Erste Visualisierung gemäss Y-Lösung (Quelle: Stadt Luzern)

Gesamtprojekt Pilatusplatz

Stadt Luzern, Kanton Luzern, REAL und ewl planen auf den Kantonsstrassen am und rund um den Pilatusplatz eine umfassende Sanierung und Erneuerung. So müssen etwa viele alte Werkleitungen erneuert und die Bushaltestellen behindertengerecht ausgestaltet werden. Das entsprechende Vorprojekt ist abgeschlossen. Auf Wunsch aus dem Quartier prüft die Stadt als Alternative nun aber noch eine andere Verkehrsführung gemäss Visualisierung oben.

Massnahmen

Beim «Gesamtprojekt Pilatusplatz» teilen sich die vier Bauherren die auszuführenden Massnahmen wie folgt auf:

REAL

Sanierung des bis zu 4,5 Meter breiten REAL-Kanals unter der Obergrundstrasse von Hirschengraben bis Höhe Abzweigung Bundesstrasse. Die Tragfähigkeit der Decke des Verbandskanals ist nicht mehr gegeben. Wo technisch sinnvoll und möglich, wird der Kanal von innen mit einem Rohreinzug saniert.

Stadt Luzern

Sanierung der städtischen Kanalisation und Erhöhung der Aufenthaltsqualität auf dem gesamten Projektperimeter.

Kanton Luzern

(der Kanton hat als Eigentümer der Kantonsstrassen die Planung unter Einhaltung der kantonalen Vorgaben an die Stadt delegiert)

Umsetzung der Massnahmen beinhaltend: Optimierung der Verkehrsströme für ÖV, Fussgänger und den motorisierten Individualverkehr, behindertengerechte Ausgestaltung Bushaltestellen, Busbevorzugung, Neubau einer Radverkehrsanlage zur Querung des Pilatusplatzes von der Bruchstrasse in den Bereich Hirschengraben/Kleinstadt/Altstadt, Belagssanierung.

ewl

Sanierung diverser alter Werkleitungen unter der Obergrundstrasse (Gas, Wasser, Elektro).

All diese Massnahmen der vier Bauherren sind in ein Vorprojekt geflossen. Dieses konnte Ende Juli 2018 abgeschlossen werden.

Variante alternative Verkehrsführung / Y-Lösung

Die Stadt hat das Vorprojekt an einer Sitzung der von ihr initiierten Begleitgruppe vorgestellt. Die Begleitgruppe besteht aus Vertretern von Anstössern, Liegenschaftsbesitzern, Quartiervereinen, Wirtschafts- und Verkehrsverbänden. Sie hilft der Stadt auf partizipative Weise, die wichtigsten Anliegen und Vorstellungen der verschiedenen Anspruchsgruppen frühzeitig zu erkennen und diese bei der Planung und Umsetzung wenn möglich zu berücksichtigen.

Mehrere Teilnehmende der Begleitgruppe – darunter alle drei Quartiervereine – kritisierten, dass das Vorprojekt zu wenig Mehrwert aufweise. Die Teilnehmenden haben deshalb angeregt, die Verkehrsführung des Vorprojekts zu überdenken. Konkret soll geprüft werden, ob die während der Bauzeit vorgesehene provisorische Verkehrsführung als dauerhafte Lösung beibehalten werden könnte. Diese Führung sieht vor, dass der Verkehr stadtauswärts vom Pilatusplatz her Richtung Kasernenplatz nicht mehr über die Obergrundstrasse entlang der Stadtverwaltung führt. Sondern über den Hallwilerweg, wo heute die Fahrzeuge stadteinwärts fahren. Die Obergrundstrasse zwischen Pilatusplatz/Hotel Restaurant Anker und Hirschengraben wird bei dieser, «Y-Lösung» genannten Verkehrsführung, massiv vom Verkehr entlastet.

Pilatusplatz Y-Loesung Visualisierung 1 mit Pfeilen Verkehr
So könnte der Pilatusplatz gemäss Y-Lösung aussehen.

Der Stadtrat teilte die Einschätzung aus der Begleitgruppe, dass diese Variante Potenzial hat. Er hat deshalb Mitte Juni 2018 das Tiefbauamt beauftragt, die neue Verkehrsführung «Y-Lösung» auf ihre Machbarkeit zu prüfen. Die Studie liegt seit Ende September 2018 vor. Fazit: Technisch ist diese Variante grundsätzlich machbar. Der Kanton Luzern als Eigentümer der betroffenen Strassen ist über die Abklärungen der Stadt Luzern informiert. Der Stadtrat hat die Studie am 24. Oktober 2018 ein erstes Mal diskutiert. Er hält die Y-Lösung für einen grundsätzlich interessanten Ansatz.

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So könnte der vom Verkehr entlastete Abschnitt an der Obergrundstrasse aussehen.

Auf dem rund 1700 Quadratmeter grossen, verkehrsberuhigten Abschnitt würden mit der Y-Lösung verbleiben: eine durchgehende Busspur mit Anlegekante, Raum für den Velo- und Fussgängerverkehr, Anlieferungen sowie Ver- und Entsorgung plus womöglich einige Kurzzeit-Besucherparkplätze. Die verschiedenen Buslinien erhalten mit dieser Variante entlang des Stadthauses eine breitere und verlängerte Anlegekante. Der dadurch gewonnene Platz bietet Möglichkeiten für gedeckte Wartebereiche mit Sitzgelegenheiten und ein breiteres Trottoir.

Erste Visualisierung gemaess Y-Loesung (Quelle: Stadt Luzern)
So könnte der vom Verkehr entlastete Abschnitt an der Obergrundstrasse, mit Blick Richtung Piltusplatz, aussehen.

Beim Inselbau, dem Gebäudeensemble zwischen Hallwilerweg und Obergrundstrasse, entstehen auf der Ostseite vom Strassenlärm beruhigte Fassaden, was die Qualität der Büros und Wohnungen wesentlich erhöht. Zudem entsteht mit der Y-Lösung eine breite und attraktive Aussenfläche, die vielfältig bespielt und genutzt werden könnte, etwa mit Aussensitzplätzen für Restaurants und Cafés, Auslagen der Geschäfte oder öffentlichen Sitzgelegenheiten. Der Zugang zu den Läden und Büros auf dem Inselbau würde insgesamt deutlich attraktiver.

Allerdings gibt es auch kritische Punkte, welche in einem weiteren Planungsschritt konkretisiert werden müssten. Vor allem der Abbau von Parkplätzen rund um den Inselbau müsste gut analysiert werden. Aktuell gibt es dort 46 öffentliche Parkplätze. Das ursprüngliche Vorprojekt würde zu einem Abbau von mindestens 26 und höchstens 34 Parkplätzen führen – dies vor allem aus gesetzlich vorgeschriebenen Sicherheitsgründen. Bei der Y-Lösung würden voraussichtlich bis auf einige verbleibende Umschlag- und Kurzzeitparkplätze alle Parkplätze rund um den Inselbau aufgehoben.

Termine

Der Stadtrat hat bis Ende 2018 eine Konsultation gestartet. Er möchte von diversen Beteiligten wissen, wie sie die Y-Lösung beurteilen. An der Konsultation nehmen nebst stadtinternen Bereichen unter anderem teil: Der Kanton Luzern, der Verkehrsverbund Luzern, die Verkehrs- und Baukommission, die Teilnehmenden der Begleitgruppe sowie die Bewohnerinnen und Bewohner und Nutzenden des Inselbaus. Nach Abschluss dieser Abklärungen wird der Stadtrat einen Entscheid fällen. Das könnte im ersten Quartal 2019 geschehen. Sollte sich die Y-Lösung als bessere Variante erweisen, würden mit dem Kanton Verhandlungen aufgenommen. Die offenen Fragen würden dann vertieft analysiert. Auch würden dann die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie betreffend Aufwertungspotential des verkehrsbefreiten Abschnitts konkretisiert. Frühster möglicher Baustart für die Y-Lösung liegt zwischen 2023 und 2026.

Pilatusplatz Baubereich Vorprojekt und Y-Loesung

Sollte der Stadtrat die Y-Lösung verwerfen, würde das Vorprojekt vorangetrieben. Zeitlich könnte das Vorprojekt frühestens ab 2022 umgesetzt werden. Vorgezogen werden muss in jedem Fall die Innensanierung am Real-Kanal ab Pilatusplatz Richtung Kriens. Mit diesen Arbeiten könnte Ende 2019 gestartet werden. Auch die vorgezogene Erneuerung einer Wasserleitung an der Pilatusstrasse wird abgeklärt.

Finanzierung

Aufgrund der sehr frühen Projektphase können zu den Kosten noch keine Aussagen gemacht werden.

Stand: 30. November 2018

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