten von öffentlich finanzierter Forschung, die grundsätzlich aber auch als offene Daten behandelt werden können.

Offene Daten (Open Data)

Offene Daten meint Daten, die frei, ohne wesentliche rechtliche, finanzielle oder technische Einschränkungen, genutzt, verarbeitet, ausgewertet und weitergegeben werden dürfen. Rechtlich muss die kostenfreie Nutzung und Weiterver-arbeitung der Daten gewährleistet sein; technische Offenheit betont, dass offene Daten maschinell bearbeitbar sein müssen. Bei der Publikation von Daten als offe-nen Daten müssen Datenschutz-, Informationsschutz- und Urheberrechtsbestimmun-gen sowie Geschäftsgeheimnisse gewahrt bleiben.

Linked (Open) Data

Linked (Open) Data bezeichnet im Speziellen Daten, die in einem direkt verarbeitbaren und vernetzbaren Format frei zugänglich gemacht werden. Das ist ein wesent-liches Merkmal, das nur verfügbare von einfach offen nutzbaren Daten unterscheidet. Linked (Open) Data ist das technische und organisatorische Konzept, um Datennutzung über organisatorische und systemische Grenzen hinweg zu ermöglichen, und ein zentrales Element der Effizienzsteigerung und damit der Senkung der Bürokratielasten.

Daten als Infrastruktur

Daten als Infrastruktur zu bezeichnen, bedeutet, sie als Teil der Basisausstattung für das gute Funktionieren von Gesellschaft, Politik und Wirtschaft zu verstehen. Als nicht rivalisierendes Gut (Konsum durch eine Person beeinträchtigt nicht den Konsum durch eine andere Person) werden Daten als Input für unterschiedlichste Zwecke genutzt, sie können also gemeinsames Mittel für viele Zwecke sein. [8]

Quellen:

[1] SECO, 2018: https://www.seco.admin.ch/dam/seco/de/dokumente/Publikationen_Dienstleistungen/Publikationen_Formulare/Standortfoerderung/Studien_Berichte/Digitalisierung_und_NRP_Schlussbericht.pdf.download.pdf/Digitalisierung_und_NRP_Schlussbericht.pdf
[2] Gründerszene.de, 2019: https://www.gruenderszene.de/lexikon/begriffe/digitalisierung?interstitial
[3] Latein.me, 2019: https://www.latein.me/latein/formatio
[4] Latein.me, 2020: https://www.latein.me/latein/transformare
[5] Wikipedia, 2020: https://de.wikipedia.org/wiki/Gestaltung
[6] B&A Stadt Luzern digital, 2019: https://www.stlu.ch/7f6a
[7] E-Government Strategie Schweiz, 2020 - 2023: https://www.egovernment.ch/de/umsetzung/e-government-strategie/
[8] Strategie für offene Verwaltungsdaten in der Schweiz, 2019–2023: https://www.admin.ch/opc/de/federal-gazette/2019/879.pdf

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