30 Millionen Batterien werden verbrannt statt recycelt

3. March 2020
2018 wurden in der Schweiz 4’539 Tonnen Batterien verkauft. Obwohl sie als Sonderabfall gelten, landen verbotenerweise über 1’600 Tonnen davon sonst wo oder im Kehricht, wodurch sie für immer dem Recyclingkreislauf entzogen werden.

Batterien und Akkus sind praktisch und vielseitig verwendbar. Es gibt sie in allen erdenklichen Formen, Grössen und in den unterschiedlichsten chemischen Zusammensetzungen. Eines haben sie jedoch gemeinsam: Früher oder später geben sie alle den Geist auf. Übrigens: Wenn Batterien bei einer Temperatur zwischen 0 und 10 Grad – also im Kühlschrank – gelagert werden, verlängert sich dadurch deren Lebensdauer. Während sich Herr und Frau Schweizer beim Separieren von Altpapier oder Altglas vorbildlich verhalten, lässt ihr Sammeleifer bei den Batterien deutlich zu wünschen übrig. Wie ist es sonst zu erklären, dass die Separierungsquote beim Altpapier 81 Prozent, beim Altglas 94 Prozent, bei den Batterien hingegen nur etwa 63 Prozent beträgt?

 

Verführerische Kleinheit

Die Antwort darauf liegt wohl in der Grösse, besser gesagt: in der Kleinheit der Batterien. Dies verführt viele Leute dazu, die unscheinbaren Dinger im Abfall verschwinden zu lassen, obwohl – gemäss Umfragen – fast allen bekannt ist, dass man Batterien nicht im Kehricht entsorgen darf. „Soziale Wünschbarkeit“ nennt es sich, wenn die Befragten geschönte Antworten geben, die nicht ihrem tatsächlichen Verhalten entsprechen, sondern dem, was ihrer Ansicht nach gesellschaftlich akzeptiert und für richtig befunden wird. Das Verhalten bei der illegalen Entsorgung von Batterien ist ein perfektes Beispiel dafür.

 

Über ein Drittel gehen verloren

Batterien und Akkus im Kehricht zu entsorgen, ist verboten. Trotzdem gelangen Unzählige davon in die Verbrennungsanlagen. 2018 betrug die Batterieabsatzmenge in der Schweiz 4’539 Tonnen, der Recyclingrücklauf jedoch nur 2’865 Tonnen, also 63,1 Prozent. Somit wurden 1’674 Tonnen Altbatterien – also etwa 30 Millionen Stück – falsch entsorgt. Um unsere Umwelt zu schonen und Ressourcen einzusparen, soll diese Menge deutlich reduziert werden. Als Zielwert strebt das Bundesamt für Umwelt eine Rücklaufquote von mindestens 80 Prozent an.

 

Giftig und wertvoll zugleich

Alle Akkus und Batterien – auch die winzigen Knopfbatterien – enthalten umweltgefährdende Stoffe wie Quecksilber, Kadmium, Zink, Blei und Mangan. Wenn diese in den Stoffkreislauf der Natur gelangen, richten sie dort grossen Schaden an: Sie wirken toxisch, also giftig, auf Lebewesen und gelangen im Wasser, mit dem Feinstaub in der Luft oder über die Nahrungskette zurück zum Menschen. Batterien und Akkus weisen aber auch einen hohen Anteil an wiederverwertbaren Materialien auf. So können beispielsweise Eisen, Nickel, Mangan und Zink im Recyclingprozess zurückgewonnen werden.

 

Entsorgung ist bereits bezahlt

In der Schweiz besteht eine gesetzliche Rückgabepflicht für die Konsumentinnen und Konsumenten und eine Rücknahmepflicht für den Handel. Das heisst: Batterien und Akkus kann man kostenlos überall dort zurückgeben, wo sie verkauft werden; egal, wo man sie gekauft hat, und unabhängig von einem Neukauf. Der gesamte Recyclingprozess wird durch eine vorgezogene Entsorgungsgebühr finanziert, die bereits im Kaufpreis enthalten ist. Für die meistverkaufte Gerätebatterie „AA“ (Rundzelle: 5 cm hoch, 1,5 cm dick) beträgt sie 10 Rappen pro Stück. Damit wird die Sammlung, der Transport, die Wiederaufbereitung der Wertstoffe sowie die Information von Handel und Bevölkerung finanziert. Zudem erwirbt man beim Kauf einer Batterie das Anrecht auf deren sachgerechte Entsorgung bei rund 12’000 vorhandenen Verkaufs- und Sammelstellen.

Für die kostenlose Entsorgung von Trockenbatterien und Akkus bis 5 kg, stehen im REAL-Verbandsgebiet über hundert unbediente Sammelstellen und elf Ökihöfe zur Verfügung. Trockenbatterien und Akkus über 5 kg, Nassbatterien und -akkus sowie Gel-Batterien (z. B. Auto- und Motorradbatterien) müssen bei einer Verkaufsstelle oder Autogarage zurückgebracht werden.

 

Für Fragen stehen Ihnen die Webseite www.abfall.stadtluzern.ch, der Abfallkalender oder das Abfalltelefon Stadt Luzern +41 41 208 78 70 zur Verfügung.

 

 

Stadt Luzern

Strasseninspektorat

Industriestrasse 6

6005 Luzern

Telefon: +41 41 208 78 81

E-Mail: othmar.fries@stadtluzern.ch

Internet: www.abfall.stadtluzern.ch

 

Altmetallsammlung

Vom 9. bis zum 17. März 2020 sammelt das Strasseninspektorat in der Stadt Luzern das Altmetall ein. Der individuelle Abfuhrtag für die jeweilige Strasse ist im Abfallkalender ersichtlich. Bereitstellung: Am Tag der Abfuhr um 7 Uhr am gewohnten Entsorgungsort. Mitgenommen werden alle Gegenstände, die ganz oder überwiegend aus Metall bestehen. Von der Abfuhr ausgeschlossen sind sämtliche Elektrogeräte (alles, was einen Stecker, einen Akku oder eine Batterie hat).