Denkmalpflege und Kulturgüter

Die Denkmalpflege erstellt seit dem Jahr 2003 ein Bauinventar für die Stadt Luzern. Darin sind erhaltens- und schützenswerte Bauten aufgeführt.
Die Stadt Luzern verfügt über einen Kulturgüterschutzraum wo Kunst- und Kulturgegenstände der Stadt und von Privatpersonen eingelagert werden können.

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Ressort Denkmalpflege und Kulturgüterschutz
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Denkmalpflege

Das Ressort Denkmalpflege und Kulturgüterschutz ist eine Fachstelle innerhalb der Dienstabteilung Städtebau, die sich mit der Erhaltung der bedeutenden historischen Baustubstanz befasst. Es berät Bauwillige, Eigentümer/Innen, Architekten/Architektinnen und Handwerker/Innen im Zusammengang mit Umbauten und Renovationen.

Luzern ist im Inventar der schützenswerten Ortsbilder ISOS eintragen und als Ortsbild von nationaler Bedeutung eingestuft. Durch diese Aufnahme ins Bundesinventar wird dargetan, dass Luzerns Ortsbild in besonderem Masse die ungeschmälerte Erhaltung verdient. Die Stadt Luzern verfügt über einen reichen Schatz an erhaltens- und schützenswerten Bauten. Diese Objekte werden in enger Zusammenarbeit mit der Kantonalen Denkmalpflege in einem flächendeckenden Hinweisinventar erfasst. Die erhaltens- und schützenswerten Bauten sind für das Ortsbild der Stadt Luzern bestimmend und sollen in ihren Qualitäten erhalten werden (Bauinventarverordnung).

+ Denkmalpflege Kanton Luzern
+ Konferenz der Schweizer Denkmalpflege 

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Europäischer Tag des Denkmals

„Ziel der Europäischen Tage des Denkmals ist es, in der Bevölkerung das Interesse an unseren Kulturgütern und deren Erhaltung zu wecken. In der ganzen Schweiz sind jeweils am 2. Wochenende im September Interessierte zu Führungen, Atelier- und Ausgrabungsbesichtigungen, Exkursionen sowie vielen weiteren Veranstaltungen eingeladen.“ (www.hereinspaziert.ch) In diesem Jahr finden die Europäischen Tage des Denkmals am 9. und 10. September unter dem Thema Bauten der Macht statt.

Das Luzerner Stadthaus erlaubt eine architekturgeschichtliche Reise vom Barock über den Heimatstil bis in die Neuzeit. Die Baugeschichte der Verwaltungsgebäude spiegelt die Luzerner Stadtgeschichte wieder. Seine Geschichte steht in einem engen Bezug zum Luzerner Rathaus. Nachwievor ist es ein öffentliches Gebäude, der Sitz der Stadtverwaltung und des Stadtrats von Luzern mit Büros und Sitzungsräumen, aber in vielfältigen geschichtlichen Gewändern. In vier geführten Touren erhält man Einblick in den räumlichen Organismus des Stadthauses, seine bewusst verhaltene Pracht.

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Kulturgüterschutz

Das Ressort Denkmalpflege und Kulturgüterschutz ist Anlaufstelle in Fragen des Kulturgüterschutzes von Immobilien und Mobilien. Es erarbeitet in enger Zusammenarbeit mit der Feuerwehr Einsatzpläne im Bereich des Kulturgüterschutzes. Diese Arbeit wird fachlich von der Kulturgüterschutz-Kommission begleitet.

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Objekt des Monats

Baslerhof, Ostfassade nach Renovierung
 

Aufgetaucht: Der historistische Dampfer am Kreuzstutz

Der Baslerhof steht am Kreuzstutz beim Kreisel, an dem die Bernstrasse von der Baselstrasse abzweigt. Der markante Kopfbau bildet den Anfang der Häuserzeile der äusseren Baselstrasse. Die Inschrift im Volutengiebel der Ostfassade zum Kreisel weist den Passanten auf das Entstehungsjahr 1898 hin. Damals liess der Wirt Franz Rölli das Wohnhaus mit der Wirtschaft «Baslerhof» durch den Baumeister Josef Baumann errichten.

Auf einem dreieckigen Grundriss mit abgeschrägten Ecken erheben sich über dem Erdgeschoss drei Obergeschosse sowie das Dachgeschoss. Das Haus besitzt demnach nicht nur vier, sondern fünf Fassaden, von denen die zwei Schmalsten repräsentativ zur Strasse stehen. Die im Stil des Historismus gestalteten Fassaden weisen über einem massiven Granitsockel Fenster mit profilierten Gewänden und vorstehenden Giebeln auf. Die zwei Hauseingänge Baselstrasse 75 und Bernstrasse 2 sind wie die Schmalfronten durch die bossierten Lisenen, die geschmückten Pilaster im dritten Obergeschoss sowie die Volutengiebel betont. Diese Gliederung wird in der Vertikalen von zwei Gesimsen durchbrochen. Das vorkragende umlaufende Dach stützen Voluten verzierte Konsolen. Die Fensterachsen setzten sich im Lukarnenkranz des Daches fort, wobei die Treppenhaus-achsen und die Schmalfassaden nochmals betont werden.

Das Ziel der Eigentümerschaft - GSW (Gemeinnützige Stiftung für preisgünstigen Wohnraum Luzern) war eine Sanierung im bewohnten Zustand. Unter der Leitung von blu architekten konnte die gesamte Gebäudehülle instandgesetzt werden. Die Substanz des Dachstuhls wurde inklusive den Lukarnen grösstmöglich erhalten und nur wo nötig durch den Austausch einzelner Bauteile, wie beispielsweise den eins zu eins Ersatz einzelner morscher Balken, ertüchtigt. Auf dem Dachstuhl steht wie früher die Dachterrasse mit einem Holzrost und feingliedrigem Staketengeländer. Die Lukarnen sind mit Schiefer gedeckt sowie feingliedrig mit hellen Metallen eingefasst, wobei die originalen Profilhölzer wieder aufgesetzt wurden. Ihre Material und Farbgebung nehmen die charakteristischen Elemente der Fassaden wieder auf.

Nach eingehenden Untersuchungen der Fassaden wurde die neuere Dispersionsfarbe entfernt. Der erhaltene Originalverputz war in seiner Farbigkeit eine Überraschung und musste nur stellenweise geflickt und retuschiert werden. Bei den Balkonen wurden die schmiedeeisernen Geländer gemäss den neuen Sicherheitsnormen erhöht, ohne das Erscheinungsbild zu beeinträchtigen. Historische Fotos und die Analyse des Restaurators belegen einen dunklen Farbton bei den Fenstern und Türen, daher wurden die neuen Holzfenster im alten Stil wiederum in einem dunklen rotbraunen Farbton mit Ölfarbe gestrichen.

Im Innern konnte durch die Verlegung der Heizung in den Keller der Dachraum freigespielt werden. So entstanden im ehemaligen Estrich zwei Wohnungen. Neben den Lukarnen sorgen im Dachgeschoss zwei neue Fenster zum sanierten Innenhof für zusätzliche Belichtung. Bei den historischen Treppenhäusern gab es in der Vergangenheit keine Unterhaltsarbeiten. Sie wurden sogar unter Einbezug des ursprünglichen Farbkonzeptes instandgestellt. Die bestehenden Wohnungen erhielten aus Brandschutzgründen neue Wohnungstüren, wurden aber nicht saniert.

Der Baslerhof hat nicht nur seinen ursprünglichen Charakter beibehalten, sondern in seiner Farbgebung eine Spielart des Historismus wiederbelebt. Die grossteilig aus der Bauzeit erhaltene Substanz insbesondere im Bereich der Fassaden und des Dachs konnten bei der Sanierung erhalten werden. Der städtebaulich prägnante Dampfer entstand erst durch die Wiederentdeckung der historischen Farbgebung. In der Ostfassade ist unterhalb der Balustrade das Renovationsjahr 2016 zum bereits bestehenden Renovationsjahr 1945 hinzugefügt worden. [jr_20171009]





Erstellungsjahr: 1898 – 1899
Baumeister: Josef Baumann
Bauherrschaft: Franz Rölli

Bauinventar (noch nicht in Kraft): schützenswert
Schutzzone: B

Instandsetzung: 2015 – 2016
Bauherrschaft: GSW Luzern, Gemeinnützige Stiftung für preisgünstigen Wohnraum Luzern
Architekten: blu architekten ag, Alexa und Sascha Birrer, Habsburgerstrasse 35, 6003 Luzern.
Bauuntersuch und restauratorische Beratung: Wendel Odermatt, Stöckli AG, Atelier für Konservie-rung Restaurierung und Vergolderei, Tottikonstrasse 5, 6370 Stans.
Malerarbeiten Fassade und Beratung Farbgestaltung: Martin Hüppi Restaurator SKR Thorenbergstrasse 44 6014 Luzern.
Fotografien: Priska Ketterer, Fotografin BR, Luzern.

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