Tourismus und Carregime

Tourismus und Carregime: Analyse und Ausblick auf die Strategieprozesse

20. September 2019
Der Stadtrat will in den Bereichen Tourismus und Carregime zwei partizipative Strategieprozesse starten. Ziel ist, Leitlinien zu erarbeiten, die zeigen, wie der Tourismus nachhaltig und stadtverträglich gestaltet werden kann. Zudem will der Stadtrat eine mehrheitsfähige Lösung im Bereich Carregime entwickeln. Die beiden Prozesse werden parallel und in enger Abstimmung aufeinander in den nächsten rund eineinhalb Jahren durchgeführt. Der Grosse Stadtrat behandelt die Vorschläge des Stadtrates voraussichtlich am 24. Oktober 2019.
In der Stadt Luzern wurden in den letzten Jahren vor allem von privater Seite verschiedene Infrastrukturprojekte vorgeschlagen und diskutiert, mit der die Parkierung von Touristencars in der Innenstadt ermöglicht werden sollte. Die kontroversen Diskussionen haben gezeigt, dass eine isolierte Beurteilung von Einzelprojekten nicht zielführend ist und dass es zuerst eine grundsätzliche Diskussion braucht. Der Stadtrat hat sich deshalb entschieden, einen partizipativen Strategieprozess mit dem Ziel durchzuführen, eine mehrheitsfähige Lösung im Bereich Carregime zu entwickeln. In einem ersten Schritt soll unabhängig von konkreten Projekten ein gemeinsames Verständnis über die Zielsetzungen, Randbedingungen und Bewertungskriterien des künftigen Carregimes entwickelt werden. Erst in einem zweiten Schritt werden bestehende und allenfalls neue Projektideen an den Zielsetzungen gemessen und bewertet. Um der Komplexität des Vorhabens gerecht zu werden und die in diesem Projekt erforderliche Neutralität zu gewährleisten, wird der Prozess durch die Firma Gruner AG, Basel, begleitet.
 
Parallel dazu wird der Stadtrat einen Strategieprozess Tourismus durchführen. Der Tourismus hat in Luzern eine lange Tradition und prägt die Stadt und deren Entwicklung massgeblich. Als Erfolgsfaktoren betrachtet der Stadtrat neben der Lage und der Infrastruktur auch die Gastfreundschaft der Bevölkerung. Die stetige Zunahme an Gästen hat in den letzten Jahren aber auch kritische Stimmen hervorgerufen. Vor diesem Hintergrund stellen sich in der Stadt Luzern Grundsatzfragen über die Zukunft des Tourismus. Im Grossen Stadtrat wurde dazu im Januar 2019 eine Motion mit dem Titel «Vision Tourismus Luzern 2030» überwiesen. Diese verlangt, dass gemeinsam mit verschiedenen Akteuren strategische Leitlinien zur Entwicklung des Tourismus entwickelt werden.
 

Nachhaltiger und stadtverträglicher Tourismus

Der Stadtrat ist sich bewusst, dass es zahlreiche Faktoren gibt, die nicht oder nur sehr beschränkt beeinflussbar sind, wie zum Beispiel die Entwicklung der Weltkonjunktur und damit verbunden das Reise- und Konsumverhalten, der Klimawandel oder die Digitalisierung. Er identifiziert jedoch auch zahlreiche Faktoren, die sehr gute Voraussetzungen schaffen, einen nachhaltigen stadtverträglichen Tourismus zu entwickeln: Die Standortattraktivität von Luzern ist zeitlos, die Zusammenarbeit in der Zentralschweiz ist sehr gut, die Marke Schweiz ist etabliert und Luzern hat mit dem Cluster Hotel- und weiteren Fachschulen viel tourismusspezifisches Knowhow.
 
Als Grundlage für die beiden Strategieprozesse hat der Stadtrat eine gemeinsame Analysephase durchgeführt. Das Resultat dieser Analysephase zeigen, dass Luzern insgesamt über gute Voraussetzungen verfügt, auch in Zukunft eine erfolgreiche Tourismusstation zu sein. Mit den partizipativen Strategieprozessen will der Stadtrat die Grundlage schaffen, dass sich der Tourismus und das Carregime im Einklang mit den Bedürfnissen der Bevölkerung entwickeln können.
 

Weitere Umsetzung Konzept Carparkierung

Unabhängig von den beiden Strategieprozessen setzt der Stadtrat die kurz- und mittelfristigen Massnahmen aus dem Konzept Carparkierung, das der Grosse Stadtrat 2017 zur Kenntnis genommen hat, laufend weiter um. In diesem Rahmen wurde beispielsweise das Car-Parkleitsystem entwickelt und im Frühjahr 2019 eingeführt. Generell wird darauf geachtet, dass diese Massnahmen keine längerfristigen Massnahmen präjudizieren. Dies gilt auch für die Schaffung von zusätzlichen Carparkplätzen für die Zwischenparkierung, um unter anderem die Parkplätze auf dem Inseli zu kompensieren. Die bisherigen Abklärungen haben gezeigt, dass sich das städtische Grundstück Hinterschlund in Kriens als Standort eignen dürfte. Deshalb ist die entsprechende Nutzung in die Planung des Entwicklungsgebiets Luzern Süd eingeflossen. Zudem wurden Gespräche mit der Stadt Kriens aufgenommen und erste Planungsschritte eingeleitet, um einen Teil des Grundstücks ab 2021 temporär als Zwischenparkplatz für Reisecars zu nutzen.
 
Links:
Bericht und Antrag 22/2019 "Tourismus und Carregime"
Strategieprozess Tourismus
Strategieprozess Carregime