Altes Krematorium: Ergebnis der Ausschreibung

Altes Krematorium: Ergebnis der Ausschreibung

5. November 2019
Für eine neue Nutzung des alten Krematoriums haben die Stadt Luzern und die Stiftung Luzerner Feuerbestattung (STLF) während des Sommers 2019 eine freiwillige Ausschreibung durchgeführt. Fünf Bewerbungen sind eingegangen. Leider sind alle inhaltlich zu wenig ausgereift, keine erfüllt die Ausschreibungskriterien. Vorerst wird deshalb keine Umnutzung möglich sein. Die Verantwortlichen klären nun, wie es weitergehen soll.

Das alte Krematorium, eingebettet im Grünen zwischen Reuss, Friedental und Rotsee, wurde von 1924 bis 1926 nach Plänen des Architekten Albert Froehlich gebaut und 1926 eingeweiht. Die streng symmetrisch aufgebaute Anlage, bestehend aus Krematorium und einem mit Gräberhallen allseitig umschlossenen Urnenhof und Wasserbecken, befindet sich am Nordende des Friedentals und ist über zwei breit ausladende Terrassen am ansteigenden Hang situiert.

Seit der Eröffnung des neuen Krematoriums im Jahr 2005 werden Gebäude und Areal zusehends weniger genutzt. Ausserdem lief der Baurechtsvertrag mit der Stiftung Luzerner Feuerbestattung (STLF) 2012 über die Grün- und Friedhofsflächen Ende 2011 aus. Seither gehören diese der Stadt Luzern. Das Gebäude des alten Krematoriums hingegen steht im Eigentum der STLF.

Die STLF und der Stadtrat möchten das Areal einer neuen Nutzung zuführen. Der Stiftungsrat der STLF und der Stadtrat haben deshalb beschlossen, für die geplante Umnutzung eine freiwillige Ausschreibung durchzuführen. Die Ausschreibung wurde mit einer Medienorientierung vor Ort am 15. April 2019 öffentlich gemacht. Bis zum 19. Juli 2019 hatten alle Interessierten die Möglichkeit, ihre Ideen und Projekte für diese schlossähnliche Parkanlage samt Gebäuden einzureichen.

Insgesamt sind fünf Konzepte von Personen und Interessengruppen eingegangen. Für die Beurteilung der eingegangenen Konzepte und Erarbeitung einer Empfehlung haben der Stiftungsrat der STLF und der Stadtrat ein Beurteilungsgremium eingesetzt. Dieses bestand aus stadtinternen sowie externen Mitgliedern.

Für die Jury erfüllt keine Bewerbung die Ausschreibungskriterien. Inhaltlich sind die Vorschläge zu wenig ausgereift. Vorschläge zu einer neuen Organisation oder Trägerschaft sowie Finanzierungsmöglichkeiten sind fast bei allen fünf Projekten zu wenig konkret abgehandelt. Zudem entspricht keine der vorgeschlagenen Nutzungen der architektonischen Qualität des Gebäudes. Der Stiftungsrat der STLF und der Stadtrat sehen das gleich und folgen der Empfehlung der Jury. Deshalb wird die Ausschreibung nun formell abgeschlossen. Es finden keine weiteren Verhandlungen mit den Bewerbenden statt. Die Stiftung Luzerner Feuerbestattung und die Stadt Luzern schätzen die Arbeit und Kreativität sehr, die in den Bewerbungen steckt und bedanken sich für die Teilnahme an dieser Ausschreibung.

Der Ausgang dieser Ausschreibung zeigt dem Stiftungsrat der STLF und dem Stadtrat auf, wie anspruchsvoll die künftige Nutzung des alten Krematoriums ist. Eine Neunutzung mit einer verlässlichen Trägerschaft zu finden, ist schwierig. Derzeit liegen keine umsetzbaren Konzepte vor.

Glücklicherweise verlangt die gute Bausubstanz des alten Krematoriums und der Aussenflächen kein rasches Handeln. Zurzeit besorgen die STLF und die Stadtgärtnerei gemeinsam den Unterhalt der Grünflächen und die Bewirtschaftung der Gräber. Trotzdem ist die langfristige Nutzung des alten Krematoriums und der umliegenden Grünflächen zu klären. Der Stiftungsrat der STLF, die zuständige Umwelt- und Mobilitätsdirektion sowie die bestehende Projektgruppe analysieren nun die neue Ausgangslage und überlegen sich weitere Schritte.

Sowohl die STLF sowie der Stadtrat bleiben offen, Gespräche über neue Konzepte, welche insbesondere der Finanzierung grösseres Gewicht beimessen, zu führen.