Lärmsanierungsprojekt Littau+

Etwa ein Drittel weniger Strassenlärm sowie mehr Sicherheit im Bereich des Littauerbodens: Die Stadt Luzern kommt ihren gesetzlich vorgegebenen Auflagen nach und führt als lärmreduzierende Massnahme auf einem Teilabschnitt der Cheerstrasse Tempo-30 ein. Die Umsetzung erfolgt voraussichtlich ab Herbst 2018.

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Ausgangslage: Gesetzlicher Auftrag LSP

Alle Strassen als lärmerzeugende ortsfeste Anlagen, die bei den angrenzenden Liegenschaften zu einer Überschreitung des Immissionsgrenzwertes und damit zu Lärmbelastungen führen, müssen laut dem Umweltschutzgesetz und der Lärmschutzverordnung saniert werden – sofern dies technisch und betrieblich möglich sowie wirtschaftlich tragbar ist. Der Bund hat die Kantone und Gemeinden entsprechend beauftragt, die Strassenlärmsanierung durchzuführen und unterstützt diese mit einem Kostenbeitrag.

Die IPSO ECO AG wurde vom Tiefbauamt der Stadt Luzern beauftragt, für den Stadtteil Littau+ (Cheer-, Gasshof-, Obermättli- und Längweiherstrasse, Fluhmühle- und Udelbodenrain) ein Lärmsanierungsprojekt (LSP) zu erarbeiten (vgl. Technischer Bericht). Im LSP wurde ersichtlich, dass die Grenzwerte auf den besagten Gemeindestrassen heute knapp überschritten werden. Detaillierte Angaben zu den Belastungen sowie zu den Massnahmenprüfungen zur Lärmreduktion werden im technischen Bericht zum Lärmsanierungsprojekt sowie in der Strassenlärmbelastungsprognose dargestellt. Aufgrund der Überschreitung des Immissionsgrenzwertes müssen Massnahmen zur Reduktion des Strassenlärms geprüft und wo möglich umgesetzt werden.

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Massnahmen LSP

Bei einer Strassenlärmsanierung sind Massnahmen an der Quelle (z. B. Änderung des Verkehrsregimes, Herabsetzung der Höchst­geschwindigkeit, lärmarmer Belag), den Massnahmen im Ausbreitungsbereich des Schalls (Lärmschutzwände) vorzuziehen. Eine Temporeduktion ist als Massnahme an der Quelle als erste Priorität zu prüfen. Verursachen Massnahmen an der Quelle oder im Ausbreitungsbereich des Schalls unverhältnismässige Betriebseinschränkungen, unverhältnis­mässige Kosten oder bestehen überwiegende Interessen (z. B. Ortsbildschutz), gewährt die Vollzugsbehörde (kantonale Dienststelle Umwelt und Energie) Sanierungserleichterungen. Mit der Gewährung von Sanierungserleichterungen wird der Strasseneigentümer davon entbunden, weitere Lärmschutzmassnahmen zu treffen.
 

Cheerstrasse: Temporeduktion
 

Abklärungen haben ergeben, dass sich unter Berücksichtigung des Strassenbauprojektes «Cheerstrasse 2016» für die Zwischenzeit bis zur Eröffnung der neuen Umfahrungsstrasse (voraussichtlich 2023 / 2024, siehe auch Medienmitteilung vom 24. Mai 2018) mit der Einführung von Tempo-30 die Lärmemissionen im Bereich des Littauerbodens wesentlich reduzieren lassen. Es ist eine Reduktion des Verkehrslärms um zirka einen Drittel zu erwarten. Die Temporeduktion führt auch zu einer Verbesserung der Verkehrssicherheit (Reduktion des Unfallpotentials und der Unfallschwere). Zudem wird die Cheerstrasse insbesondere im Bereich des Bahnhofs in erhöhtem Mass von besonders schutzbedürftigen Personengruppen genutzt (Behindertenwerkstatt, Schulkinder).

Negative Auswirkungen auf die verkehrliche Funktion der Cheerstrasse im Bereich des Littauerbodens oder Ausweichverkehr in die umliegenden Quartierstrassen sind nicht zu erwarten (keine entsprechende attraktive Alternativroute). Theoretisch beträgt die Verlustzeit durch die Reduktion der Höchstgeschwindigkeit von Tempo-50 auf Tempo-30 innerhalb eines Kilometers 42 Sekunden. Die tatsächliche Verlustzeit dürfte allerdings viel geringer ausfallen, da bereits heute die Einmündung Thorenbergstrasse und der Bahnübergang als temporeduzierende Faktoren wirken und die effektive Fahrzeit verlängern.

Die Prüfung mittels des gesetzlich notwendigen Gutachtens hat ergeben, dass die Einführung von Tempo-30 auf dem Teilabschnitt Knoten Thorenbergstrasse bis zum Gebäude Cheerstrasse 16 (inkl. Bahnhof, Löchli und die Überbauung Cheerstrasse 13a-e) notwendig, zweck- und verhältnismässig ist.
 

Littau+: keine alternativen lärmreduzierenden Massnahmen
 

Neben der Cheerstrasse wurde im Stadtteil Littau+ (Gasshof-, Obermättli- und Längweiherstrasse, Fluhmühle- und Udelbodenrain) über die vergangenen Jahre bereits vorgängig Tempo-30 eingeführt. Im Rahmen des LSP wurde als weitere lärmreduzierende Massnahme an der Quelle der Einbau eines lärmarmen Strassenbelags auf dem jeweiligen Abschnitt geprüft. Aufgrund des aktuellen Strassenzustands und dem damit verbleibenden Restwert der Infrastruktur wurde ein Ersatz zum aktuellen Zeitpunkt als unverhältnismässig beurteilt. Massnahmen im Ausbreitungsbereich wie z. B. die Erstellung durchgehender Lärmschutzwände sind technisch und betrieblich nicht möglich, weisen eine ungenügende akustische Wirkung auf und / oder führen zu unverhältnismässigen Betriebseinschränkungen und Kosten. Ausgehend von der Analyse muss festgehalten werden, dass nebst der Einführung einer Tempo-30 Verkehrsordnung keine weiteren lärmreduzierenden Massnahmen an der Quelle oder im Ausbreitungsbereich realisiert werden können. Folglich bleibt der Immissionsgrenzwert trotz der geplanten Lärmschutzmassnahmen bei einigen Liegenschaften überschritten. Das Tiefbauamt der Stadt Luzern beantragt deshalb bei der kantonalen Dienstelle Umwelt und Energie Sanierungserleichterungen für 15 Gebäude und zwei unüberbaute Parzellen.
 

Ersatzmassnahmen: Schallschutzfenster
 

Bei einer Überschreitung der höheren Alarmwerte ist der Strasseneigentümer trotz gewährten Sanierungserleichterungen verpflichtet, Ersatzmassnahmen (Schallschutzfenster) zu ergreifen. Im Wissen um die Bedeutung des Schallschutzes wendet die Stadt Luzern ein Kostentragungsmodell an, welches über das gesetzliche Minimum hinausgeht. Bei bestehenden Gebäuden mit Lärmbelastungen knapp unterhalb des Alarmwertes, können die Gebäudeeigentümer deshalb darüber entscheiden, ob sie bei den strassenseitigen, lärmempfindlich genutzten Wohnräumen freiwillig einen Ersatz der vorhandenen Fenster durch Schallschutzfenster vornehmen wollen. Je nach Raumnutzung und fensterspezifischer Lärmbelastung wird dafür ein Kostenbeitrag in Aussicht gestellt.

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Öffentliche Planauflage LSP

Die Einsprache- und Beschwerdefrist für das Lärmsanierungsprojekt (Technischer Bericht) und die Einführung von Tempo-30 (Gutachten) sind per Ende Juli 2018 abgelaufen. Die Umsetzung von Tempo-30 auf einem Teilabschnitt der Cheerstrasse kann voraussichtlich wie geplant ab Herbst 2018 erfolgen.

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