Strategieprozesse Tourismus und Carregime

Strategieprozesse Tourismus und Carregime: Die Partizipation startet

13. January 2020
Bei der Erarbeitung der Vision Tourismus Luzern 2030 sowie der Entwicklung einer mehrheitsfähigen Lösung für das Carregime geht es nun los mit der aktiven Mitwirkung der Bevölkerung sowie der relevanten Anspruchsgruppen. Gestartet wird in wenigen Tagen mit einer repräsentativen Bevölkerungsumfrage.
Der Tourismus in der Stadt Luzern hat eine lange Tradition und ist einer der wichtigsten Wirtschaftszweige. Die Branche trägt massgeblich zur Bedeutung der Stadt Luzern als attraktiver Wohn- und Wirtschaftsstandort bei. Gleichzeitig stossen die wachsenden Besucherströme an einzelnen Orten an Grenzen und das Unwohlsein in gewissen Teilen der Bevölkerung ist in den letzten Jahren gestiegen. Nach der zustimmenden Kenntnisnahme des Berichts «Tourismus und Carregime» (B+A 22/2019) durch den Grossen Stadtrat Ende Oktober 2019 hat der Stadtrat mit der Erarbeitung der Vision Tourismus Luzern 2030 sowie des Carregimes begonnen. Die beiden Strategieprozesse laufen parallel und stehen thematisch in einem engen Zusammenhang. Die gegenseitige Abstimmung wird über die Projektorganisation sichergestellt. Nach intensiven Vorbereitungsarbeiten startet nun der aktive Einbezug der Bevölkerung und der relevanten Anspruchsgruppen.
 

Der Beitrag der Stadtluzernerinnen und Stadtluzerner ist gefragt

Rund 2'000 zufällig ausgesuchte Stadtluzernerinnen und Stadtluzerner können sich an einer repräsentativen Bevölkerungsbefragung zum Tourismus beteiligen. Diese wird im Auftrag der Stadt Luzern durch die Hochschule Luzern (HSLU) durchgeführt. Alle Einwohnerinnen und Einwohner der Stadt können zudem bis 14. Februar 2020 ihre Anregungen zum Tourismus auf einem sogenannten Impuls-Portal unter www.visiontourismus2030.stadtluzern.ch platzieren. Auch gezielte Dialogveranstaltungen zum jeweiligen Stand der Arbeiten sind vorgesehen. Workshops mit Vertretungen relevanter Anspruchsgruppen runden die Partizipationsmöglichkeiten in den beiden Strategieprozessen ab. «Wir laden die Stadtluzernerinnen und Stadtluzerner sowie die Vertreterinnen und Vertreter relevanter Anspruchsgruppen herzlich zur Mitwirkung bei diesen für den Tourismus so wichtigen Strategieprozessen ein», sagt Stadträtin Franziska Bitzi Staub anlässlich einer Medienkonferenz in Luzern. Stadtrat Adrian Borgula ergänzt: «Wir sind objektiv und ergebnisoffen und wir freuen uns sehr auf die verschiedenen Einschätzungen und Anregungen.»
 

Strategieprozess «Vision Tourismus Luzern 2030» erfolgt in drei Phasen

In der ersten Phase bis April 2020 geht es um eine vertiefte Analyse und dabei um die Auseinandersetzung mit den Stärken, Schwächen, Chancen und Gefahren für den Tourismus in der Stadt Luzern. Weiter sollen Handlungsfelder abgeleitet werden. In der zweiten Phase von Mai bis September 2020 ist das Ziel, aus den gewonnenen Erkenntnissen mit den Stakeholdern eine Vision zu entwickeln. Es geht um die Frage, welchen Tourismus die Stadt Luzern will, wohin sich der Tourismus in der Stadt Luzern entwickeln soll. Basierend auf der Vision wird in der dritten Phase ein Umsetzungskonzept erarbeitet, das Massnahmen aufzeigen soll, mit denen die Stadt im Rahmen ihrer Möglichkeiten Einfluss auf die Entwicklung des Tourismus nehmen kann. Im Vordergrund stehen dabei strategische Leitlinien sowie Steuerungsansätze. Nach jeder Phase werden die Resultate ausgewertet und konsolidiert und mit einem Fachbeirat bestehend aus externen Fachpersonen aus den Bereichen Wirtschaft und Tourismus gespiegelt. Für die Begleitung des Prozesses wurde mit dem Institut INFRAS (Zürich) ein in Partizipationsverfahren erfahrenes Forschungs- und Beratungsunternehmen beauftragt.
 

Strategieprozess Carregime startet mit Zieldiskussion

Der Cartourismus ist ein wichtiger und traditioneller Bestandteil des Tourismus in der Stadt Luzern. In den letzten Jahren wurden verschiedene Infrastrukturprojekte als Lösungsbeitrag zur Parkierung der Cars vorgeschlagen. Die kontroversen Diskussionen haben gezeigt, dass eine isolierte Beurteilung von Einzelprojekten nicht zielführend ist. Der Stadtrat hat deshalb entschieden, einen partizipativen Strategieprozess mit dem Ziel durchzuführen, eine mehrheitsfähige Lösung im Bereich Carregime zu entwickeln. In einem ersten Schritt soll unabhängig von konkreten Projekten ein gemeinsames Verständnis über die Zielsetzungen des künftigen Carregimes entwickelt werden. Erst in einem zweiten Schritt werden bestehende und allenfalls neue Projektideen an diesen Zielsetzungen gemessen und bewertet. Die Zieldiskussion findet im ersten Halbjahr 2020 statt. Es sind drei Foren nach den Prinzipien der Grossgruppenmoderation mit allen relevanten Stakeholdern vorgesehen. Um die in diesem Prozess notwendige Unabhängigkeit zu gewährleisten, wird dieser
Prozess durch die Firma Gruner AG begleitet.