Stadttiere

Stadttiere bereichern den städtischen Raum und ermöglichen spannende Beobachtungsmöglichkeiten direkt vor der Haustüre.
Infos und Tipps zu Naturbeobachtungen finden Sie in den Naturschauplätzen.

Bitte nicht füttern

Gewisse Stadttiere stellen uns vor neue Herausforderungen, insbesondere wenn sie gefüttert werden: So vermehren sich Stadttauben bei hohem Futterangebot rasant, Höckerschwäne halten sich wegen Fütterungen oft in grosser Zahl an heiklen Standorten auf und Graugänse verursachen insbesondere in Badis grosse Verschmutzungen. Deshalb gilt folgende grundsätzliche Empfehlung: Stadttiere sollten nicht gefüttert werden.

Tiere in Not

Gerade im urbanen Raum kommt es immer wieder vor, dass ein Wildtier verunfallt. Finden Sie ein verletztes Wildtier, nehmen Sie bitte umgehend mit den zuständigen Fachleuten Kontakt auf.

Graugänse

Aus Gefangenschaft entflohen
Die Graugans ist nicht einheimisch. Sie brütet erst seit wenigen Jahren in Luzern. Bei den ganzjährig im Luzerner Seebecken lebenden Tieren handelt es sich um Nachkommen von Gefangenschaftsflüchtlingen. Ihr Bestand hat in den letzten Jahren zugenommen. Zählte man bis ins Jahr 2008 im Januar jeweils maximal 2 Graugänse in der Luzerner Bucht, sind es heute über 17 Tiere.

Viel Schmutz
Graugänse verursachen viel Kot. Dies führt insbesondere in der Badeanstalt Lido zu grossen Verschmutzungen. So mussten während der Badesaison 2015 täglich mehrere Stunden Zusatzaufwand geleistet werden, um die Anlage für die Gäste von den Hinterlassenschaften der Graugänse zu befreien.

Stopp füttern – für eine saubere Badi
Um nicht mehr Graugänsen anzulocken respektive es den bereits Anwesenden nicht noch schmackhafter zu machen, sollen Graugänse auf keinen Fall gefüttert werden. Deshalb weisen seit Herbst 2015 an den neuralgischen Stellen innerhalb der Badi Lido Schilder darauf hin, dass die Graugänse nicht gefüttert werden sollen.

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Schwäne

Fliegender Asiate
Mit ihrem weissglänzenden Gefieder und ihrer stattlichen Grösse sind Höckerschwäne majestätische Tiere, welche die Menschen seit jeher faszinierten. Trotz ihrer Grösse können Höckerschwäne fliegen und gehören damit zu den schwersten flugfähigen Vögeln weltweit.

Ursprünglich heimisch in Asien, wurden Höckerschwäne bereits im Mittelalter zur Bereicherung der Schlossgärten und Weiheranlagen nach Mitteleuropa gebracht. Immer wieder entflogen und verwildert, siedelten sie sich in der Folge an Seen und Flüssen an.

Luzerner Schwan – die ersten waren gratis!
Wann genau erstmals Höckerschwäne in Luzern auftreten, ist nicht bekannt. Bekannt hingegen ist, dass 1690 der Luzerner Grossrat Ludwig Christoph von Wyher der Stadt Luzern vier Schwäne schenkte, die daraufhin ausgesetzt wurden. Bekannt ist auch, dass der Höckerschwan schon 1709 in Luzern unter Schutz gestellt wurde. Trotzdem waren es um 1900 aus menschlicher Sicht zu wenige, was die Ornithologische Gesellschaft Luzern (OGL) dazu veranlasste, Jungschwäne zu züchten und freizulassen. Dies so erfolgreich, dass Mitte des 19. Jahrhunderts der Ruf nach einer Beschränkung laut wurde. So wurden zwischen 1957 und 1975 über 500 Schwäne nach auswärts verkauft oder verschenkt! Die Abgabe der Schwäne wurde bis anfangs der Neunzigerjahre fortgesetzt.

Heute leben in der Luzernerbucht zirka 160 Schwäne (Wasservogelzählungen der OGL, Winter 2013/14). Sie stehen immer noch unter Schutz. Menschliche Eingriffe wie Zucht oder Weggeben gehören jedoch der Vergangenheit an.

Stopp Füttern
So reizvoll das Füttern von Schwänen auch ist, für die Tiere selber ist es kontraproduktiv. Der Höckerschwan ernährt sich eigentlich von Wasserpflanzen und den darin befindlichen Kleintieren, die er mit seinem langen Hals unter Wasser sucht. Fütterungen mit Brot haben jedoch eine grosse Lockwirkung auf die Schwäne. So halten sich an den Futterstellen zahlreiche Tiere auf engem Raum auf, was zur Übertragung von Krankheiten führen kann.

Fütterungen sind oft auch dafür verantwortlich, dass sich Schwäne an heiklen Standorten aufhalten und brüten. Beispielsweise locken Passanten am Schwanenplatz die Tiere mit Futter vom Seeufer weg bis aufs Trottoir, wo sie auf die Strasse gelangen und den Verkehr wie auch sich selber gefährden. An der Ufschötti oder im Lido kann die gehäufte Anzahl Schwäne zu heiklen Begegnungen mit Kindern führen. Ausserdem verschmutzen die Tiere mit ihrem Kot Seeufer und Trottoir.

Deshalb gilt: Wer Freude an Schwänen hat, lässt das Füttern sein und beobachtet die Tiere stattdessen. Interessante Facts und Beobachtungstipps finden sich in den Faltblättern «Naturschauplätze Wasservögel».

Schwanenkunde
In der Schweiz kommen 3 Schwanenarten vor. Der Höckerschwan ist dabei der mit Abstand häufigste Schwan und der einzige, der sowohl Winter wie Sommer bei uns ist. In Luzern ist dies der einzige vorkommende Schwan.
Der etwas kleinere Singschwan kommt nur im Winter am Bodensee vor. Auch der Zwergschwan, der Kleinste der Schwäne, überwintert am Bodensee.

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Stadttauben

Die Stadttaube (=Strassentaube) ist seit über 100 Jahren in Luzern heimisch und als Stadttier eine Bereicherung. Spätestens seit 1970 gilt sie auch als Problemvogel: 2001 lebten schätzungsweise 7000 Tauben in der Stadt Luzern und produzierten jährlich bis zu 80 t Kot.
Sind Tauben sehr zahlreich, leben sie zwangläufig enger zusammen und Krankheiten sowie Parasiten können sich einfacher ausbreiten. Schuld an den Missständen ist das zu grosse Nahrungsangebot: Erhalten Tauben viel Futter, vermehren sie sich rasant!

Erfolgreiches Projekt «Stadttauben Luzern»
Das Luzerner Projekt wurde im Jahr 2001 vom Stadtrat ins Leben gerufen. Wichtigste Ziele waren die Reduktion der Taubenpopulation auf die Hälfte und die Verbesserung deren Gesundheitszustandes. Im Rahmen des Projektes entstanden Taubenschläge mit kontrollierten Brutbedingungen. Die Menschen wurden intensiv über die Fütterungsproblematik informiert und wiederholt aufgefordert, dies zu unterlassen. 2006 wurde das wichtigste Projektziel erreicht: Der Taubenbestand konnte deutlich reduziert werden. Dank regelmässigen Zählungen ist bekannt, dass in der Stadt Luzern heute noch 2000-3000 Tauben leben.

Taubenliebe geht nicht durch den Magen!
Damit die Tauben nicht wieder zu Plage werden, darf das Nahrungsangebot für die Tauben auf keinen Fall wieder zunehmen. Der Stadtrat hat im März 2007 beschlossen, das Projekt «Stadttauben Luzern» in eine Daueraufgabe überzuführen. Dies beinhaltet die Weiterführung von aktiver Öffentlichkeitsarbeit und regelmässigen Zählungen. Denn nur wenn die Tauben ihr Futter selber suchen müssen, bleibt ihre Anzahl klein und ihr Gesundheitszustand gut.
Im Frühling 2016 haben Primarschülerinnen und -schülern Plakate gestaltet, welche die Bevölkerung darauf hinweist, die Tauben nicht zu füttern: Hier eine Auswahl der eingegangenen Bilder.

Besuch Taubenschlag
Wer mehr über die Tauben und ihre interessante Geschichte erfahren will, kann den Taubenschlag im Dach des Rathauses besuchen. Die Besichtigung des Taubenschlags ist nur geführt möglich. Ab einer Gruppe von zirka 10 Personen organisiert die Stadt gerne eine individuelle Führung. Diese eignet sich für Schulklassen, Vereine und Familien und ist für LuzernerInnen kostenlos.

Impressionn aus dem Taubenschlag

Direkter Link zu dieser Seite:
www.tauben.stadtluzern.ch

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Tiere in Not

Verletzte Wildtiere oder verwaiste Jungtiere gehören in fachkundige Hände. Wenn Sie ein Wildtier in Not gefunden haben, nehmen Sie bitte umgehend mit den zuständigen Fachleuten Kontakt auf.

Zuständigkeiten bei toten, verletzten oder kranken Tieren sowie Tieren in Not

Fledermäuse

  1. Kantonaler Fledermausschutz-Beauftragter Manuel Lingg: 078 770 21 82
  2. Fledermaus-Pflegestation Kanton Luzern: 041 371 03 51
Reptilien und Amphibien

  1. KARCH Regionalvertretung, Malu Kieffer: 041 921 80 34, 078 810 57 53
  2. Büro für Naturschutzökologie, Heinz Bolzern: 041 370 14 74
Wildlebende Vögel & Säugetiere gemäss JSG (Raubtiere, Schalenwild, Hasenartige, Biber, Eichhörnchen)
Tote Säugetiere (ausser Schalenwild) sowie tote, verletzte oder kranke Vögel (inkl. Stadttauben)

  1. Mo–Fr von 07.30 – 17.00 Uhr: Strasseninspektorat Stadt Luzern: 041 208 86 86
  2. Mo–Fr von 07.30 – 17.00 Uhr, und  Sa / So / allgemeine Feiertage: Luzerner Polizei: 041 248 81 17
Hinweise:

  • Tote Graureiher, Höckerschwäne, Tauben, Igel, Füchse und Dachse können direkt bei der Tierkörpersammelstelle entsorgt werden.
  • Alle anderen toten Tiere im Tiefkühlfach zwischenlagern (in Plastiksack mit Etikette: Finder, Funddatum, Fundort); Meldung an Abteilung Natur, Jagd und Fischerei:
  • Philipp Amrein (philipp.amrein@lu.ch; 041 925 10 84)
  • Daniel Schmid (daniel.schmid@lu.ch; 041 925 10 51; 079 643 82 30)
  • Bei verletzten oder kranken Vögeln (ausser Mauersegler und Alpensegler): Rücksprache mit der Schweizerischen Vogelwarte: 041 462 97 00

Alpensegler, Mauersegler

  1. Ornithologische Gesellschaft der Stadt Luzern, Bea Ess: 041 410 29 88
  2. Ornithologische Gesellschaft der Stadt Luzern, Urs Petermann: 041 310 64 00
... falls nicht erreichbar ...

  1. Schweizerische Vogelwarte: 041 462 97 00
Luzerner Seebecken oder Reuss

  1. Wasserpolizei Luzern: 041 248 81 45
Rotsee, sowie bei jedem toten Schalenwild (Reh, Wildschwein, Rothirsch usw.) und bei allen verletzten oder kranken Säugetieren gemäss JSG

  1. Jagdaufseher Dominik von Ah: 079 749 31 44
  2. Jagdaufseher Fritz Duss: 079 326 38 11
... falls nicht erreichbar ...

  1. Abteilung Natur, Jagd und Fischerei, Louis Bucher: 079 448 88 48
  2. Abteilung Natur, Jagd und Fischerei, Philipp Amrein: 079 643 23 23
  3. Abteilung Natur, Jagd und Fischerei, Daniel Schmid: 079 643 82 30
Entenbruten auf Flachdächern und Balkonen

  1. Mo–Fr von 07.30 – 17.00 Uhr: Strasseninspektorat Stadt Luzern: 041 208 86 86
  2. Sa / So / allgemeine Feiertage: Jagdaufseher Dominik von Ah: 079 749 31 44, Jagdaufseher Fritz Duss: 079 326 38 11
... falls nicht erreichbar ...

  1. Abteilung Natur, Jagd und Fischerei, Louis Bucher: 079 448 88 48
  2. Abteilung Natur, Jagd und Fischerei, Philipp Amrein: 079 643 23 23
  3. Abteilung Natur, Jagd und Fischerei, Daniel Schmid: 079 643 82 30
Gänsesägerjunge

  1. Ornithologische Gesellschaft der Stadt Luzern, Jules Krummenacher: 041 410 52 81, 079 820 61 67
  2. Ornithologische Gesellschaft der Stadt Luzern, Pia Fassbind: 079 475 48 43
  3. Ornithologische Gesellschaft der Stadt Luzern, Irene Wespi: 078 817 13 36
  4. Ornithologische Gesellschaft der Stadt Luzern, Karin Roth: 079 210 41 97
  5. Ornithologische Gesellschaft der Stadt Luzern, Bea Ess: 041 410 29 88
  6. Ornithologische Gesellschaft der Stadt Luzern, Urs Petermann: 041 310 64 00
... falls nicht erreichbar ...

  1. Mo–Fr von 07.30 – 17.00 Uhr, und an Sa / So / allgemeine Feiertage: Luzerner Polizei: 041 248 81 17

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