Stellungnahme zur Reussportbrücke

29. September 2020
Der Stadtrat hat beim Kanton seine Stellungnahme zur Reussportbrücke und zum Autobahnanschluss Lochhof eingereicht. Wie schon in seinen Stellungnahmen zur Initiative «Spange Nord stoppen» und zum Bevölkerungsantrag zur Reussportbrücke kommt der Stadtrat zum Schluss, dass die Reussportbrücke nicht stadtverträglich ist und den Anforderungen an eine moderne und nachhaltige Mobilität nicht genügt.
2018 hat der Kantonsrat den Luzerner Regierungsrat beauftragt, Alternativen zur Spange Nord zu prüfen. Die externe Überprüfung kam zum Schluss, dass die Spange Nord nicht am besten abschneidet und empfahl eine Reussportbrücke mit einem Autobahnanschluss Lochhof zur Weiterbearbeitung. Der Regierungsrat hat die Variante bis Ende September 2020 in eine breite Vernehmlassung gegeben. Der Stadtrat hat sich intensiv mit ihr auseinandergesetzt und diese Woche seine Stellungnahme beim Regierungsrat eingereicht. Wie schon bei den Stellungnahmen zur Initiative «Spange Nord stoppen – Lebenswerte Quartiere statt Stadtautobahn» und zum Bevölkerungsantrag «Es bleibt dabei: SpangeNo – Nein zu Reussportbrücke und zum Basisausbau» kommt der Stadtrat zum Schluss, dass die Reussportbrücke nicht stadtverträglich ist und den Anforderungen an eine moderne und nachhaltige Mobilität nicht genügt.
 
Beim ursprünglichen Projekt Spange Nord waren durchgehende Busspuren vom Kupferhammer bis zum Luzernerhof vorgesehen. Diese äusserst wichtige Entlastung für die Stadt und Agglomeration fällt bei der Variante Reussportbrücke weg. Der Mehrwert des Anschlusses Lochhof mit Reussportbrücke reduziert sich auf eine verbesserte Anbindung des Stadtteils Littau an die Autobahn, auf die Verlagerung des Verkehrs von der Baselstrasse auf die Hauptstrasse und auf eine Entlastung der benachbarten Autobahnanschlüsse Luzern-Zentrum und Emmen Süd. Es ist aber kaum ein nennenswerter Nutzen für andere Agglomerationsgemeinden und weitere Stadtquartiere erkennbar.
 
Die von den externen Planern empfohlene Variante fokussiert hauptsächlich auf Verbesserungen für den Autoverkehr. Sie unterstützt das Nachfragewachstum im motorisierten Individualverkehr, anstatt den Verkehr auf flächeneffiziente Verkehrsmittel zu verlagern. Ansätze zur Förderung des öffentlichen Verkehrs, um mehr Personen schnell und zuverlässig in die Stadt zu bringen, sind nicht ersichtlich beziehungsweise weggefallen. Die Verbesserung der Erreichbarkeit der Stadt Luzern ist ein erklärtes Ziel des Stadtrates. Aus Platzgründen und aus Gründen des Klimaschutzes hat für den Stadtrat ein attraktives Bus- und Veloangebot eine höhere Priorität als die Verbesserung der Reisezeiten mit dem Auto zu Stosszeiten.
 

Stadtverträgliche Lösungen

Der Stadtrat ist der Überzeugung, dass die geplanten Bauten nicht quartierverträglich sind und die Lebensqualität in den dicht besiedelten Quartieren schmälern. Auch die geplanten Basisausbauten am Schlossberg, an der Spitalstrasse, am Kasernenplatz und am Kreuzstutz sind in diesem Ausmass nicht notwendig. Aus Sicht des Stadtrates gibt es stadtverträglichere Lösungen, um die Erreichbarkeit von Stadt und Agglomeration zu gewährleisten. Aus diesem Grund kann er weder der Empfehlung Reussportbrücke noch den Basisausbauten folgen.

Der Stadtrat stellt sich alternativ einen gemeinsamen Weg vor, auf Basis einer breit abgestützten Strategie Lösungen zu erarbeiten, die sich an einer Variante ohne Anschluss Lochhof, dafür mit Busspuren orientieren. Er ist auch der Auffassung, dass es Massnahmen zur Verbesserung des Verkehrsablaufes im Bereich Schlossberg braucht – dazu bevorzugt er aber betriebliche statt bauliche Lösungsansätze.