Ufschötti Recycling Pilotversuch

Pilotversuch Abfalltrennung auf der Ufschötti

18. May 2020
Ab sofort können Besucherinnen und Besucher der Ufschötti PET-Getränkeflaschen, Aludosen, Glas und Restmüll getrennt entsorgen. Dazu hat das Strasseninspektorat für einen Pilotversuch die 55 Abfalleimer durch vier grosse Recyclingstationen bei den Ein- und Ausgängen ersetzt. Das neue Abfallsystem hat nicht nur für Natur und Umwelt grosse Vorteile. Es macht auch die Entsorgung durch das Strasseninspektorat einfacher und sicherer.

Die vier Recyclingstationen haben insgesamt das gleiche Fassungsvermögen wie die bisherigen Abfalleimer. Thomas Schmid, Leiter Strasseninspektorat, sagt: «Das Strasseninspektorat hat den Pilotversuch basierend auf den positiven Erfahrungen in den Bahnhöfen und in anderen Städten entwickelt. Begleitet wurden wir dabei vom Fachverband SwissRecycling.» Dort ist man erfreut über den Luzerner Pilotversuch, wie Ueli Maass, Leiter Recycling-Check-Up sagt: «Das Luzerner Projekt geht neue, innovative Wege und wurde gut aufgegleist. Ich schätze die Erfolgschancen hoch ein, wenn die Stadt auch vor Ort richtig kommuniziert.» Das Projekt hätte bereits im Frühling starten sollen, musste wegen der Coronakrise jedoch verschoben werden. Es dauert vorerst bis Herbst 2020 und wird dann ausgewertet. Gestaltet wurden die Stationen vom Luzerner Künstlerduo QueenKong (Vero und Marco Schmid).

Bisher wurden sämtliche Wertstoffe wie Glas, Alu oder PET in den Abfalleimern gemischt und mit dem Restmüll in der Renergia-Anlage in Perlen verbrannt. In den warmen Monaten fallen auf der Ufschötti eine bis drei Tonnen Abfall an – täglich. Das Strasseninspektorat schätzt den Wertstoffanteil im Abfall auf 20 bis 30 Prozent. «Dank der Abfalltrennung können natürliche Ressourcen und Energie gespart und CO2-Emissionen reduziert werden», sagt Peter Schmidli vom Umweltschutz der Stadt Luzern.

Für die Bewirtschaftung der bisher eingesetzten Abfalleimer wurden jährlich rund 10'000 bis 12'000 Abfallsäcke verbraucht. Diese Säcke mussten von den Mitarbeitern des Strasseninspektorats von Hand aus den Abfalleimern in den Anhänger des Sammeltraktors gehoben werden. Insbesondere durch das entsorgte Glas in den Abfalleimern waren die vollen Einlagesäcke in den 55 Abfalleimern mit einem Volumen von 240 Litern bis zu 50 Kilogramm schwer. Ein weiterer Nachteil des bisherigen Systems war, dass die Abfalleimer nicht geleert werden konnten, wenn die Ufschötti stark belegt war und am meisten Abfall anfiel. Denn dann war das Befahren der Wiese mit dem Traktor wegen der Unfallgefahr zu gefährlich. Die neuen Recyclingstationen bieten den Vorteil, dass sie auch unter Hochbetrieb geleert werden können. Zudem muss beim Einwurf in die Stationen nichts mehr angefasst werden, was ein weiterer Vorteil in Bezug auf die Handhygiene und den Coronavirus ist.

«Damit das System funktioniert, ist es wichtig, dass die Gäste der Ufschötti ihren Abfall nicht auf der Wiese liegen lassen, sondern an den Recyclingstationen entsorgen», sagt Thomas Kälin, der als Stadtteilleiter Süd beim Strasseninspektorat unter anderem für die Reinigung der Ufschötti verantwortlich ist. Um die Akzeptanz des neuen Systems zu fördern, wurden entsprechende Informationen auf den Recyclingstationen angebracht. Zudem sensibilisiert die SIP Stadt Luzern die Gäste mit Gesprächen und Flyern. Die Ufschöttibesucherinnen und -besucher können zudem Kritik, Verbesserungsvorschläge und Lob per WhatsApp, MMS oder SMS an 079 886 18 66 senden. Diese Rückmeldungen, die Separierungsquote und die Erfahrungen des Strasseninspektorats werden in die Auswertung des rund 50'000 Franken kostenden Pilotversuchs einfliessen. Der Pilotversuch wird gemeinsam mit SwissRecycling ausgewertet. Danach entscheidet die Stadt über das weitere Vorgehen.

Dieser Pilotversuch wurde von der Stadt initiiert, bevor das Postulat «Mülltrennung an vielfrequentierten Orten erleichtern» Ende Oktober 2019 eingereicht wurde. Die Stellungnahme des Stadtrates darauf finden Sie im Anhang. Wann das Parlament darüber entscheidet, ist noch offen.

Gute Erfahrungen in anderen Städten

Es gibt in einigen Schweizer Städten erfolgreiche Recyclingprojekte im öffentlichen Raum. Dazu gehören unter anderem Zürich und Bern. Hier wurden Recyclingstationen nach dem «SBB-Prinzip » eingesetzt: An vielen Orten ermöglichen die in den Bahnhöfen benutzten kleinen Recyclingstationen das Sammeln von Wertstoffen.
In der Stadt Bern verfügen zudem seit drei Jahren alle Freibäder über ein ähnliches System wie es Luzern nun testet: Zentrale Sammelstellen ersetzen die verteilten Abfalleimer. Sylvie Schönbauer, stellvertretende Anlagechefin des Marzilibades, zieht eine positive Bilanz: «Mittlerweile wird das System von den Gästen sehr gut akzeptiert. Das System bewährt sich sehr gut und die Separierungsquote liegt bei erfreulichen 95 Prozent.» Während in Bern mit dem neuen System auch das Littering deutlich abgenommen hat, darf ein solcher Effekt für Luzern nicht automatisch erwartet werden. Der Unterschied zwischen den Berner Freibädern und der Ufschötti liegt in Bezug auf Littering vor allem darin, dass die Berner Freibäder über Nacht geschlossen sind, während das Littering auf der Ufschötti vor allem am Abend und in der Nacht zum Problem wird.

Alle Infos zum Projekt finden Sie unter www.recycling.stadtluzern.ch.

Link
Stellungnahme zum Postulat 339 «Mülltrennung an vielfrequentierten Orten erleichtern»