Einsprache gegen das Projekt Gesamtsystem Bypass Luzern

7. July 2020
Der Stadtrat steht hinter dem Gesamtsystem Bypass Luzern. Trotzdem hat er im Rahmen der öffentlichen Auflage Einsprache gegen das Projekt eingereicht. Damit will er dafür sorgen, dass der Bypass stadt- und landschaftsverträglich umgesetzt wird, die Quartiere während der Bauzeit möglichst wenig belastet werden und die Innenstadt vom Verkehr entlastet wird. Zudem will er Verbesserungen im Bereich Dammgärtli und bei der geplanten Lüftungszentrale im Gütschwald erreichen.

Um die Engpässe auf der Autobahn rund um Luzern zu beseitigen, hat das Bundesamt für Strassen (Astra) von 2010 bis 2016 das Projekt Gesamtsystem Bypass Luzern erarbeitet. Herzstück ist ein neuer 3,5 Kilometer langer Tunnel, der im Bereich Ibach unter der Reuss und der Stadt Luzern bis zum Grosshof beim Anschluss Luzern-Kriens führt. Der Durchgangsverkehr soll künftig durch diesen in beiden Fahrtrichtungen zweispurigen Tunnel geführt werden. Neben dem Tunnel sind weitere Autobahnausbauten geplant. Im Abschnitt der A14 von der Verzweigung Rotsee bis zum Anschluss Buchrain soll die Fahrbahn von vier auf sechs Fahrstreifen ausgebaut werden. Zusätzlich wird eine rund 700 Meter lange dritte Röhre beim Tunnel Rathausen mit drei Fahrstreifen erstellt. Auch die Verbindung von Basel nach Zug soll im Bereich Rotsee auf zwei Spuren ausgebaut werden. Im Süden von Luzern wird zudem mit Ummarkierungen dafür gesorgt, dass zwischen den Anschlüssen Luzern-Horw und Hergiswil in beiden Richtungen je drei Fahrstreifen zur Verfügung stehen. Die Kosten für das Gesamtprojekt betragen rund 1,8 Mrd. Franken.

Engpass beseitigen
Der Stadtrat steht hinter dem Gesamtsystem Bypass Luzern. Mit den Ausbauten kann das künftig erwartete Verkehrsaufkommen auf den Autobahnen bewältigt werden. Zudem ermöglichen sie, dass der regionale und lokale Verkehr, der heute vor allem in den Hauptverkehrszeiten aufs unter-ordnete Strassennetz ausweicht, wieder vermehrt auf der Autobahn abgewickelt wird. Dadurch sollen die Quartiere und die Innenstadt entlastet werden. Um diese Ziele zu erreichen, braucht es aus Sicht des Stadtrates aber noch Anpassungen am Projekt. Deshalb hat er im Rahmen der öffentlichen Auflage eine Einsprache eingereicht. Damit will der Stadtrat dafür sorgen, dass das Gesamtsystem Bypass stadt- und landschaftsverträglich umgesetzt wird, die Quartiere während der Bauzeit möglichst wenig belastet werden und die Innenstadt vom Verkehr entlastet wird.

Verbesserungen in Ibach und Kriens und flankierende Massnahmen für den Bus
Für den Stadtrat ist der Ausbau im Bereich Ibach und der Verzweigung Rotsee ein unverhältnismässiger Eingriff in den Landschafts- und Naherholungsraum an der Reuss. Er fordert deshalb den Bund auf, den Eingriff in diesem Bereich auf ein Minimum zu reduzieren und dem Natur-, Gewässer- und Heimschutz den nötigen Stellenwert beizumessen. Zudem unterstützt der Stadtrat die Anliegen von Kriens für eine geschlossene Autobahn im dicht besiedelten Gebiet Luzern Süd. Weiter fehlen dem Stadtrat flankierende Massnahmen zur Verbesserung des öffentlichen Verkehrs während der Bauzeit und auch nach Inbetriebnahme des Bypasses. Er fordert deshalb, dass im Rahmen des Projektes durchgehende Busspuren vom Kupferhammer in Kriens bis zum Luzernerhof realisiert werden.

Dammgärtli und Gütschwald
Von der Grossbaustelle Bypass betroffen ist auch das Dammgärtli bei der St.-Karli-Brücke. Dort soll ein Hilfsschacht entstehen, um das Gestein zu festigen und so die Bohrungen zu erleichtern. Die Grünfläche mit dem Spielplatz wäre voraussichtlich bis mindestens 2028 unbenutzbar. Der Stadtrat fordert deshalb, dass die Beanspruchung des Dammgärtlis auf ein Minimum reduziert wird und die grosse Eiche erhalten bleibt. Zudem soll für das Dammgärtli sowohl während der Bauarbeiten, als auch nach der Realisierung des Projekts an gleicher Stelle oder an einem nahegelegenen Ort gleichwertiger Ersatz geleistet werden.

Im Gütschwald ist eine Lüftungszentrale für die Strassentunnels geplant. Der Stadtrat stellt sich nicht gegen diese Zentrale, da sie für die Realisierung des Bypasses und die Gewährung der Verkehrssicherheit unabdingbar ist. Er setzt sich aber für eine natur- und landschaftsverträgliche Realisierung ein und fordert, dass der Eingriff in die Landschaft minimiert wird.