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9. November 2020
Die Eltern von Schulkindern in der Stadt Luzern sind mit der Betreuung in der additiven Tagesschule grossmehrheitlich zufrieden. Dies zeigt eine externe Evaluation. Die grosse Stärke dieses Modells ist aus Sicht der befragten Eltern die Freiwilligkeit und die freie Wählbarkeit der Betreuungselemente. Vor allem Eltern von Vorschulkindern sind dennoch offen für neue Modelle. Bemängelt wird, dass es zu wenig Betreuungsplätze gibt.

Eltern von Kindergarten- und Primarschulkindern können bei Bedarf bei der Volksschule der Stadt Luzern die drei Betreuungselemente Morgen-, Mittags- und Nachmittagsbetreuung auswählen. Sie bezahlen dafür einen einkommensabhängigen Tarif. Um das additive Tagesschulangebot weiterentwickeln zu können, hat die Stadt Luzern eine externe Evaluation durchgeführt. Ziel war es herauszufinden, wie zufrieden die Eltern und die schulischen Akteure mit dem Angebot sind und wie sich die Nachfrage entwickeln wird. 

Zwischen März und Juni 2020 wurden verschiedene Elterngruppen online befragt: Eltern von Schulkindern, die aktuell die Betreuung nutzen (334 Teilnehmende; Rücklauf von 27 Prozent), Eltern von Schulkindern, die keine Betreuung nutzen (348 Teilnehmende, Rücklauf von 16 Prozent) und Eltern von Vorschulkindern (155 Teilnehmende, Rücklauf von 29 Prozent). Zudem wurden Interviews mit Vertreterinnen und Vertretern des Rektorats und der schulischen Dienste und Gespräche mit Schulleitungen, Betreuungsleitungen und Lehrpersonen geführt. Ergänzend dazu wurden Dokumente und Daten der Volksschule sowie Forschungsergebnisse zu den Bedürfnissen von Kindern im Kontext von Tagesschulen beigezogen. Die Perspektive der Kinder wurde indirekt über die Befragungen der Eltern und der schulischen Akteure ermittelt.

Insgesamt zeigt sich in den Befragungen eine hohe Zustimmung für das additive Tagesschulmodell der Stadt Luzern. Die grosse Stärke dieses Modells ist aus Sicht der befragten Eltern die Freiwilligkeit und die freie Wählbarkeit der einzelnen Betreuungselemente. Vor allem Eltern von Vorschulkindern sind dennoch offen für neue Modelle mit so genannten «gebundenen» Formen, bei denen alle Kinder – vor allem über Mittag – in der Tagesschule betreut werden. 

Die Nachfrage steigt

Die Nachfrage nach Betreuung ist an vielen Schulstandorten grösser als das Angebot, was sich in Wartelisten äussert. Diese zeigen jedoch nur einen Teil des Nachfragepotenzials. Die Evaluation kommt zum Ergebnis, dass rund 44 Prozent der Lernenden Betreuung beanspruchen möchten, während zum Zeitpunkt der Befragung 36 Prozent das Angebot nutzten. Bei tieferen Preisen oder sicherer und besser erreichbaren Betreuungsstandorten wäre die Nachfrage nochmals deutlich höher. Künftig könnte die Nachfrage noch weiter anwachsen, wie die Ergebnisse der Befragung von Eltern von Vorschulkindern zeigt. 70 Prozent von ihnen geben an, das Betreuungsangebot dereinst nutzen zu wollen. Ein Ausbaubedarf zeigt sich auch bei der Ferienbetreuung. 

Qualitativ weiterentwickeln

Geht es nach den Befragten, sollten die Räumlichkeiten, die Zuteilung der Personalressourcen, die Zuständigkeiten auf Ebene der einzelnen Schulen und die Gesamtsteuerung durch das Rektorat optimiert werden. Zudem besteht bei der Zusammenarbeit zwischen Unterricht und Betreuung ein grosses Potenzial. Im Bericht wird deshalb empfohlen, das additive Tagesschulmodell weiterzuentwickeln. Die Stadt sieht vor, im Rahmen des Projekts «Schule Plus» zu prüfen, ob ein Pilotprojekt mit einem gebundenen Tagesschulmodell durchgeführt werden soll. Ziel von «Schule plus» ist, den Schulalltag unter Berücksichtigung der Anliegen verschiedenster Anspruchsgruppen (Sport, Musik, Kunst, Religion) und der Vereinbarkeit von Familie und Beruf optimal zu gestalten.

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Additive Tagesschule Evaluation Medienmitteilung 09.11.2020 Download 0 Additive Tagesschule Evaluation Medienmitteilung 09.11.2020
Schlussbericht Evaluation additive Tagesschule Stadt Luzern 08.09.2020 Download 1 Schlussbericht Evaluation additive Tagesschule Stadt Luzern 08.09.2020