Neue Bahnhofstrasse Visualisierung

Die neue Bahnhofstrasse - ankommen - verweilen - geniessen

21. September 2020
Das Vorprojekt für die Neugestaltung der Bahnhofstrasse und den Bau der unterirdischen Velostation ist abgeschlossen. Die geplante Velostation im vorderen Teil der Strasse wurde gegenüber den ersten Plänen Richtung Reuss vergrössert und bietet neu Platz für 1200 bis 1300 Velos. Ziel ist, die neue Bahnhofstrasse Anfang 2024 zu eröffnen.

2019 hat die Stimmbevölkerung den Planungskredit für die Velostation gutgeheissen. Unterdessen hat die Stadt Luzern das Vorprojekt abgeschlossen und mit der Ausarbeitung des Bauprojektes begonnen. Die geplante Velostation im vorderen Teil der Bahnhofstrasse wurde nach Rücksprache mit den Fraktionen des Grossen Stadtrates gegenüber den ersten Plänen Richtung Reuss vergrössert. Die Station wird voraussichtlich mit 1200 bis 1300 Veloparkplätzen eingerichtet. Sie wird eine direkte Verbindung zur Bahnhofsunterführung haben und mit dem Durchgangsbahnhof kompatibel sein. Dank flexibler Möblierung besteht die Möglichkeit – zum Beispiel im Zusammenhang mit dem Bau des Durchgangsbahnhofs – Platz für bis zu 1500 Velos zu schaffen. Dank der neuen Velostation kann das Veloparkierungsproblem in der Bahnhofstrasse über Jahre hinaus gelöst werden. Dadurch erhalten die Fussgängerinnen und Fussgänger oberirdisch viel mehr Platz.

Mehr Lebens- und Aufenthaltsqualität

Die neue Bahnhofstrasse wird gemäss dem Siegerprojekt «take a walk on the bright side» aus dem Projektwettbewerb 2016 umgesetzt. Sie erhält eine zweite Baumreihe mit rund 30 zusätzlichen Bäumen und einen klimafreundlichen Mergelbelag unter den Bäumen. Für den Bau der Velostation müssen 14 Bäume gefällt werden. Diese werden aber ersetzt. Es entstehen mobile Sitzgelegenheiten mit Bepflanzung und auf der Höhe der Velorampe öffentliche WCs und eine Buvette. Gleichzeitig werden diverse Werkleitungen erneuert. Auch auf der neuen Bahnhofstrasse können Anlässe wie Stadtlauf, Wochenmarkt oder Fasnacht weiterhin stattfinden. Dank der neuen Gestaltung erhöht sich die Lebens- und Aufenthaltsqualität deutlich – man kommt an, kann verweilen und geniessen.

Auch der Theaterplatz wird einfach und kostengünstig aufgewertet. Das Strassenniveau wird auf das Niveau des Trottoirs angehoben und damit behindertengerecht. Das erhöht auch die Flexibilität bei der Nutzung des Platzes. Die Theaterbox bleibt vorläufig am gleichen Ort. Eine hochwertige Möblierung mit mobilen Grünelementen lädt zum Verweilen ein. Auch die Seidenhofstrasse wird aufgewertet. Neben neuen Werkleitungen und einer neuen See-Energie-Leitung von ewl energie wasser luzern wird auch hier das Strassenniveau auf das Niveau des Trottoirs angehoben. Die Baumreihe bleibt bestehen.

Neues Verkehrsregime

Die neue Bahnhofstrasse und die Zufahrtsstrassen werden zu einer Begegnungszone. Sie sind weitgehend autofrei. Für die Velofahrenden ändert sich nichts. Sie müssen wie schon heute vorsichtig fahren und Rücksicht auf Fussgängerinnen und Fussgänger nehmen, die Vortritt haben. Zubringerdienste und Taxis sind weiterhin gestattet. Sie können allerdings beim Bahnhofplatz nur noch rechts abbiegen. Der Linksabbieger auf die Seebrücke wird aufgehoben. Für Velos ist das Linksabbiegen auf die Seebrücke weiterhin gestattet. Die Zu- und Wegfahrt zum Parkhaus Flora erfolgt neu über die Seidenhofstrasse in die Pilatusstrasse.

Anspruchsvolle Baustelle

Die komplexe und grosse Baustelle auf engem Raum stellt die Stadt vor Herausforderungen. Der Baugrund mit den Seeablagerungen ist anspruchsvoll, der Grundwasserspiegel ist hoch, und die Baustelle ist nahe an der Reuss. Zudem hat es im Boden zahlreiche Werkleitungen und entlang der Strasse zum Teil sehr alte Gebäude, die nicht beschädigt werden dürfen. Hinzu kommt, dass das Leben in und an der intensiv genutzten Bahnhofstrasse auch während der Bauarbeiten reibungslos funktionieren muss.

Für die Neugestaltung der Bahnhofstrasse und des Theaterplatzes rechnet die Stadt mit Kosten von 6 bis 7 Millionen Franken. Die unterirdische Velostation kostet nach heutigen Stand rund 17 Millionen Franken bei einer Kostengenauigkeit von plus/minus 20 Prozent. Dank den Abklärungen und Erkenntnissen aus dem Vorprojekt sind die Kosten wesentlich genauer abschätzbar. Der Betrag ist höher als die groben Schätzungen aus der Machbarkeitsstudie von 2017. Gründe dafür sind die grössere Velostation und der anspruchsvolle Baugrund. Die effektiven Kosten werden im Frühling 2021 vorliegen, wenn das Bauprojekt fertig ausgearbeitet ist und im Sommer 2021 öffentlich aufgelegt wird. Die Bevölkerung wird voraussichtlich im Februar 2022 über den Baukredit für die Velostation abstimmen. Läuft alles planmässig, beginnen die Bauarbeiten für die neue Bahnhofstrasse und die Velostation in der zweiten Jahreshälfte 2022. Sie dauern bis Anfang 2024. 

Weitere Informationen: www.bahnhofstrasse.stadtluzern.ch