Denkmalpflege & Kulturgüter

Denkmalpflege & Kulturgüter

Das Team Denkmalpflege und Kulturgüterschutz ist eine Fachstelle innerhalb der Dienstabteilung Städtebau, die sich mit der Erhaltung der bedeutenden historischen Bausubstanz befasst. Es ist ein Kompetenzzentrum für Fragen der Denkmalpflege, des Ortsbildschutzes und des Kulturgüterschutzes.

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Stadt Luzern
Team Denkmalpflege und Kulturgüterschutz
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Denkmalpflege

Die Denkmalpflege berät Bauwillige, Eigentümer/-innen, Architekten/Architektinnen, Handwerker/-innen sowie Dienstabteilungen der Stadtverwaltung im Zusammengang mit Umbauten und Renovationen. Die Tätigkeit der Denkmalpflege richtet sich nach den Leitsätzen zur Denkmalpflege in der Schweiz herausgegeben von der Eidgenössischen Kommission für Denkmalpflege EKD und deren Grundlagenpapiere. Als eine der Vernehmlassungsstellen im Baubewilligungsverfahren wird die städtische Denkmalpflege bei Bauvorhaben in den Ortsbildschutzzonen, bei Baugruppen und erhaltenswerten Bauten konsultiert. Eine frühzeitige Kontaktaufnahme mit dem Team Denkmalpflege ist zu empfehlen. Die kantonale Denkmalpflege ist für Unterschutzstellungen bzw. Eintragung von Objekten ins kantonale Denkmalverzeichnis und für finanzielle Beiträge zuständig.

Ortsbild

Luzern ist im Inventar der schützenswerten Ortsbilder ISOS eingetragen und als Ortsbild von nationaler Bedeutung eingestuft. Durch diese Aufnahme ins Bundesinventar wird dargetan, dass Luzerns Ortsbild in besonderem Masse die ungeschmälerte Erhaltung verdient. Im Zonenplan sind die überlagernden Ortsbildschutzzonen A (Altstadt) und B ausgewiesen. Die entsprechenden Bestimmungen sind im Bau- und Zonenreglement nachzulesen.

Bauinventar

Die Stadt Luzern verfügt über einen reichen Schatz an erhaltens- und schützenswerten Bauten. Diese Objekte werden in enger Zusammenarbeit mit der kantonalen Denkmalpflege in einem Hinweisinventar erfasst. Im kantonalen Bauinventar BILU sind unbewegliche Objekte gemäss dem Gesetz über den Schutz der Kulturdenkmäler und der zugehörigen Verordnung aufgeführt (DSchG, SRL Nr. 595; DSchV, SRL Nr. 595a). Die erhaltens- und schützenswerten Bauten sowie die Baugruppen sind für das Ortsbild der Stadt Luzern bestimmend und sollen in ihren Qualitäten erhalten werden. Weitere Informationen zum Bauinventar enthält das Stadtmagazin Nr. 2/2017.

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Europäische Tage des Denkmals

„Ziel der Europäischen Tage des Denkmals ist es, in der Bevölkerung das Interesse an unseren Kulturgütern und deren Erhaltung zu wecken. In der ganzen Schweiz sind jeweils am 2. Wochenende im September Interessierte zu Führungen, Atelier- und Ausgrabungsbesichtigungen, Exkursionen sowie vielen weiteren Veranstaltungen eingeladen.“(hereinspaziert.ch)

Die 27. Europäischen Tage des Denkmals 2020 stehen unter dem Motto "Weiterbauen" und werden in der Schweiz am Wochenende vom 12. & 13. September 2020 durchgeführt.

Industriestrassen-Areal im Aufbruch

Bald wird im Industriestrassen-Areal weitergebaut. In diesem städtischen Schwemmgebiet bildete sich seit der neuen Linienführung der Eisenbahn Ende des 19. Jh. ein durch gewerbliche Nutzung geprägtes Areal. Seit den 1970er Jahren fanden bereits Umnutzungen statt, wodurch ein wertvoll durchmischtes Areal mit eigener Identität entstand. Einige wichtige Bauten wie zum Beispiel das ehemalige Käselager, der ehemalige Pferdestall und der Unterstand der Eisenhandlung werden uns erhalten bleiben und auch künftig an längst vergangene Nutzungen erinnern.
Die Denkmalpflege der Stadt befasst sich am Tag des Denkmals mit dem Industriestrassen-Areal. Wir treffen uns vor Ort am Samstag 12. September 2020 um 10:30 Uhr zum Gespräch mit Vertretern und Vertreterinnen der Genossenschaften GWI und Wohnwerk und des Architekturbüros Rolf Mühlethaler. Die These steht im Raum: Um weiterzubauen muss ein Dialog mit dem Bestand stattfinden.

Plan Projekt Industriestrassen-Areal, K?selager/Rossstall/Eisenhalle ? rolf m?hlethaler architekt bsa sia
Industriestrassen-Areal © rolf mühlethaler architekt bsa sia

 

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Kulturgüterschutz

Das Team Denkmalpflege und Kulturgüterschutz ist Anlaufstelle in Fragen des Kulturgüterschutzes von Immobilien und Mobilien. Es erarbeitet in enger Zusammenarbeit mit der Feuerwehr und der ZSOpilatus Einsatzpläne im Bereich des Kulturgüterschutzes. Diese Arbeit wird fachlich von der Kulturgüterschutz-Kommission begleitet.

Die Stadt Luzern verfügt über einen Kulturgüterschutzraum wo Kunst- und Kulturgegenstände der Stadt wie beispielsweise die Hofbrückenbilder eingelagert werden. Zu den Aufgaben im Bereich des Kulturgüterschutzes gehört die Betreuung der Bildtafeln der Luzerner Holzbrücken Kapellbrücke, Spreuerbrücke, Hofbrücke.

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Objekt des Monats

Fassade Falkenplatz Hertensteinstrasse 64
Wohn- und Geschäftshaus an der Hertensteinstrasse 64

CHARME ERHALTEN DURCH SANFTE SANIERUNG

Eine dreiteilige Häuserzeile bildet den nördlichen Abschluss des Falkenplatzes in der Altstadt, an welchem vier Strassen der heutigen Fussgängerzone aufeinandertreffen. Die Häuser sind um die Jahrhundertwende entstanden und stehen in einer städtebaulich und stadthistorisch prominenten Lage. Über den gewerblich genutzten Erd- und Sockelgeschossen befinden sich je vier Wohnetagen, die einst als Wohnraum am Puls des Stadtlebens sehr begehrt waren. Das Haus Hertensteinstrasse 64 ist der Mittelbau dieser Häuserzeile und stammt aus dem Jahr 1911. Es bildet mit seiner reich geschmückten Fassade aus dem Stilpluralismus mit seinem östlichen Nachbarn ein optisches Pendant. Diese Häuser sind Teil eines Prozesses im ausgehenden 19. Jahrhundert, in welchem aus der vormals geschlossenen Altstadt mit ihren engen Gassen und Begrenzungen florierende Geschäftsstrassen entwuchsen. In jener Zeit differenzierte sich der gesamte Stadtkörper. Die Fassaden verleihen den beginnenden kommerzialisierten Ansprüchen im 20. Jahrhundert Ausdruck. So wurden im Laufe der Jahrzehnte zahlreiche Eingriffe und bauliche Änderungen vor allem in den Ladengeschossen vorgenommen.

Umso erfreulicher ist es, dass sich die Besitzer des Gebäudes an der Hertensteinstrasse 64 entschlossen haben, die oberen Wohnetagen stilgerecht zu sanieren. Dabei stand ein ausgewogenes Verhältnis zwischen wirtschaftlichem Aufwand und der Nutzungsorientierung für die Mietwohnungen im Vordergrund. Hierbei hatte die Bauherrschaft mit dem Architekturbüro Widmer / de Montmollin aus Biel zwei erfahrene Architekten an ihrer Seite, die unter der Begleitung der städtischen Denkmalpflege ein ganzheitliches Sanierungskonzept entwickelten.

Die Vierzimmerwohnungen verfügten jeweils über eine grosse Küche und ein separates Badezimmer. Diese wurden in ihren bestehenden Raumdispositionen belassen und lediglich modernisiert. Dem Erhalt der originalen Grundrissstruktur wurde hohe Beachtung geschenkt. Die erhaltenen Architekturteile und Raumoberflächen, wie Zimmertüren samt Futterrahmen und Schwellen, Wandtäfer und die Riemenparkettböden in den Zimmern wurden renoviert und erzeugen so wieder einen behaglichen Charme. Die bestehenden Kastenfenster mit ihren gewölbten Gläsern in den Oberlichtern geben der Schaufassade zum Falkenplatz ihren speziellen Charakter. Die äusseren Flügel wurden vor Ort saniert und gestrichen, sodass auf eine zusätzliche Absturzsicherung in der Fassade verzichtet werden konnte. Die inneren Flügel wurden durch Holz-Isolierglasfenster mit nachgebildeter Profilierung ersetzt, wobei die bestehenden Futterrahmen sowie die Beschläge erhalten werden konnten.

Insgesamt sind es die vielen optischen Details, ob an den Fassaden oder im Treppenhaus, welche durch die behutsame Sanierung wieder aufgewertet wurden und die den Charme und Charakter des Gebäudes ausmachen. Aber auch der schonende Umgang mit der Bausubstanz im Inneren, der nicht sogleich sichtbar ist, in dem z. B. bei den neuen Leitungsführungen auf eine minimale Eingriffstiefe geachtet wurde, trägt dazu bei.

Für den Benutzer kaum erkennbar sind die brandschutztechnischen Auflagen im Treppenhaus. Die Treppenuntersichten wurden zwischen den Wangen verkleidet und die Fehlstellen im Geländer beim ehemaligen Liftausgang im zentralen Treppenauge wurden so geschickt ergänzt, dass diese kaum auffallen. Die Wohnungseingangstüren wurden den Brandschutzauflagen entsprechend dem historischen Bestand nachgebaut. Und schliesslich zeigt sich im Treppenhaus auch die Vorgehensweise einer differenzierten Befunduntersuchung als Grundlage für die Planung einer Sanierung. Denn Beides kann seine Berechtigung haben, sowohl der Nachbau nach Befund, als auch eine Neuinterpretation oder Neufassung von Farben und Oberflächen. Eine Restaurierung der vorgefundenen Holzimitationsmalerei im Treppenhaus hätte den Kostenrahmen in diesem Fall weit überschritten, sodass man sich auch aufgrund der brandschutztechnischen Sanierung dafür entschieden hat, das Treppenhaus insgesamt farblich neu zu fassen. Die Trittstufen wurden lediglich gereinigt und die Oberflächen behandelt, während die Setzstufen und die Treppenwangen farblich neu gefasst wurden. Die Treppenhauswände mit den hohen Sockelleisten und der Rupfentapete im Sockelbereich wurden farblich neu gefasst. Aber auch die Installation der Lampen, die sich heute anstelle des Liftes im Treppenauge in den vertikalen Raum spinnen, sind ein Teil des Gesamtkonzeptes, welches in seiner Betrachtung eine gute und richtige Lösung darstellt, die nachvollziehbar bleibt.

Dass nicht immer der grösste Aufwand den besten Nutzen bringt, sondern ein Eingehen auf das Objekt, zeigt dieses gelungene Beispiel des einfühlsamen Umgangs mit Aspekten der Geschichte, der Materialität und der handwerkstechnischen Umsetzung. (20180522/nm)

 

Dem Erhalt der Grundrissstruktur wurde hohe Beachtung geschenkt. Die nachgebaute, den Brandschutzauflagen entsprechende Wohnungstür integriert sich in das Raumkonzept mit den originalen Türen im Korridor.

Korridor, Zimmer
Die Vierzimmerwohnungen weisen eine grosse Raumhöhe, mit Hohlkehlen im Übergang zwischen Wand und Decke auf. Die renovierten massiven Riemenböden mit Fischgrätenmuster erzeugen Behaglichkeit.
Für den Benutzer kaum sichtbar sind die baupolizeilichen Auflagen im Treppenhaus.
Treppe, Treppenauge
Wo sich der Lift im Treppenauge befand, hängen jetzt Lampen. Der Blick schraubt sich in die Tiefe und wird wieder zu einem Raumerlebnis.

 

Baugattung: Wohn- und Geschäftshaus
Datierung: 1911
Baumeister: H. & G. Müller
Ortsbildschutzzone: A

Umbau: 2014 – 201­­7
Bauherrschaft: Hardturm AG, Schanzengasse 14, 8032 Zürich
Architekten: Widmer / de Montmollin, Architekten ETH SIA BSA, Unionsgasse 2, 2502 Biel
Bauleitung: Joe von Büren, Humligenstrasse 27, 6356 Wolfenschiessen
Restauratorische Begleitung: Martin Hüppi, Restaurator SKR, Thorenbergstrasse 44, 6014
Luzern Fotografien: Widmer / de Montmollin, Architekten ETH SIA BSA, Unionsgasse 2, 2502 Biel

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Quartierrundgänge zum Bauinventar

Im Dezember 2017 wurde das Bauinventar für die Stadt Luzern in Kraft gesetzt. Die Erkenntnisse aus dem Inventar stellt die kantonale Denkmalpflege in Zusammenarbeit mit dem städtischen Team Denkmalpflege und Kulturgüterschutz regelmässig an Quartierrundgängen vor. Im Jahr 2020 führen die Rundgänge durch die Quartiere Bramberg und Maihof.

Quartierrundgang Maihof
Dienstag, 25. August 2020, 17.30 Uhr 
Treffpunkt: Maihofschulhaus, Haupteingang
Führung: Jasmin Riedener, Team Denkmalpflege und Kulturgüterschutz Stadt Luzern und Mathias Steinmann, kantonale Denkmalpflege

Quartierrundgang Bramberg
Dienstag, 1. September 2020, 17.30 Uhr 
Treffpunkt: VBL Haltestelle "Brüggligasse"
Führung: Adeline Zumstein und Mathias Steinmann, kantonale Denkmalpflege

Informationen zur Durchführung unter www.da.lu.ch

Architektonisch wertvolles Gebäude an der Waldstätterstrasse
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