Pilatusplatz: Y-Lösung wird zu Vorprojekt ausgearbeitet

Pilatusplatz: Y-Lösung wird zu Vorprojekt ausgearbeitet

28. May 2020
Rund um den Pilatusplatz müssen Werkleitungen saniert und die Verkehrsströme optimiert werden. Ein auf der aktuellen Verkehrsführung basierendes Vorprojekt aus dem Jahr 2018* liegt vor. Mitglieder der Begleitgruppe regten jedoch an, die als Provisorium gedachte Baustellenverkehrsführung dauerhaft einzurichten. Daraufhin hat die Stadt eine neue Verkehrsführung prüfen lassen – die Y-Lösung. Diese hätte den Mehrwert, dass ein Strassenabschnitt deutlich attraktiviert und sicherer gestaltet werden könnte. Das Tiefbauamt hat die Y-Lösung mit einem Gestaltungsvorschlag präzisiert. Im März 2020 hat es Stellungnahmen dazu eingeholt. Basierend darauf hat der Stadtrat entschieden, die Y-Lösung zu einem Vorprojekt auszuarbeiten. Sobald dieses vorliegt, vergleicht der Stadtrat die Y-Lösung mit dem alten Vorprojekt. Das bessere Projekt beantragt er dann beim Kanton zur Bewilligung.

Die Stadt Luzern, der Kanton, ewl, und REAL planen am Pilatusplatz ein umfassendes Bauprojekt. Im «Gesamtprojekt Pilatusplatz» werden Massnahmen des kantonalen Strassenbauprogramms an der Oberfläche mit Werkleitungssanierungen im Untergrund zusammengefasst. Mit dem Oberflächenprojekt sollen die Verkehrssicherheit und Aufenthaltsqualität am Pilatusplatz erhöht, eine neue Radverkehrsquerung erstellt und die Bushaltestellen behindertengerecht umgebaut werden. Ein entsprechendes Vorprojekt liegt seit Juli 2018 vor. Es beinhaltet keine wesentlichen Änderungen an der heutigen Verkehrsführung. Aus Sicherheitsgründen müssten 26 bis 34 der aktuell 46 Parkplätze rund um den «Inselbau» auf dem Pilatusplatz abgebaut werden.

Aufgrund von Anregungen aus der eingesetzten Begleitgruppe – die Baustellenverkehrsführung solle dauerhaft bleiben – hat die Stadt eine alternative Verkehrsführung, die Y-Lösung prüfen lassen. Damit würde die Obergrundstrasse zwischen Pilatusplatz/Hotel Restaurant Anker und Hirschengraben massiv vom Autoverkehr entlastet. Der Stadtrat hält diese Variante für interessant, da sie einen grösseren Mehrwert bietet als das Vorprojekt aus dem Jahr 2018. Auch weitere Kreise haben sich dazu geäussert (siehe Mitteilung vom 30. November 2018). Dabei gab’s viel Zuspruch, aber auch Kritik. Die Kritik betraf hauptsächlich den Wegfall von Parkplätzen. Zudem wurde die Qualität dieses verkehrsberuhigten, aber nicht verkehrsfreien Raumes in Frage gestellt.

Der Stadtrat nahm die Kritik ernst und liess zur Parkierung und städtebaulichen Aufwertung zwei weitere Studien anfertigen. Auf Grundlage der beiden Studien wurde vom Tiefbauamt die Y-Lösung präzisiert: Der Platz soll als Tor zur Kleinstadt/Altstadt klarer geordnet werden, mit grosszügigeren Bereichen entlang der Fassaden. Auch rund zehn Parkplätze in Längsrichtung auf Seiten des Inselbaus sind vorgesehen. Auf ein unterirdisches Parkhaus, evtl. als Ersatz für den «Kesselturm», soll verzichtet werden. Der Stadtrat hat diese Empfehlung vom Tiefbauamt zur Kenntnis genommen und im Februar 2020 ein weiteres Mal eine Konsultation gestartet, um zu erfahren, was Anwohnende, Quartiervereine, das betroffene Gewerbe, Interessensverbände, etc. vom Gestaltungsvorschlag samt Parkierung halten (siehe Mitteilung vom 14. Februar 2020).

Es sind 17 Rückmeldungen eingegangen, die folgendes Bild zeigen: Die erarbeiteten Dokumente werden auf der einen Seite als gute Basis für die Weiterbearbeitung der Y-Lösung gewertet. Einzelne Rückmeldungen verlangen den kompletten Verzicht auf Parkplätze. Auf der anderen Seite werden die städtebauliche Studie und die Y-Lösung vorwiegend von Personen und Institutionen abgelehnt, welche die bestehenden Parkplätze erhalten wollen. Aus diesem Grund verwerfen sie die Y-Lösung und fordern den Status quo am Pilatusplatz. Dafür soll der Innenhof des Stadthauses aufgewertet und besser öffentlich zugänglich gemacht werden. Der Verzicht auf eine Tiefgarage kann grossmehrheitlich nachvollzogen werden.

Aufgrund der Rückmeldungen ergeben sich für den Stadtrat keine Argumente, die Empfehlung des Tiefbauamtes zu revidieren. Darum soll auf dieser Basis ein konkretes Vorprojekt zur Y-Verkehrsführung ausgearbeitet werden. Eine Tiefgarage am Pilatusplatz soll von Seiten Stadt Luzern nicht weiterverfolgt werden (Begründung siehe Mitteilung vom 14. Februar 2020 sowie Stellungnahme zum Postulat 384 «Chance Umgestaltung Pilatusplatz: Rückbau und Ersatzlösung Parkhaus Kesselturm» im Anhang). Verschiedene offene Punkte (z. B. Lärm oder Mehrverkehr in den Quartieren) sollen neben weiteren technischen Aspekten im Rahmen der Vorprojektierung geprüft werden. Ein Vorschlag der IG Pilatusplatz für die Beibehaltung von möglichst vielen Parkplätzen mit der jetzigen Verkehrsführung wird parallel geprüft und abschliessend im Rahmen des Vergleichs der beiden Vorprojekte (bisherige Verkehrsführung vs. Y-Lösung) und dem entsprechenden Antrag an den Kanton zu beurteilen sein. Andere Punkte (z. B. Öffnung Innenhof Stadthaus, Optimierung Radverkehrsanlage Rütligasse) werden nicht bzw. unabhängig vom vorliegenden Projekt am Pilatusplatz weiterverfolgt.

Der Stadtrat sieht Potenzial in der Y-Lösung: Diese schafft Klarheit, sorgt für mehr Sicherheit und ist ausgewogen. Der heute zerstückelte und schwierig lesbare Raum wird in zwei Bereiche gegliedert: Den historischen Hirschengraben und den neuen Platz. Der Langsamverkehr und die umliegenden Nutzungen erhalten mehr Platz. Der Raum erfährt trotz des weiterhin stattfindenden, moderaten und gewollten Verkehrs eine deutliche Attraktivierung. Auch die Parkierung sowie der Personen- und Güterumschlag werden im Gestaltungsvorschlag ausgewogen berücksichtigt. Dies alles kann geschehen, ohne die Leistung des Verkehrssystems zu beeinträchtigen. Innerstädtisch stellt dies eine seltene Chance dar. Umso mehr, da am Pilatusplatz ohnehin umfassende Arbeiten stattfinden.

Weiteres Vorgehen:

  • Der Stadtrat lässt jetzt im Auftrag des Kantons ein Vorprojekt mit der Y-Variante ausarbeiten.
  • Erst dann wird der Stadtrat definitiv entscheiden, welches Vorprojekt er dem Kanton zur weiteren Bearbeitung beantragen wird.
  • Voraussichtlich 2021 wird der Kanton dazu Stellung nehmen und abschliessend entscheiden, was umgesetzt wird.
  • Der Baubeginn ist frühestens zwischen 2024 und 2026 denkbar.

Alle Informationen zu diesem Projekt finden Sie auf der Webseite www.pilatusplatz.stadtluzern.ch


*Hinweis: In einer ersten Version dieser Mitteilung stand, das ältere Vorprojekt stamme aus dem Jahr 2017 – korrekt ist Juni 2018.

Links:

  • Postulat 384 "Chance Umgestaltung Pilatusplatz: Rückbau und Ersatzlösung Parkhaus Kesselturm"
  • Stellungnahme zum Postulat 384 "Chance Umgestaltung Pilatusplatz: Rückbau und Ersatzlösung Parkhaus Kesselturm"