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8. January 2021
Die Zahl der Kindergarten- und Schulkinder wird bis 2027 stark zunehmen. Dies zeigt die Schulraumplanung, die erstmals langfristige Prognosen ermöglicht und so die Grundlage schafft, die Sanierungen und Erweiterungen von Schulanlagen besser aufeinander abzustimmen. Um bei den Sanierungen eine Ausweichmöglichkeit zu haben, aber auch um kurzfristig mehr Schülerinnen und Schüler unterrichten oder betreuen zu können, will der Stadtrat drei zusätzliche Holzmodulbauten für insgesamt knapp 16 Mio. Franken kaufen.

Mit dem Bevölkerungswachstum steigt in der Stadt Luzern auch die Zahl der Kindergarten- und Schulkinder. Eine wichtige Grundlage für die Schulraumplanung sind verlässliche Prognosen. Die bisherigen hatten einen Horizont von fünf Jahren. Für die Folgejahre nahm die Prognosegenauigkeit aber jeweils sehr stark ab. Deshalb hat die Stadt die Schulraumplanung zusammen mit einem externen Beratungsbüro überarbeitet. Die Prognosen wurden mit statistischen Einschätzungen der generellen Bevölkerungsentwicklung und mit raumplanerischen Einflussfaktoren ergänzt. Dadurch sind auch langfristige Prognosen möglich. Sie sind die Grundlage, um die Sanierungen und Erweiterungen von Schulanlagen besser aufeinander abzustimmen und den Einsatz von Provisorien zu minimieren. 

Die Schülerzahlen werden sich bis 2027 stark erhöhen. Anschliessend steigen sie bis 2035 nur noch moderat. Ein besonders markanter Anstieg ist im Stadtbereich Südost im Einzugsgebiet der Schulanlagen Moosmatt, Geissenstein, Tribschen/Wartegg und Hubelmatt zu erwarten. Wegen zahlreicher Wohnbauprojekte werden bis 2035 fast zwanzig neue Abteilungen auf Primarschulstufe nötig sein. Deshalb ist vorgesehen, auf der Schulanlage Moosmatt einen Neubau zu erstellen und das Schulhaus Hubelmatt West, das bisher an den Kanton vermietet wurde, für die städtischen Schulen zu nutzen. Beim Schulhaus Hubelmatt soll zudem eine neue Turnhalle gebaut werden. Parallel dazu werden die Schulanlagen Wartegg/Tribschen und Hubelmatt saniert und angepasst.

Mit der Aufstockung des Traktes A des Schulhauses Würzenbach ist der langfristig notwendige Ausbau im Stadtbereich Nordost erfolgt. Die mittelfristige Bedarfsspitze bei der Schulanlage Felsberg wird mit einem temporären Modulbau aufgefangen. Im Stadtbereich Nord kann der zusätzliche Raumbedarf mit dem Erweiterungbau beim Schulhaus St.-Karli, der Nutzung des Schulhauses Pestalozzi, das bisher an den Kanton Luzern vermietet war, sowie mit den Sanierungen der Schulhäuser Steinhof und Säli langfristig gedeckt werden. Mit Blick auf Littau und Reussbühl hat die Schulraumplanung bestätigt, dass mit den Sanierungen und Erweiterungen der Schulhäuser Littau Dorf, Rönnimoos und Ruopigen genügend Schulraum bereitgestellt werden kann. 

2020 hat das Investitionsvolumen mit rund 45 Mio. Franken einen vorläufigen Höhepunkt erreicht. Bis zirka 2025 dürfte die Schulraumoffensive zu jährlichen Investitionen von mehr als 40 Mio. Franken führen. Anschliessend wird sich der Investitionsbedarf bis 2045 durchschnittlich bei 20 bis 25 Mio. Franken bewegen. Da sich die Parameter der Schulraumplanung laufend ändern, wird die Schulraumplanung alle fünf Jahre überarbeitet und dem Grossen Stadtrat vorgelegt.
 

Felsberg
Bei der Schulanlage Felsberg braucht es wegen der steigenden Schülerzahlen von 2022 bis 2034 zusätzlichen Schulraum. Er soll in einem Modulbau bereitgestellt werden.


«Luzerner Module»

Um bei den Sanierungen von Schulgebäuden eine Ausweichmöglichkeit zu haben, aber auch um kurzfristig mehr Schülerinnen und Schüler unterrichten oder betreuen zu können, will der Stadtrat drei zusätzliche zweigeschossige Holzmodulbauten kaufen. Der Grosse Stadtrat hat 2020 bereits zwei Module für den Ersatz des Pavillons 99 auf der Schulanlage Ruopigen bewilligt. Die sogenannten «Luzerner Module» können flexibel zusammegesetzt und nacheinander an verschiedenen Standorten eingesetzt werden. Sie werden den Gebäudestandard 2019.1 gemäss Energiestadt erfüllen und nach dem Minergie-A-ECO-Standard zertifiziert. Dies bedeutet beispielsweise, dass die Flachdächer mit der maximal möglichen Fläche an Photovoltaik-Modulen ausgerüstet werden. Zudem werden sie mit einem möglichst hohen Anteil an Luzerner Holz erstellt. 

Moosmatt, Wartegg/Tribschen und Felsberg

Ein Luzerner Modul soll 2022 bis 2026 bei der Schulanlage Moosmatt während der Gesamtsanierung und Erweiterung des Hauptgebäudes eingesetzt werden. Für dessen Bau und die anschliessende Verschiebung zum Schulhaus Säli beantragt der Stadtrat einen Sonderkredit von 5,20 Mio. Franken. Wegen steigender Schülerzahlen und einer Fassadensanierung braucht es von 2022 bis 2027 auch bei der Schulanlage Wartegg/Tribschen einen Modulbau. Dessen Bau und die spätere Verschiebung zum Kindergarten Udelboden kostet 5,28 Mio. Franken. Der dritte Modulbau wird ebenfalls wegen steigender Schülerzahlen und dem dadurch nötigen Ausbau des Betreuungsangebots von 2022 bis 2034 bei der Schulanlage Felsberg realisiert. Dafür beantragt der Stadtrat beim Parlament einen Sonderkredit von 4,35 Mio. Franken.
 

Moosmatt
Ein besonders markanter Anstieg der Schülerzahlen ist im Stadtbereich Südost zu erwarten, in dem sich auch das Schulhaus Moosmatt befindet.

Links:
Bericht und Antrag 35/2020 "Luzerner Module als Schulraumprovisorien"
Bericht 36/2020 "Schulraumplanung"

Zugehörige Objekte

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Schulraumplanung und Luzerner Module Medienmitteilung 08.01.2021 Download 0 Schulraumplanung und Luzerner Module Medienmitteilung 08.01.2021